https://www.zeitblueten.com/news/herbstgedichte/

Drei Herbstgedichte

Der Herbst ist da. Und passend dazu drei Herbstgedichte:

Dies ist ein Herbsttag

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, denn heute löst sich von den Zweigen nur, was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel, dt. Lyriker, 1813-1863

pxb-herbstgedichte

Herbst

Zu Golde ward die Welt, zu lange traf der Sonne süßer Strahl das Blatt, den Zweig. Nun neig dich, Welt, hinab.

Bald sinkt's von droben dir in flockigen Geweben verschleiernd zu - und bringt dir Ruh, o Welt, o dir, zu Gold geliebtes Leben, Ruh.

Christian Morgenstern, dt. Dichter, 1871-1914

pxb-herbst

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt, noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike, dt. Lyriker, 1804-1875

pxb-herbstgedicht

Zum Weiterlesen:
https://www.zeitblueten.com/news/herbstgedichte/