Zeitblüten: Familie/Kinder

Häufig erhalte ich Zeitblüten-Einsendungen im Zusammenhang mit Familie bzw. Kindern:

Meinen Kinder beim Schlafen zusehen

Für mich ist es jedes Mal eine Zeitblüte, wenn ich am Abend vor dem Zubettgehen von Zimmer zu Zimmer gehe, meinen Kindern kurz beim Schlafen zuschaue und ihnen je einen Kuss gebe. 

Thomas Westphal

Unser Abendritual

Fast täglich mache ich abends für meinen Sohn (bald 13 Jahre) und mich einen “Schlummertrunk”. Dieser ist ein beruhigender Tee mit etwas Honig. Den trinken wir gemeinsam und reden dabei.

Nachdem es untertags wenig Gelegenheiten zum ungestörten Austausch gibt, genieße ich das sehr. Manchmal lese ich ihm auch etwas vor, das ihn interessierten könnte.

Nach dem gemeinsamen Zähneputzen, massiere ich ihn dann noch den Rücken und den Nacken, bis bei ihm eine angenehme, entspannte Schläfrigkeit eintritt.

Ich genieße unser Abendritual sehr und finde, dass es unsere Beziehung zueinander verbessert. Guter Nebeneffekt: Wir schlafen beide besser. :-)

Gertraud

Unterm Kirschbaum

Wir wohnen auf dem Bauernhof, haben aber leider keinen eigenen Garten und keinen Balkon. Wenn wir raus möchten, nehme ich die Kinder und wir ziehen ein paar Meter die Straße hinab. Dort gibt es eine große Wiese mit Holzstößen und mit einem großen Kirschbaum.

Ich breite eine Decke auf der Wiese aus, sofort ziehen die Kinder umher und ich sitze unterm Kirschbaum. Oft schaffen wir es nur einmal die Woche.

Unterm Kirschbaum habe ich immer das Gefühl, ganz fest und tief mit der Erde verbunden zu sein, als würde ich, wie ich dort sitze, Wurzeln schlagen.

Schließe ich die Augen, höre ich entfernt die Kinder, etwas näher das Rauschen der Bäume, Grillenzirpen, Vögel, einen Traktor …

Manchmal denke ich: Es wäre schön, mal woanders hinzugehen. Aber wir kehren immer wieder an den gleichen Fleck zurück und machen nichts Bestimmtes – außer, da zu sitzen und der Umgebung zu lauschen.

Elisabeth Sennhenn 

Zeit für eine kurze Auszeit

Es regnete und ich musste aufstehen, tausend Dinge warteten auf mich. Ein Blick auf die Uhr sagte mir: jetzt aber los, schnell, schnell …

Meine kleine Tochter schien das nicht zu stören. Sie saß an ihrem Frühstück, ließ sich nicht antreiben oder stören. Endlich war sie fertig. Wir gingen los zum Kindergarten.

Plötzlich blieb sie bei einer Wiese stehen, pflückte eine Blume und beobachtete den darauf sitzenden Marienkäfer.

Mittlerweile kam die Sonne raus und es schien fast so, als sonnte sich der kleine Kerl und ruhte sich aus.

Meine Tochter schaute auf und sagte: “Schau mal Mami, auch der Marienkäfer hat bestimmt jede Menge Arbeit, aber jetzt nimmt er sich Zeit für eine kurze Auszeit, sonnt sich und atmet durch. So solltest du es auch mal machen. Nicht lange, nur so zwischendurch – das täte dir gut!”

Ich war verdutzt und berührt. Dieser Moment begleitete mich den ganzen Tag. Und später nahm ich mir eine Tasse Kaffee und fünf Minuten Auszeit, um zum Fenster zu gehen und innezuhalten, durchzuatmen und einfach nichts tun.

Julia

Unser Kindergartenweg

Wenn ich morgens so gegen acht Uhr meinen Sohn in den Kindergarten bringe, dann gehe ich gerne zu Fuß.

Das Hinlaufen ist schon eine Wonne, da mein Kleiner (drei Jahre) alles Mögliche entdeckt, das mir (uns Erwachsenen) oft nicht auffällt. Ein Eichhörnchen im Baum, eine Schnecke auf dem Weg, ein tolles Blatt oder auch ein sehr guter Ast, den man als Piratenschwert benutzen kann.

Ich merke dann manchmal auch, wie groß mein Kleiner schon geworden ist. Gestern noch sollte ich ihn beim Balancieren über den Bordstein festhalten, heute möchte er es schon alleine probieren und schafft es dann auch!

Im Kindergarten angekommen, verabschiedet sich mein Sohn immer mit sehr vielen Küsschen. Ist das schön! ;-)

Und ich kann dann ganz beruhigt nach Hause gehen, da ich weiß, er ist gerne im Kindergarten und dort auch gut aufgehoben.

Wenn ich dann also wieder alleine nach Hause laufe, kann ich nun meine Gedanken kreisen lassen. Es ist schön, den Tag zu riechen, die Sonne oder auch den Regen zu spüren. Und vielleicht nochmal nach dem Eichhörnchen schauen, das mein Sohn vorhin entdeckt hatte oder wie weit die Schnecke nun gekommen ist.

So habe ich dann, wenn ich zu Hause bin, wieder richtig Energie und Kraft getankt, um meine Vormittagstermine und Aufgaben locker und mit viel Schwung zu bewältigen.

Svea Rieker

Schmetterling flieg

Für unsere Tochter habe ich eine Bewerbung für ein Schmetterlingsaufzuchts-Set geschrieben und wir wurden ausgewählt.

Wir haben alle Phasen, von den Raupen über die Häutung, der Verpuppung bis zum Schlüpfen, notiert und auch Bilder dazu gemacht. Sechs Personen aus vier Generationen hatten ihre Freude damit.

Alle Raupen wurden zu wunderschönen Schmetterlingen und wurden von uns bei strahlendem Sonnenschein in die Freiheit entlassen. Das war für die ganze Familie ein unvergessliches Erlebnis.

Des Öfteren setzen wir uns vor den PC, schauen die Bilder zusammen an und schwelgen in Erinnerungen. Das gemeinsam Erlebte stärkt den Zusammenhalt.

P. Grauer

Draußen bei jedem Wetter

Als alleinstehende Mutter eines Säuglings mit Hund plagte mich immer das schlechte Gewissen. Wenig Zeit! Auch der Hund hatte unter der Umstellung zu leiden.

Aber immer, wenn ich unabhängig vom Wetter mit Kind und Hund draußen war, das Kind endlich schlief und der Hund fröhlich hinter dem Ball hertobte … trotz häufigen Regens oder Kälte … genau das war meine persönliche Zeitblüte!

Denn egal, wie müde ich auch manchmal war – endlich ein Moment ohne schlechtes Gewissen … :-)

Marika

Den Himmel beobachten

Am besten entspanne ich mich, wenn ich mich in mein Trampolin lege und den Himmel beobachte.

Lena R., 9 Jahre

Mein Sohn

Meine Zeitblüte ist mein 8-jähriger Sohn. Wenn wir abends nach Hause kommen, haben wir nur noch wenig Zeit, um zusammen den Tag zu Ende zu bringen.

Dafür genießen wir eine Stunde intensiv zusammen, wir unterhalten uns über die Schule und das Erlebte an diesem Tage. Dabei kommen wir wieder zur Ruhe.

Am Wochenende nutzen wir die Zeit und gehen in unseren umliegenden Wäldern spazieren und beobachten alles um uns herum, um dann wieder frisch in die neue Woche zu starten.

Sandra Sch.

Lesemama

Meine kleine Tochter geht in die zweite Klasse der Grundschule und die Lehrerin hat es sich zur Gewohnheit gemacht, in bestimmten Schulstunden “Lesemütter” zu beschäftigen. Als “Lesemama” wird man immer schon gespannt und voller Vorfreude von den Kleinen erwartet und darf dann während einer normalen Unterrichtsstunde mit einigen ausgewählten Schülern und Schülerinnen in einem separaten Raum das Lesen und Vorlesen üben.

Diese Zeit nehme ich mir und ich nehme sie mir gerne, denn es gibt einem so viel, wenn die Kinder mit ihren 6 oder 7 Jahren ganz stolz Stück für Stück eine Geschichte vorlesen. Nach diesen Schulstunden geht man mit einem Lächeln nach Hause und freut sich über die kleinen Erfolge, die man wieder einmal miterlebt hat.

Verena Meyer

Die schlafenden Kinder ansehen

Meine Zeitblüte findet statt, wenn meine zwei Kinder (5, 2) in ihrem Bett liegen und eingeschlafen sind.

Nun schaue ich sie an und fühle mich so gut, ohne Stress, ohne Trauer, ohne Bedauern, mit viel Liebe und Zufriedenheit. Denn sie sind gesund, haben genügend Nahrung und leben in einer Umgebung voller Akzeptanz und Respekt!

Jetzt kann ich den Moment genießen, den Tag mit all den unangenehmen Ereignissen verarbeiten und annehmen.

Güzelsoy

Spielst du mit mir?

Meine Zeitblüte ist mein Sohn. Nach der Arbeit zu Hause angekommen ist die erste Frage, die mir gestellt wird: “Spielst du mit mir?”

Und ich spiele mit ihm und bin in dem Augenblick raus aus dem Alltag …

Ela

Das Leben im Jetzt

Ich habe durch unsere Kinder das Leben im Jetzt, also das bewusste Erleben des Augenblicks schätzen und lieben gelernt.

Nora

Von den Kindern lernen

Ich habe einen vierjährigen Sohn und zweijährige Zwillingstöchter. Eine meiner Zeitblüten besteht darin, meinen Kindern zuzuschauen, wie sie etwas Neues lernen.

Mit welcher Hingabe und Geduld sie es immer wieder versuchen. Wenn es nicht klappt, wird es weggelegt und wenig später nochmals versucht. Ein Zeitgefühl haben Kleinkinder noch nicht. Es spielt für sie keine Rolle, ob eine Tätigkeit fünf Minuten, eine Stunde oder sogar länger dauert.

Ich habe von meinen Kindern gelernt, durch das Ausprobieren und häufige Wiederholen mir etwas Neues anzueignen. Und dies, wenn immer möglich, ohne mir selbst einen Zeitdruck aufzuerlegen.

Daniel

Die schlafenden Kinder

Im Jetzt zu leben und nicht ständig die Gedanken um Vergangenheit und Zukunft kreisen zu lassen, ist nicht immer leicht und ich muss mir des Nachdenkens öfter bewusst werden, um wieder aus der irrealen Welt der Gedanken aufzutauchen, in die ich mich mal wieder verloren habe.

Sehr leicht fällt mir das Leben im Moment stets, wenn ich meine beiden Kinder beim Schlafen beobachte. Dabei erlangt mich ein tiefes Gefühl von Zufriedenheit und ich werde mir oft meines eigenen Lächelns bewusst. Wie unschuldig und friedlich der Anblick, wenn die Kinder tief schlafend ihre Arme und Beine weit von sich gestreckt oder sich tief in die Decke eingekuschelt haben.

R. Beck

Babyjogger

Laufen ist für mich ein beliebtes Hobby, um u. a. den Alltagsstress zu vergessen.

Auch nach der Geburt unserer Tochter wollte ich hierauf nicht verzichten. Allerdings hat dies in den ersten Wochen nach der Geburt nur selten geklappt, weil ich Frau und Kind nicht „im Stich“ lassen wollte.

Zum Glück haben wir uns sehr schnell (nach fünf Monaten) zum Kauf eines „Babyjoggers“ entschieden. Das Resultat war für mich verblüffend:

Ich konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, die Tochter zum Joggen mitnehmen. Unsere Tochter war an der frischen Luft, konnte entweder die Natur genießen oder ein wenig schlafen. Zusätzlich hat meine Frau währenddessen Zeit für sich.

Die gesamte Familie hat etwas von diesen Touren. Wir sind danach meistens wie ausgewechselt und verfügen über neue Motivation und Energie.

Christian Wagner

Die Spaziergänge mit meiner Tochter

Vor kurzem haben wir, meine Tochter und ich, uns Zeit genommen für einen Spaziergang durch den Wald.

Sie ist vor einem halben Jahr zu ihren Freund gezogen und ich war darüber ein wenig traurig. Jedoch dadurch, dass sie nicht mehr zu Hause wohnt, nehmen wir uns jetzt regelmäßig Zeit für gemeinsame Spaziergänge.

Diese Termine werden in meinem Terminkalender eingetragen und werden genauso wie ein wichtiger Kundentermin behandelt. Diese Stunden mit meiner Tochter möchte ich nicht missen.

Janina 

Eine tiefe Ruhe, in der ich meine Seele baumeln lassen kann

Meine Zeitblüte öffnet sich für mich, wenn meine Zwillingsmädchen (zweieinhalb Jahre) schlafen. Dann setz ich mich gern in den Schaukelstuhl neben ihren Bettchen und bewundere sie, denke über den vergangenen Tag nach.

Sie sind meine Welt, tagsüber zwar etwas turbulent, aber wenn sie schlafen, vermitteln sie mir eine tiefe Ruhe, in der ich meine Seele baumeln lassen kann!

Andrea

Ein Lächeln und eine Umarmung

Ich finde, zu den schönsten Dingen im Leben zählen das Lächeln und eine Umarmung der Kinder, wenn ich sie am Morgen wecke oder ich von der Arbeit nach Hause komme – das lässt mich mit einem Schlag alle Sorgen vergessen.

Michaela

Das Wochenende

Ich stehe am Samstag und Sonntag ganz früh auf, setze mich mit einem Kaffee auf die Terrasse, genieße die Ruhe und warte, bis eines unsere beiden Kinder wach wird, um die freie Zeit am Wochenende so intensiv wie möglich mit den beiden zu verbringen.

Es ist wahrscheinlich auch die persönliche Zeitblüte meiner Frau, weil sie ja einmal ausschlafen kann. :-)

Stefan

Beim Schlafen betrachten

Wie oft stelle ich mich an die Betten meiner Söhne (8, 6), und beobachte sie im Schlaf, schaue in ihre friedlichen Gesichter und verfolge ihre Träume … wie ich es genieße.

Gerold Wahl

Zusammen albern und lachen

Meine Zeitblüte ist die Beschäftigung mit meiner kleinen Tochter. Sie ermöglicht mir, die Welt noch einmal durch Kinderaugen zu betrachten. Es gibt nichts Schöneres als mit ihr gemeinsam zu albern und herzlich zu lachen.

Julia 

Durch Kinderaugen sehen

Jeden Tag gibt mir das Lachen von meinem Sohn alle Kraft, die ich brauche.

Gerade heutzutage, wo vieles so falsch und aufgesetzt ist, ist es einfach wunderschön zu sehen, wie er von Herzen einfach glücklich ist. Ohne alles hinterfragen zu müssen, genießt er einfach jeden Moment.

Das habe ich mir abgeschaut und versuche wie er, die normalsten und alltäglichen Dinge wieder durch Kinderaugen zu sehen. Seitdem ich das mache, habe ich wieder viel mehr Spaß und Freude an den Kleinigkeiten des Alltags!

Jennifer H.

Tür schließen

Ich genieße immer den Moment, wenn ich die Tür zu meiner Wohnung schließe und die Zeit mit meinem Sohn verbringen kann. Es ist eine Oase, wo ich mich stets gut fühle und Energie auftanke.

Indra

Mama, mir zerspringt mein Herz

Oft sitzen mein Sohn und ich beim gemeinsamen Frühstück und beobachten, wer sich alles auf dem gegenüberliegenden Baum “trifft”.  Jedes Mal werden überrascht und belohnt.

Mal sind Buntspechte, Amseln, Kleiber, Tauben, Raben oder Eichhörnchen zu sehen. Es bietet sich uns eine Vielfalt an Ereignissen. Einfach ein Genuss!

Auch steht für mich die Zeit ein wenig still, wenn ich aus Kindermund beim Ansehen der Frühblüher höre: Mama, mir zerspringt mein Herz!

Conny

Lesezeit

Mein Alltag kann zeitweise ganz schön stressig sein. Ein Vollzeitjob, ein 3-jähriger Sohn und der Haushalt fordern mich oft.

Nach einem besonders stressigen Tag kann ich am besten abschalten, wenn ich meinem Sohn eine Geschichte vorlese.

Voller Begeisterung lese ich ihm dann eine unserer zahlreichen Lieblingsgeschichten vor – mit unterschiedlichen Stimmen und vollem Einsatz.

Ich genieße diese intensive Zeit mit meinem Sohn und erlebe dabei einen regelrechten Flow.

Das sind die Momente, in denen ich alles andere vergessen und mal so richtig abschalten kann.

Angela

 


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