Geschäftsräume sind auch eine Visitenkarte

Ein bekannter Geschäftspartner berichtete mir, dass er Geschäftsräume im ersten Bezirk – hier in Wien – gemietet hat. Der erste Bezirk ist in dieser Hinsicht ein sehr teures Pflaster, aber macht als Standort besonders was her. Diese Geschäftsräume hat er durch gute Beziehungen relativ günstig bekommen.

Unlängst war ich für ein Meeting bei ihm. Beeindruckend! Nicht nur die noble Adresse, sondern auch die Einrichtung seiner Geschäftsräume. Ich fühlte mich beim Betreten dieser Räume sofort wohl. Und da wurde mir so richtig bewusst, dass auch die Räumlichkeiten eine wichtige Rolle zum Unternehmensbild beitragen und auch eine Art Visitenkarte darstellen. Das hat mir der Bekannte im Laufe des Gesprächs auch bestätigt.

Vertrauensvorschuss durch stimmige Geschäftsräume

Er erzählte mir, dass er schon von vielen potenziellen Kunden einen Vertrauensvorschuss erhalten hat, nur weil sich diese Personen beim Betreten seiner Geschäftsräume wohlgefühlt haben und beeindruckt waren. Mir erging es ja nicht anders. Kein bisschen protzig, sondern es wirkte alles sehr einladend, die Unternehmenswerte und auch die Erfolge werden dem Kunden dezent präsentiert.

Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle, wie das Unternehmen von Externen wahrgenommen wird. Und bei diesen Faktoren spielen eben die Räumlichkeiten auch eine wesentliche Rolle. Auch hier gilt der Grundsatz: Der erste Eindruck zählt.

Der erste Eindruck zählt

Nehmen wir an, ich betrete als potenzieller Kunde die Geschäftsräume eines Finanzberaters. Wenn die Räumlichkeiten wie beispielsweise der Empfangsraum und der Besprechungsraum vollgestopft sind mit offensichtlich teuren und protzigen Einrichtungsgegenständen, ist das nicht unbedingt vertrauenserweckend. Aber auch billige Möbel hätten hier wohl den gleichen Effekt.

Auch wenn der Finanzberater dann im Gespräch einen kompetenten und vertrauenserweckenden Eindruck hinterlässt, ist dieser Eindruck beim Betreten der Unternehmensräume schon gestört worden.

Die mit den Unternehmensräumlichkeiten transportierte Wirkung muss einfach stimmig sein. Und genau das ist das Schwierige.

Wie schafft man nun eine stimmige Firmendarstellung?

Diese Frage grenze ich im Folgenden auf die Räumlichkeiten ein. Um wieder auf den eingangs erwähnten Unternehmer zurückzukommen, der in dieser Hinsicht ein gutes Beispiel von stimmiger Präsentation darstellt, zähle ich einige für mich wesentliche Einflussfaktoren auf:

  • Das Firmenschild

    Häufig kommt es vor, dass ich Gebäude betrete, in denen die Büros mehrerer Unternehmen untergebracht sind. Und da werfe ich einen Blick auf die unterschiedlichen Firmenschilder, die ja auch einen ersten Eindruck vermitteln. Ein schmutziges, vielleicht noch offensichtlich altes, weil stark verwittertes Schild, ist nicht unbedingt vertrauensfördernd.

  • Wo muss ich hin?

    Wenn ich die Firmen-Räumlichkeiten betrete, will ich sofort wissen, wo ich hin muss – ich muss mich also orientieren können. Wenn ich nicht weiß, wie ich zum Empfang gelange, vielleicht zuerst einen Raum betreten muss, um nachzufragen, ist das schon mal störend.

  • Wie wirken die Räumlichkeiten?

    Und hier insbesondere der Empfangs-, Warte- und Besprechungsraum. Wirken sie einladend auf mich? Machen sie einen gepflegten Eindruck? Mit welchen Gegenständen wird welcher Eindruck vermittelt. Beispielsweise schaffen Pflanzen stets ein Wohlfühlambiente. Aber wenn diese Pflanzen offensichtlich vernachlässigt sind, ist der gute Eindruck verpufft. Gibt es Bilder und wenn ja, was stellen sie dar oder was sollen sie darstellen? Es sind so viele Kleinigkeiten, die einem Besucher ins Auge stechen können.

  • Welche Werte werden vermittelt?

    Jedes Unternehmen sollte gewisse Werte haben und diese können den Besuchern gezielt mitgeteilt werden. Das gilt auch für Erfolge und Stärken. Hier gehört schon eine Portion Fingerspitzengefühl dazu, um diese dezent, also nicht zu aufdringlich, zu präsentieren.

  • Ist das Gesamtbild stimmig?

    Wenn der Blick eines Besuchers auf zahlreiche Gegenstände fällt, die nichts mit dem Unternehmen zu tun haben, trägt das nicht zu einem stimmigen Gesamtbild bei.

Machen Sie diesen Test

Betreten Sie Ihre Geschäftsräume mit den Augen eines Besuchers, der das erste Mal Ihre Räumlichkeiten betritt.

Lassen Sie Ihren Blick durch die Runde schweifen. Betrachten Sie jeden Gegenstand im Raum und beantworten Sie für sich die Frage:

Was vermittelt mir dieser Gegenstand? Was kann er einer fremden Person suggerieren?

Nur durch dieses Beobachten aus der Sicht eines Erstbesuchers und durch das Feststellen der vermittelten Eindrücke kommt es in der Regel zu einigen Aha-Erlebnissen. Bei mir war es auf alle Fälle so.

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