Über Zeitblüten nachdenken …

Eine Zeitblüten-Einsendung von Christine Hass:

Über Zeitblüten nachdenken …

Wenn ich „Zeit“ mit „Alltag“ gleichsetze, erlange ich eine konkrete Perspektive bezüglich dessen, was als Blüte meiner Zeit gelten könnte: ein Weg, auf dem ich ewig gehe, ohne jemals anzuhalten, noch nach menschlichem Ermessen zu ermüden.

Ist jedoch der so beschriebene unter Naturschutz stehende Blütenbaum, der in unserem Stadtpark wächst, in erster Linie – und dies allein im Hinblick auf den natürlichen Mechanismus seines Blütentreibens – von der Anwesenheit oder von der Abwesenheit der Zeit geprägt?

Diese Frage, die ja eng mit dem Stressmanagement verknüpft ist, legt meine psychologische Ausgangsposition als Time Managerin aufgrund Selbstanalyse und dank einer sehr weitreichenden und zeitaufwendigen Ausgangsfamilienanalyse fest und bestimmt mein weiteres wissenschaftliches Vorgehen – zunächst natürlich in Bezug auf mich selbst, und danach in Bezug auf meinen ersten und einzigen Schüler, der mir in berufsethischer Hinsicht absolut gleicht; und für den ich mich daher in seiner zeitbedingten Abwesenheit als Mitarbeiter entschied. (Er ist für mich eine „menschliche Zeitblüte“ im Sinne Ihrer Definition und verdient daher diese meine Lieblingsfarbe.)

Sodann untersuche ich, en connaissance de cause, unter dem zeitpolitischen Mikroskop:

Welcher Art sind die Blüten, die im Mutterboden der Abwesenheit von Zeit erstehen – gegenüber der Beschaffenheit derer, die im Vaterboden der Anwesenheit von Zeit getrieben werden; und fügen sie sich in die sie umgebende Flora auch in jeder Hinsicht ein?

Denn sollte Letzteres nicht der Fall sein, so dürften hier gar keine Blüten entstehen.

Und erst dann entscheide ich über die konkrete Vorgehensweise in der Zeit, mit der Zeit, im Hinblick auf die Zeit und zugunsten derselben. Denn es handelt sich hier um eine PALASTANGELEGENHEIT.

Las cosas de palacio van despacio.

(Spanischer Volksmund: Palastangelegenheiten werden langsam abgewickelt.)

 

Christine Hass

 



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