So gelingt der Wiedereinstieg ins Berufsleben

Eine Auszeit vom Berufsleben streben zahlreiche Menschen an. Wenn man für eine längere Zeit die berufliche Tätigkeit unterbricht, kann das mehrere Gründe haben – um nur einige zu nennen:

  • eine schwerwiegenden Krankheit
  • eine Kündigung oder Entlassung
  • ein Sabbatical
  • Karenzzeit

Unterschiedliche Auszeitmodelle sowie Menschen, die sich eine berufliche Auszeit genommen haben, habe ich in bereits in meiner Artikelserie Sabbatical (berufliche Auszeit): Infos, Tipps und Interviews vorgestellt.

Auch mit der Elternzeit ist ein Ausstieg und Wiedereintritt verbunden – rechtzeitig vorplanen!

Nun aber zum Wiedereinstieg – denn die damit verbundenen Schwierigkeiten werden von vielen „Aussteigern“ häufig unterschätzt.

Je länger der Zeitraum zwischen Arbeitsunterbrechung und Wiedereinstieg, desto größer in der Regel die Herausforderungen beim Wiedereintritt ins Berufsleben.

Mögliche Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg

Im Laufe der Monate oder Jahre der Abwesenheit haben viele Aussteiger verlernt, sich an feste Arbeitszeiten und Vorgaben zu halten. Der gesamte Tagesablauf war ein anderer. Auf den Wiedereinstieg folgt deshalb eine Phase der Eingewöhnung, die sich nicht nur auf das Einhalten der Arbeitszeiten beschränkt.

Insbesondere in der heutigen Zeit schreitet die Modernisierung immer schneller voran, sodass es sein kann, dass Sie einen Arbeitsplatz vorfinden, der von den Anforderungen ein völlig anderer geworden ist.

Auch die Arbeitsmethoden ändern sich im Laufe der Jahre. Wahrscheinlich sind Ihnen die Kollegen einen großen Schritt voraus und möglicherweise haben diese auch Fortbildungskurse besucht, um stets auf dem Laufenden zu bleiben.

Das alles nachzuholen und den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden, ist eine Herausforderung, mit der sich viele Wiedereinsteiger konfrontiert sehen.

Mit Weiterbildung auf dem Laufenden bleiben

Um vor bösen Überraschungen gefeit zu sein, sollten Sie – soweit möglich – auch während der Auszeit die Chance zur Weiterbildung nutzen.

Informieren Sie sich regelmäßig über die Innovationen, die Ihren Beruf betreffen, und brechen Sie den Kontakt zum Betrieb bzw. zur Branche nicht vollkommen ab.

Wer dicht am Geschehen bleibt, hat es später beim Wiedereinstieg wesentlich leichter.

Zeigen Sie Präsenz

Wenn Sie nach Ihrer Auszeit wieder im gleichen Unternehmen einsteigen wollen, sollten Sie dafür sorgen, dass Sie während Ihrer Abwesenheit nicht so schnell in Vergessenheit geraten.

Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Kollegen auch während der Auszeit – per E-Mail, Telefonate oder hin und wieder durch ein nettes, unverbindliches Treffen.

Erkundigen Sie sich, wie es im Betrieb läuft und vermitteln Sie den Vorgesetzten und Kollegen, dass Sie nach einer bestimmten Zeit wieder als MitarbeiterIn zur Verfügung stehen.

Bieten Sie sich auch während Ihrer Auszeit als Ansprechpartner bei wichtigen Fragen an. Kommunizieren Sie dieses Bereitschaft Ihren Vorgesetzten. Damit zeigen Sie Loyalität und halten auch Ihre Stellung im Unternehmen während Ihrer Abwesenheit aufrecht.

Unter Umständen gibt es Mitbewerber, die es auf Ihre Stelle abgesehen haben. Womöglich ist Ihre Stelle mittlerweile von einer Person besetzt, die den Arbeitsplatz gerne auf Dauer übernehmen möchte.

Behalten Sie daher Ihren Arbeitsplatz stets im Blick und zeigen Sie durch Besuche und Telefonate, dass Sie immer noch präsent sind. Das kann auch dadurch gelingen, indem sie der betreffenden Person Ihre Unterstützung bei etwaigen Schwierigkeiten anbieten. Sie demonstrieren damit Ihre Position auf eine nette und zugleich höfliche Weise.

Ist der alte Arbeitsplatz trotzdem nicht mehr zu retten, dann sollten Sie versuchen, die Wahl des Ersatzplatzes, den der Arbeitgeber von Gesetzes wegen Arbeitnehmern nach der Elternzeit bereitstellen muss, Ihren persönlichen Vorstellungen entsprechend zu beeinflussen. Sprechen Sie mit den Verantwortlichen, um beizeiten eine passende Lösung zu finden.

Rechtzeitig vorsorgen

Wenn Sie einen möglichst unkomplizierten Wiedereinstieg ins Berufsleben wünschen, dann sollten Sie sich schon frühzeitig darum kümmern.

Je früher Sie die Weichen stellen, desto besser gelingt der Einstieg.

Beispielsweise sollten sich werdende Mütter schon während der Schwangerschaft Gedanken darüber machen, ob und in welchem Umfang sie nach der Babypause weitermachen möchten.

Es ist wichtig, den Arbeitgeber rechtzeitig über die beruflichen Pläne zu informieren, damit dieser die betreffende Stelle zum gewünschten Zeitpunkt frei hält. Aber auch, um dem Arbeitgeber genügend Zeit zu geben, um rechtzeitig für einen qualifizierten Ersatz zu sorgen und ihn nicht in Zeitbedrängnis zu bringen.

Fazit: Je früher die Herausforderungen und alle involvierten Personen in die Planung einbezogen werden, desto größer die Chance, dass der Wiedereinstieg reibungslos gelingt.


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