Zeitblüten: stille Stunde, Fasnachtsbrunnen, schwarzes Fell

Zeitblüten-Einsendungen:

Meine stille Stunde

Das Management ist zum größten Teil fremdbestimmt. Ich habe mir jeden Tag eine „stille Stunde“ eingerichtet, in der ich zwar anwesend, aber nicht erreichbar bin. Eine Stunde am Tag, in der ich allein bestimme, was ich dort machen will oder auch nicht.

Zu Beginn habe ich meinen Sucher ausgeschaltet, mein Telefon abgestellt und ein Abwesenheitsschild an die Tür gehängt. Nach einigen Monaten brauchte ich dies alles nicht mehr. Jeder hat „meine Stunde“ respektiert und ich hatte dann tatsächlich in dieser Zeit keine Störungen durch andere. Ich habe diese Freiheit des Tages genossen.

Für mich eine kleine Veränderung mit großer Wirkung.

Rolf Barabas

Der Fasnachtsbrunnen von Tinguely

(für die wundervolle Karen)

Wie ein kleiner Urlaub wirkt seit 30 Jahren folgende Zeitblüte auf mich:

Mitten in Basel, auf dem Theaterplatz, setze ich mich an eine meiner Kraftquellen: den Fasnachtsbrunnen von Tinguely. Ein großes flaches Brunnenbecken mit kinetischen wasserspritzenden Metallplastiken, umgeben von vielen Menschen, vorbeifahrenden Straßenbahnen – jedoch für mich eine Oase der Stille, aber auch der Lebendigkeit, des Humors und Spiel des Lebens.

Besonders die Figur “dr Schuufler” hat es mir angetan. Er begeistert mich. Er mutet an wie ein kleiner Vogelstrauß, der ständig laufend doch nicht von der Stelle kommt.

Aufgrund der sichelartigen Halterung kommt zusätzlich das Bild “vom Kopf in den Sand (hier: Wasser) stecken”. Trotzdem schaufelt er unermüdlich mit seinen tellerförmigen Füßen das Nass, herzlich liebenswürdig im Gesamtauftritt aller neun Schauspieler-Maschinchen.

Egal, ob uns diese Wasserspiele an einem heißen Sommertag erfrischen oder im Winter bizarre Eisformationen zu sehen sind… jeder Aufenthalt ist ein Geschenk, jeder Wechsel der Perspektive ein Genuss.

CP aus Darmstadt

Schwarzes Fell

Wenn ich gestresst von der Arbeit komme und weiß, meiner Mutti im hohen Alter geht es nicht gut, freue ich mich auf meinen sportlichen kleinen schwarzen Kater.

Er gibt mir durch seine liebevolle Art, er begleitet mich von der Garage bis ins Haus, schnurrt und mauzt in den besten Tönen. Wenn ich ihn dann in den Arm nehmen kann, ist er so verschmust, als wenn er einem unter die Haut will.

Dieses kleine wundervolle Tier bringt mich in ein sehr angenehmes Gleichgewicht, sodass der hinter mir liegende Tag vergessen ist. Hätte nie geglaubt, dass so ein kleines Wesen soviel positive Energie ausübt.

Monika Graber

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