Neuer Job, aber auch eine gute Wahl?

Ein Bekannter von mir hat kürzlich einen neuen Job angenommen. Die Stellenbeschreibung hörte sich interessant an. Neuer Job, neue Perspektiven, war sein Motto.

Das vorangegangene Bewerbungsgespräch lief entsprechend positiv, die vom Geschäftsführer geschilderten Aussichten und die Aufgabenbeschreibung schienen sehr vielversprechend.

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Willkommen im neuen Job! Oder doch nicht?

Und dann die Enttäuschung …

Schon nach wenigen Tagen hat er den Job wieder gekündigt. Der Grund lag im Ablauf der ersten Tage im neuen Job:

  • Am ersten Tag wurde er vom Geschäftsführer persönlich zu seinen Arbeitsplatz geführt. Er erhielt eine Blitzeinweisung von 30 Minuten, seinen Arbeits-PC sollte er am nächsten Tag bekommen.
  • Die Kollegen zeigten sich überrascht über den neuen Mitarbeiter, weil sie offensichtlich über eine Neueinstellung nicht informiert waren.
  • Der erste Tag verlief etwas mühsam. Nachdem sich mein Bekannter bei seinen Kollegen vorgestellt hatte, machte er sich an die vom Vorgesetzten delegierten Aufgaben. Nach etwa drei Stunden hatte er diese erledigt.
  • Dann war der Vorgesetzte nicht mehr erreichbar, weil in wichtigen Besprechungen. So suchte er sich selbst Arbeit und machte sich mit dem Umfeld vertraut.
  • Der nächste Tag war nicht besser. Es lag ein Ordner auf seinem Schreibtisch mit einem Vermerk, dass dieser durchzuarbeiten sei. Was genau mit „durcharbeiten“ gemeint war, ging aus der Notiz nicht hervor. Aber auch der zweite Arbeitstag im neuen Job ging irgendwie vorbei.
  • Als am dritten Tag immer noch kein PC an seinem Arbeitsplatz war und sich auch niemand dafür zuständig fühlte – der Vorgesetzte war erneut nicht erreichbar –, war’s das mit dem neuen Job. Seine anfängliche Freude und Motivation waren verpufft. Er hat gekündigt.
  • Glücklicherweise hat er sich vom vorherigen Arbeitgeber im Guten getrennt. Dieser war froh, dass er wieder zurückkam. Und das nun zu besseren Konditionen, die ihm der Arbeitgeber bereits vor Austritt aus dem Unternehmen für das Bleiben angeboten hatte.

War der Jobwechsel eine gute Wahl? 14 Anzeichen

Die Stellenbeschreibung, das Bewerbungsgesprächs und weitere eingeholte Informationen über den potenziellen Arbeitgeber lassen zwar ein Bild vom neuen Job bzw. der Arbeitsstelle machen, aber ein selbst gemachtes bzw. ein vermitteltes Bild können eben auch täuschen.

Nehmen wir an, Sie haben vor wenigen Tagen eine neue Stelle angetreten. Woraus können Sie nun schließen, dass Ihr Jobwechsel eine gute Entscheidung war? Hier ein paar Punkte ohne Anspruch auf Vollständigkeit, wobei stets mehrere zutreffen sollten:

  1. Sie werden herzlich willkommen geheißen.
  2. Sie werden den Kollegen und Vorgesetzten vorgestellt.
  3. Die Kollegen machen einen sympathischen Eindruck.
  4. Sie bekommen eine ausführliche Einweisung (interne Regelungen, Kommunikationswege, Unternehmensstruktur etc.).
  5. Sie wissen, an wen Sie sich bei Fragen und Unklarheiten wenden können.
  6. Ihr Arbeitsplatz ist gut ausgestattet.
  7. Sie wissen, was von Ihnen konkret verlangt wird.
  8. Sie wissen, was Sie bis wann erledigen müssen.
  9. Sie fühlen sich nicht auf sich allein gestellt.
  10. Ihre Aufgabenstellungen sind interessant und herausfordernd.
  11. Sie sehen persönliche Entwicklungsmöglichkeiten.
  12. Sie sind mit dem aktuellen Gehalt zufrieden.
  13. Die Arbeitszeiten entsprechen Ihren Wünschen.
  14. „Alles ist besser als im alten Job.“

Wie sich das Arbeitsumfeld im neuen Unternehmen „entwickelt“, ist auch von der eigenen Person abhängig. Es heißt ja so schön:

Wie man in den Wald hineinruft, kommt es zurück.

Ein mürrischer und unfreundlicher Kollege wird sich auch keine Freundlichkeiten und Hilfsbereitschaft von anderen erwarten können. Und schon gar nicht als neuer Mitarbeiter. Hier muss man sich erst mal bewähren.

Welche Punkte sind für Sie noch ausschlaggebend, um der Überzeugung zu sein, dass Sie mit dem neuen Job eine gute Wahl getroffen haben?

Zum Weiterlesen:



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