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Gehen Sie (wieder) barfuß!

Als Kinder waren wir in den Sommermonaten meistens barfuß unterwegs. Herrlich! Am Ende der Sommermonate hatten wir eine richtige Hornhaut an den Fußsohlen. Kleine Steinchen auf dem Fußweg, die zu Beginn schmerzhaftes Stechen auslösten, spürten wir kaum noch. Je älter wir wurden, desto seltener waren wir barfüßig unterwegs. Auch deshalb, weil wir als Jugendliche nicht mehr den ganzen Sommer spielend in der Natur verbrachten. Und irgendwann haben wir das Barfußlaufen einfach vergessen, obwohl sich hierzu auch als Erwachsener zahlreiche Möglichkeiten bieten – wenn man will. pxb-barfuss

Den Boden und die Natur unter den Füßen zu spüren – herrlich!

Von Orthopäden empfohlen

Insbesondere in den Sommermonaten ist es herrlich, ohne Schuhwerk über Wiesen zu laufen – den Boden und die Natur unter den Füßen zu spüren. Aber nicht nur das angenehme Gefühl macht das Ganze besonders reizvoll. Ein mir bekannter Orthopäde hat mir die gesundheitlichen Aspekte nähergebracht: Rückenschmerzen werden häufig auch durch ungesunde Füße bzw. „Missbildungen“ der Füße hervorgerufen. Jahrein, jahraus sind unsere Füße in Schuhe „gepresst“, was nicht gerade förderlich für einen gesunden Fuß ist. Regelmäßiges Barfußlaufen forciert die gesunde Entwicklung unserer Füße und beugt den spezifischen Rückenschmerzen vor.

Der gesündeste Schuh

Laut dem Orthopäden sind die gesündesten Schuhe jene, die unsere Füße lediglich vor Kälte und Schmutz schützt und ansonsten in keinster Weise einschränken. Als Vorbild sollten uns die Mokassins der Indianer dienen, die tatsächlich nur diese Schutzfunktionen innehatten.
Eine durchgängig harte Sohle wie bei den meisten Schuhmodellen ist aus gesundheitlichen Aspekten nicht empfehlenswert.

Zwei Tipps

Unseren gesamten Schuhvorrat entsorgen, nur mehr barfuß gehen oder uns Mokassins zulegen, ist auch nicht jedermanns Lösung. Aber ein zwei praktikable Tipps konnte mir der Orthopäde doch mit auf den Weg geben:
  1. Möglichst oft barfuß gehen

    Wie bereits eingangs erwähnt haben wir zwar meist weniger Möglichkeiten, ohne Schuhe zu gehen. Aber die vorhandenen gilt es, zu nutzen. Beispielsweise zu Hause: Dort können wir häufig barfuß laufen. Und wer das nicht möchte, für den gibt es Socken mit einer Antirutschsohle. In den kalten Monaten bieten sich dicke Wollsocken an. Oder wie wärs im Büro? Beispielsweise in einem Büro ohne Kunden-/Parteienverkehr und mit der Zustimmung der Vorgesetzten.
  2. Training für Ihre Füße

    Auch gibt es einige simple Übungen, mit denen die Fußmuskulatur gestärkt und damit die Fußgesundheit gefördert wird. Eine besonders effektive und einfach in der Durchführung: Gehen Sie möglichst oft auf den Zehenspitzen – einer Balletttänzerin gleich. Täglich zu Hause für fünf Minuten. Oder immer wieder mal versuchen, mit den Zehen nach Gegenständen zu greifen.
Ich habe mir auf alle Fälle vorgenommen, nun öfter barfuß zu gehen, um meinen Füßen eine kleine Freude zu bereiten. Vielleicht wollen Sie Ihren Füßen ja auch gelegentlich wieder richtigen Boden spüren lassen?

Drei Barfuß-Zeitblüten

Zeitblüten sind Momente und Erlebnisse, die sich vom Alltag abheben, unser Leben wunderbar bereichern und uns einfach guttun – persönliche Momente der Entspannung, des Wohlfühlens, des Krafttankens und des „Abschalten-Könnens“. Abschließend drei von Lesern eingesendete ZEITBLÜTEN passend zum Thema: 

Zeitblüte 1

Eine überraschende Begegnung mit meinem Vater

Ich erinnere mich oft und gerne an einen frühen Oktobermorgen im vergangenen Jahr. Der Morgennebel war noch dabei, sich aufzulösen, einzelne weiße Schleier hingen noch in den Bäumen. Über die Wiese im Garten hinter dem Haus hatte sich eine frische Tauschicht gelegt. Dieser Garten ist der ganze Stolz meines Vaters. Er kennt hier jede Pflanze und wacht über deren Wohlergehen. Was es heißt, in Achtsamkeit die Natur zu erleben, habe ich als Kind besonders von ihm, inzwischen 83 Jahre alt, lernen dürfen. Der Zufall hat uns beide im selben Moment ins Freie geführt. Wir sind uns in dieser von Licht und Jahreszeit verzauberten Umgebung begegnet und haben die besondere, uns umgebende Stimmung wahrgenommen. Ohne dass große Absprachen nötig gewesen wären, haben wir Schuhe und Strümpfe ausgezogen und sind barfuß über das Gras gelaufen – Vater und Tochter, wir wie vor 50 Jahren – und haben die Natur „hautnah“ gefühlt.
An dieses sehr schöne und intensive Erlebnis, an die Nähe und Freude in diesem Augenblick denke ich sehr gerne zurück.
Gabriele

Zeitblüte 2

Barfuß laufen

Meine Zeitblüte ist das Barfußlaufen. Der Kontakt und das bewusste Erfühlen von verschiedenen Untergründen hilft mir, mich ganz auf mich selbst zu konzentrieren und alles Unwichtige auszublenden. Besonders schön ist es, an einem warmen Sommermorgen über das noch feuchte Gras zu laufen. Diese Zeitblüte baue ich oft auf dem Weg zur Arbeit ein. Einfach mal kurz die Schuhe ausziehen und eine Abkürzung über eine Wiese nehmen. Daniela

Zeitblüte 3

Barfuß Energie tanken

Meine persönlichen Zeitblüten sind die Momente, wenn ich morgens barfuß durch das noch feuchte Gras marschiere. Genauso gerne gehe ich barfuß durch den Wald oder ich stapfe im Winter für einen kurzen Moment (nur mit warmen Füssen!) durch den Neuschnee.
Dies ist für mich Energietanken. Negative Energie abgeben und neue, frische Energie auftanken.
Ingrid

„Am liebsten wäre ich auch barfuß in die Schule gegangen.“

Abschließend ein Erfahrungsbericht von Thomas (einem Leser): Genauso war es bei mir als Kind. Kaum war es warm, da kam die Frage an die Eltern: „Darf ich barfuß laufen?“ Abends wurde immer eine Schüssel mit Wasser vors Haus gestellt, um sich die Füße zu waschen, damit man keinen Schmutz hineinschleifte. Ich erinnere mich, dass ich früher tage- und wochenlang nur barfuß gelaufen bin. Am liebsten wäre ich auch barfuß in die Schule gegangen. Aber da trug ich dann doch Sandalen. Diese habe ich jedoch öfter unter dem Tisch ausgezogen, sodass ich dann doch barfuß im Klassenzimmer saß. Später dann im Gymnasium hatte ich eine Phase, in der ich barfuß „uncool“ fand. Aber an der Uni habe ich dann damit wieder angefangen. Erst habe ich in den heißen Hörsälen die Socken weggelassen. Und dann bin ich auch wieder öfter barfuß durch die Stadt gegangen. Ich laufe auch heute noch gerne barfuß: auf Waldboden, Rasen, im Sand. Zum Weiterlesen:
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