Stress abbauen mit dem MIAMI-Prinzip

Unlängst erhielt ich eine E-Mail von Dr. Viktor Weinrauch (Kardiologe, Internist und auch in der Stressforschung tätig). Und weil sein darin vorgestelltes MIAMI-Prinzip meiner Meinung nach eine interessante und wertvolle Betrachtungsweise bietet, stelle ich es Ihnen mit seinem Einverständnis hier vor.

Seine E-Mail:

Sehr geehrter Herr Heidenberger,

ich habe schon einige wirklich wertvolle Tipps für mich persönlich auf Ihrer Website entdeckt. Deshalb möchte auch ich Ihnen und unserer Internetfamilie mein selbsterfundenes MIAMI-Prinzip näherbringen, welches mir und vielen meiner Patienten geholfen hat, sich vom selbst auferlegten Stress zu distanzieren:

Das Seaquarium mit seinen Delfin- und Orcashows zählt zu den Touristenattraktionen von Miami. Viele glauben, immer in der ersten Reihe sitzen zu müssen, und gehen deshalb öfter voll angespritzt und durchnässt nach Hause.

Manche stellen jedoch fest, dass die zweite oder dritte Reihe um nichts schlechter ist, sondern oft viel besser! Denn die Eintrittskarte ist günstiger, man sieht oft wesentlich besser als in der ersten Reihe, auf jeden Fall hat man mehr Überblick und am wichtigsten: Man geht trocken nach Hause.

Auch im Leben ist es nicht viel anders:

Viele Menschen wollen (meist erziehungsbedingt) immer in der ersten Reihe stehen. Dabei geht es ihnen wesentlich besser und sie fühlen sich wohler, wenn sie sich auch gelegentlich in einer hinteren Reihe zurücklehnen dürfen (und sollen!).

Ein Lebensmotto von mir lautet: „Wenn man auch noch so gut ist, kann man immer noch besser werden.“

Dieses Motto und das MIAMI-Prinzip schließen einander überhaupt nicht aus.

Ihnen und den Lesern viel Freude und Genuss am Leben

Ihr Viktor Weinrauch

Daraus nehme ich für mich mit:

Wir müssen nicht immer und überall vorne dabei sein. Wenn wir hin und wieder ganz bewusst in einer „hinteren Reihe Platz nehmen“, reduziert sich dadurch unser oft selbst auferlegter Leistungsdruck und die Stressbelastung nimmt ab.

Zum Weiterlesen: 



Kommentare

  • Genau so ist es!

    Ich sehe immer wieder, wie Menschen sich unter Druck setzen – und nicht einmal wahrnehmen, warum sie dies tun.

    Du kannst das nicht, das lernst du nie – solche Sätze aus unserer Kindheit prägen uns schon sehr mit, natürlich auch unsere Gesellschaft.

    Ist es nicht so, dass heute nur Menschen mit einem erhöhten “Ellenbogengefühl” rücksichtslos durch die Welt gehen – schauen wir uns doch unsere Wirtschaft und unser Umfeld an? Ist es auch nicht so, dass heute Worte wie “Bitte, danke, entschuldige bitte” nicht mehr zu unserem Wortschatz gehören?

    Seit einigen Wochen provoziere ich mit diesen 3 Begriffen mein Umfeld, und bin sehr erstaunt, dass diese Sätze fast überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden.

    Wir müssen nicht alle in der ersten Reihe sitzen! Lernen wir wieder Vortritt geben – der eine wird nass, der andere bleibt trocken … Geben wir anderen Respekt, werden wir wieder etwas menschlicher in dieser scheinbar unmenschlichen Zeit. Wir gestalten uns diese nämlich selbst!

    Heide Decurtins antworten
  • Ich bin vom MIAMI-Prinzip von Herrn Dr. Weinrauch beeindruckt.

    Diese Regel zu beachten, wird jedem von uns gut tun.

    Meine Anregung an Herrn Dr. Weinrauch ist, seinem Lebensmotto durch eine kleine sprachliche Änderung noch mehr Stärke zu verleihen:

    Anstatt „Wenn man auch noch so gut ist, kann man immer noch besser werden” biete ich an: “Wenn ich auch noch so gut bin, kann ich immer noch besser werden”.

    Ich wünsche Herrn Dr. Weinrauch und allen Interessierten viel Erfolg damit und sende

    freundliche Grüße

    Carola Daschner

    Carola Daschner antworten

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