Die Konkurrenz-Analyse: Von der Konkurrenz lernen

Natürlich würde sich jeder Anbieter ins Fäustchen lachen, wenn er mit seinem Produkt bzw. seiner Dienstleistung alleine – also ohne Konkurrenz – auf weiter Flur wäre. Man müsste sich nicht groß um die Weiterentwicklung kümmern, man könnte mit dem Preis spielen und sich zurücklehnen.

Aber das ist wohl nur in seltenen Ausnahmen der Fall, und wenn, dann auch nur eine begrenzte Zeit. Bis also der erste Konkurrent aus dem Boden schießt. Und in der Regel sprießen weitere nach, solange der Boden genug Nährstoffe – im Sinne von Nachfrage – bietet.

Aber Konkurrenz muss nicht nur dem Kunden bzw. dem Abnehmer zugute kommen.

Konkurrenz belebt das Geschäft, zwingt einem zur Weiterentwicklung und zur Verbesserung. Der Umkehrschluss daraus: Wer sich im Umfeld seiner Marktbegleiter nicht weiter entwickelt, bleibt auf der Strecke und wird schließlich untergehen.

Deshalb ist eine in regelmäßigen Abständen durchgeführte Konkurrenz-Analyse so wichtig. Am besten schriftlich.

Das Prüfintervall

Das Intervall für die wiederholende Analyse ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Um nur einige zu nennen: Marktentwicklung, Marktpositionierung, Anzahl der Konkurrenten etc. Bei der Festlegung des Intervalls gehört etwas Fingerspitzengefühl dazu. Wichtig ist nur zu wissen, dass es mit einem Mal nicht getan ist.

Und nur die Analyse reicht nicht aus. Dieser müssen auch die entsprechenden Maßnahmen folgen.

Konkurrenz-Analyse

Ich habe folgend ein paar Fragen zur Orientierung zusammengestellt, die Sie natürlich Ihrer individuellen Situation bzw. Ihrem Unternehmen anpassen sollten.

Ein Blatt und einen Stift zur Hand, oder Ihre Fragen gleich in einem Word-Dokument reintippen, und dann in regelmäßigen Abstand schriftlich beantworten. Schriftlich deshalb, weil Sie dadurch bei der nächsten Konkurrenz-Analyse die Entwicklung besser nachvollziehen kann.

Gut, nun zu den Fragen.

Fragen für die Konkurrenz-Analyse

Als Beispiel: Nehmen wir an, ich produziere Quietschenten. :-) Dann würde ich mir folgende Fragen stellen.

Zum Produkt selbst:

  • Wer genau sind meine Marktbegleiter? Also wer bietet ebenso wie ich Quietschenten an?
  • Ich komme in ein Geschäft, in dem meine und die Konkurrenz-Quietschenten angeboten werden. Welche würde ich kaufen, wenn beide gleich viel kosten würden?
  • Und wieso genau habe ich mich für diese entschieden?
  • In welchem Bereich sind die Quietschenten der Konkurrenz besser als meine, wo schlechter?
  • Welche Maßnahmen sind erforderlich, um mein Produkt in diesem Bereich zu verbessern?
  • Wenn das Konkurrenzprodukt besser ist bzw. sich besser verkauft: Mit welchen Maßnahmen könnte ich einen potenziellen Kunden animieren, sich für meine Quietschenten zu entscheiden?
  • Welche Meinungen haben meine Kunden von der Konkurrenz? Warum finden sie sie gut oder nicht gut?

Allgemeine Fragen:

  • Welche Marketing-Kanäle nutzen meine Marktbegleiter?
  • Wie bewerte ich das Image der Konkurrenz?
  • Welche Kooperationen ist sie eingegangen?
  • Rechnet sich der Aufwand (Ressourcen wie Kapital, Zeit etc.), um dem besser gestellten Konkurrenten nachzuziehen?

Das sind nur einige Fragen für die Konkurrenz-Analyse.

Diese Fragen können Sie als Grundlage für jedes Produkt bzw. Dienstleistung heranziehen. Die Antworten darauf können sehr aufschlussreich sein und viele Aha-Effekte erzeugen.

Sie fördern das Bewusstsein für “Baustellen” und zeigen auf, wo man am besten die Weiterentwicklungs- bzw. Optimierungs-Hebel ansetzen muss. Und wenn Sie dabei noch ein positives Alleinstellungsmerkmal finden, mit dem Sie sich von der gesamten Konkurrenz abheben, haben Sie schon mal deutlich an Oberwasser gewonnen.

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