Zeitblüte: Auszeit in der Mittagspause

Zeitblüten-Einsendungen:

Meine Auszeit in der Mittagspause

Mein Arbeitsort liegt direkt an einem großen, städtischen Waldgebiet. Statt mäßigen Kantinenessens mache ich mich täglich (bei jedem Wind und Wetter) in meiner Mittagspause auf den Weg zu einem halbstündigen, zügigen Spaziergang durch diesen Wald.

Ich versuche bewusst, Schultern und Rücken zu entspannen, tief durchzuatmen und Ärger und Missmut zurückzulassen. Ich beobachte, wie sich der Waldboden und die Bäume im Laufe der Jahreszeiten verändern, auch den unterschiedlichen Lichteinfall durch die belaubten oder kahlen Äste bei Sonne, Regen oder Sturm.

Aber nicht nur die Natur macht mir diese kurze „Auszeit“ zur Zeitblüte. Ein kurzes Telefonat mit dem Mann meines Herzens, ein Austausch über das am Vormittag Erlebte und eine kleine Vorausschau, was jeder von uns am Nachmittag noch vor sich hat, machen diese Zeitblüte zu etwas sehr Kostbarem.

So gestärkt kann ich dann die geliebten und weniger geliebten Aufgaben, die mein Beruf so mit sich bringt, mit Schwung und Humor angehen und so manch miesepetrigem Kollegen ebenfalls ein, wenn auch zaghaftes, Lächeln abgewinnen.

Marion 

Meine Tochter beim Malen

Ich beobachte meine kleine Tochter, wie sie malt. Eigentlich kritzelt sie etwas, füllt Flächen mit Farben, verstärkt Konturen und versinkt in ihrem Werk. Ich kann kaum erkennen, um was es sich handelt. Es spielt keine Rolle.

Ohne es zu bemerken, fährt sie sich mit der Zunge über die Lippen, wenn sie angestrengt und mit fest aufgedrücktem Buntstift werkelt. Sie konzentriert sich auf das Abbild ihres Gedankens, ohne ihre Umwelt wahrzunehmen, ohne meine Blicke zu erkennen.

Dann hält sie inne und betrachtet in der Stille ihrer Welt das Gemalte. Ihr Blick zeigt Stolz und Zufriedenheit.

Wie sehr ich sie um diese Augenblicke beneide.

Kay

Stricken – mein Abendritual

Mit jeder Masche, die ich am Abend stricke, schweifen meine Gedanken umher, verflüchtigen sich, ordnen sich und ich finde wieder zu mir selber.

Das beruhigende, immer im gleichen Rhythmus klappernde Geräusch, ist meditativ für mich.

Eine Tasse Tee für die innere Wärme sowie klassische Musik dazu, runden das ganze Abendritual ab und ein ruhiger Schlaf ist gesichert.

Gina



Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!