Meine Minuspunkteliste zum Vortrag

Sicher haben Sie schon öfter an einem Vortrag teilgenommen. Vielleicht müssen Sie beruflich selber gelegentlich einen Vortrag bzw. eine Präsentation halten.

Wie sollte ein Vortrag optimal ablaufen?

Für die Vorbereitung meiner Vorträge habe ich mich gefragt, was mich als Zuhörer stören würde. So habe ich mir eine Liste mit den „Minuspunkten“ erstellt. In weiterer Folge bat ich einen Freund, meinen Vortrag per Videokamera aufzuzeichnen. Und das ist meiner Erfahrung nach eine besonderes effektive Methode, um sich der eigenen Fehler bewusst zu werden und diese auszumerzen.

Gut, ich hatte dann also die Videoaufzeichnung und meine Liste mit den Minuspunkten. Und so habe ich meinen Vortrag verbessert.

Folgende Auflistung bezieht sich aber rein auf das Auftreten, auf die Präsentation als Person und nicht auf den Inhalt.

Meine Liste mit den Minuspunkten

Der starre Blick

Starr im Sinne von stets am gleichen Gegenstand bzw. an der gleichen Person fixiert. Also der fehlende Augenkontakt zum Publikum. Das vermittelt den Zuhörern Desinteresse, oft auch Überheblichkeit.

Eintönigkeit im Sprechen

Monotones Sprechen reißt niemanden vom Hocker. Auch zu schnelles oder gar zu langsames Sprechen wirkt störend – von undeutlichem gar nicht zu reden.

Vorlesen statt Vortrag

Wenn die vortragende Person so ziemlich alles vom Manuskript runterliest, dann kann sie es auch gleich kopieren und verteilen. Natürlich ist es erlaubt und in der Regel auch erforderlich, immer wieder einen Blick in die Unterlagen zu werfen. Aber wenn der Blick häufiger auf das Manuskript als in Richtung der Zuhörer geht, ist das ein absoluter Minuspunkt.

Zappelphilipp

Das Wechseln der Standpositionen ist wichtig. Wenn es aber zu einem ständigen Wechseln kommt, zu einem Hin- und Herlaufen, zeugt das von großer Nervosität des Vortragenden.

Verwurzelt wie ein Baum

Das Gegenteil vom Zappelphilipp ist der Baum, der wie angewurzelt steht und sich nicht bewegt. Damit läuft man schnell Gefahr, das Publikum zu langweilen. Es gilt ein gesundes Mittelmaß zwischen Baum und Zappelphilipp zu finden. Und genau das ist das Schwierige.

Entschuldigungen

Pannen passieren immer wieder. Ich habe mal einen Vortrag erlebt, der an sich sehr interessant war. Nur der Vortragende hat sich immer wieder entschuldigt – wegen Kleinigkeiten: Husten, der Stift ist runtergefallen, die Kreide ist gebrochen und Ähnliches. Ich begann dann sogar, die Entschuldigungen zu zählen. Üblicherweise bekommt das Publikum solche kleinen Pannen gar nicht mit bzw. empfindet sie nicht als störend. Aber mit jeder Entschuldigung macht man seine Zuhörer auf die Pannen aufmerksam. Und am Ende haben diese voraussichtlich den Eindruck eines „Vortrages mit zahlreichen Pannen“.

Spielereien

Ob mit dem Kugelschreiber, mit der Krawatte oder dem Zeigestab – diese lenken einfach ab.

Fehlende Kommunikation

Und hier ist die fehlende Kommunikation mit dem Publikum gemeint. Auch bei einem Vortrag sollte das Publikum mit einbezogen werden. Ansonsten haben die Zuhörer schnell den Eindruck, dass sich der Vortragende nicht für sie interessiert – und das ist ein großer Minuspunk.

Einschleimen

Neben Arroganz, Desinteresse wird auch das „Einschleimen“ vom Publikum bestraft. Wer sich offensichtlich bei seinen Zuhörer anbiedert, dem wird von diesen sehr schnell die Kompetenz aberkannt. Auch wenn das eine mit dem anderen nichts zu tun haben muss.

Mit dieser Liste in der Hand habe ich meinen aufgezeichneten Vortrag kontrolliert und habe an mir doch einige Minuspunkte entdecken können. Dann habe ich bei meinen „Baustellen“ die Hebel angesetzt.

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