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„Ich bin NICHT perfekt! Na und?!“

Ihre Bekannten haben schon mehr erreicht als Sie oder haben etwas, das Sie sich schon lange wünschen? Eine tolle Karriere, ein fettes Gehalt, Erfolg im Beruf, eine glückliche Beziehung, ein Haus, Urlaube an exotischen Orten? Anscheinend alles perfekt! Bei Ihnen hingegen läuft vieles nicht so wie gewünscht, es gibt viele „Baustellen“, die Sie am Vorankommen hindern? Anscheinend nichts perfekt! pxb-unperfekt-2 Um einen bekannten Werbespruch aufzugreifen und zu ergänzen: „Der Vergleich macht Sie sicher: Sie sind unzufrieden!“ Oder anders formuliert: Sich mit anderen zu vergleichen, macht unzufrieden! Etwas gleich vorweg:
Erlauben Sie sich, unperfekt zu sein. Machen Sie sich bewusst: Unperfekt ist menschlich!
Zugegeben, leichter geschrieben als getan. Deshalb im Folgenden etwas ausführlicher und dazu einige Tipps.

Vergleichen macht unzufrieden!

Irgendetwas findet sich immer, das die eine oder der andere mehr hat oder besser kann. Und genau in diesem Vergleichen liegt häufig die Quelle von Unzufriedenheit, Neid, Versagensängsten und auch von mangelndem Selbstbewusstsein. Denn Menschen mit geringem Selbstbewusstsein schneiden beim Vergleich aus eigener Sicht immer schlechter ab. Hinzu kommt oft das Gefühl, dass sie besser werden müssen, um beliebt oder geliebt zu werden. Das ist natürlich eine Täuschung. Denn wohl kaum jemand von uns liebt eine Person nur deshalb, weil sie etwas besonders gut kann, auf einem bestimmten Gebiet perfekt ist oder etwas Materielles besitzt.
Wer (mit sich) unzufrieden ist, richtet seinen Fokus stets auf das Unerreichte, auf persönliche Unzulänglichkeiten, nie auf das bereits Geschaffte, auf die positiven Aspekte.

Weitere Quellen der Unzufriedenheit: Medien, Experten, Social Media …

Ob es uns bewusst ist oder nicht, wir alle – der eine mehr, die andere weniger – werden täglich durch diverse Medien zum Vergleichen animiert: Dazu ein Zitat von Charles-Louis de Montesquieu (franz. Schriftsteller):
„Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind.“
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Was eine Studie besagt ...

Weil wir schon bei den Social Media-Plattformen sind – wenn Sie vielleicht hin und wieder etwas neidvoll darauf spähen, welche persönlichen Erfolgserlebnisse Ihre Bekannten posten, wird Sie vielleicht die Aussage einer Studie interessieren:
„Mental starke Menschen posten (z. B. auf Facebook) KEINE Updates über ihre Beziehungen und Erfolge.“

Perfektionismus: Nie ist etwas gut genug!

Aber nicht nur das permanente Vergleichen mit anderen fördert die eigene Unzufriedenheit und lenkt den Blick auf persönliche Schwächen. Auch Perfektionismus, also das ständige Streben nach Perfektion, kann enorm belasten. Für Perfektionisten ist nie etwas gut genug. Sie setzen sich damit quasi selbst ständig unter Druck. Dieser Druck kann über kurz oder lang sogar zu einem Burn-out führen. Die Ursachen für diesen Perfektionismus sind vielfältig. Das soziale Umfeld und Pädagogen wie LehrerInnen können zu diesem Persönlichkeitszug unbewusst beigetragen haben. Häufig ist er auf die Erziehung zurückzuführen, wenn Eltern etwa ständig eine hohe Leistung abverlangt haben oder das Kind von den Eltern nur dann Anerkennung und Zuneigung erfahren hat, wenn es den Leistungsanforderungen gerecht wurde. Allerdings sollte man davon absehen, den Eltern diesbezüglich Vorwürfe zu machen, weil sie es vielleicht selbst aus ihrem Elternhaus nicht anders kennen.

Der Perfektionsfalle entkommen – 3 Tipps

Sie tendieren zum Perfekt-sein-Wollen und das belastet und macht Sie unzufrieden? Hier drei Tipps für einen entspannteren Umgang mit sich selbst:

1. Stoppen Sie (soweit möglich) das Vergleichen!

Das kann gelingen, indem Ihnen bewusst wird, wenn Sie in den Vergleichen-Modus schalten. Ertappen Sie sich das nächste Mal dabei, wie Sie sich mit anderen vergleichen, schreien Sie in Gedanken laut „stopp“! Dann kehren Sie den Prozess einfach um: Anstatt sich vor Augen zu führen, was Ihnen im Vergleich zur anderen Person fehlt, fokussieren Sie sich auf das, WAS SIE HABEN UND DER ANDEREN PERSON FEHLT. Zählen Sie hierzu mindestens drei Dinge, Fähigkeiten etc. auf. Dadurch wird Ihnen bewusst, wofür Sie dankbar sein können und vielleicht sogar von anderen beneidet werden.

2. Streichen Sie „Unperfektsein-Wörter“ aus Ihrem Wortschatz

Wörter und Phrasen wie „ich sollte/hätte/müsste“ betonen persönliche Versäumnisse. Deshalb vermeiden Sie den Gebrauch dieser Wörter, auch und vor allem im gedanklichen Dialog mit sich selbst.

3. Seien Sie liebevoll und gnädig zu sich

Insbesondere dann, wenn mal etwas nicht gelingt oder Sie sich einer Schwäche bewusst werden. Akzeptieren Sie Ihre Unzulänglichkeiten. Hilfreich kann hierzu die Wiederholung folgender „Glaubenssätze“ sein:

Fazit

Natürlich können das Vergleichen mit anderen und der Perfektionismus auch positive Antreiber sein. Es kommt u. a. auf die Persönlichkeit des Einzelnen an, inwieweit es motivierend oder belastend wirkt. Aber grundsätzlich gilt:
Es ist vollkommen in Ordnung, unperfekt zu sein! Das ist menschlich. Es gibt keine perfekten Menschen – wir sind keine Roboter, die nur funktionieren.
Haben Sie Mut zum Unperfektsein und stehen Sie dazu! Unperfekt ist perfekt! :-) Zum Weiterlesen: 
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