Mehr Geduld ist gefragt!

Schon der englische Dramatiker William Somerset Maugham (1874-1965) kam zu der Erkenntnis:

Der Mensch hat das Warten verlernt, darin liegt das Grundübel unserer Zeit.

Und daran hat sich wohl auch in der heutigen Zeit nichts geändert – im Gegenteil. Wir tun uns oft schwer mit dem Warten. Ich nehme mich da gar nicht aus.

Geduld ist eine soziale Kompetenz, die auf alle Fälle erstrebenswert ist. Warum?

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Geduld führt zu Erfolg, Ungeduld fördert Misserfolg

Vor allem im zwischenmenschlichen Bereich ist Geduld eine wertvolle Tugend. Denn geduldige Menschen weisen in der Regel weniger Konfliktpotenzial auf. Sie werden von ihrem persönlichen Umfeld eher geschätzt und erreichen allein dadurch oft mehr als ungeduldige Menschen.

Warum werden wir immer ungeduldiger?

Meiner Meinung nach liegt es insbesondere auch an der rasanten Entwicklung neuer Technologien. Internetzugang und Handy gehören heute für die meisten zur „Standardausstattung“. Niemand will mehr warten.

Wir sind es einfach nicht mehr gewohnt, länger zu warten.

Auch deshalb, weil in unserer Gesellschaft die Technologien und die Infrastrukturen vorhanden sind, um alles innerhalb kürzester Zeit bereitzustellen. Beispielsweise kann ich heute eine Information online sekundenschnell und weltweit zur Verfügung stellen. Wir sind mobil und viele von uns sind auch jederzeit erreichbar.

Allein diese Möglichkeiten – bedingt durch die heutigen Infrastrukturen und technologischen Entwicklungen – und die daraus resultierende Erwartungshaltung sind Gründe, warum die Menschen in der „modernen Welt“ ungeduldiger sind, als sie es beispielsweise noch vor dreißig Jahren waren.

Der zunehmende Leistungs- und Zeitdruck trägt sicher auch zur Ungeduld bei.

Ungeduld bringt Nachteile

Um nur einige zu nennen:

  • Wie bereits eingangs erwähnt, kann sich Ungeduld negativ auf zwischenmenschliche Beziehungen – sowohl privater als auch beruflicher Natur – auswirken.
  • Ungeduldige Menschen haben häufig auch Schwierigkeiten, Ziele zu erreichen, da sie bei Hindernissen und Problemen schneller aufgeben.
  • Des Weiteren ist Ungeduld ein fruchtbarer Nährboden für Fehler und Konflikte.
  • Und letztendlich kann „chronische“ Ungeduld auch die Gesundheit beeinträchtigen. Denn ungeduldige Personen sind oftmals Ärger und Stress ausgesetzt und setzen sich auch selbst unter Druck. Diese permanente Anspannung zehrt an der körperlichen und psychischen Verfassung.

Aber nicht nur die persönliche Gesundheit wird beeinträchtigt. Um ein Beispiel aus dem Alltag zu nennen: Im Straßenverkehr gefährden diese Menschen durch ihre Ungeduld oft andere Personen – etwa durch Hast und Raserei.

Geduld kann man lernen – 4 Schritte

Das ist zwar leichter gesagt bzw. geschrieben. Wer aber die Intention hat, zukünftig geduldiger und gelassener zu reagieren, sollte am besten so vorgehen:

1. Sich die Situationen und Folgen vor Augen führen

Es heißt nicht umsonst „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“.

Im ersten Schritt geht es also darum, sich bewusst zu machen, wann und in welchen Situationen uns die Ungeduld überkommt. Und auch, was man mit der eigenen Ungeduld sich selbst und anderen Personen bisher angetan hat.

Deshalb Papier und Stift zur Hand nehmen und alle Folgen und Situationen notieren. In weiterer Folge kommt das Hinterfragen dran. Für jede notierte Situation sollte man sich fragen, warum einem in der entsprechenden Situation der Geduldsfaden reißt. Welche Gedanken ruft die Situation hervor?

2. Denkmuster erkennen und ändern

Die Grundeinstellung basiert meist auf einem Denkmuster. Und ein solches hat sich in der Regel über Jahre eingeprägt. Nun gilt es, andere Denkansätze in Ungeduldsmomenten zu finden und zu etablieren – beispielsweise das Positive in Wartezeiten zu sehen.

3. Übung macht den Meister

Ein Denkmuster und eine Grundeinstellung lassen sich nicht von heute auf morgen ändern. Es braucht Übung und Zeit. Visualisieren kann da auch ein starker Motor sein. Sich also intensiv vorstellen, wie man in Zukunft auf typische Ungeduldssituationen mit Gelassenheit reagiert.

Dann auch bewusst solche Situationen suchen, um Geduld zu üben, sich selbst herausfordern. Auch Tätigkeiten bewusst langsam ausführen kann beim Üben helfen.

4. Das Entspannen üben

Für besonders ungeduldige, hektische Menschen können regelmäßig durchgeführte Entspannungsübungen wie Balsam auf der „dünnen Haut“ sein. Hier gilt es, eine effektive Entspannungsmethode zu finden, die am besten auch noch Spaß macht.

Alles, was zu besitzen sich lohnt, lohnt auch, dass man darauf wartet

Das ist ein Zitat von Marilyn Monroe, das mir sehr gefällt:

Alles, was zu besitzen sich lohnt, lohnt auch, dass man darauf wartet

Wenn ich das nächste Mal in eine Situation komme, die meine Geduld fordert, werde ich mir dieses Zitat in Erinnerung rufen – soweit es auf die Situation zutrifft.

Abschließend noch ein passender, nachdenkenswerter Spruch (aus China):

Zum Weiterlesen: 



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