https://www.zeitblueten.com/news/herablassendes-verhalten-menschen-schlechtmachen-runtermachen/

Herablassendes Verhalten: Warum Menschen andere schlechtmachen – 10 Gründe

„Ihr seid alle Deppen, ihr versteht gar nix!“
Vielleicht haben Sie eine ähnliche Aussage schon einmal gehört – vom Chef, Partner, … Wahrscheinlich kennen Sie auch die eine oder andere Person in Ihrem privaten oder beruflichen Umfeld, die andere Menschen häufig schlechtmacht, schlechtredet – eben mit Worten oder ihrem Verhalten abwertet.

Andere klein machen, um sich groß zu fühlen ...

(Bild: Fotolia©Jr Casas)

Diese herablassende Haltung kann sich gegen eine einzelne Person richten oder generell gegen Mitmenschen. Beispiele für abwertendes Verhalten:

Die Gründe sind IMMER ...

Die Gründe für dieses bewusste Abwerten von Mitmenschen können vielfältig und auch situationsbedingt sein.
Sie sind aber IMMER auf das Persönlichkeitsbild des „Runtermachers“ zurückzuführen.
Denn die folgenden aufgelisteten möglichen Gründe für das Runtermachen (Minderwertigkeitsgefühl, mangelnde Selbstsicherheit, …) können auf viele Personen zutreffen – das heißt aber noch lange nicht, dass sie deshalb auch ihre Mitmenschen schlechtmachen.

10 Gründe, warum Menschen andere runtermachen

Was führt überhaupt dazu, dass Personen ihre Mitmenschen schlechtmachen? Im Folgenden 10 mögliche Gründe:

1. Minderwertigkeitsgefühl

Es mag vielleicht paradox klingen, aber häufig fühlen sich Menschen, die andere mit voller Absicht minderwertig behandeln, selbst minderwertig. Durch ihr abwertendes Verhalten gegenüber (vermeintlich) Schwächeren fühlen sie sich besser.

2. Mangelnde Selbstsicherheit

Das unter Punkt 1 genannte Minderwertigkeitsgefühl basiert auf mangelndem Selbstbewusstsein und geringer Selbstsicherheit. Runtermacher fühlen sich stärker, wenn sie auf andere Macht ausüben können – in welcher Form auch immer.

3. So wie mir geschehen, soll es dir ergehen

Wenn eine Person in ihrem persönlichen Umfeld (z. B. Familie, Beziehung) häufig Erniedrigung und Kränkungen erfährt, kann sich in ihr das Bedürfnis entwickeln, selbst eine andere Person zu erniedrigen und zu tyrannisieren – quasi so wie mir geschehen, soll es auch dir ergehen.

4. Neid

Neid kennt wohl jeder von uns. Aber aus dem Neid heraus den Erfolg, Besitz oder die Fähigkeit von anderen kleinreden, abwerten und dadurch bewusst schmälern, geht schon einen Schritt weiter.

5. Antipathie

Antipathie kann auch mit ein Grund für ungebührliches Verhalten sein – gemäß dem Motto: „Diese Person ist mir unsympathisch und das lasse ich sie spüren, indem ich sie runtermache.“

6. Fehlende Empathie

Wer sich nicht in andere hineinversetzen, die Gefühle anderer nicht nachvollziehen kann, ist sich auch der Kränkungen, die er durch seine Aussagen oder sein Verhalten verursacht, kaum bewusst. Fehlendes Einfühlungsvermögen lässt auf eine niedrige „emotionale Intelligenz“ schließen.

7. Die eigenen negativen Gefühle an anderen auslassen

Negative Gefühle können beispielsweise Frust, Ärger, Wut und Enttäuschung sein. Diese Emotionen werden dann unmittelbar an dem Umfeld ausgelassen oder bei entsprechender Gelegenheit gezielt an bestimmte Personen (z. B. Partner, Partnerin), indem sie runtergemacht werden.

8. Jemand ist schuld, nur nicht ich selbst!

Dieser Punkt ist im Grunde eine Ergänzung zum vorhergehenden. Das eigene Unvermögen und die daraus resultierende Unzufriedenheit werden auf andere projiziert – nur nicht Eigenverantwortung übernehmen: „Ein Schuldiger muss her, der das spüren soll. Dann geht es mir besser.“

9. Gruppendruck

Überall dort, wo Menschen in einer Gesellschaft leben oder in einer Gruppe agieren, kann Gruppendruck entstehen. Auch im betrieblichen Umfeld – als Beispiel: Ein Kollege wird ausgegrenzt, aus welchen Gründen auch immer. Ein neuer Mitarbeiter verhält sich diesem Kollegen gegenüber ebenso abschätzig, weil er befürchtet, sonst selbst gemobbt zu werden.

10. Andere kleinmachen bzw. kleinhalten

Es gibt Beziehungskonstellationen, in denen ein Partner den anderen permanent runtermacht, um seine vermeintliche Überlegenheit zu präsentieren. In einer Beziehung, in der sich beide Partner auf Augenhöhe begegnen, würde sich der Runtermacher nicht wohlfühlen, was auf ein geringes Selbstbewusstsein schließen lässt.

Auf Runtermacher selbstsicher reagieren:

Runtermacher erwarten/erhoffen sich eine kleinlaute, ehrfürchtige Reaktion und keinen Widerstand. Mit einem selbstsicheren und selbstbewussten Gegenüber können sie weniger umgehen. Mit dem SELBSTBEWUSSTSEINSTRAINING in diesem Zeitblüten-E-Book werden Sie TÄGLICH STÄRKER & SELBSTSICHERER:


3 Strategien im Umgang mit Schlechtmachern

Es braucht immer zwei Seiten: Personen, die andere runtermachen, und Personen, die das billigen oder es sich (mehr oder weniger) gefallen lassen.
Inwieweit die verbalen Attacken kränken, hängt auch vom Selbstwertgefühl des „Empfängers“ ab.

Erfüllen Sie nicht die Erwartungen des Runtermachers!

Ein Runtermacher erhofft sich eine bestimmte Reaktion auf sein abwertendes Verhalten. Dadurch fühlt er sich bestärkt, fühlt er sich besser!
Je weniger die Reaktion seinen erhofften Erwartungen entspricht, desto weniger kann er in der Regel damit umgehen.
Im Grunde geht es nur darum, diese Erwartungshaltung nicht zu erfüllen, und das kann durch folgende Reaktionen erreicht werden:

1. Ignorieren

Wird auf die persönlichen verbalen Angriffe nicht oder gleichgültig reagiert bzw. werden sie ignoriert, dann ist das nicht die Reaktion, die sich der Runtermacher wünscht. Deshalb: Je öfter Sie die verbalen Attacken bzw. das Verhalten ignorieren – natürlich nur, wenn es Ihnen möglich ist –, desto eher wird er das abwertende Verhalten Ihnen gegenüber zurückschrauben.

2. Konfrontieren

Manche Runtermacher reden abwertend nur in Abwesenheit der jeweiligen Person. Gerade weil es einigen von ihnen an Selbstsicherheit mangelt, scheuen sie die Konfrontation. Deshalb: Suchen Sie bewusst die Konfrontation. Und das vielleicht auch einmal im Beisein anderer Personen. Aber werden Sie dabei nicht emotional oder laut, denn das kann als Zeichen von Schwäche ausgelegt werden. Bleiben Sie sachlich.

3. Abgrenzen

Schränken Sie den Kontakt ein oder brechen Sie ihn ab. Gehen Sie auf Distanz – auch wenn das nur innerlich möglich ist. Wenn Sie sich zumindest innerlich abgrenzen, können Kränkungen Ihnen weniger anhaben.

Fazit

Die Gründe für das Schlechtmachen von Mitmenschen mögen unterschiedlich und oft nicht nachvollziehbar sein. Aber letztlich lassen sie sich meistens auf einen Grund herunterbrechen:
Menschen machen andere schlecht, um sich selbst besser zu fühlen und/oder vor anderen (vermeintlich) besser dazustehen – oder vereinfacht gesagt: Sie machen andere klein, um sich groß zu fühlen.
Zum Weiterlesen: 
https://www.zeitblueten.com/news/herablassendes-verhalten-menschen-schlechtmachen-runtermachen/