Zeitblüten

„Wer den Moment genießt, genießt das ganze Leben.“

In unserer heutigen schnelllebigen Gesellschaft nehmen wir uns oft zu wenig Zeit für Dinge und Menschen, die uns wichtig sind. Sogar uns selbst gönnen wir selten bewusste Phasen der Ruhe, der Erholung und des Genusses.

Wenn wir im fortgeschrittenen Alter auf unser Leben zurückblicken, werden wir uns kaum Vorwürfe machen wie z. B. „Wäre ich doch immer länger im Büro geblieben!“ oder „Hätte ich doch viel mehr gearbeitet!“.

Zeitblüten sind Momente und Erlebnisse, die sich vom Alltag abheben und die unser Leben bereichern. Eine Aufwertung bekommen solche Momente dann, wenn wir sie mit Menschen teilen, die uns viel bedeuten.

Auf dieser Seite finden Sie von meinen Lesern eingesandte Anregungen und Ideen für Zeitblüten. Diese Zusammenstellung wird laufend ergänzt, auch und vor allem mit Ihren Vorschlägen.

Schicken Sie mir Ihre Zeitblüte. Als kleines Dankeschön erhalten Sie kostenlos diese E-Books … hier klicken.

Mit dieser Sammlung möchte ich Anregungen und das Bewusstsein für solche Momente schaffen, die wohl jeder von uns kennt und auf seine Weise erlebt.

Ich wünsche Ihnen viele Zeitblüten in Ihrem Leben!

burkhard heidenberger

(Info: Die letzte veröffentlichte Zeitblüte steht immer an oberster Stelle.)


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Zeitblüte 100

Entspannende Gefahr

Meine persönliche Zeitblüte war das Abtauchen in ein Aquarium mit einem Ammenhai und Stachelrochen und verschiedenen anderen Fischen.

Die Ruhe und Zufriedenheit, die ich hier unter Wasser gefunden habe, war unglaublich. Vielleicht denkt mancher: “Haie, Rochen – wie gefährlich!” Aber probieren Sie es aus und Sie werden feststellen, wie entspannend Gefahr und Risiko sein können.

D. D.


Zeitblüte 99

Die Vögel im Garten beobachten

Meine Zeitblüte ist ein Wasserbecken für Vögel. Ich habe es in unserem Garten so aufgestellt, dass ich es von der Terrasse aus sehen kann. Wenn ich nach einem stressigen Tag aus dem Büro komme, setze ich mich mit einem Cappuccino auf die Terrasse und genieße es einfach, den Vögeln beim Baden und Trinken zuzusehen.

Heute war sogar ein Igel dort und hat seinen Durst gestillt. Diese kleine Zeitblüte macht mich immer wieder dankbar und zufrieden.

Walter Memmesheimer


Zeitblüte 98

Die Konfrontation mit der Vergänglichkeit

Ich habe eine Gewohnheit, die manchem etwas skurril erscheinen mag, die für mich aber sehr hohen Wert hat.

Da ich in der Nähe eines Friedhofs lebe und arbeite, mache ich des Öfteren einen kleinen Spaziergang auf dem Friedhof.

Die Ruhe dort, verbunden mit der Konfrontation der Vergänglichkeit, hilft mir immer sehr schnell, mich auf das Wesentliche zu besinnen.

Monika Birkner


Zeitblüte 97

Vier Pfoten, die mich begleiten

Vor einem halben Jahr habe ich mir einen Wunsch erfüllt und mir gleichzeitig eine neue Aufgabe gestellt.

Da ich ein ziemlicher Bewegungsmuffel bin, habe ich mir einen Flatcoatretriever zugelegt.

Wir beide gehen jetzt viel spazieren und außerdem fordert er auch eine Ausbildung, die wir gemeinsam genießen.

Nach so einem Spaziergang oder Ausbildungszeitraum geht es mir einfach nur prächtig.

Und wenn ich mal wieder zu müde bin, stösst mich der Kleine an. Und auf gehts, manchmal mit Überwindung, aber stets mit Erfolg.

Diese Augenblicke sind meine kleinen Zeitblüten.

Martina Flamme


Zeitblüte 96

Tanze wie ein Kind

Wenn ich müde und energielos nach Hause komme, sich die Gedanken im Kreise drehen und eine Entspannung unmöglich scheint, dann mache ich Folgendes:

Platz schaffen, unbequeme Kleidung und Schuhe ausziehen, schwungvolle Musik einschalten (z. B. Samba, afrikanische Musik) und einfach durch die Wohnung tanzen und wirbeln.

Ganz frei wie ein Kind, so wie man es sich in der Öffentlichkeit meist nicht trauen würde. Locker und gelöst, mit herumwirbelnden Armen und Beinen, ganz nach dem Motto “free style”.

So vergesse ich die Alltagssorgen und die Zeit.

Zum Abschluss setze ich mich auf den Boden, ziehe Grimassen wie ein Clown und lache laut und viel! Das mag alles befremdlich klingen, aber es entspannt und befreit mich unheimlich.

Ausserdem erinnert es mich einfach immer wieder daran, das Leben nicht allzu ernst zu nehmen und dankbar dafür zu sein, dass ich mich so frei bewegen und fühlen kann!

Sylvia Anna


Zeitblüte 95

Ein paar Minuten eine schöne Erinnerung

Wir alle kennen diese Momente, in denen man so sehr in der Arbeit steckt, dass man meint, man wäre nur ihretwegen zur Welt gekommen. Das sind Zeiten, in denen ich eine “Zeiblüte” dringend nötig hätte, aber oft nicht die Zeit und den Raum dafür finde.

Ich habe mir angewöhnt, wenn ich das Gefühl habe, zu sehr unter Druck zu stehen, mich für einige Minuten zurückzulehnen und meine Augen zu schließen. Und dann hole ich mir für ein paar Minuten eine schöne Erinnerung an einen geliebten Menschen oder an ein wunderbares Ereignis und verbringe dort in Gedanken eine zwar sehr kurze, aber intensive Zeit.

Ich durchlebe im Zeitraffer noch einmal diese Erinnerung und hole mir daraus Kraft, um relativ entspannt wieder weiter arbeiten zu können. Es funktioniert auch wunderbar zu Hause, wenn mein Sohn und ich in Konflikt geraten. Im Privatbereich ziehe ich mich dafür in mein Zimmer zurück und somit hat auch mein Sohn ein wenig Zeit für sich alleine. Wenn ich dann gestärkt zurückkomme, ist das Gesprächsklima ein ganz anderes und es gelingt uns leichter, miteinander zu reden.

Amanda Kollmitzer


Zeitblüte 94

Zeit für meinen Körper und meine Gedanken

Vor fast zwei Jahren, als ich noch im Angestelltenverhältnis war und täglich am frühen Morgen ins Büro fuhr, war ich immer neidisch, wenn ich einen Jogger am Wegrand sah.

Zwei meiner größten Wünsche waren damals, mich selbstständig zu machen und am frühen Morgen die Zeit zum Joggen und somit Zeit für meinen Körper und meine Gedanken zu finden. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten war es mir, angesichts der Dunkelheit, unmöglich vor oder nach der Bürozeit zu joggen.

Seit fast zwei Jahren habe ich nun meinen Wunsch, mich selbstständig zu machen, realisiert. Seit gut einem Monat habe ich nun, nachdem mir meine Firma die Möglichkeiten bietet, meinen zweiten größten Wunsch umgesetzt. Ich gehe fast täglich am frühen Morgen eine Stunde laufen und danach in mein eigenes Büro.

Ich bin mächtig stolz darauf, meine Träume umgesetzt zu haben. Und ich bin sehr zufrieden. Das Joggen hilft mir, die tägliche Arbeit mit einer Freude und Gelassenheit anzugehen. Ich rieche täglich die Natur, sehe wie sie sich den Jahreszeiten entsprechend verändert, amüsiere mich an den Tieren – meist Vögel oder Eichhörnchen, die mir des Weges begegnen. Es gibt mir Energie und Tatendrang, eine echte Zeitblüte!

Carmen Gatzke


Zeitblüte 93

Vier Pfoten und ein kuscheliges Fell

Meine Zeitblüten haben vier Pfoten und ein kuscheliges Fell: meine Katzen. Wenn eine von ihnen zu mir kommt, sich auf meinem Schoß wohlig zusammenrollt und schnurrt, bleibt für mich die Zeit stehen und alles ist gut. Das Schnurren entspannt und ist für mich eines der schönsten Geräusche überhaupt.

Es gibt Studien, dass das Schnurren der Katze einen positiven Effekt auf Menschen ausübt und auch beim Heilen von Brüchen und Verletzungen der Katze hilft. Vor allem bei dem Zusammenwachsen von gebrochenen Knochen hilft das Schurren durch die Schwingung, die Dauer für die Heilung des Bruches zu verkürzen.

Es dient der Katze also zur Selbstheilung und Beruhigung.

Und das funktioniert wohl auch bei mir! :-)

L.H.


Zeitblüte 92

Vom Alltag abschalten

Beruflich habe ich mit Menschen mit Autismus zu tun. Diese Arbeit verlangt sehr viel Geduld und noch mehr Empathie.

Damit ich nicht nur mit den Gefühlen anderer beschäftigt bin, und durch den Job meinen Körper vernachlässige, treibe ich Sport. Nordic Walking im Herbstwald, wo ich den Duft der Natur genieße und auch die Stille mich vom Alltag abschalten lässt.

Auch beim Schwimmen kann ich gut loslassen, denn manche belastende berufliche Erfahrung ersetze ich so durch eine Art Schwerelosigkeit bzw. Leichtigkeit im Wasser.

Sollte es doch einmal der Fall sein, dass ich Arbeit gedanklich mit nach Hause nehme, vertiefe ich mich in ein spannendes Buch und überzeuge damit den Kopf, endlich Feierabend zu machen.

Ramona Hachtmeister


Zeitblüte 91

Meditative Ruhe

Bei mir bleibt die Zeit fast stehen, wenn ich inmitten meiner hektischen Stadt in den Kreuzgang des Doms gehe. Hier findet man kaum Menschen; höchstens ein paar verirrte Touristen. Dieser Kreuzgang ist fast immer geöffnet und in ihm herrscht eine fast schon meditative Ruhe. Kein Gebet, keine Meditation – einfach Ruhe genießen.

Lea Escargot


Zeitblüte 90

Zeit ist relativ

“Zeit ist relativ” – wie schon Einstein sagte, und das ist vielleicht gar nicht so technisch gemeint gewesen, wie die Wissenschaft uns heute weismacht.

Mir kommen angenehme Ereignisse so kurz vor, und vor Schwierigkeiten dehnt sich die Zeit, so als wollte sie sich weigern, zu vergehen.

Immer, wenn die Zeiger auf der Uhr aus dem “innerlichen” Takt geraten, hilft mir Musik, mein Gleichgewicht zu finden. Es muss nicht immer gleich eine ganzheitliche Lösung des Problems sein, aber im ausgeglichenen Zustand kann ich einfach besser denken. Die fortlaufenden Taktschläge ziehen mich aus dem Sand, so als nähme mich jemand an der Hand.

Musik kann beschleunigen und entschleunigen, so habe ich schon einige Lieblings-CDs neben der HiFi-Anlage stehen. Und habe ich mal wieder “überhaupt keine Zeit”, dann ist Lounge Musik dran.

Gabriela Grafeneder


Zeitblüte 89

Geräusche zum Innehalten

Nach jeder beruflichen stressigen Situation – und in meinem Beruf als Rezeptionsleiterin gibt es viele –, gehe ich bei uns in den Hinterhof des Hotels, setze mich auf die Bank, schließe die Augen, atme tief ein und aus und horche auf die Geräusche.

Mal sind es die zwitschernden Vögel, die ich höre, mal ein Flugzeug, das über das Hotel fliegt, mal die Sirenen des Krankenwagens – es gibt immer ein Geräusch, das hervorsticht. Dieses Geräusch erinnert mich, innezuhalten, zu atmen und den Stress zu vergessen.

Privat ist es anders. Es gibt zwei Zeitblüten, die mich den Stress vergessen lassen. Einmal ist es die Musik. Ich drehe das Radio auf, singe lauthals mit oder tanze. Das ist Erholung pur. Die zweite ist lesen. Ich setze mich in meinen Massagestuhl, nehme ein gutes Buch und nach 30 Minuten bin ich relaxt. Herrlich.

Wichtig ist, dass ICH weiß, wie ich mich erholen kann. Jeder Mensch tickt anders und dementsprechend braucht jeder seine ganz persönliche Zeitblüte.

Sylvia


Zeitblüte 88

Die Jahreszeiten in der Natur

Meine Zeitblüten sind schöne Tage im Wald (am liebsten im Herbst), wenn die Blätter golden und rot wie ein Ehrenteppich auf den Wegen liegen. Dazu vom Wind alle Sorgen und Belastungen wegwehen lassen (zumindest die negativen Gefühle dabei, sodass ich an eine konstruktive Lösung gehen kann).

Geht übrigens auch wunderbar im Frühling – dann achte ich auf den “Neuanfang der Natur” und auf alles, was da so sprießt. Im Sommer auf die schönen Blüten, die es doch hin und wieder am Waldrand und auf den Wegen gibt und auf das schöne Grün. Im Winter genieße ich die klare Luft, den Schnee und einen strammer Spaziergang zum Warmwerden.

Wenn mir dann kühl geworden ist, ist noch eine gemütliche Sauna mit schönem Duft in netter Gesellschaft oder auch alleine dran.
Zum Schluss noch irgendwas, womit ich mich verwöhnen kann, z. B. ein leckeres Eis, eine Massage oder eine schöne Musik.

Dr. Dorrit Hakala


Zeitblüte 87

Im Japanischen Garten

Wenn ich mal die Zeit vergessen möchte, besuche ich den Japanischen Garten in Leverkusen. Die 15.000 qm Gartenlandschaft beherbergen ostasiatische Pflanzen aller Art, Teiche, Pavillions, kleine Wasserfällle und Bachläufe sowie schmale, verschlungene Spazierwege – Eine Rückzugsgebiet zwischen den Städten Köln und Leverkusen und zu jeder Jahreszeit eine Oase der Stille und Schönheit.

S. L.


Zeitblüte 86

Am Hafen

Ich kann am besten bei uns im Außenhafen abschalten.

Meine kleine Basset-Hündin und ich (oft auch mein Mann) fahren dann zur Mole und sehen den Schiffen zu. Es herrscht manchmal ein reges Treiben und man kann den auslaufenden Schiffen seine Träume und Wünsche mitgeben. An anderen Tagen ist es einfach nur besinnlich.

Am allerliebsten haben wir aber die stürmischen Tage, da wird mir jeder traurige Gedanke einfach aus dem Kopf geblasen! Man kann sich kaum auf den Beinen halten und es ist lustig zu sehen, dass manche Zeitgenossen sich nicht mal aus dem Auto trauen.

Kaessalulu


Zeitblüte 85

Das innere Kind

Wenn ich gestresst bin, gehe ich in den Park spazieren. Dabei lasse ich meine Gedanken schweifen.

Des Öfteren kam mir in den Sinn, wie einfach es doch war, Kind zu sein. Erinnerungen, Eindrücke, Ängste, die heute zum Schmunzeln anregen. Im Alter von 8 oder 9 Jahren kletterte ich oft auf Bäume – zum Bedauern meiner Mutter –, liebte Schokolade und Erdbeereis oder legte mich auf eine Wiese und betrachtete die Wolken am Himmel.

Warum sollte man Altes vergessen? Wenn Sie also jemanden im Park auf einem Baum sitzen oder auf einer Wiese liegen sehen, mit einem Erdbeereis in der Hand, dann bin das ich – auf Entdeckungsreise in Kindheitserinnerungen.

Für mich gibt es nichts Entspannenderes und Erfreulicheres zugleich.

V. F.


Zeitblüte 84

Mensch-Tier-Natur

Wenn ich z. B. mit meiner Hündin (Labrador) nach getaner Arbeit (gestresst/nicht gestresst) oder auch am Wochenende frühmorgens durch den Wald spaziere und in diese Stille des Waldes hineinhöre, kann ich sagen, dass mich das beruhigt. Ich freue mich über diese Momente.

Am liebsten gehe ich wirklich morgens in aller Stille durch den Wald oder auch zum See (beides ist in unmittelbarer Nähe) und freue mich, wenn ich Vogelstimmen zuordnen kann oder zumindest hoffe, dass es die eine oder andere bekannte Stimme ist. Oder ich lausche in den Wald hinein, weil man mitunter auch wachsam wegen der Wildschweine sein muss.

Diese Momente der „Zweisamkeit“ mit dem Hund genieße ich, zumal meine Hündin seit fast drei Jahren Krebs und im vergangenen Jahr auch eine schwere OP gut überstanden hat.

Marina G-B


Zeitblüte 83

Meine Schatzkiste

Ich habe eine kleine Schachtel – eigentlich ein Schuhkarton, golden beklebt, sieht sehr schön aus. Darin sammle ich nette Erinnerungen: Postkarten von Freunden, Muscheln, besondere Bilder von meinem kleinen Sohn, Fotos, schöne Bilder, Witze und Cartoons, lustige oder schöne Zeitungsberichte – eben alles Nette, was man so findet.

Wichtig ist mir, dass es nur diese eine Kiste gibt. Ab und zu wird ausgemistet, manches wird mal verschenkt oder anderweitig verwendet (basteln!). Mit dieser Schachtel setze ich mich manchmal hin und krame darin herum.

Man schwelgt dabei eben nicht nur in Erinnerungen, sondern kann auch viel lachen – und gleich sieht der Tag viel schöner aus! Nach einer halben Stunde mit „meiner Schatzkiste” habe ich richtig gute Laune.

KD


Zeitblüte 82

Mein Luxus am Morgen

Frühmorgens, bevor die Kinder wach werden, koche ich mir erstmal eine schöne Tasse Tee. Dann hole ich mir die Tageszeitung, setze mich an den Tisch auf der Terrasse, trinke meinen Tee, lese die Zeitung und genieße die Stille, die gute Luft und das Vogelgezwitscher (eine Freundin nennt das Biolärm – ganz so schlimm ist es für mich nicht ;-)). So einen Luxus gönne ich mir jeden Tag, beginnend im Frühling, endend im Herbst … außer, wenn’s regnet!

Andrea Berthold-Rupp


Zeitblüte 81

Orte von früher

Ich besinne mich am besten, wenn ich zu den Orten zurückkehre, an denen ich aufgewachsen bin oder früher gewohnt habe. Ich sehe mich dort und das, was sich verändert oder eben nicht verändert hat und wo somit die Zeit stillzustehen scheint.

Das zeigt mir immer wieder, dass das Leben ein langsam fließender Fluss ist und man besinnt sich wieder an seine alten Stärken und innere Ruhe.

Michael B.


Zeitblüte 80

Seerosenteich

Meine Zeitblüte ist die regelmäßige Wanderung in einen nahegelegenen Wald. Dort ist ein kleiner Seerosenteich, den ich seit meiner Kindheit kenne. Es gab Jahre, da war er fast verschwunden. Jetzt scheint er sich erholt zu haben und bringt – trotz seiner geringen Größe – die wunderschönsten Seerosen zutage.

Ich stehe dann davor und bewundere, was die Natur so alles zustande bringt. Höre die Vögel zwitschern und rieche die frische Luft vom Wald. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich eins bin mit der Natur und empfinde Kraft und Gelassenheit.

W. B.


Zeitblüte 79

Bewegend in der Natur

Die schönste Zeit verbringe ich bewegend in der Natur, fast bei jedem Wind und Wetter.

Zum Glück wohne ich so schön, dass ich mit ein paar Schritten in Wald und Feld unterwegs sein und viele verschiedene Wege gehen kann. Und je nach Stimmung wähle ich meine Gangart: gemächlich joggen, walken oder schlendern und dabei die Natur aufnehmen in all ihrer Pracht. Ab und zu kreuzen Hasen oder Rehe meinen Weg und natürlich viele verschiedene Vögel. Farben, Gerüche, Töne, die Luft auf der Haut – das ist Luxus pur. Gestärkt in Körper, Atem, Geist und Seele kehre ich jedesmal nach Hause zurück.

AHS


Zeitblüte 78

Meine Tiere und die Natur

Ich habe Pferde. Mit ihnen zusammen sein, sie kraulen, den Zusammenhalt genießen, den eine Pferdeherde bietet – das lässt mich den Alltag vergessen und gibt mir Kraft. Draußen in der Natur reiten, sich der Kraft meines Pferdes hingeben, die Umgebung genießen, mich tragen lassen, da sieht die Welt gleich ganz anders aus.

Genauso ist es beim Spaziergang mit meinen Hunden. Ich kann zur Ruhe kommen, innerlich abschalten und die Natur beobachten. Wenn wir uns dann noch gemeinsam an einen Bach setzen, die Hunde jetzt im Sommer baden und ich das fließende Gewässer beobachten kann, lässt mich das meinen Stress vergessen.

Marina Selent


Zeitblüte 77

Die erste Gesangsstunde

In der ersten Klasse Volksschule sollte ein Lied von uns Kindern gesungen werden. Während der Proben sangen wir alle im Chor. Plötzlich brach der Chorleiter ab und sagte zu mir, die ich mitten zwischen allen anderen stand, ich könne nicht singen.

Es war, als würden sich hundert Augen auf mich richten und meine Welt zusammenbrechen – ich war eine der Kleinsten und ich war damals tief gekränkt und habe mich sehr ungerecht behandelt gefühlt.

Den Wunsch zu singen und das vermeintliche Wissen, es nicht zu können, habe ich bis vor einem Jahr mit mir herumgetragen. Ich habe nur für mich gesungen, aber nie aus voller Seele.

Seit einem Jahr nehme ich Gesangsunterricht und seit der ersten Stunde weiß ich, dass ich ganz passabel singe. Meine Zeitblüte ist es, Gesangsunterricht zu nehmen und mich immer wieder überraschen zu lassen – von den Tönen, von ihrer Klarheit und dem schönen Gefühl, das ich dabei empfinde.

Und wenn ich in einer anderen Situation zögere, denke ich an die erste Gesangsstunde zurück, in der ich alle Ängste und Zweifel über Bord geworfen und mich geöffnet habe.

HSB


Zeitblüte 76

Innehalten und das Bewusstwerden

Ich bin eine alleinerziehende Mutter von zwei wundervollen Kindern im Alter von 14 und 12 Jahren. Mein Junge ist Autist.

Die Zeit mit ihnen ist mitunter sehr schwierig – beide sind in der Pubertät – und ich fühle mich oft überfordert und verzweifelt. Gerade heute morgen, als beide furchtbar stritten und auch mit mir meckerten, war ich kurz davor, ebenfalls zu schreien, hielt aber inne.

Warum hätte ich schreien sollen? Hätte die Situation sich verbessert? Hätten sich meine Kinder in der Zeit der schwierigen Pubertät besser gefühlt, wenn ich auch noch auf ihnen „herumgehackt“ hätte? Ist es nicht so, dass meine Kinder eine starke Mutter brauchen, die ihnen ein gutes Vorbild ist?

Plötzlich fühlte ich mich wie befreit und es war mir bewusst, dass ich im Grunde ein glücklicher Mensch bin.

Andrea Berthold-Rupp


Zeitblüte 75

Fünf Minuten vor die Tür

Meine Zeitblüte lässt sich sehr einfach umsetzen und ist gerade bei schlechtem Wetter zu empfehlen:

Ich gehe einfach fünf Minuten vor die Tür und lasse den Wind über meine Haut streichen. Ich konzentriere mich ganz auf das Gefühl, das in den Hautzellen entsteht. Danach fühle ich mich wundervoll erfrischt, sowohl körperlich als auch im Kopf.

Dieser Kontakt mit der Natur ist überall möglich und wird bei einiger Übung auch nicht durch trostlose Ausblicke oder üble Gerüche beeinträchtigt.

C. Z.


Zeitblüte 74

Wasser

Meine Zeitblüte ist zweifelsohne Wasser.

Ich schwimme für mein Leben gerne und kann dabei völlig abschalten. Bei keinem anderen Sport muss ich mich derart auf die Sportart selbst konzentrieren, was jegliche andere Gedanken verscheucht.

Zwar denke ich dabei hin und wieder an gewisse Dinge. Diese Gedanken blitzen allerdings wie von selber auf. Und bei diesem Sport hatte ich auch schon einige gute Ideen und Problemlösungen, welche mir nie einfallen würden, wenn ich versuchte, sie durch angestrengtes Nachdenken zu finden.

Des Weiteren fühle ich mich nach ein paar Längen ruhig und gelassen, und ich erkenne wieder die Unwichtigkeit mancher kleiner Probleme.

David G.


Zeitblüte 73

Die Vergangenheit beleben

Ich digitalisiere die alten Dias meiner Eltern.

Da mein Vater immer mehr in seiner Demenz versinkt, sind diese gemeinsamen Momente, in denen wir die alten Zeiten wieder aufleben lassen, für ihn sehr intensive Lichtblicke.

Zu vielen Bildern weiß er noch die Geschichten und ich erfahre wertvolle Dinge aus meiner Kindheit.

Auch meine Kinder sind von diesen Erzählungen ganz begeistert. Wir alle können diese Zeitblüten sehr intensiv genießen und erfahren eine wunderschöne Nähe und Gemeinsamkeit.

G. W.


Zeitblüte 72

Mit dem Motorrad

Ich habe vor einem Jahr zusammen mit meinem 20-jährigen Sohn den Motorradführerschein gemacht.

In erster Linie wollte er es und für mich ergab sich die Gelegenheit, noch einmal etwas mit meinem Sohn gemeinsam zu machen – und das war gut so.

Jetzt ist es für mich das beste Mittel, um Stress abzubauen und den Kopf freizubekommen, weil da gar kein Platz mehr für andere Dinge ist. Motorradfahren erfordert die volle Konzentration. Nach jeder Fahrt fühle ich mich wieder fünf Jahre jünger.

Dietmar Friedrichs e. K.


Zeitblüte 71

Meine Lieblingsorte

Meine Zeitblüte nennt sich EarthTV. Dabei werden verschiedene Orte auf der ganzen Welt zusammengeschnitten und im Hintergrund läuft eine entspannende Musik. Das dauert meist nur eine Minute, aber ich bin davon immer wieder gefesselt und es erinnert mich an alles, was ich noch erleben will.

Die Bilder in Kombination mit der Musik motivieren mich ungemein. Und wenn mir dieser kurze Zusammenschnitt nicht genug war, dann gehe ich einfach ins Internet und schaue mir meine Lieblingsorte nochmals an.

A. S.


Zeitblüte 70

Das Geschenk des Himmel

Der Himmel schenkt Farben, er schenkt Spielraum für Träume, lässt Gedanken mit den Wolken reisen, Gefühle mit dem Wind tanzen …

Der Himmel schenkt Sonne für Wärme auf der Haut, er schenkt Wasser für fließende Bäche, aus denen wir trinken oder er schenkt Sternenbilder, die wir studieren können.

Er ist immer da. Immer anders. Immer spannend.

Manchmal lege ich mich in die Wiese, hebe die Beine und tue so, als würde die Welt Kopf stehen … als könnte ich mit den bauschigen Wolken fliegen. Und nachts lege ich Freunden oft ein paar liebe Grüße in den großen Waagen.

Felicia Zinner


Zeitblüte 69

Mozart

Meine Zeitblüte ist Mozart!

Ich war vor zwei Jahren für 14 Wochen im Krankenhaus und dort hab ich ihn “schätzen gelernt”. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Musik ist für mich eines der wertvollsten Dinge in meinem Leben – das war immer schon so, da ich sehr musikalisch fühle. Musik ist Gefühl PUR.

Mein Auswahlkriterium ist einfach: Sie muss mein Herz treffen – das bedeutet, sie ruft bei mir einen “FLOW” (Einklang von Körper, Geist und Seele) hervor. Und ich “singe” am liebsten allein im Auto. Die Möglichkeit besteht täglich auf dem Weg zur Arbeit (eine Stunde hin und zurück), sodass ich niemanden belästige.

K. S.


Zeitblüte 68

Zwischen den Welten bewegen

Als Segelfliegerin, die diesen Sport schon länger als 30 Jahre ausübt, finde ich immer wieder diese ganz besonderen Momente, die mein Leben so unendlich bereichern.

Es sind die Momente, in denen ich mich “da oben” sozusagen zwischen den Welten bewegen kann, ganz losgelöst von der Unruhe und dem Unbehagen des täglichen Lebens.

Alles sieht so aufgeräumt und friedlich aus. Und manchmal schalte ich auch das Funkgerät aus und bin mit mir ganz allein …

Britta Harnisch


Zeitblüte 67

Lösen, lachen, leichter werden

Für mich ist eine wichtige Zeitblütenquelle das Lachen: lachen über mich, über meine Muster und die, die ich gespiegelt bekomme – das löst den Stress in der Situation binnen Sekunden auf und schon ist es wieder leichter! Ganz nach meinem Motto:

Lösen, lachen, leichter werden! Das erspart mir viel „Ärger- und Stress-Zeit“.

Mag. Claudia Schwab


Zeitblüte 66

Loslassen

Wer so ehrgeizig wie ich ist, kann in bestimmten Bereichen des Lebens – nämlich im Beruf – Misserfolge schwer verkraften. Eine Zeit lang habe ich sehr viel Kraft investiert, so zu tun, als ob es mir nichts ausmacht. Dann folgte eine Zeit von verkrampften Lächeln und der Einbildung, dass jeder gegen mich ist. Die letzte Zeit war von Schlaflosigkeit und unkonzentriertem Handeln gezeichnet.

Ich habe nun losgelassen – von dem Job, den ich so liebte. Den ich unbedingt packen wollte.

Ich erlebe derzeit Zeitblüten. Die jetzige, etwas andere Tätigkeit, macht auch Spaß. Die Mitmenschen lassen mein Herz hüpfen. Ich danke mir täglich, dass ich von dieser Art Erfolgsdruck erlöst bin.

B. R.


Zeitblüte 65

Hinaus in die Natur

An so schönen, sonnigen Tagen wie jetzt im Frühling, setze ich mich hinaus in die freie Natur, schließe die Augen schließen und denke an nichts Bestimmtes. Ich lausche dem Vogelgezwitscher und spüre die sanfte Windbrise.

J. W.


Zeitblüte 64

Einfach nur fahren

Meine Zeitblüte ist zweifelsohne das Motorradfahren! Nicht mit einem Racer, nein, mit einem Chopper.
Nach einem stressigen Tag bei schönem Wetter kommt das Moped raus und ich fahre nur mit Tempo 80 über Landstraßen und durch kleine Orte mit schönen alten Häusern, alten Bäumen und Teichen. Kamera ist natürlich immer dabei. Wenn man dann nach 2-3 Stunden wieder zu Hause ist, ist Stress und Ärger vergessen, man setzt sich auf die Terrasse und trinkt noch ein schönes Glas Wein.

Erwin H.


Zeitblüte 63

Die schönen Momente der Kindheit zurückholen

Ich habe seit ca. drei Jahren verschiedenste Hobbies ausprobiert, Sport gemacht und versucht, meinen Stress loszuwerden. Leider gelang es mir nicht so wie ich es mir gewünscht habe.

So habe ich dann mal nachgedacht, was ich als Kind gerne gemacht habe und was mir Spaß brachte. Es dauerte nicht lange und ich erinnerte mich an die schönen Momente mit meinem Pflegepferd.

Seit einigen Wochen habe ich mich wieder einem Pflegepferd zugewandt. Und jedesmal, wenn ich mit ihm zusammen bin, es putze, pflege und dann raus in die Natur reite – mit dem wunderbaren Tier voll Kraft, Stärke und Lebenslust –, bemerke ich wieder, wie ich dies vermisst habe und dadurch auch wieder zu meiner Ruhe und Gelassenheit gelange.

Zusätzlich nehme ich mir morgens und abends die Zeit, um über den Tag nachzudenken, was ich erlebt habe, was ich heute Gutes tun möchte und wie ich näher zu meinen Ziel gelange. Auch dieses Ritual des In-sich-Gehens gibt mir sehr viel Energie und löst auch den Stress, der mich manchmal gefangen hält.

Zurück zur Natur und zu sich selbst, ist das,was mir im Moment das Abschalten von stressigen Tagen erleichtert.

Margit M.


Zeitblüte 62

Mit dem Oldtimer den Alltag hinter sich lassen

In meiner Garage steht ein kleiner Oldtimer aus dem Jahr 1952. Mit seinen 16.5 Pferdestärken ist er nicht der schnellste. Wenn ich in ihm – vorzugsweise abseits der vielbefahrenen Wege – unterwegs bin, scheint die Zeit stillzustehen.

Der Alltag ist schon beim Einsteigen vergessen. Allein schon der Geruch nach Öl, Gummi und Leder ist wie ein Wundermittel, bei dem jede Hektik sofort verschwindet. Es ist eine Zeitreise in eine Welt, die irgendwie nicht zur gegenwärtigen passt und deshalb auch nicht mit ihr mithalten will.

Es ist aber auch immer ein kleines Abenteuer, da man nie weiß, was einem unterwegs begegnet. Geschehen ist noch nie etwas, zuverlässig tut das kleine Auto seinen Dienst und hat mich immer wieder nach Hause gebracht.

Es kommt zwar manchmal vor, dass es mit dem Nachhausekommen schwierig wird. Grund ist dann aber nicht irgendeine Panne, sondern man findet immer wieder eine Abzweigung, damit der Weg noch ein wenig länger wird. Ist man dann zurück von der Tour, brummt einem zwar ein wenig der Kopf, doch das Glücksgefühl hält an.

Die Gedanken schweifen dann immer wieder zurück auf den Weg, den man gefahren ist. Gedanken an unscheinbare Details wie ein Waldstück, eine Weide, ein altes Haus, jene Kurve, nach der der Ausblick so wunderbar war …

Jahre später kann man sich noch an solche Details erinnern. Noch schöner ist es, wenn man zu zweit unterwegs ist und dieses Erlebnis teilen kann. Vielleicht begegnen wir uns ja einmal auf der Straße. Viele winken mir fröhlich lachend zu und ich habe dann jemand anderem eine Zeitblüte geschenkt.

Martin


Zeitblüte 61

Frische Luft, Sonne und Natur genießen

Den Tag positiv beginnen. Früh aufstehen, frische Luft und, jetzt im Frühling, die frühe Morgensonne genießen. Bei einem Spaziergang mit Bruno, meinem Golden Retriever-Rüden, oder am Wochenende auch mal alleine mit der Digitalkamera.

Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, statt mit Auto oder Straßenbahn, dabei die Natur genießen, Störche sehen und die Seele baumeln lassen. So ist der Start in den Arbeitstag immer etwas Besonderes, etwas Einmaliges.

Uwe


Zeitblüte 60

Der kleine hässliche Geist

Vor einiger Zeit habe ich die Fantasie meines Enkelsohnes (damals vier Jahre) in eine Geschichte verfasst. Diese lese ich heute vielen Kindern vor, die mich besuchen, und sehe in ihren Augen das Mitgehen, Vorstellen und Mitfühlen. Das bereichert mein Leben und die folgenden Tage werden leicht.

Der keine Geist, der noch keinen Namen hat, aber ein Schutzgeist ist und trotzdem genauso viele Flausen im Kopf hat wie sein Erfinder. Die Geschichte wird mit jedem Jahr weitergesponnen, das Alexander älter wird.

Und ich muss sie oft vorlesen, denn sein Bruder und seine Cousins finden sich in den Geschichten ebenfalls wieder. Auch sie bekommen einen besonderen kleinen Geist, der achtgibt und in ihren Leben eine Fantasierolle spielt.

Margit Langer-Zils


Zeitblüte 59

Die Natur mit allen Sinnen aufnehmen

Auf meinem Weg zur Arbeit fahre ich morgens immer durch ein Stück Wald. Letztens war ich etwas früh dran und habe dort einmal angehalten und bin 10 Minuten durch den Wald gelaufen …

Das hat mir sehr gutgetan, zumal mein Job von Hektik und Zeitnot bestimmt wird. Ich kann mich im Wald sammeln, die Natur mit allen Sinnen aufnehmen sowie Kraft für den Tag sammeln. In dieser Zeit bin ich mit den Gedanken nicht schon bei der Arbeit (wie sonst im Auto), sondern kann einfach noch einmal die Schönheit der Natur wahrnehmen.

Einen ähnlichen Effekt hat ein Gang durch einen Park oder durch grüne Wiesen.

Dafür lohnt es sich sogar, etwas früher aufzustehen.

U. O.


Zeitblüte 58

Vergangene Tage lebendig machen

Ich schreibe abends Tagebuch. Darin erzähle ich meinen Tag – wie ich ihn erlebt habe – und kann so mit diesem Tag abschließen. Und ich kann Lehren ziehen. Das Beeindruckendste aber für mich ist, wenn ich Tage oder Wochen später wieder zurückblättere. Anhand der aufgeschriebenen Erlebnisse und Gefühle werden diese Tage wieder lebendig.

Andrè


Zeitblüte 57

Die persönliche Morgenstunde

Mein Geheimrezept gegen innere Unruhe und chronischen Zeitmangel ist das Genießen meiner persönlichen Morgenstunde. Ich stehe eine Stunde früher als nötig auf, um direkt in die Sportklamotten zu steigen. Ich walke eine Stunde durch den Wald und genieße den Morgen.

Die Tiere, die mir begegnen oder auch die Färbung des Himmels, stimmen mich fröhlich und ich gehe gedanklich die Erlebnisse vom Vortag durch und überlege mir, wie ich diesen Tag starten möchte. Wenn ich nach Hause komme, bin ich entspannt und fröhlich, was sich auf meine Familie abzufärben scheint.

Julia Habermaas


Zeitblüte 56

Der Augenblick zählt

Ich habe zwei kleine Töchter (2 und 3), unsere Firma und ein dreistöckiges Haus. Viel Zeit bleibt da nicht, um zu entspannen. Und doch habe ich mir etwas “Kindliches” behalten. Etwas, das mich entspannt. Es ist ein Augenblick, der mir dann mitunter den ganzen Tag Kraft und Freude bringt.

Und es sind meist die einfachen Dinge des Lebens – seien es meine beiden Töchter, wie sie sich umarmen und sich gegenseitig ein Küsschen aufdrücken, ein besonders schöner Sternenhimmel, ein Marienkäfer, der irgendwo sitzt, der Duft von frisch gemähtem Gras usw. All diese Sachen hellen mir den Tag auf und geben mir die Kraft.

Wenn ich nachts mal nicht einschlafen kann, fantasiere ich mir selbst ein paar schöne Geschichten in meinem Kopf zusammen, die mich irgendwann sanft in den Schlaf wiegen.

Olivia Thaqi


Zeitblüte 55

Plätze für Geist und Seele

Ich habe eine 14-jährige Tochter. Vor zwei Jahren haben wir angefangen, Orte/Plätze zu notieren, an denen wir gerne zusammen sind (Plätze für Geist und Seele). Das kann z. B. bei einer Motorradfahrt eine Bank mit wunderschöner Aussicht oder ein bestimmter Platz an einem Urlaubsort sein.

Dann haben wir Plätze/Orte von Nr.1 bis Nr.20. Diese Liste wird immer zu Beginn des Jahres gelöscht und neu gestaltet. Schon heute reden wir über diese schönen Momente und Plätze aus der Vergangenheit und freuen uns schon jetzt auf die Liste für das kommende Jahr.

Gerald


Zeitblüte 54

Was war heute am schönsten?

Wir haben für unsere Tochter (vier Jahre) ein schönes Abendritual eingeführt, das wir zelebrieren seit sie sprechen kann und das uns jeden Tag viel Spaß macht. Dieses Ritual schenkt uns oftmals beim Gute-Nacht-Sagen unvergessene Momente:

Nach der Gute-Nacht-Geschichte und den Gute-Nacht-Liedern fragen wir uns gegenseitig: “Was war heute für dich heute am schönsten?”

Auf diese Art und Weise kommen wir zu einer fröhlichen Tageszusammenfassung und für uns Eltern ist es eine gute Gelegenheit, unsere Tochter für etwas zu loben oder ihr Augenmerk auf eine liebevolle Geste oder einen schönen Moment zu lenken. Und meistens fallen uns mehrere “schönste” Sachen ein. Unsere Tochter geht so mit positiven Gedanken in die Nacht und auch wir haben immer wieder Anlass zum Schmunzeln und Impulse für Gespräche zu zweit.

In der Vorweihnachtszeit ist es außerdem ein ganz besonderes Ereignis, wenn wir gemeinsam Kekse backen. Dabei hören wir fröhliche Kinderweihnachtslieder, singen laut mit und haben jede Menge Spaß und eine völlig verklebte Küche. Wir Erwachsenen kommen dabei in so kindliche Weihnachtsstimmung, dass wir trotz aller Termine nicht auf diese “Weihnachtsbäckerei” verzichten wollen. Und wenn unsere Tochter dann mit stolz strahlenden Augen ihre selbst verzierten Werke verschenken darf, ist die Adventszeit perfekt.

Sibille Meier


Zeitblüte 53

Einstimmung auf den Tag

Ich habe mir angewöhnt, morgens eine halbe Stunde früher aufzustehen als eigentlich nötig wäre. Nachdem ich mich fertiggemacht habe, setze ich mich vor eine Kerze, begrüße innerlich den Tag und stimme mich auf ihn ein.

Ich bemühe mich, an Dinge zu denken, auf die ich mich an diesem Tag freuen kann und lese mir einige Affirmationen durch. Ich mache mir Mut für die Dinge, die vielleicht an diesem Tag für mich schwierig erscheinen. Dies macht mich innerlich ruhiger und ermöglicht mir einen entspannten Tagesbeginn, der das frühere Aufstehen allemal wert ist.

Ulrike O.


Zeitblüte 52

Raus in den Wald

Das Schönste ist für mich meine Stunde, in der ich in den Wald rausgehe. Diesen Luxus gönnte ich mir fast jeden Tag. Ich nehme meine Digitalkamera und halte die Veränderungen der Jahreszeiten für mich fest.

In den letzten Monaten nahm ich mir dafür weniger Zeit und als ich mich kürzlich dazu aufmachte, habe ich bemerkt, was ich in diesem Jahr alles verpasst habe. Dies stimmte mich sehr nachdenklich und es wurde mir bewusst, welchen Luxus ich mir eigentlich entgehen ließ. So habe ich mir vorgenommen, meine Stunde wieder möglichst täglich zu nehmen.

Thomas Zollt


Zeitblüte 51

Entspannung in der Natur

Wenn mir mal der Haushalt über den Kopf wächst und die Kinder nerven, habe ich zwei tolle Strategien. Entweder raus in die Natur, grad jetzt im Herbst, Blätter sammeln, mit den Schuhen durch die Blätter stapfen, die dann schöne Geräusche machen, was die Kids total lieben oder mich ins Auto setzen, Musik an und lauthals mitsingen, das beruhigt uns alle wunderbar!

Michèle Zechner


Zeitblüte 50

Die Liebe beobachten

Es gibt sie noch, die Liebe, Herzlichkeit und Zusammengehörigkeit – wo, fragen dann viele. Wenn ich einmal unterwegs schlecht drauf bin, nicht gerade meine Familie zur Hand habe, gehe ich auf Bahnhöfe oder am liebsten auf einen Flughafen. Dort findet man die scheinbar verloren gegangene Liebe, denn scheinheilig wird niemand bei einer Verabschiedung oder Begrüßung umarmt oder geküsst! Dies zu beobachten gibt einem so richtig Energie und es wird mir bestätigt, dass es doch überall auf der Welt noch Liebe gibt.

Thomas Stulik


Zeitblüte 49

Reine Entspannung

Nach einem anstrengenden Tag ist ein Spaziergang mit meinen Hunden für mich reine Entspannung.

Ich kann mir alles von der Seele reden – meine Hunde hören nur zu, kritisieren mich nicht und geben keine Ratschläge. Ich freue mich, bei gutem Wetter, auf den Wiesen zu sitzen, meine Hunde zu beobachten und zu sehen, wie die Sonne untergeht.

Bis hier kann mir meistens noch jeder folgen – dann kommen die Einwände aus meinem Freundeskreis:

„Bei gutem Wetter kann ich das noch verstehen – aber ist es nicht schlimm, wenn es regnet?!“

Bei Regen ist es noch schöner. Die Natur verändert sich, ich kann zuschauen, wie die Regentropfen zu kleinen Bachläufen werden und versickern.

Aber das Schönste ist … mit viel Schwung und beiden Füssen in eine Pfütze zu springen, dass es nur so spritzt.

Dabei vergesse ich alles und lebe wirklich nur in diesem Moment!

Isabella Staudt-Millmann


Zeitblüte 48

Parallel lesen

Mein Ehemann und ich haben uns ein Buch zweimal gekauft. Dann haben wir uns eine Kurzgeschichte ausgesucht, die wir parallel gelesen haben. Anschließend wurde über die Personen im Buch und über uns diskutiert. Plötzlich entstehen ganz neue Erkenntnisse über die Beziehung und über einen selbst. Es hat uns beiden ausgesprochen gut gefallen.

I. J.


Zeitblüte 47

Grundgefühl für den Tag

Jeden Morgen – noch im Bett – fühle ich hinein, welches Grundgefühl mich heute durch den Tag begleiten darf. Diesen Begriff “Ruhe”, “Freude” oder was immer mich bewegt, schreibe ich mir dick in den Aktivitätenplan. Tagsüber und besonders wenn es anstrengend oder hektisch wird, erinnert mich der Begriff an die gewählte Qualität und leistet so gute Dienste.

Barbara Kothe


Zeitblüte 46

Von der Fantasie mitreißen lassen

Meine Tochter erwartete die Geburt ihres zweiten Kindes und ich hatte mich bereit erklärt, während der Zeit auf mein erstes Enkelkind aufzupassen. Ich wollte mit der Dreijährigen einen Spaziergang durch den Wald machen, damit sie vom Trennungsschmerz abgelenkt und abends schön müde ins Bett fallen würde.

Wir spazierten also los und ich ließ mich von der Fantasie des Kindes mitreißen. Wir sammelten Blätter, mit Zweigen machten wir “Musik” an Zäunen, balancierten auf Baumstämmen, entdeckten Enten auf dem Teich, beobachteten ein Eichhörnchen beim Knabbern und sahen den Schnecken beim Kriechen zu.

Kurz: Wir haben beide diesen Tag sehr genossen. Seither freuen wir uns immer wieder auf unsere gemeinsamen Spaziergänge.

Aber die Krönung unseres ersten gemeinsamen Ausflugs: Als wir nach Hause kamen, wartete ihr Papa schon auf sie und erzählte ihr von der kleinen Schwester, die das Licht der Welt erblickt hatte.

S. Z.


Zeitblüte 45

Genieße den Augenblick

Anfang der Woche bin ich in den Weltbildladen gegangen und erwarb ein kleines Taschenbuch von Anselm Grün: Jeder Tag ein Weg zum Glück.

Da ich immer noch an den Folgen eines Burnout-Syndroms leide, suche ich Anregungen wie ich wieder das Leben genießen kann.

Er sprach im ersten Kapitel von Glück. Es hat mich tief bewegt. Ich nehme mir nun mehr Zeit für mein morgendliches Ritual.

Ich erspüre plötzlich Dinge, die ich früher nicht sah oder fühlte.

Die Ruhe kehrt zurück und alles verändert sich.

Jeden Augenblick erlebe ich intensiver denn je, ich plane mehr Pausen ein, lese zwischen durch oder gönne mir einfach eine gute Tasse Kaffee.

Da gibt es dann kein Rangehen ans Telefon, da nehme ich mir die Zeit für mich.

Dieses Hasten macht die Menschen kaputt, obwohl ich die Erfahrung in dieser Woche gemacht habe, dass ich mit der Besonnenheit und inneren Ruhe viel weiter komme als mit dem Hasten.

Ich genieße wieder die Augenblicke und habe auch eine Lebenspartnerin gefunden, die ich Anfang November zu meiner Frau nehmen werde.

Markus Heinz Walter


Zeitblüte 44

Die Boulebahn

Eine kleine Zeitblüte ist unsere Boulebahn im Garten. Sooft es das Wetter und die Arbeit erlauben, treffen wir uns dort mit Freunden. Boule spielen ist ein “Sport”, den man ohne große Vorkenntnisse spielen kann und bei dem auch die Altersunterschiede ziemlich nebensächlich sind.

Es wird mit Ehrgeiz und Humor geworfen und viel, viel gelacht! Hier entdeckt man die erstaunlichsten Temperamente und Talente. So tauchen wir ab und zu in Ferienstimmung ein.

Elisabeth Alfing


Zeitblüte 43

Die ersten Zähne

Meine kleine Tochter bekommt ihre ersten zwei Zähne und ich habe mich darüber so gefreut wie schon lange nicht mehr. Ich habe mich befreit und stolz gefühlt, ich war einfach nur glücklich. Das ist ein tolles Erlebnis für mich als Mutter. Der Tag war für mich einfach nur wunderschön und für einen Moment konnte ich alle Sorgen vergessen.

Christina S.


Zeitblüte 42

Zeitblüten auf dem Balkon

Ich sitze gerne auf meinem Balkon und genieße die Zeit. Doch manchmal habe ich den Eindruck, dass die Natur den Atem anhält und die Zeit stehen bleibt.

Es ist kein Mucks zu hören, kein Auto, keine Eisenbahn, die Tiere schweigen, der Spielplatz liegt verlassen, die Nachbarn sind alle ausgeflogen, der Wind legt eine Pause ein, kein Blatt bewegt sich. Stille.

Die Luft riecht, je nach Jahreszeit und Temperatur, zart nach Vanille, verschwenderisch süß nach Flieder, schwer nach Rosen oder je nachdem wie mein Balkon bepflanzt ist, lecker nach Kräutern. Im Herbst riecht die Luft schon ein wenig älter, nicht mehr so frisch wie im Frühling. Selbst der Winter hat diese Stille und seinen eigenen Geruch, den ich nicht missen möchte.

Leider blühen diese Zeitblüten nicht sehr oft auf, schließen sich dann auch wieder sehr schnell, z. B. wenn im Sommer eine eifrige Biene unbedingt meine Geranien ansehen muss. Doch sie geben mir in dieser kurzen Zeit ein tiefes Gefühl von innerem Frieden und Verbundenheit.

Ich versuche, diese Zeitblüten zu jeder Tages- und Jahreszeit zu finden und zu genießen, denn sie sind einfach wunderschön.

Andrea Koch


Zeitblüte 41

Der Enkel als Entschleuniger

Meine Zeitblüte ist mein Enkelsohn Niclas. Gerade erst zwei geworden, bereitet er seit dem Tag seiner Geburt uns beiden „Großeltern“ absolute Freude.

Wenn er bei uns ist, dann sind alle anderen Probleme ganz klein und vergessen. Es macht einfach nur Spaß, die Zeit mit ihm zu verbringen. Er zeigt uns, was wirklich wichtig ist in dieser schnelllebigen Zeit. Nebensächlichkeiten (wie kleine Tiere, Blätter, Wäscheklammern, Kartoffeln, …) betrachten wir mit Kinderaugen und wir bekommen so wieder eine ganz andere Perspektive auf die Welt.

Niclas ist unser „Entschleuniger“ und dafür sind wir ihm, unserer Tochter und unserem Schwiegersohn unendlich dankbar.

Marion Tröster


Zeitblüte 40

Mit den Gedanken im Konzert

Wenn ich im Büro eine Arbeit erledigen muss und ich nicht besonders motiviert bin oder wenn ich abgelenkt werde von den Geräuschen rundherum, höre ich auf meinem MP3-Player klassische Musik. Meist ist es dasselbe Stück. Mein Lieblingsstück ist die kleine Nachtmusik von Mozart.

Wenn ich dann am PC sitze, einen kurzen Augenblick die Augen schließe, tief durchatme und mir vorstelle, ich sei in einem Konzert, bin ich so zufrieden, dass ich mich mühelos an die Arbeit mache. Die Musik in den Ohren, voll konzentriert auf meine Arbeit.

Wenn es jetzt wieder abends früher dunkel und kalt wird, sind klassische Konzerte für mich die wirklichen Antidepressiva.

R. Scheurer


Zeitblüte 39

Die Schöne-Momente-CD

Eine CD mit Liedern, die mich an schöne Momente erinnern – diese CD höre ich gerne nach einem anstrengenden Arbeitstag, wenn möglich irgendwo im Grünen, und ich nehme mir ganz bewusst die Zeit, um zu träumen. Durch diese Auszeit kann ich den Stress hinter mir lassen und Kraft tanken.

S. F.


Zeitblüte 38

Mein süßer Enkel

Er kam vor zwei Jahren zur Welt und ist meine Zeitblüte.

Einerseits ist es sehr schade, dass wir fast 300 km voneinander entfernt leben. Andererseits hat jedes Wiedersehen eine ganz besondere Qualität, die vielleicht verlorenginge, sähe ich ihn öfter. So jedoch wohnt jedem Moment, den wir zusammen verbringen, eine Kostbarkeit inne, die ich nicht missen möchte.

Wir genießen die gemeinsame Zeit und nutzen diese auch bestimmt besser, als manch andere, die sich täglich sehen und dies oftmals gar nicht zu schätzen wissen.

Marion Awe


Zeitblüte 37

Schlafstörungen nutzen

Immer wieder kommt es vor, dass ich nachts aufwache und längere Zeit wach liege. Statt mich drüber zu grämen, stehe ich dann auf und nutze die Zeit zu sinnvollem Tun. Manchmal lese ich in einem meiner Lieblingsbücher, ein anderes Mal schreibe ich auf, was mir so durch den Kopf geht, oder ich schreibe und beantworte E-Mails.

Sollte ich aufwachen, wenn bereits der Morgen heraufdämmert, kann es vorkommen, dass ich relativ früh aufstehe und ins Büro gehe. Neulich war das bereits um fünf Uhr. Ich räumte den Schreibtisch auf, setzte mich an konzeptionelle Arbeiten und genoss es, ohne Störungen Wichtiges bereits erledigt zu haben, bevor das Tagesgeschäft begann. An solchen Tagen reserviere ich mir dann allerdings eine Zeit für den Mittagsschlaf.

Günter W. Remmert, info@seminarhaus-schmiede


Zeitblüte 36

Die Einfachheit des Seins

Im Sommer bin ich fast jedes Wochenende auf unserer Berghütte. Es ist ein einfaches kleines Häuschen ohne Strom und ohne fließendes Warmwasser, ca. 200 Jahre alt. Die Einfachheit dieses Häuschens, die urige Gemütlichkeit, die ruhige Umgebung und das wundervolle Gebirgspanorama lassen mich Abstand zu meinem oft unnötig komplizierten Leben gewinnen. Hier oben sehe ich alles aus der Vogelperspektive. Anders als wenn ich mitten im Geschehen bin und oft den Überblick verliere.

Hier kann ich einfach „sein“ (wie ich bin).

Hier kann ich einfach nachdenken.

Hier kann ich einfach genießen.

Hier bin ich einfach glücklich.

B. P.


Zeitblüte 35

Geocachen zum Abschalten

An den Tagen, an denen der Stress besonders stark wird und ich abschalten muss oder will, gehe ich mit Freunden Geocachen.

Geocachen ist eine Schatzsuche mit GPS und Koordinaten aus dem WWW.

Bei dieser Art des Abschaltens bin ich schon an Punkte in meiner Umgebung gekommen, von denen ich gar nicht wusste, dass es so schöne Flecken auf der Erde gibt.

Gestern Abend zum Beispiel bin ich an so einer Stelle gekommen, es fing an zu dämmern und der Nebel stieg langsam auf.

Der Augenblick, den ich genießen durfte, ließ mich meinen ganzen Stress und die alltäglichen Probleme vergessen – ein Augenblick des Abschaltens.

Edgar Christians


Zeitblüte 34

Mein Körper ist heute mein Seismograph

Es war der Moment, als ein Auto von hinten in mein stehendes Auto fuhr, als eine Fußgängerin die Straße überquerte. Natürlich auf dem Fußgängerstreifen. Zuerst realisierte ich überhaupt nicht, welchen Schlag mein Körper aufgefangen hat.

Doch schon vier Stunden später, beim Arzt, hieß es: einen Monat absolute Ruhe. Wirbelsäulentrauma, Rücken verstaucht, der ganze Körper traumatisiert. Arbeiten schon, aber keine heftigen Bewegungen mehr. Nur noch gehen und liegen. Ich fühlte mich wie ein Pflock. Spürte nichts mehr außer einem großen Chaos in der Energie. Ich, ein Bewegungsmensch, einfach stillgelegt.

Nach einem Monat die erste Behandlung bei der Craniosacral-Therapeutin. Was für ein Schock, als mir mein Körper nach und nach zeigte, was er aufgefangen hat. Mein Körper spricht eine andere Sprache und ihn habe ich nicht „im Griff“. Ich habe es gelernt, in über einem Jahr, nach 30 Physiotherapien, 9 Cranio, einer Miniskusoperation als Folge vom Unfall und immer noch in der Oesteopathie, auf meinen Körper zu hören. Während dieser Zeit habe ich wunderbare Menschen kennengelernt, die mich begleiteten und mir viele gute Tipps mitgegeben haben.

Mein Körper ist heute mein Seismograph. Ich habe auf eine umständliche Weise gelernt, seine Signale wahrzunehmen. Und um wahrzunehmen, braucht es Ruhe und Stille.

Ein wunderbares Geschenk. Ich bin rückblickend sehr dankbar für diese Reise und Erfahrung und natürlich, dass alles wieder komplett in Ordnung kommt.

Noch etwas: Während der ganzen Zeit hat die Versicherung des Unfallverursachers so alle 6-8 Wochen angerufen, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen, was ich in der heutigen Zeit als ausgesprochene Aufmerksamkeit erachte.

Lilian Hildbrand


Zeitblüte 33

Meeting mit meinem Kind

„Mein kleiner Schatz, steh auf, mach dich fertig, zieh dich an, putz dir die Zähne, … Mama muss pünktlich um 8.00 bei einem Termin sein.“

Wieder einmal bin ich zerrissen zwischen meinem Job, den ich liebe und meinem Kind, dem ich gerne meine ganze Aufmerksamkeit schenken will.

„Schätzchen, Mama hat einen wichtigen Termin und möchte daher ganz pünktlich dort sein. Weißt du, das ist mir wichtig und daher brauche ich deine Hilfe.“

Um zu verdeutlichen, wie wichtig der Termin und das pünktliche Erscheinen sind, erkläre ich dies anhand eines kindlichen Beispiels.

„Morgen gehen wir gemeinsam am Nachmittag zum Kasperl und da wollen wir ja auch nicht in der Mitte der Geschichte eintrudeln, sondern schon von Anfang an dabei sein. Deshalb müssen wir pünktlich von Zuhause wegfahren.“

Dieses Beispiel leuchtet ein, meine Tochter beeilt sich und wir kommen ohne Zwischenfälle in den Kindergarten und ich zeitgerecht zum Meeting.

Am nächsten Nachmittag greife ich das Thema wieder auf und betone, wie schön es ist, wenn man für einander da ist. Wir nehmen beide Termine, den beruflichen und das Kasperltheater, gleich wichtig und unterstützen uns gegenseitig.

Um meiner Tochter zu zeigen, wie wichtig sie mir ist, fahren wir ohne Hektik weg und ich schalte mein Telefon für einige Stunden aus. Wir verbringen einen ganz tollen Nachmittag miteinander. Sie erhält ungeteilte Aufmerksamkeit und ich selbst genieße es, die Aufmerksamkeit nicht teilen zu müssen.

Mag. Birgit Kabas


Zeitblüte 32

Manchmal rechts und links schauen …

In unserer Stadt organisieren seit vielen Jahren einige engagierten Menschen eine „Offene Tür“ für Obdachlose. Immer, wenn das Kloster, wo täglich warme Mahlzeiten ausgegeben werden, seine Pforten schließt (um die Räumlichkeiten einmal ordentlich zu putzen), übernimmt diese kleine Gruppe die Verköstigung. Dieser eine Tag im Monat ist bei den Bedürftigen deshalb so beliebt, weil sie ihre Mahlzeit nicht an einer Ausgabe abholen müssen, sondern an liebevoll, der Jahreszeit entsprechend, gedeckten Tischen von uns bedient werden.

Jedes Jahr im August findet unsere „OT“ auf den Rheinwiesen statt, wo eine Art Grill-Treffen veranstaltet wird. Für viele unserer Stammgäste ist dieser Tag einer der Höhepunkte im Jahr, auf den sich wirklich alle freuen.

Vor einigen Jahren, meine Kinder und ich waren auf unseren Rädern zu den nahe gelegenen Rheinwiesen unterwegs, um den Aufbau von Biertischen und Stühlen durchzuführen, geschah etwas, das mich nicht nur sehr stolz, sondern auch nachdenklich gemacht hat:

Einen Tag zuvor hatte sich mein 16-jähriger Sohn eine rote Kapuzen-Sweatjacke gekauft, für die er selbst gespart hatte und die er nun stolz trug. Plötzlich aufkommender heftiger Wind und noch heftigerer Regen ließen unsere „OT“ buchstäblich ins Wasser fallen. Viele waren nur in Sommerkleidung erschienen und froren erbärmlich. In ihrer Not nahmen sich die Leute blaue Mülltüten, zogen sie sich über den Körper, um sich wenigstens etwas gegen das Unwetter zu schützen. So froren wir gemeinsam im Schutz einer Brücke.

Als sich das Treffen viel früher als beabsichtigt auflöste und wir mit dem Aufräumen begannen, fiel mir auf, dass Adrian keine Jacke mehr trug. Ich fragte ihn danach. Mit hochrotem Kopf, aber mit einem Lächeln im Gesicht, antwortete er: „Mama, die hab´ ich verschenkt! Ich habe doch noch so viele Sachen zu Hause.“

In der Ferne sah ich eine Gestalt in einer roten Jacke winken.

Monika Pauly-Stramm


Zeitblüte 31

Mein Luxus

Die Tasse Kaffee, die ich mit meiner besten Freundin trinke, das Buch, das ich mit meinem Mann abends im Bett gegenseitig vorlese, die E-Mails, die ich meinen Freunden schreibe, die weiter weg in einer anderen Zeitzone leben – das ist Luxus, das sind meine Gründe morgens aufzustehen.

Anne Hein


Zeitblüte 30

Spaziergänge im Herbstwald

Gerade in dieser Jahreszeit liebe ich ausgedehnte Spaziergänge im Herbstwald. Die Färbung der Blätter zaubert dieses unvergleichlich goldene und warme Licht, selbst wenn über dem Blätterdach dicke Wolken stehen.

Unter den Füßen rascheln dicke Laubteppiche, die ich mit jedem Schritt schlurfend anhebe. Die Luft ist feucht und riecht leicht modrig – eben nach Herbst!

Ich genieße die Frische auf der Haut, die sich von der spätsommerlichen Restwärme weich anfühlt. Im Morgennebel sind die Gräser noch feucht. Nur mühsam bahnen sich die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch den Schleier – einfach mal anhalten und staunen.

U. S.


Zeitblüte 29

Über den Wolken frei sein

Mein Hobby ist das Segelfliegen. Jeder Moment, den ich oben frei in der Luft sein kann, ist für mich Entspannung, ich kann vom Alltagsstress abschalten und mich nur auf den Moment konzentrieren.

Von oben sehen die Probleme des Lebens aus wie kleine Probleme und für einen Moment ist man FREI. Frei wie ein Vogel über den Wolken. Denn dort oben ist die Freiheit grenzenlos …

N. R.


Zeitblüte 28

„Der Schall des Flügelschlages“

Wenn es mir ein Bedürfnis ist, mich für eine kurze Weile aus dem Alltag, der Hektik, den übergreifenden Reizen zu „beurlauben“, setze ich mich an einen Ort, wo ich mich wohlfühle, wo ich zur Ruhe komme, wo die Sonne auf mich scheint und mich wärmt, oder wo ich am Wasser sitzen, wo ich zur Ruhe kommen kann.

Ich schließe meine Augen und konzentriere mich auf die Geräusche in meiner Umgebung, lasse sie einfach auf mich wirken und durch mich hindurchströmen. Dann versuche ich zehn verschieden Geräusche zu lokalisieren.

Wenn ich ein Geräusch akustisch klar höre und die anderen ausschließen kann, konzentriere ich mich auf das nächste „Nebengeräusch“. Dabei zähle ich mit den Fingern die verschiedenen Geräusche mit. So werden mir ganz viele, oft auch unscheinbare, angenehme Geräusche bewusst. Es sensibilisiert die akustische Wahrnehmung und durch die konzentrierte Aufgabe kann ich wunderbar entspannen und fühle mich danach wach und frisch.

Dorle Friedl


Zeitblüte 27

Raus mit dem Hund

Wenn ich nach einem strapaziösen Tag nach Hause komme, springe ich schnell in bequeme Sachen: Schlabbrige Pullis und ausgebeulte Hosen – so würde ich mich auf Arbeit nie sehen lassen. Mein Hund trampelt inzwischen schon ganz aufgeregt hin und her. Wenn ich dann nach der Leine greife, gibt es für ihn kein Halten mehr. Wir zwei verschwinden nun für eine Stunde im Wald. Ruhig und ausgeglichen kommen wir wieder, bereit, es mit dem Rest des Tages aufzunehmen.

Cornelia Wriedt


Zeitblüte 26

Pilze finden

Tja, ich erhole mich nach einer anstrengenden Woche gern im Wald. Jetzt im Herbst, aber auch im Frühjahr gehe ich gern “Pilze finden”. Dann stehe ich auch sonntags ganz früh auf, frühstücke kurz eine Kleinigkeit und schnappe den Korb. Mit dem Auto geht es an den Waldrand und dann los. Je nachdem, welche Zeit gerade ist, werden die Pilze eingesammelt, die essbar sind und die ich kenne. Vor ein paar Jahren habe ich einen kleinen Kurs mitgemacht, sodass ich auch einige andere Pilze, außer Maronen und Steinpilze kenne.

Das macht richtig Spaß und dabei kann ich Stunden verbringen. Immer bergauf und bergab. Wenn dann das Licht mitspielt und ich auch noch meine Digi-Kamera dabei habe, fotografiere ich die schönsten Pilze – meist Fliegenpilze wegen der Farben.

Das ist für mich pure Erholung. So bekomme ich neuen Schwung für die nächste Woche.

D. W.


Zeitblüte 25

Picknick am See mit Sonnenaufgang

Zur Morgendämmerung ist die Natur so frisch und gereinigt, so energiegeladen und erquickend.

Mindestens einmal im Sommer frage ich meine Tochter am Abend: “Hast du Lust auf ein Picknick zu Sonnenaufgang?” “Jaaaaaa!!!”, erklingt es in meinen Ohren. Meine Tochter weiß dieses Erlebnis zu schätzen.

Um 4 Uhr klingelt der Wecker, es ist ein freudiges Erwachen, denn es erwartet uns ein unvergesslicher Morgen. Heißer Tee und Kakao wird in Thermoskannen gegossen, alles für ein genüssliches Picknick in einen Korb gepackt, warme Kleidung, kuschelige Decken, Fotoapparat und Handtücher dürfen nicht fehlen.

Sanft wecke ich meine Tochter, sie hüpft aus dem Bett, denn sie teilt diese auf uns wartende Freude mit mir. Im dämmrigen Morgen spazieren wir zum Strandbad, breiten unser Picknick aus und genießen die beeindruckende Stille. Wie munter die Tiere um diese Zeit schon sind. Der Himmel wandelt sich von schwarzblauen zum hellblauen Horizont, die Wolken färben sich in alle Rosa- und Orangetöne.

Stille, Ruhe und Nähe – dies genießen wir gemeinsam in eine kuschelige Decke eingepackt.

Plötzlich blinzelt die Sonne am Horizont auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Diesen Moment haben wir sehnsüchtig erwartet. Immer wieder berührt dieser Moment unser Herz.

Sobald die Sonne sich ganz zeigt, hüpfen wir aus unserer wärmenden Schale und springen in den See. Durch die Frische des Morgens erscheint das Wasser überraschend warm. Wir wissen, wie gut diese Überwindung tut, wie wohl man sich danach in der eigenen Haut wieder fühlt.

Frisch gebadet freuen wir uns auf die warme Kleidung, die kuschelige Decke, den heißen Tee und Kakao – und das Frühstück schmeckt unbeschreiblich lecker.

Die Sonnenstrahlen werden immer stärker, langsam erwachen das Dorf und die Geräusche der Zivilisation.

Reich beschenkt genießen wir am Nachmittag unsere wohlverdiente Siesta.

Mag. Eva Steiner


Zeitblüte 24

Der Blick auf die “kleinen” Dinge

Wenn ich in trüber Stimmung bin, nehme ich mir meine Kamera und fotografiere die kleinen Dinge um mich herum, einfach, um sie bewusst wahrzunehmen … einfach das, was mich im Moment anspricht … Das kann eine schöne Farbe sein, grünes Gras nach einem Regen, der blaue Himmel, eine Blüte, die sich gerade öffnet, die fertige Bügelwäsche, ein Käfer oder einfach mal meine Lieblingstasse mit Kaffee.

Einige Fotos kann ich wieder löschen, aber manchmal fällt mir ein schöner Satz oder ein Text dazu ein, den ich dazuschreiben kann. Dann kann ich auch ohne Kamera darauf zurückgreifen.

Karin Nee, Emsland


Zeitblüte 23

Ein schöner Nachmittag mit Mama

Kinder dieser Zeit …

Manchmal ärgere ich mich, dass ich so wenig Zeit für meine Kinder habe. Nach der Arbeit komme ich nach Hause, koche schnell etwas für meinen Großen, fege mit dem Staubsauger durch’s Wohnzimmer und hole anschließend die beiden Kleinen von der KiTa ab.

Am Nachmittag muss ich noch die Wäsche machen, den Kindern eine Zwischenmahlzeit reichen, den ganz Kleinen wickeln und außerdem einkaufen. Genervt antworte ich meiner Tochter (fünf Jahre) auf ihre Frage, ob ich mit ihr spiele: “Keine Zeit!” Abends falle ich dann halbtod auf’s Sofa, um dort noch vor dem Wetterbericht einzuschlafen.

Doch halt! Was (und wem) nützt das ganze Gerenne und Gezerre an der Zeit?

Mittlerweile ist mir doch der Staub im Wohnzimmer egal, die Spülmaschine kann mein (supertoller) Mann (ich danke ihm an dieser Stelle) auch am Abend ausräumen. Und die Wäsche läuft auch nicht weg.

Also bespreche ich erst einmal mit meinem Sohnemann die Hausaufgaben, bereite den Nachmittagsimbiss vor und hole die beiden Kleinen aus der KiTa, um mit ihnen im Park ein gemeinsames Picknick zu veranstalten und einen Supernachmittag zu verbringen.

Am Abend sind die Kinder müde und ich habe sogar noch die Kraft, beim 20.15-Uhr Krimi meine Bluse für den nächsten Tag zu bügeln, während mein Mann die Socken zusammenzieht. So bin ich zwar eine nicht ganz perfekte Hausfrau, aber immerhin eine gute Mutter. Denn was nützt meinen Kindern eine perfekt aufgeräumte Wohnung, wenn doch ein Nachmittag mit Mama viel schöner sein kann.

Ruth F. aus dem Münsterland


Zeitblüte 22

Sehr kostbar, wie die rauchenden Männer in “Momo” wissen

Ihre “Zeitblüten” erinnern mich irgendwie an Julia Cameron’s “artists date”. Auch an Michael Ende’s “Momo”, wo die Blätter von so etwas getrocknet, zu Zigarren gerollt und geraucht werden.

Eine Zeitblüte ist eigentlich das Normalste auf der Welt. Man kann sie in allen Situationen blühen sehen und täte gut daran.

Allein schon das Schreiben dieser E-Mail ist im gewissen Sinne eine Zeitblüte, woher kämen sonst die Buchstaben und der Zusammenhang?

Ich muss dazu ja ein Stück zu mir selbst hinabsteigen. Etwas der Zeit Erwachsenes, kein knorriges Gestrüpp, sondern eine Blüte … Sehr kostbar, wie die rauchenden Männer in “Momo” wissen.

Vielleicht habe ich deshalb so lange darauf gewartet, weil ich eigentlich nicht damit heraus wollte. Es sei denn, Sie sehen diese E-Mail selbst als Zeitblüte.

Norbert Pflanzer


Zeitblüte 21

5 Minuten Wegstrecke vom Alltag entfernt

Im Sommer fahren wir nie in Urlaub. Da wir unser Domizil in einem sehr kleinen Dorf haben, ist man im Nu in Feld und Wald. Von diesen ganz ungerichteten Spaziergängen ist mir einer unvergesslich:

Mein Mann und ich, wir schlenderten in sengender Nachmittagssonne am Kieswerk entlang, an einer Stelle, an der die Baggerarbeiten noch nicht so lange ruhten. Das künstliche Ufer fraß sich in ein Maisfeld, und in der Nähe hatte sich eine Terrassenlandschaft gebildet, auf der wir bizarre Erdformationen überquerten, fast wie in einer Mondlandschaft.

Wir waren die einzigen Menschen weit und breit, ließen uns nieder und schauten in völliger Zeitlosigkeit den Libellen und Rauchschwalben mit ihren kühneleganten Flugmanövern zu. Unweit vom Ufer fanden wir auf dem Kies in Richtung Waldrand noch ein rätselhaftes Tierskelett (ein Schnabeltier, die letzte Dronte?), das unsere Fantasie darüber anregte, ob sich an diesem Ort nicht Urzeit und Science Fiction begegneten.

Selten hab’ ich mich so lebendig gefühlt – mit weit offenen Sinnen und dabei nur fünf Minuten Wegstrecke vom Alltag entfernt.

Martina Roters, werbetexte-professionell.de


Zeitblüte 20

Abseits der Touristenpfade

Ich liebe es, in den vielen kleinen Gassen der Wiener Altstadt spazieren zu gehen, abseits der stark frequentierten Touristen-Einkaufsstraßen, die wunderschönen alten Häuser und Innenhöfe auf mich wirken zu lassen, mich in ein Cafe oder in ein kleines Beisl zu setzen, Zeitungen zu lesen.

Ich kann mich dabei toll entspannen und die Seele baumeln lassen. Die Spaziergänge zu den unterschiedlichsten Zeiten – frühmorgens, in der Abenddämmerung … jedes Mal wirkt die Stadt anders. Die Altstadt abseits dieser Touristenpfade ist für mich einer der schönsten Teile von Wien.

B. H.


Zeitblüte 19

Fröhliche Menschen am Morgen

Ich begrüße jeden Tag freudig. Wir wohnen in einem sehr beschaulichen Stadtteil in der Millionenstadt Berlin.
Jeden Morgen mache ich meine Runde mit dem Fahrrad, kaufe die Zeitung, halte einen Plausch mit den netten Angestellten im Zeitungsladen, ab und zu kaufe ich auch frische Brötchen.

Es ist so toll, morgens fröhliche Menschen zu treffen. Für mich ist es die Zeit der Freude, der Ruhe und für meine mentale Vorbereitung auf den Tag sehr wichtig. Ich richte meinen Blick nach vorne und sage mir: Heute ist mein bester Tag.

Sind Sie schon mal bei Regen mit dem Fahrrad gefahren? Es ist ein tolles Gefühl und Erlebnis, die Regentropfen auf der Haut ersetzen jedes Kosmetikstudio. Es regnet zurzeit sehr stark – ich habe meine Tour beendet, war unter der Dusche und stecke voller Kraft und guter Ideen.

Karla Vorwerk, life-file.de


Zeitblüte 18

Danke für 10 Dinge

Als ich vor ein paar Monaten noch Single war, saß ich ab und zu am Samstagmorgen beim Frühstück und bemitleidete mich. Schon wieder so alleine aufstehen und Kaffee trinken, machte mich traurig.

Ich zog meine Joggingkleider an, lief eine Stunde durch den Wald, achtete genau auf die Blätter, den Boden und atmete die frische Luft ein. Das Selbstmitleid verschwand mit jeder Minute. Ein bisschen zufriedener zählte ich 10 Dinge auf, für die ich dankbar sein kann.

1. Ich kann mich bewegen,

2. ich kann sehen,

3. ich kann die Vögel hören usw.

Wieder daheim sah die Welt nach der warmen Dusche wieder ganz farbig aus. Kein Selbstmitleid mehr, denn ich wusste, früher oder später werde ich nicht mehr alleine Kaffee trinken. Ich wusste, wenn ich für das dankbar bin, was ich habe, werden sich auch die anderen Dinge ergeben, die noch nicht perfekt sind.

R. S.


Zeitblüte 17

Eine Städtereise an unbekannte Orte

Einmal musste ich beruflich ins Ausland fliegen, erfuhr aber morgens am Berliner Flughafen, dass wegen des Streiks am Zielort der Flug um 24 Stunden verschoben war. Wunderbar, ein geschenkter Tag!  Zu Hause traf ich auf die Tochter meines Freundes, bei der der Unterricht ausgefallen war.

Die junge Dame, fast ein Teenager, nahm die Sache in die Hand – und nach kurzem Verhandeln war klar: Sie will schon lange auf den Fernsehturm im Osten, ich schon lange auf den Fernsehturm im Westen der Stadt. Und so sind wir der Stadt auf den Kopf gestiegen.

Wir haben uns auf der Fahrt zwischen den Orten wie Schulfreundinnen unterhalten und zugleich Touristinnen gespielt, haben das Prinzip Zufall über das Restaurant entscheiden lassen, in dem wir dann einen Mittagsimbiss eingenommen haben – und waren angenehm überrascht. Am späten Nachmittag tranken wir Kaffee auf dem Fernsehturm im Osten der Stadt, und von dort haben wir dann den Vater des Kindes angerufen, der nicht sehr weit davon arbeitet.

Und mit relativ geringen Kosten hatten wir einen Tag lang “eine Städtereise an unbekannte Orte” unternommen.

Caroline Elias, akzent-dolmetscherteam.de


Zeitblüte 16

Die “Aura” großer Hotels

Ich genieße es, mich gelegentlich in die Lobby eines großen Hotels zu setzen, ein Buch oder eine Zeitung zu lesen oder die Menschen rundherum zu beobachten. Ich mag die “Aura” dieser Hotels und kann dort herrlich meine Gedanken schweifen lassen.

M. Diros


Zeitblüte 15

Ein Hauch von Neopren und Seewasser

… im Sommer ganz früh raus, zum Achensee, rein in meinen Neoprenanzug und eine Stunde schwimmen, dann beim Bäcker ein Frühstück gekauft, um sieben Frühstück im Büro, den ganzen Tag einen Hauch von Neopren und Seewasser auf der Haut – das gibt Kraft.

DI Dr. Pölzl


Zeitblüte 14

Jungbrunnen

Ich genieße es, mich mit meinem 6-jährigen Sohn zu beschäftigen. Wir spielen Rollenspiele, toben, erfinden eine Quatschsprache, reden über ernste Themen, fantasieren, ich beantworte ihm Fragen, auch wenn ich mal eine Antwort nicht weiß – dann lesen wir es in einem Buch oder im Internet nach.

Das alles ist für mich – wenn auch manchmal körperlich anstrengend – sehr entspannend und belebend, weil ich nicht versuche, mit meinem Wissensvorteil, mit meinen erwachsenen Verhaltensregeln (die heutzutage meistens beruflich sehr stark geprägt sind!) diesen Austausch zu behindern.

Ich versuche die Dinge so zu sehen wie mein Kind – also wie ich selbst vor ca. 35 Jahren: klar, einfach strukturiert, unvoreingenommen, tolerant, ehrlich.

Diese Reflektion und dieses „sich zurücknehmen“ sollten wir Erwachsenen uns – und nicht nur im Umgang mit Kindern – mehr vor Augen führen. Wir sind es, die viele Dinge im Leben verkomplizieren. Auch ich lerne immer wieder Neues und auch wieder Altes, wenn ich mit meinem Sohn spiele, rede, träume oder auch nur kuschele.

Stefan Blizniuk


Zeitblüte 13

Scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten “einfangen”

Wenn ich eine sehr stressige oder anspruchsvolle Zeit hinter mir habe, genieße ich es immer sehr, mir meine Digitalkamera zu schnappen um loszufahren. Meist verfolge ich kein bestimmtes Ziel, sondern setze mich z. B. in eine U-Bahn und fahre bis zur Endstation und beginne dort, die mir fremde Gegend zu erkunden.

Durch das Fotografieren wird man auf scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten aufmerksam, die sich als wunderbar oder ungewöhnlich entpuppen, sodass man dadurch immer etwas Neues erleben kann. Dadurch beginnt man auch im Alltag, Dinge bewusster wahrzunehmen und kann seinen Alltagstrott wunderbar durch die Vielfalt der Welt, die uns stets umgibt, erweitern und bereichern.

Bianca Klein


Zeitblüte 12

Der Blick in die Gesichter der Kinder

Seit dem Tod meines Mannes fahre ich jedes Jahr zur Weihnachtszeit zu meiner Freundin und ihrer Familie nach Spanien, um diese Zeit nicht alleine verbringen zu müssen.

Fernab vom Tourismusrummel kann ich hier noch das echte, spanische Dorfleben genießen und andere Weihnachtsrituale kennenlernen.
Zu Weihnachten gibt es für die Kinder eine Kleinigkeit. Die “großen” Geschenke dann aber erst zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar. Hier im Dorf werden die Geschenke im Rathaus gesammelt. Am 6. kommen alle Bewohner zusammen, die Kinder werden aufgerufen und bekommen ihr Geschenk überreicht.

Es ist immer wieder spannend und anrührend, in die Gesichter der Kinder zu blicken. Ich bin froh und dankbar, dass ich diese Tradition miterleben darf.

Ulrike Ozman


Zeitblüte 11

Die Freude, etwas geschaffen zu haben

Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun. Ich male. Viele Menschen haben mir schon gesagt: “Ja, als Kind habe ich auch gemalt. Aber ich kann nicht male n…!” Und?!

Als Kind kann jeder malen. Oder singen. Oder dichten. Oder werkeln. Oder … Es stimmt schon. Man sollte Prioritäten setzen. Und ich bin jedes Mal erstaunt, wie viel Zufriedenheit mir der “Flow” beim Herstellen eines Werkes gibt. Es ist Abschalten, es ist ein Fließen … und wenn ein Bild dann fertiggestellt ist, ist es ein Schauen.

Die Freude, etwas geschaffen zu haben. Lets do!

Gisa Schall, gisaschall.blog.de


Zeitblüte 10

Eine “Blase” in der Hektik des Alltags

Meine persönliche Zeitblüte ist der wöchentliche Besuch in der Hauptbücherei am Standort Wien/Urban Loritz Platz.

Eine Bibliothek ist für mich ein Ort, an dem die Zeit stehenzubleiben scheint, gleichsam eine “Blase” in der Hektik des Alltags.
Die Bücher als Verbindung der Vergangenheit mit der Gegenwart als Basis der Zukunft …

Wenn man anhand der Bücher als Zeugen der Geschichte betrachtet, was die Welt schon alles erlebt hat, relativiert sich manchmal der Blick auf die eigenen Probleme des Alltages und macht Mut für die Zukunft.

Wolfgang Konczer


Zeitblüte 9

“People always forget what you`ve said or done – but they never forget how you made them feel”

Dieses Zitat hat mir bewusst gemacht, dass ich mit Aufrichtigkeit und Wertschätzung viel weiter komme als mit den besten Argumenten. Wenn ich vor einem schwierigen Gespräch stehe (z. B. Kritikgespräch), dann führe ich mir in Gedanken vor dem Gespräch alle guten Eigenschaften dieses Menschen vor Augen.

Mit dieser innerlichen wertschätzenden Einstellung gelingt es einem, den anderen selbst in einem schwierigen Gespräch nicht persönlich nahe zu treten oder gar zu beleidigen (zumindest hoffe ich, dass mir das immer gelingt).

US


Zeitblüte 7

Die Wohlfühlschachtel

Für Tage, die zunächst nicht ganz toll laufen, habe ich eine Schachtel parat. Darin befinden sich einige Gegenstände, die mir das Wohlfühlen leichtmachen. Meine Lieblings-CD, eine warme Decke, ein schönes Buch, ein duftendes Schaumbad, ein Fläschchen wunderbarer Rotwein, eine Liste mit Telefonnummern von lieben Menschen.

Gerlinde


Zeitblüte 6

Begegnungen mit Menschen sind Mosaiksteine für die Ewigkeit

Ich hatte als Jugendlicher ein prägendes Erlebnis: Meine Großmutter starb im Alter von 87 Jahren. Obwohl sie ein reifes Lebensalter erreichte, hatte ich nie daran gedacht, dass sie einmal nicht mehr da sein könnte. Es tat mir leid, dass ich die letzten Begegnungen mit ihr nicht bewusster erlebt hatte.

Von diesem Zeitpunkt an habe ich Begegnungen mit Menschen sehr bewusst wahrgenommen und Beziehungen im privaten und geschäftlichen Bereich behutsam gepflegt. Die Erlebnisse mit anderen Menschen sind so wertvoll. Sie können uns eine neue Welt erschließen und uns innerlich öffnen für die Wunder des Lebens, die sich oft in kleinen Augenblicken zeigen.

Karl Ebinger


Zeitblüte 5

Picknick

Ich habe mit meiner Familie am Samstag ein Picknick auf einer kleinen Waldlichtung gemacht. Jeder hat für den Picknickkorb etwas Schmackhaftes vorbereitet. Mit den Kindern habe ich dann ein Baumhaus gebaut – ansatzweise sieht es auch danach aus.

Robert Leitgelb


Zeitblüte 4

Spazieren im Möbelhaus

Bei uns in Wien gibt es ein tolles Einrichtungshaus. Manchmal spaziere ich nach einem stressigen Arbeitstag durch die einzelnen Stockwerke und stelle mir das Wohnen in den verschiedenen ausgestellten Wohnwelten vor – dabei kann ich mich unheimlich entspannen.

Ruth


Zeitblüte 3

Entspannung in der Badewanne

Ein Bad nehmen mit wohlriechenden Badeölen, entspannender Musik, einem guten Buch und Kerzen – das ist für mich pure Entspannung.

Ella


Zeitblüte 2

Kurzurlaub auf Sylt

Im letzten September haben mein Mann und ich uns für vier Tage in einer kleinen gemütlichen Pension in Sylt einquartiert. Das Handy haben wir bewusst zu Hause gelassen. Auch haben wir beide keine Uhr in diesen Tagen getragen.

Wir verbrachten die Zeit mit langen Spaziergängen, einer Radtour, viel Lesen, gutes Essen und konnten uns dabei toll erholen. Auch die langen Gespräche haben wir sehr genossen, die in unserem hektischen Alltag meistens zu kurz kommen, da wir beide einen sehr stressigen Beruf haben.

Margareta E.


Zeitblüte 1

Buch aus Kindheit

Ich habe am Wochenende in einer Nacht ein Buch aus meiner Kindheit durchgelesen. Dabei kamen in mir Gefühle und Gedanken hoch, die ich damals als Kind in der Zeit hatte, als ich dieses Buch gelesen habe. Eine seltsame, aber sehr schöne Erfahrung.

h. b.


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Kommentare

  • Alexa

    Tolle Sammlung! Vielen Dank! Habe darin sehr viel Inspiration gefunden!

  • Ernest

    Zeitblüten – eine schöne Bezeichnung! Ich finde die Idee, diese zu sammeln, ganz wunderbar!

  • M. R.

    Obwohl ich normalerweise kein Bedürfnis habe, meine Gedanken mit der Öffentlichkeit zu teilen, hat mich Ihre tolle Seite doch dazu angeregt, meine persönliche Zeitblüte mit Ihnen zu teilen.

  • Die schöne und wertvolle Zeit auf Erden, auch auf Ihrer schönen Seite, sollten alle sinnvoll und von Herzen gestalten sowie immer all ihre Chancen nutzen und vieles positiv verwirklichen, auch um die Wege des Herzens zu gehen sowie ihr Lebensglück zu finden.

    Wie wichtig es doch ist, dass zwei Menschen in einer Beziehung/Partnerschaft folgende Regeln bzw. Grundsätze unbedingt einhalten und beherzigen:

    1.) Jeden Tag sollte man kreativ und positiv gestalten sowie neugierig sein und gemeinsam viel neues ausprobieren, denn Langeweile ist nicht gut für die gemeinsame Zeit und die Liebe.

    2.) Die Freiheit sollte man immer bewahren, denn beide Partner müssen und sollten sich immer frei entfalten können sowie ruhig mal ein paar Tage getrennt voneinander verbringen und allein sein, denn es es tut immer gut, sich nacheinander zu sehnen.

    3.) Zeit füreinander investieren, denn wenn keine Zeit für gemeinsame Gespräche und Unternehmungen vorhanden und möglich ist, dann bedeutet es, dass die Beziehung/Partnerschaft nicht von Bestand ist.

    4.) Verschiedene Interessen pflegen, denn sie müssen nicht unbedingt dasselbe Hobby oder den identischen Freundeskreis haben, denn unterschiedliche Erfahrungen bereichern die Beziehung/Partnerschaft sowie die Liebe.

    5.) Sehr wichtig ist auch der Austausch von Zärtlichkeiten, Gefühlen, Streicheleinheiten usw., denn das ist die Grundlage der Liebe/Zweisamkeit, was zwei bewegt um gemeinsam füreinander immer da zu sein sowie der Nektar des Lebens.

    Günter Wilkening, Minden/Westfalen

  • M. Behr

    Meine Zeitblüte hierzu ist eine Freudenträne und einen Dankeschön, dass ich die Emotionen anderer Menschen erfahren durfte! Welch ein wunderbares Erlebnis! Bin sehr gerührt!

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