Lebensgenuss: Als wäre es das letzte Mal

Lebensgenuss bedeutet auch, die schöne Dinge und Erlebnisse bewusst(er) wahrzunehmen und sie auch gezielt zu suchen. Oft wurde mir die Großartigkeit bzw. das Besondere eines Momentes erst viel später bewusst.

Und nicht nur einmal habe ich mir dann gedacht: Hätte ich diesen vergangenen Moment doch mehr genossen. Denn vorbei ist vorbei.

In unserer leistungsorientierten Gesellschaft kommt der Lebensgenuss manchmal zu kurz. Viele von uns sind ständig unter Zeit- und Leistungsdruck und verlernen dabei, schöne Momente bewusst herbeizuführen und zu genießen.

In diesem Zusammenhang habe ich heute zwei Übungen.

Übung 1: Schöne Momente suchen

Zahlreiche bereichernde Erlebnisse ergeben sich mehr oder weniger durch Zufall. Aber viele lassen sich auch gezielt herbeiführen. Diese „Übung“ erfüllt den Zweck des Bewusstmachens.

  • Nehmen Sie ein Blatt Papier und einen Stift zur Hand.
  • Notieren Sie dann Namen jener Menschen, mit denen Sie gerne zusammen sind, die Sie lieben: Familienmitglieder, Lebenspartner, Freunde etc.
  • In weiterer Folge notieren Sie Unternehmungen und Momente, die Ihnen Spaß und Freude bereiten. Einfach alles, was Sie glücklich macht.
  • Gut, werfen Sie nun einen Blick auf Ihre Liste. Wie können Sie Ihre aufgezeichneten Momente und Unternehmungen mit den Menschen, die Sie lieben, kombinieren?
  • Überlegen Sie nun mindestens drei Möglichkeiten, um solche „Lebensgenuss-Momente“ zu teilen. Denn ein großartiges Erlebnis geteilt mit Menschen, die wir wertschätzen, macht es zu einem noch größeren Genuss.
  • Und damit es nicht nur bei einer Notiz bleibt, vereinbaren Sie auch gleich einen Termin für die gemeinsame Unternehmung.

Übung 2: Als wäre es das letzte Mal

Versuchen Sie einen Tag lang alles so zu erleben, als wäre es das letzte Mal. Nur einen Tag lang!

Das bedeutet aber nicht, dass Sie etwas anders machen sollen als all die anderen Tage. Es geht nur um die Wahrnehmung. Beispielsweise wenn Sie am Morgen frühstücken. Genießen Sie das Frühstücksbrot, als wäre es Ihr letztes Frühstück. Der Weg zur Arbeit – als müssten Sie ihn das letzte Mal gehen.

Mit diesem Gedanken im Kopf – „als wäre es das letzte Mal“ – habe ich alltägliche Dinge anders wahrgenommen, anders gesehen. Momente erhalten einen anderen Wert. Auch wenn die Gedanken am nächsten Tag wieder „die alten sind“, tut diese Übung zwischendurch immer mal gut, um sich den Wert gewisser Dinge bewusst zu machen.

Versuchen Sie es einfach mal.



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