Der verkrüppelte Schmetterling

Ein Mann beobachtete, wie ein Schmetterling durch die schmale Öffnung seines Kokons zu schlüpfen versuchte und sich dabei abmühte. Lange kämpfte der Schmetterling. Schließlich bekam der Mann Mitleid, holte eine kleine Schere und öffnete damit ganz vorsichtig etwas den Kokon, sodass sich der Schmetterling leicht selber befreien konnte.

Aber was der Mann da sah, ließ ihn erschrecken. Der Schmetterling war ein Krüppel. Er konnte nicht richtig fliegen, stürzte immer wieder ab. Auch auf seinen Beinen konnte er sich nicht halten.

Der Mann erzählte einem Freund davon und wie er dem Schmetterling geholfen hatte. Der Freund antwortete ihm:

„Das war ein großer Fehler, du hättest ihm nicht helfen dürfen. Du hast den Schmetterling zu einem Krüppel gemacht.“

Der Mann wollte dies nicht glauben. Der Freund fuhr fort:

„Durch die schmale Öffnung im Kokon ist der Schmetterling gezwungen, sich durchzuzwängen. Erst dadurch werden seine Flügel aus dem Körper gepresst und können sich dann entwickeln. Und deshalb kann er richtig fliegen, wenn er es aus seinem Kokon geschafft hat.“

Der Mann wurde nachdenklich.

„Weil du ihm den Schmerz und die Anstrengung ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber für sein Leben nichts Gutes getan – im Gegenteil!“

Autor unbekannt

pxb-schmetterling

„Du hättest ihm nicht helfen dürfen. Du hast den Schmetterling zu einem Krüppel gemacht.“

Jeder von uns wird wohl in seinem Leben Schwierigkeiten und auch den ein oder anderen Schmerz erleben. Auch bei unseren Kindern trachten wir danach, ihnen alle Hindernisse und Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.

Aber oft ist es genau die Überwindung dieser Schwierigkeiten und Herausforderungen, die uns zu starken Persönlichkeiten reifen lässt. Hindernisse bieten auch Chancen, um sich weiterzuentwickeln. Man muss sie nur als solche sehen, auch wenn es schwer fällt, sie in dem Moment als Chancen zu erkennen und anzunehmen.


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