Zeitblüte: Tiefe Demut auf dem Berggipfel

Von Lesern eingesendete Zeitblüten:

Nach zahlreichen jährlichen Strandurlauben hat unsere Familie einen Urlaub in den Bergen von Österreich gebucht. Wir haben uns schon vom ersten Tag an in diese intensive Bergwelt verliebt, was schon eine Zeitblüte war. Hinzu kam, dass wir in diesem Urlaub eine Familie kennengelernt haben, die unweit unseres eigentlichen Zuhauses im Ruhrgebiet wohnt. Nach dem ersten „Beschnuppern“ folgte eine innige Freundschaft mit mehrmaligen und jährlichen gemeinsamen Urlauben in den Bergen, was wiederum Zeitblüten waren.

Nun zu der eigentlichen Zeitblüte: Der Mann dieser befreundeten Familie und ich haben uns dann jeden Urlaub einen gemeinsamen familienfreien Tag gegönnt und sind erst kleine, dann mittlere und schließlich schwierige Bergtouren gegangen. Irgendwann hatten wir aus einer Laune heraus beschlossen, den höchsten Berg Österreichs (Großglockner, 3.798 m) zu erklimmen.

Wir haben das Vorhaben verwirklicht und standen schließlich gemeinsam auf dem Gipfel. Beim Rundblick nahm ich diese gewaltige und massive Bergwelt noch realer als sonst wahr und dachte: Was sind wir Menschen doch für kleine Wesen gegenüber dieser wunderbaren Natur. Ich verfiel in eine tiefe Demut.

Diese Demut gegenüber dieser großartigen und doch so einfachen Natur brachte mir die Einsicht, dass vielleicht weniger doch manchmal mehr ist.

An diesen Eindruck und an diese Einsicht halte ich seitdem fest und lebe damit sehr gut und zufrieden. Es ist halt meine persönliche Zeitblüte.

Manchmal erwische ich mich dabei, dass ich gedanklich noch immer auf diesem Berg stehe und ich weiß dann, wie vergänglich das Leben ist. Es macht mir keine Angst – es motiviert mich, mein Leben zu leben.

Peter



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