Zeitblüte: Gast im eigenen Dorf

Tagaus, tagein fahre ich von der Arbeit nach Hause. 23 Kilometer mit dem Auto. Nach unzähligen Jahren könnte ich auch sagen, mit dem Autopiloten.

Und dieses gewohnheitsmäßige Verhalten wollte ich eines Abends bewusst ändern. Mein Ziel war, meine mir bestens bekannte nähere Umgebung aus den Augen eines Fremden zu betrachten und wahrzunehmen.

Ich spielte ein Spiel, schlüpfte in die Rolle einer ortsfremden Person – eines Feriengastes.

Und schon sah die Welt ganz anders aus. Ich war gespannt, was mich auf meiner Reise und an meinem „Ferienort“ erwarten wird.  Als „Gast“ wusste ich ja nicht, was auf mich zukommt.

Und es kam viel Neues auf mich zu! Vieles war mir völlig unbekannt. Bekannte Personen plötzlich irgendwie fremd und interessant. Unwichtiges schien mir wichtig. Ich sah nicht nur den Weg, auch den Horizont.

Ich fühlte mich richtig wohl.

Und das tue ich immer noch!  Sollte dem einmal nicht so sein oder es gibt etwas, das mich stört, dann kann ich das nun gelassen annehmen oder angehen. Ich weiß ja: Ich bin hier doch nur „Gast“.

R. F.

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