Mein Riech-Tag

Kürzlich sah ich den Film „Das Parfum“ – hat mir gut gefallen. Vielleicht kennen Sie ihn oder haben den Roman von Patrick Süskind gelesen, auf dem der Film basiert.

Die Romanfigur Jean-Baptiste Grenouille hat einen ausgeprägten Geruchssinn und ist wild entschlossen, das beste Parfum der Welt zu kreieren, was ihm letztendlich auch gelingt. Aber ich möchte hier nicht weiter auf den Roman eingehen.

Mir wurde mit dem Film bewusst, dass unser Geruchsinn und die Fähigkeit zu riechen, schon etwas sehr Faszinierendes sind. Aber ich glaube auch, dass wir diesen Geruchsinn mit dem Alter vernachlässigen, also weniger nutzen, je älter wir werden. Oder vielleicht ist das nur bei mir der Fall?

Als Beispiel unser kleiner Sohn: Er nimmt mit seiner Nase Gerüche und Düfte wahr, die wir Eltern erst wesentlich später oder gar nicht riechen, obwohl wir uns im gleichen Raum befinden. Wahrscheinlich ist bei Kindern der Geruchsinn überhaupt ausgeprägter.

Riechen gehört auch zum Genießen. Oder können Sie sich ein wunderbares Essen vorstellen, ohne dessen Wohlgeruch wahrzunehmen?

Mein Riech-Tag

Nun, ich bin überzeugt, dass man den Geruchssinn schulen kann. So wie ein Sommelier seinen Geschmacksinn schult, um Aromastoffe herauszufiltern und den Wein zu klassifizieren und zu beurteilen, so muss ich doch auch meine Nase schulen können, um Gerüche und Düfte intensiver wahrzunehmen.

Denn wenn bestimmte Sinnesorgane in ihrer Funktion eingeschränkt werden – beispielsweise durch einen Unfall –, bilden sich die anderen Sinne umso stärker aus.

Gut, nun habe ich mal einen Versuch gestartet. Ich habe einen Tag lang ganz bewusst auf alle Gerüche und Düfte geachtet, die meine Nase gestreift haben. Durch dieses bewusste Riechen ist mir erst aufgefallen, wie viele solcher Gerüche einem täglich „begegnen“. Das war schon sehr interessant und aufschlussreich für mich. Und viele waren dabei, die ich eigentlich täglich wahrnehme, aber eben nicht mehr bewusst.

Um dieses Bewusstmachen noch zu intensivieren, habe ich die verschiedenen Gerüche gezählt. Und wissen Sie, auf wie viele ich gekommen bin? 47!

Auf wie viele unterschiedliche Gerüche kommen Sie?

Zum Weiterlesen:



Kommentare

  • kikiwas

    Lieber Burkhard Heidenberger,

    erstmal “VIELEN DANK” für Ihre immer wieder guten Anregungen um den ganz “normalen Alltag”zu erleichtern (hilft besser als alle Medikamente, die es dafür gibt – nicht zu verwechseln mit der Medikation für “echte”Erkrankungen).

    Nun zum heutigen Thema “riechen”. Wie ich Ihre Zeilen gelesen habe, wurde mir klar, dass ich ein Riech-Aholic bin. Mein verantwortliches Areal im Gehirn ist außerordentlich ausgeprägt – bedeutet z. B. wenn im Auto ein LKW noch meilenweit entfernt ist, riech ich ihn schon und mein Mann sagt “du spinnst”-wenig später überholt er uns (die haben’s ja meistens eilig) und mein Mann ist verwundert. Mittlerweile sagt er aber nicht’s mehr und wartet ab.

    Mir wird von vielen Gerüchen, aber auch sehr oft, speiübel, wovon ich natürlich, logischerweise, nicht immer begeistert bin. Ich werde dieses Jahr 55 und kenne mich nicht anders. Das ist übrigens mit dem Hören und den anderen Sinnen auch so. Heißt es doch, im Alter lässt das nach – bei mir nicht???

    Für gute Gerüche sorge ich in Form von z. B. Lieblingsparfum oder anderen Lieblingsdüften – egal welcher Art – für den positiven Ausgleich. Lasse dann meiner Phantasie freien Lauf!

    Mit herzlichen Grüssen und herzlichem Dank

    Karin Scharl

    kikiwas antworten
    • Liebe Frau Scharl,

      ich glaube auch, dass es so etwas wie ein “Riechtalent” gibt – also Menschen, bei denen der Geruchssinn besonders stark ausgeprägt ist. Sie scheinen zu diesen Menschen zu gehören.

      Burkhard Heidenberger antworten

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