Welcher Schreibtisch-Typ sind Sie?

Der Schreibtisch kann so einiges über den Besitzer aussagen – mit Betonung auf kann. Ein Mensch, der in seinem Leben großen Wert auf Ordnung und Struktur legt, wird auch auf seinem Schreibtisch darauf achten. Einer, der das Leben von der lockeren und lustigen Seite nimmt, nimmt es mit der Schreibtischordnung auch eher locker. Oder?

Der renommierte Psychologe Cary Cooper hat im Zuge einer Studie Schreibtische in hunderten von Büros untersucht und daraus fünf Typen abgeleitet – sogenannte Schreibtisch-Typen. Und wie es sich für einen Psychologen gehört, hat auch Cary Cooper die verschiedenen Typen analysiert.

Vielleicht erkennen Sie sich in einem wieder? Mir sind in meiner „Bürolaufbahn“ alle schon mal begegnet. Gut, und hier sind sie:

Der Ordnungsfanatiker

Wie der Name schon vermuten lässt, herrscht auf seinem Schreibtisch fast schon pedantische Ordnung. Alles hat seinen Platz. Zu diesem Schreibtisch-Typ fällt mir immer Monk ein – der neurotische Privatdetektiv aus einer Krimiserie. Wehe, etwas hat nicht seinen Platz, seine Ordnung.

Cooper weist dem Ordnungsfanatiker folgende Merkmale zu:

  • Er arbeitet strukturiert und effizient.
  • Zu Terminen erscheint er stets pünktlich.
  • Er ist unflexibel und tut sich schwer mit Multitasking.
  • Als Freund ist er zuverlässig und ehrlich.
  • Er zeigt selten Emotionen.
  • Er hat ein ausgefülltes Privatleben.
  • Er pflegt viele Hobbys.
  • Zu seinen Leidenschaften zählt häufig das Reisen.
  • Er hat in der Regel zahlreiche Freunde.

Der Schreibtisch des Ordnungsfanatikers

  • Der Schreibtisch ist stets aufgeräumt.
  • Alles hat seinen Platz.

Der Familienmensch

Dem Familienmenschen ist die Familie heilig. Arbeit und Familie bringt er in der Regel gut unter einen Hut.

  • Er wird von den Arbeitskollegen geschätzt.
  • Er trägt viel zu einem guten Betriebsklima bei.
  • Seine Leistung wird als „ordentlich und brav“ eingestuft.
  • Sein Arbeitseifer lässt manchmal zu wünschen übrig.
  • Er ist nicht sonderlich karriereorientiert.
  • Er legt großen Wert auf geregelte Arbeitszeiten.
  • Er macht pünktlich Schluss, um zeitig bei der Familie zu sein.
  • Loyalität ist ihm sowohl in der Arbeit als auch im Privatleben wichtig.

Der Schreibtisch des Familienmenschen

  • Meistens übersichtlich und aufgeräumt.
  • Fotos von Familienmitgliedern zieren seinen Schreibtisch. Damit will er auch vermitteln „Ich bin schon vergeben“.
  • Er pflegt eine ordentliche Ablage.

Der Spaßvogel

Seine Heiterkeit ist ansteckend und er ist immer zu einem Späßchen aufgelegt. Er ist im Büro der Clown.

  • Er unterhält und will unterhalten werden.
  • Im Privatleben „verschlingt“ er Zeitschriften, Videos, CDs etc.
  • Seine Effizienz könnte besser sein, wird aber oft auch durch seine Art „verschleiert“.
  • Seine Einstellung: Man darf die Arbeit nicht so ernst nehmen.
  • Er erledigt seine Aufgaben, aber nicht mehr.
  • Das andere Geschlecht mag zwar seine witzige Art, aber für eine ernsthafte Beziehung wirkt diese oft „abschreckend“.

Sein Schreibtisch

  • Witziges findet sich auch auf seinem Schreibtisch: lustige Kaffeetassen, der ein oder andere Scherzartikel, lustige Bilder etc.
  • Er bevorzugt Büroutensilien in knalligen Farben.

Der designverliebte Leiter

Der Leiter zeichnet sich durch Führungsstärke aus und man findet ihn deshalb häufig als Vorgesetzten. Sein Büro ist repräsentativ und elegant ausgestattet mit einem Hang zum besonderen Design. Sogar der Monitor und das Handy müssen dazu passen.

  • Er kann sich gut organisieren und gut strategisch denken.
  • Er delegiert gerne und viel.
  • Er legt großen Wert auf Stil und ein gepflegtes Äußeres.
  • Er ist in der Regel extrovertiert, sehr kommunikativ.
  • In seinen Gefühlen ist er oft „oberflächlich“.

Sein Schreibtisch

  • Aufgeräumt und ordentlich.
  • Elegantes und edles Accessoire.

Das chaotische Genie

In seinem Umfeld herrscht Chaos. Keine Spur von Ordnung. Er ist ständig dabei, Brandherde zu löschen, und ist mit allem hinten nach.

  • Die Zusammenarbeit mit ihm gestaltet sich äußerst schwierig.
  • Er gilt als unzuverlässig.
  • Er ist ständig unter Druck, auch deshalb, weil er nicht Nein sagen kann.
  • In Multitasking ist er hingegen stark.
  • Auch in seinem Privatleben regiert häufig das Chaos. Das Spontane reizt ihn.
  • Die Arbeit ist bei ihm der Lebensmittelpunkt. Deshalb vernachlässigt er häufig soziale Kontakte.

Sein Schreibtisch

  • Papierstapel
  • Kurz: das pure Chaos

Das sind also die fünf Schreibtisch-Typen nach Cooper. Natürlich gibt es verschiedene „Mischtypen“ und meist findet man die Typen auch in abgeschwächter Form.

Werfen Sie morgen mal einen genaueren Blick auf die Schreibtische Ihrer Kollegen. Treffen in diesem Zusammenhang die aufgestellten Persönlichkeitsmerkmale nach Cooper auch auf Ihre Kollegen zu?

Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • Ruske, Marlies

    Ich gehöre zu den Mischtypen, arbeite aber jetzt konsequent an mir und meinem Schreibtisch.

    Ruske, Marlies antworten
  • Mein (unser) “Schreitisch” ohne b :D, ich bin dann wohl eher ein(e) Spaßvodel(ine)?
    Der Schreibtisch wird von mehreren Personen genutzt und ist aufgeräumt, platzsparend mit Netbook und Flachbildschirm ausgestattet. Es gibt Utensilien aller Art, nicht bunt, und einen Rosenquarzstein wegen der gefährlichen Strahlung ^^, aber auch eine Kollektion von sehr lustigen Marzipanfiguren, die von einem Katzenhund aus einem Ü-Ei unterhalten werden. Diese wird auch ständig von Mitarbeitern erweitert, so macht der ganze Bürokram auch manchmal etwas Spaß.

    Danke für die Seiten hier, ich les die Zeitblüten immer wieder gern … nur zu selten komme ich dazu etwas zu kommentieren

    Hex Hex antworten
  • Silke

    Hallo Herr Heidenberger!

    In den meisten Kursen lernt man, den Schreibtisch so wenig aussagekräftig wie möglich zu halten. Ich bin noch am Überlegen, wie ich das nach dem Umzug handhabe, um so wenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten.

    Andererseits bieten solche Akzente eben auch die Möglichkeit für Smalltalk. Da ich keinen Parteiverkehr habe, dürfte es dann doch eigentlich egal sein, oder? Mich würde sehr Ihre Meinung interessieren. Gruss Sixt

    Silke antworten
  • Hallo Silke!

    Meiner Meinung nach sollte man weniger darauf achten, was der eigene Schreibtisch “nach außen” signalisieren/vermitteln kann. Primär geht es darum, dass Sie sich an Ihrem Schreibtisch wohlfühlen und dort gut arbeiten können. Nur das zählt.

    Burkhard Heidenberger antworten

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