Zeitblüten: Die kleinen Veränderungen / Eine meiner besten Entscheidungen

Eingesendete Zeitblüten:

Die kleinen Veränderungen

Ich bin 20 Jahre alt und arbeite zurzeit auf freiwilliger Basis in England.

Meine persönliche Zeitblüte ist die Arbeit mit einem geistig beeinträchtigten Menschen. Er verwechselt manchmal die Bedeutung von Ja und Nein und kann kaum Wörter aussprechen.

Aber ab und zu hat er “klare” Augenblicke, die mich glücklich machen. Und ich freue mich über jeden kleinen Fortschritt. Daran merke ich, wie wichtig auch die kleinen Veränderungen/Fortschritte sind. Auch wenn es nur ein neues Wort ist.

Franziska

Eine meiner besten Entscheidungen

Meine Zeitblüte hat sich verändert:

Als ich noch Single war, hatte ich wirklich meine Auszeit, sobald ich mich abends oder morgens aufs Fahrrad gesetzt und dann die Zeit mit mir und meinen Gedanken genossen habe.

Seit ich in einer festen Beziehung lebe, sind meine Zeitblüten die Zeiten mit meinen Hunden frühmorgens im Wald, am liebsten mit meinem Mann, aber auch gerne alleine.

Ich genieße einfach die Ruhe und das Zusammensein mit dem Menschen oder mit den Tieren, die mir ganz besonders am Herzen liegen.

Damit ich diese Zeitblüte regelmäßig genießen kann, habe ich mir zum 40. Geburtstag die Kürzung meines Arbeitsvertrages von 100 % auf 80 % geschenkt. Eine meiner besten Entscheidungen, die nicht mit dem fehlenden 20 % Gehalt aufzuwiegen ist.

Stephanie

Gemeinsamkeiten in der Familie

Ich habe von meiner Nachbarin drei Kilo Zwetschgen geschenkt bekommen und mir die Zeit genommen, mal wieder einen Kuchen selbst zu backen.

Der Duft, der dann durchs Haus zog, hat in mir Erinnerungen geweckt: an meine Kindheit, an die Sommerferien bei der Großmutter, an geklaute Zwetschgen und Bauchweh.

Aber es kamen auch Gedanken an die eigenen Kinder, an Familiengeburtstage, die schnell vergehende Zeit, das Großwerden der Kinder, das Loslassen-Müssen und das Abschiednehmen.

Wie wertvoll wird dann plötzlich ein gemeinsames Kaffeetrinken und Kuchenessen mit der ganzen Familie.

A. E.



Kommentare

  • Sanne

    Ich kann Stephanie so gut verstehen. Seit Mai arbeite ich nur noch vier Tage die Woche. Da ich Pendlerin bin, dauert mein Arbeitstag quasi 12 Stunden.

    Ich mag meinen Job, aber er erfüllt mich nicht so sehr wie die Dinge, die ich außerhalb mache, nämlich Kulturarbeit.

    Die tollste Entdeckung war: Nicht nur ist die Arbeitswoche schon nach vier Tagen vorbei, nein, das Wochenende erstreckt sich über drei ganze Tage! Ein Mehr an Zeit, das ich nach eigenem Belieben gestalten darf.

    Ich weiß gar nicht, welche Entscheidung die beste meines Lebens war: Aufs Land zu ziehen oder meine Arbeitszeit zu kürzen. Das dürfte sich die Waage halten, was mein persönliches Glücksgefühl angeht. Und in meinem Job bin ich besser als zuvor.

    Sanne antworten

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