Eine telefonische Bewerbung – etwas für Sie?

Eine telefonische Bewerbung kann gegenüber einer schriftlichen einige Vorteile aufweisen. Sie sollte allerdings mit Bedacht gewählt werden. Einfach ein x-beliebiges Unternehmen anrufen und seine Leistungen anpreisen, kann auch nach hinten losgehen.

Auch ist diese Art der Bewerbung nicht für jeden empfehlenswert.

Für wen sich eine telefonische Bewerbung anbietet

Wenn Sie es gewohnt sind, zu telefonieren, eine freundliche und sichere Telefonstimme haben, dann sollten Sie die Chance mit einer telefonischen Bewerbung nutzen.

Nehmen wir an, mir gehört ein Unternehmen und Sie rufen mich an, um nach einer freien Stelle zu fragen. Sie machen alles richtig: Sie sind gut vorbereitet, antworten auf meine Fragen kompetent und höflich und haben dazu noch eine freundliche Stimme.

Dann haben Sie bei mir bereits einen Stein im Brett. Denn eine solche Bewerbung am Telefon vermittelt mir, dass Sie selbstbewusst sind und die Initiative ergreifen – lobenswerte Eigenschaften.

Des Weiteren habe ich durch Ihre Antworten einen Eindruck von Ihrer Kompetenz erhalten, zudem waren Sie freundlich und höflich. Auch wenn es zurzeit in meinem Unternehmen keine freie Stelle gibt, so würde ich Sie mir sicher auf die Merkliste setzen oder vielleicht sogar an einen bekannten Unternehmen weiterempfehlen.

Sollte ich zu einem späteren Zeitpunkt neue Mitarbeiter einstellen, habe ich Sie sicher noch im Hinterkopf und Sie dadurch einen großen Vorsprung gegenüber anderen Bewerbern.

Sie sehen also, eine telefonische Bewerbung kann durchaus sinnvoll sein.

Wen kontaktieren?

Zuerst muss Ihnen klar sein, welche Art von Tätigkeit Sie in Zukunft ausüben möchten. Dann geht’s an die Recherche. Das Internet macht es heute einfach. Nehmen Sie sich Zeit und suchen Sie nach Unternehmen, denen Ihre Fähigkeiten von Nutzen sind.

Dann recherchieren Sie den richtigen Ansprechpartner. Das ist wichtig!

Wenn Sie dann eine Liste mit potenziellen Arbeitgebern und den entsprechenden Ansprechpartnern haben, ist der nächste Schritt dran.

Wie geht’s weiter?

Das Um und Auf bei der telefonischen Bewerbung ist die Vorbereitung. Wer einfach drauflos telefoniert, hat in der Regel seine möglichen Chancen bereits im Voraus verspielt.

Am besten Sie erstellen einen Gesprächsleitfaden – also ein roter Faden, eine Orientierung für Ihr Gespräch. Damit ist gewährleistet, dass Sie nicht so leicht “den Faden verlieren”.

Folgend einige Punkte zum Aufbau Ihres Gesprächsleitfadens:

  • Was wissen Sie vom Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben? Denn je mehr Sie über das Unternehmen vorab in Erfahrung bringen, desto besser sind Sie auf das Gespräch vorbereitet und vermitteln damit beim Gesprächspartner wirkliches Interesse.
  • Wen genau wollen Sie sprechen?
  • Was genau wollen Sie erreichen?
  • Wie beginnen Sie das Gespräch?
  • Wie stellen Sie sich vor?
  • Welche Fragen wollen Sie stellen?
  • Welchen Nutzen können Sie der Firma bieten?
  • Wieso sollte sich das Unternehmen für Sie entscheiden?
  • Welche Fragen könnten Ihnen gestellt werden?

Notieren Sie die Antworten auf diese Fragen. Machen Sie eine Liste, wie das Bewerbungsgespräch ablaufen könnte.

Üben Sie! Am besten mit einer anderen Person. Damit bekommen Sie Sicherheit und idealerweise auch Feedback.

Tipps für die telefonische Bewerbung

Abschließend noch einige Tipps für die Bewerbung am Telefon:

  • Gesprächsleitfaden
    Ihren Gesprächsleitfaden sollten Sie gut sichtbar vor sich haben. Damit verlieren Sie nicht so schnell die Orientierung.
  • Wichtige Daten
    Auch die wichtigsten Daten sollten Sie sich notiert haben. Telefonnummer, Informationen zu Ihrer Ausbildung, Praktikum etc. Schnell vergisst man in der Aufregung relevante Details oder kommt ins Stocken, wenn man sie nicht ad hoc aus dem Gedächtnis abrufen kann.
  • Notizblock und einen Stift bereithalten
    Notieren Sie während des Gesprächs möglichst viel. Auch wenn der erste Eindruck noch so positiv war, den Sie mit Ihrer Initiativbewerbung hinterlassen haben, können Sie diesen durch einen erneuten Anruf schmälern. Beispielsweise, weil Sie den Termin für das Vorstellungsgespräch vergessen haben.
  • Stellen Sie sich gleich mit Namen vor und nennen Sie den Grund Ihres Anrufes.
    Also nicht lange um den heißen Brei reden. Idealerweise sollten Sie freundlich, höflich, kompetent und selbstbewusst konkrete Fragen stellen und Antworten geben.
  • Anrufzeit beachten
    Achten Sie darauf, Ihr Bewerbungstelefonat nicht in hektischen Zeiten durchzuführen. Diese hektischen Zeiten sind in einem Unternehmen in der Regel von etwa 10 bis 15 Uhr.
  • Sorgen Sie für eine störungsfreie Verbindung
    Das gilt insbesondere bei einem Anruf per Handy. Ein schlechter Empfang bei einem Bewerbungsgespräch ist nicht nur Sie, sondern vor allem für den Angerufenen ärgerlich. Ebenso sollten Sie nicht unbedingt im Freien oder an einem anderen Ort mit störenden Hintergrundgeräuschen telefonieren.
  • Lächeln Sie
    In Telefonseminaren wird immer wieder hervorgehoben, wie wichtig es ist, dass man während eines Telefonats lächelt. Denn damit wirkt die Stimme wesentlich freundlicher.
  • Spätere Nachfrage erlaubt?
    Fragen Sie abschließend, ob Sie sich zu einem späteren Zeitpunkt nochmals melden dürfen, sollte derzeit keine Stelle frei sein.
  • Danke
    Bedanken Sie sich für das Gespräch. Höflichkeit öffnet häufig Türen, die sich sonst schwer öffnen lassen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit einer telefonischen Bewerbung sammeln können, sei es als Bewerber oder als Unternehmer?

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