Das Lügen- und Ausreden-Experiment

Wohl jeder von uns sucht und findet gelegentlich eine Ausrede. Auch die eine oder andere (Not-)Lüge kommt manchmal über die Lippen. Das ist an sich auch nicht schlimm, wenn es nicht überhand nimmt.

Aber häufig ist uns gar nicht bewusst ist, wie oft wir am Tag eine Ausrede oder eine Lüge parat haben.

Machen Sie mal folgendes Experiment:

Versuchen Sie einen Tag lang Ausreden und Unwahrheiten zu vermeiden. Wenn Sie etwas nicht schaffen, nicht können oder Sie haben einen Fehler begangen – stehen Sie dazu. Viele sind der Meinung, das Zugeben eines Fehlers ist ein Zeichen von Schwäche – aber das Gegenteil ist der Fall!

Wenn jemand zu seinen Fehlern steht, zeugt das von einer starken Persönlichkeit und macht sympathisch.

In einer früheren Unternehmen, in dem ich tätig war, wurde der Vorgesetzte von sämtlichen Mitarbeitern geschätzt. Er war kompetent, ehrlich und stand auch zu seinen Fehlern, wenn ihm einer unterlaufen war – was ohnehin selten vorkam. Das Eingestehen von Fehlern war auch mit ein Grund, warum er von allen respektiert wurde.

Und er hatte Humor: Als ihm einmal ein Fehler unterlaufen war und ein Kollege ihn freundlich darauf aufmerksam gemacht hatte, ließ er diesen mit einem Augenzwinkern wissen: „Ja, auch ich mache Fehler, nicht nur Sie!“

So weit, so gut – wieder zurück zum Experiment. Sie werden voraussichtlich feststellen, dass es alles andere als einfach ist, einen ganzen Tag ohne Ausreden, Versprechungen und Unwahrheiten auszukommen.

Aber es kann ein befreiendes Gefühl sein und Sie werden Pluspunkte bei Ihren Mitmenschen sammeln. Lassen Sie es mal auf einen Versuch ankommen.

Noch etwas: Natürlich meine ich mit dem Verzicht auf Lügen nicht, dass Sie jedem die unverblümte Wahrheit ins Gesicht schmettern und damit verletzen sollen. Hier geht es mehr um Unwahrheiten, mit denen man eigene Fehler kaschieren möchte.

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