Die Yale-Studie: Wozu Ziele gut sind

Hin und wieder hört man: Menschen, die Ziele haben, sind erfolgreicher als jene ohne Ziele. Aber stimmt das wirklich?

In zahlreichen einschlägigen Medien liest man in diesem Zusammenhang häufig von einer Yale-Studie. So soll an der renommierten Yale-Universität 1953 eine Studie durchgeführt worden sein, bei der von einer Forschergruppe die Absolventen dieses Jahrgangs interviewt und nach ihren persönlichen Zielen befragt wurden.

Die Befragung soll ergeben haben, dass nur drei Prozent der Absolventen ein klares Ziel vor Augen hatten und auch einen Plan, wie sie dieses Ziel erreichen können.

Die Studie war damit aber noch nicht beendet. Diese Studienabgänger wurden genau zwanzig Jahre später (1973) nochmals aufgesucht und befragt. Und das Ergebnis dieser erneuten Befragung:

Jene 3 %, die 1953 angaben, ein klares Ziel zu haben, hatten

  • eine geringere Scheidungsrate,
  • weniger Krankheitstage,
  • 95 % Anteil am gesamten Vermögen aller Absolventen des Jahres 1953. Die anderen 97 % der Absolventen des gleichen Jahrgangs teilten sich die übrigen 5 % des Vermögens.

Einen Haken hat diese Studie allerdings: Sie wurde nie durchgeführt. Zumindest gibt es keine verlässlichen Quellen, die das belegen, auch nicht von der Universität selbst.

Wie auch immer. Unabhängig davon, ob die Studie jemals stattgefunden hat oder nicht, bin ich doch überzeugt:

Menschen, die Ziele haben, sind in der Regel erfolgreicher als Menschen ohne Ziele. Dabei spielt es nicht unbedingt eine Rolle, ob man das gesetzte Ziel erreicht oder nicht. Vielmehr geht es darum, dass zielfokussierte Menschen Chancen und Möglichkeiten suchen, und nicht darauf warten, bis sie der Zufall vorbeibringt. Sie werden aktiv.

Aber heißt das auch, dass diese erfolgreichen Menschen glücklicher als die anderen sind? Vielleicht sind sie das, vielleicht auch nicht – wir wissen es nicht.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass das Erreichen eines Zieles ein tolles Erfolgserlebnis darstellt, das zum Weitermachen anspornt. Und es macht auch Spaß, daran zu „arbeiten“. Natürlich ist dies auch vom Ziel selbst abhängig.

Unlängst habe ich in einer Zeitschrift folgendes Zitat gelesen – kann mich aber leider nicht mehr an den Autor erinnern (und das Internet half mir auch nicht weiter):

Glücklich ist ein Mensch, der sein Ziel erreicht und das nächste schon vor Augen hat.

Dem kann ich voll und ganz zustimmen. Aber was für mich zutrifft, muss noch lange nicht für andere gelten.

Wie sieht es bei Ihnen aus, setzen Sie sich Ziele und wenn ja, in welcher Form (schriftlich, lang-, kurzfristige etc.)? Wenn nein, warum nicht?

Zum Weiterlesen: 

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