Zeitblüten: Meine Wunschliste / Jammern auf hohem Niveau …

Von Lesern eingesendete Zeitblüten:

Meine Wunschliste

Auf meiner Wunschliste notiere ich alles, was ich gerne hätte oder ändern möchte, sollte, muss.

Dann überlege ich, was ich schon alles habe: Materielles, einen tollen Mann, mittlerweile gesunde Kinder, Freundschaften. Und dann bin ich für all das dankbar.

Beim Reflektieren und durch die Dankbarkeit werden die Wünsche und alles Belastende im Kopf mit einem Mal ganz klein und ich kann mich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren.

Es ist spannend, diese Wunschliste aufzubewahren und nach längerer Zeit zu gucken, was ich in der Zwischenzeit alles streichen kann – weil unwichtig oder erledigt. :-)

Astrid 

Jammern auf hohem Niveau

Jeder kennt Situationen, in denen der Alltag stresst, man sieht die vielen Dinge, die man gern hätte, man jammert über die tägliche Arbeit, …

Aber uns geht es meist gut – Jammern auf hohem Niveau nenne ich es.

Es gibt – meist sogar im nahen Umfeld – Menschen, denen es viel schlechter geht. Ich habe vor zwei Jahren jemanden kennengelernt, dessen Schicksal ich anfangs kaum glauben konnte:

Mutter gestorben, das Zuhause durch Eigenverschulden weg, Lebensgefährtin mit Kind davon, Arbeitsstelle verloren.

Und doch ist er mein großes Vorbild geworden. Wir telefonieren oft, ich versuche auch, ihn ein wenig “zu tragen”, nehme mir oft Zeit für ihn, was auch mir guttut.

Viele von uns resignieren bei einem (1) Schicksal. Er (über 50) hat es geschafft, sich durchzukämpfen, zahlt fleißig seinen Unterhalt, hat inzwischen wieder einen unbefristeten Arbeitsvertrag, und baut sich ganz mutig mit seiner Hände Arbeit ein kleines eigenes Häuschen. Das ist eine finanzielle Gratwanderung – er arbeitet sehr viel.

An Tagen, an denen ich mal wieder emotional in einem Tal bin, muss ich nur an ihn denken. Das ist dann wieder Antrieb für lange Zeit. Zeit, in der ich dann wieder sehr viel schaffe. Zeit, die ich nicht mehr mit Jammern verbringe, sondern froh bin, dass ich sein Schicksal nicht erleiden musste.

Gabriele 

So entspanne ich …

Entspannung erfahre ich beispielsweise dann, wenn ich mich joggend in der Morgensonne bewegen, oder mir im Bioladen die besonders süßen Strauchtomaten kaufen kann.

Wenn ich am Wochenende umherdösend entspanne, nicht an die Arbeit denkend, und wenn ich mir als Gegenpol zur Arbeit unorganisierte und unstrukturierte Momente gönnen kann. Als Gegenpol zu einer Arbeitswelt, in der Worte wie Struktur, Organisation und betriebliche Prozessoptimierung an der Tagesordnung sind.

Des Weiteren kann ich entspannen, indem ich mir von den bereits veröffentlichten „Zeitblüten“ Anregungen für Alltag und Beruf hole.

Oder ich schaue mir sehr gerne eine Aufzeichnung von einem politischen Kabarettisten an, um mich an den kritischen Hinterfragungen unseres Gesellschaftssystems zu amüsieren. Dies ist dann für mich eine Abwechslung vom kapitalistischen Büroalltag. Auch wenn das Ganze mit etwas Konzentration und Nachdenken verbunden ist, so sind für mich diese Kabaretts eine Bereicherung in einer 40 h-Arbeitswoche mit zusätzlichen Überstunden.

Christian 



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