Zeitblüte: Wo mich die Füße hintragen

Von Lesern eingesendete Zeitblüten:

Letzte Woche hatte ich einen stressigen Tag und hatte am Abend (so gegen 21:30 Uhr) das Bedürfnis, an die frische Luft zu gehen, zumal es auch der erste Tag im Jahr war, der nicht ganz so kalt war.

Ich wollte eigentlich nur um den Block gehen, aber das Laufen und der kühle Wind, der mir ins Gesicht wehte, haben mir so gutgetan, dass ich einfach weitergelaufen bin.

In dieser Zeit habe ich viel über das Leben nachgedacht, mir ist alles Mögliche durch den Kopf geschossen. Ehe ich mich versehen konnte, habe ich gemerkt, dass ich inzwischen in einem anderen Stadtteil angekommen bin. Das war echt verrückt, wo mich meine Füße hingetragen haben, ohne dass ich es wirklich bemerkt hatte.

Ich wollte schon einen Bus zurück nach Hause nehmen, als ich merkte, dass ich in der Nähe von meiner Grundschule war. Ich nahm den Bus doch nicht und ging zu der Grundschule, die sich kaum verändert hatte.

Während ich von außen gedankenverloren auf den Pausenhof starrte (es war fast 23 Uhr), gingen mir folgende Gedanken durch Kopf:

  • Ich hatte dort vier schöne Jahre verbracht.
  • Unglaublich, was sich seitdem alles geändert hat.
  • Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich die Möglichkeit habe, völlig furchtlos mitten in der Nacht durch die Straßen zu schlendern.

Danach bin ich nach Hause und bin mit einem zufriedenen Gefühl eingeschlafen.

Kim

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