Einfach drauflos zu lernen und zu studieren ist in aller Regel nicht von Erfolg gekrönt. Ein Studium verlangt jedem noch so intelligenten Menschen viel ab – und zwar nicht nur in Hinblick auf die Inhalte des Studiums, sondern auch in Bezug auf die Organisation und das Selbstmanagement. Tipps, die ein effizientes Studieren ermöglichen, sind somit für alle Studierenden relevant. Darum gibt es an vielen Universitäten und Hochschulen entsprechende Kursangebote, die sich mit diesem Thema beschäftigen.
Im Folgenden habe ich acht Tipps für ein effizientes Studium zusammengestellt – um also die Lernziele in möglichst kurzer Zeit zu erreichen. Natürlich ist die Dauer des Studiums größtenteils von äußeren Rahmenbedingungen vorgegeben. Aber sie ist auch vom persönlichen Engagement und Vorgehensweise abhängig – und darauf beziehen sich die folgenden Tipps.
Bevor es mit der konkreten Strukturierung von Lerninhalten und der Zielsetzung losgehen kann, muss man sich zunächst einen Überblick über die Lerninhalte selbst verschaffen.
Gerade Studierende sind hier zum Teil auf sich selbst gestellt: Sie bekommen zwar in der Regel von Professoren und Tutoren entsprechende Fachliteratur empfohlen, sie müssen häufig aber selbstständig herausfinden, welche Lerninhalte tatsächlich relevant sind.
Die wesentlichen Lerninhalte zu kennen und einordnen zu können ist die unverzichtbare Basis für weitere Schritte, die das Studieren effizient gestalten.
Ein Ziel vor Augen zu haben ist einer der wichtigsten Garanten für Erfolg. Dies gilt auch beim Lernen und beim Studieren.
Ziele kann man sich dabei in mehrfacher Hinsicht setzen.
Kleine Ziele – wie etwa das Aufstellen eines Tagesplans – motivieren regelmäßig und kontinuierlich, wenn man diszipliniert an der Umsetzung arbeitet. Auch umfangreicher Lernstoff lässt sich so bewältigen, ohne dass dem Lernenden auf dem Weg die Puste ausgeht. Ein großes Ziel vor Augen zu haben – etwa den erfolgreichen Abschluss des Studiums und exzellente Chancen im Traumberuf – motiviert auf lange Sicht.
Eine Lernstrategie zu verfolgen bedeutet, das eigene Lernen gezielt zu steuern. Zu einer individuellen Lernstrategie kann eine Vielzahl einzelner Aspekte zählen.
Bewährte Strategien beim Lernen sind etwa Wiederholungen des Lernstoffes, das Führen von Diskussionen über einzelne Inhalte, das Markieren und Extrahieren wichtiger Schlüsselinhalte, das Anfertigen strukturierter Notizen sowie das Verknüpfen des Erlernten mit bereits vorhandenem Wissen. Lernende müssen dabei immer auch kritisch bleiben, um sicher zu gehen, dass sie keinem Missverständnis aufsitzen.
Individuelle Lernstrategien sollten stets auch durch passende organisatorische Rahmenbedingungen begleitet werden: Wichtige Faktoren können hier die Erstellung eines Zeitplans, das Einplanen von Pausen, Freizeit und Belohnungen sowie das gezielte Setzen von Prioritäten sein.
Der Lernstoff sollte im Idealfall strukturiert werden, damit man den Überblick behält. Den kleinen Lerneinheiten lassen sich wiederum Zeiteinheiten zuteilen, sodass man die Zeit, zum Beispiel bis zu einer Prüfung, optimal nutzen kann. Dabei sollte der Zeitplan möglichst nicht zu eng gefasst werden.
Zeitreserven sollten gezielt eingeplant werden, damit Verzögerungen nicht problematisch werden und demotivierend wirken. Auch sollte genügend Zeit am Ende der Vorbereitungszeit eingeplant werden, in der man das Erlernte überprüfen kann und eventuell auftretende Wissenslücken noch geschlossen werden können.
In einem Lernplan sollten auch ausreichend Pausen berücksichtigt werden. In diesen Pausen kann man wieder neue Kraft für die weiteren Aufgaben schöpfen und das erlernte Wissen sacken lassen.
Auch besonders angenehme Freizeitaktivitäten und kleine Belohnung nach Erreichen eines Teilziels sollten Teil der Planung sein.
Die Lernmotivation steigt nämlich ungemein, wenn man schon während des Lernens weiß, dass nach getaner Arbeit angenehme Abwechslung wartet.
Bei der Wissensaneignung selbst spielen Prioritäten eine wesentliche Rolle. Wer Lernstoff so erschließt, dass er zunächst Basiswissen gewinnt und dieses nach und nach immer mehr vertieft, arbeitet strukturiert und in der Regel erfolgreicher. Zudem gewinnt er ein tieferes Verständnis, da er Zusammenhänge besser erkennen und nachvollziehen kann.
Alle gut gemeinten und fundierten Ratschläge nützen nur wenig, wenn man nicht seinen eigenen Lerntyp kennt und berücksichtigt.
Manche Menschen arbeiten nur unter Druck wirklich gut und effizient. Andere wiederum müssen sich länger auf neue Anforderungen einstellen und benötigen Zeit, um sich Herausforderungen stellen zu können. Manche lernen am besten am Vormittag, andere können am späten Abend gut lernen.
Studierende sollten sich und ihr Lernverhalten aus diesem Grunde gut beobachten und Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehen. Am leichtesten fällt nämlich Lernen dann, wenn man sich nicht verbiegen muss.
Aber man unterscheidet Lerntypen auch hinsichtlich Effektivität der verschiedenen Formen der Informationsaufnahme. Jede studierende Person sollte sich bewusst sein, zu welchem Lerntyp sie gehört. Nur so kann sie sich dem Lernstoff in der für sie optimalen Weise widmen.
Man unterteilt zwischen vier Grund-Lerntypen:
Der visuelle Lerntyp
Dieser Lerntyp behält den Lernstoff am nachhaltigsten, wenn er die Informationen selbst liest. Er kann sich also Gelesenes gut merken. So behält der visuelle Lerntyp beispielsweise beim Lesen der Tageszeitung mehr Informationen im Gedächtnis, als beim Hören der Nachrichten im Radio.
Deshalb sollten Studierende dieses Lerntyps möglichst danach trachten, die Informationsaufnahme über den visuellen Kanal zu fokussieren. Entsprechende Lernhilfen sind Bücher, Lernkarteien, Lernposter, Bilder etc.
Der auditive Lerntyp
Personen dieses Lerntyps können gehörte Informationen am besten behalten. Optimale Informationsbeschaffung für den auditiven Lerntyp bilden Vorträge, Seminare, Kurse etc. Aber auch das eigene (laute) Vorlesen fördert die Effektivität der Lernstoffaufnahme.
Der motorische Lerntyp
Dieser Lerntyp kann sich Informationen gut einprägen, wenn er dabei aktiv, in Bewegung ist, sich den Sachverhalt beispielsweise durch Experimente vor Augen führt. Ideal für ihn ist „learning by doing”.
Laborarbeiten, Workshops, aber auch die unmittelbare Bewegung beim Lernen selbst sollten Personen dieses Lerntyps so weit möglich berücksichtigen.
Der kommunikative Lerntyp
Bei Personen dieser Gruppe spielt die Kommunikation eine wesentliche Rolle – also der Austausch mit anderen, der Dialog. Lernhilfen: Frage-Antworten-Spiele, Lerngemeinschaften, Diskussionsgruppen etc.
Nun gibt es die einzelnen Lerntypen in der Regel nicht in reiner Form, sondern häufig treten sie in Mischformen auf. Wichtig ist es, den eigenen Lerntyp zu kennen und das Lernen entsprechend anzupassen.
Auch Lernen muss gelernt sein. Aus diesem Grunde ist es ratsam, nach Erreichen eines Ziels einen Blick zurückzuwerfen. War der eingeschlagene Lernweg tatsächlich effizient? Wo gibt es Verbesserungspotenzial?
Das sind Fragen, die man sich stellen sollte, wenn ein größeres Ziel, wie zum Beispiel eine Prüfung, erreicht wurde. Die Schlussfolgerungen, die sich aus den Antworten ziehen lassen, helfen bei der nächsten Lern- und Prüfungssituation weiter.
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