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3 Lebenserfahrungen, die ich (meinem Sohn) weitergebe

Es gibt Ereignisse und Erfahrungen in meinem Leben, die mich stark geprägt und dazu geführt haben, dass ich heute da stehe, wo ich stehe. So wie auch Sie Ihre individuelle Vorgeschichte haben, die Sie zu Ihrem aktuellen „Standort“ gebracht hat und zu dem Menschen werden ließ, der Sie heute sind.
Wir alle haben Lebenserfahrungen gesammelt, aus denen wir unsere Schlüsse und Erkenntnisse ziehen, die Einfluss auf unser Denken, Verhalten und Tun haben, und darauf, wie wir die Welt und unser Umfeld wahrnehmen.

3 Erkenntnisse, die mich meine Lebenserfahrung gelehrt hat …

… und die ich meinem Sohn weitergebe. (Es gibt zahlreiche Erlebnisse, Ereignisse und Erfahrungen, die in Summe genau zu den folgenden 3 Erkenntnissen geführt haben. In diesem Beitrag jeweils nur ein Ausschnitt daraus.)

Erkenntnis 1: Fokussiere dich auf deine Stärken

Ein exemplarischer Erfahrungsausschnitt:

In meiner Jugend habe ich mehrere Jahre Trompete in einer Musikkapelle gespielt, sogar das Konservatorium anvisiert. Mein Traum war Trompeter in einem renommierten Orchester wie etwa dem London Symphony Orchestra oder der Wiener Philharmoniker zu werden. Ich habe täglich geübt, oft auch mehrere Stunden am Tag. Irgendwann musste ich erkennen, dass ich trotz enormen Einsatzes maximal (!) einen guten Durchschnitt als Trompeter erreiche – und das war schon das Höchste der Gefühle. Das Trompeten entsprach einfach nicht meiner Veranlagung, zählte nicht zu meinen Stärken. Es gibt noch weitere (Schwäche-)Bereiche, in die ich viel Energie und Zeit gesteckt habe, um mich darin zu verbessern, während ich meine Stärken brachliegen ließ.
Erst als ich begonnen habe, mich auf meine Stärken zu konzentrieren, diese durch Üben und Weiterbildung auszubauen, konnte ich mich profilieren, wurde mir Anerkennung zuteil, fand ich Erfüllung und Freude in meinem Tun.
Die Neuausrichtung des Fokus auf meine Stärken (statt auf meine Schwächen) hat einen gewaltigen Schub auf einem vorher holprigen Weg bewirkt.

Meine Erkenntnis, die ich weitergebe:

„Fokussiere dich auf deine Stärken und Talente. Stärke sie und suche Bereiche, in denen du sie gezielt einsetzen kannst. Verschwende nicht unnötig Energie auf deine Schwächen. Auf den Punkt gebracht: Schwächen Schwächen sein lassen, Stärken stärken.

Erkenntnis 2: Betrachte Rückschläge als Chancen

Ein exemplarischer Erfahrungsausschnitt:

Ich habe in der Firma meines Vaters – ein kleinerer Handwerksbetrieb bei uns im Dorf – die Lehre abgeschlossen. Zudem habe ich während meiner Tätigkeit im Betrieb einen dreijährigen Fernlehrgang absolviert (das war noch vor der „Internetzeit“). Die Abschlussprüfung musste ich als Fernschüler in Deutschland an einer Fachschule mit den Schülern der Abschlussklasse ablegen. Also bin ich von Südtirol nach Deutschland aufgebrochen in der Überzeugung, dass ich sie relativ locker schaffe. Und was soll ich sagen: mit Pauken und Trompeten durchgefallen – schon wieder die Trompete. ;-) Das war damals für mich ein herber Rückschlag, insbesondere weil ich drei Jahre lang neben meiner Arbeit viel Zeit und Mühe in diesen Lehrgang gesteckt hatte. Heute fällt mir zu diesem Rückschlag folgendes Zitat ein:
Denke daran, dass etwas, das du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
Oder wie meine Mutter oft sagt, wenn etwas nicht wie gewünscht läuft: „Wer weiß, wofür das gut sein wird.“ Wie ging es weiter? Ein erneutes Antreten zur Prüfung wäre erst ein Jahr später möglich gewesen. Und weil ich davon ausgehen musste, dass die Wiederholungsprüfung als Fernschüler an einer Schule mit regulärem Unterricht nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein muss, habe ich mich anders entschieden: für die Studienberechtigungsprüfung in Österreich. Sehr viel von dem Lernstoff des Fernlehrganges konnte ich zur Vorbereitung der Studienberechtigungsprüfung nutzen, zu der ich schon wenige Monate später angetreten bin. Und ich habe sie geschafft.

Meine Erkenntnis, die ich weitergebe:

Rückschläge, Durststrecken und Schwierigkeiten gehören zum Leben dazu. Versuche, sie als Chancen zu sehen, die dir Möglichkeiten aufzeigen, dich weiterzuentwickeln, zu lernen oder dich neu zu orientieren. Hab Vertrauen, dass es genau so richtig ist, wie es kommt.“

Erkenntnis 3: Geh DEINEN Weg!

Ein exemplarischer Erfahrungsausschnitt:

Mein Vater hatte vorgesehen, dass ich seine Firma übernehme. Aber es war nie wirklich das, was ich wollte. Nach der bestandenen Studienberechtigungsprüfung habe ich den Betrieb meines Vaters verlassen und bin nach einer Zwischenstation schließlich in Wien gelandet, wo ich später meine Frau kennengelernt habe und unser Sohn auf die Welt kam. Hier in Wien habe ich über zehn Jahre als Planer in technischen Büros gearbeitet. Allerdings hat es mich immer mehr gereizt, mir selbst etwas aufzubauen, etwas zu machen, was für mich von besonderer Bedeutung und idealerweise auch für andere Menschen bedeutungsvoll ist. Das war die Planertätigkeit für mich nicht. So habe ich begonnen, neben meinem Job noch Kurse und Seminare (Stress-/Zeitmanagement, MS Outlook, Arbeitsmethodik, …) zu halten, um damit anderen Impulse zu geben, mit denen es ihnen gelingt, ihren (Arbeits-)Alltag etwas leichter zu gestalten. Und schließlich habe ich das ZEITBLÜTEN-Portal „ins Leben gerufen“. Mein Herzensprojekt! Auch wenn es nicht immer ein einfacher Weg war – rückblickend sehe ich das heute so: Hätte ich die Firma meines Vaters übernommen und den Fernlehrgang bestanden, wäre ich nicht in Wien gelandet, gäbe es die ZEITBLÜTEN nicht, hätte ich nicht diese Familie, nicht diesen Sohn. Und so schließt sich der Kreis wieder.

Meine Erkenntnis, die ich weitergebe:

„Geh deinen Weg, folge deinem Herzen und du wirst (irgendwann) zu dem finden, was dich erfüllt, was dich zufrieden, was dich glücklich macht.“ Und als Ergänzung die weniger populäre Botschaft: Für diesen lohnenswerten Weg sind oft viel Ausdauer, harte Arbeit und Selbstdisziplin erforderlich. Geh deinen Weg – mag abgedroschen klingen, wie vielleicht auch die zwei vorgenannten Erkenntnisse, aber sie entsprechen genau meiner Erfahrung.

Fazit

Diese Erkenntnisse aus meiner Lebenserfahrung versuche ich meinem Sohn zu vermitteln. Er kann sich daran orientieren – oder auch nicht. Ich kann nur vorleben, ihn inspirieren, Werte kommunizieren und versuchen, ihm ein Vorbild zu sein. Aber er soll auch seine eigenen Fehler machen, seine (Um-)Wege gehen, Widrigkeiten erfahren, ... Dadurch wird er als Persönlichkeit reifen und sich weiterentwickeln. Ich bzw. wir als Eltern können ihm Rückhalt geben, versuchen, ihn im Beschreiten seines Weges zu bestärken. Und ich glaube, das ist ein gutes Fundament, um darauf sein eigenes Leben aufzubauen. PS: Für die Vermittlung von Werten hatte ich ein gemeinsames Ritual etabliert. Darüber habe ich vor ca. vier Jahren einen Beitrag geschrieben: » Mein Lieblingsritual mit Ablaufdatum Mittlerweile ist mein Sohn aus diesem Alter raus, das in diesem Beitrag beschriebene Ablaufdatum ist also überschritten. Aber ich denke, dass dieses Ritual doch wesentlich zu einer positiven Einstellung zum Leben beigetragen hat.
Unabhängig davon, ob Sie selbst Kinder haben – welche Erkenntnisse beruhend auf Ihrer Lebenserfahrung geben Sie anderen weiter? Oder welche würden Sie Ihrem jüngeren Ich mitteilen? Zum Weiterlesen:
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