Zeitblüte: Was mich erdet …

Von Lesern eingesendete Zeitblüten:

Wenn ich spüre, dass ich angespannt, unausgeglichen, unzufrieden bin, gehe ich in ein hiesiges Altenheim. Dort frage ich bei den Betreuern, welche Bewohner in dieser Woche keinen Besuch hatten bzw. bekommen werden.

Dann nehme ich mir bewusst eine Stunde (oft werden es zwei oder mehr), um mich vorzustellen, um vorzulesen, mich zu unterhalten, ein Spiel zu spielen oder auch mitunter nur, um die Hand zu halten. Je nachdem, was die Person möchte und welche Möglichkeiten (noch) bestehen.

Diese Zeit mit den älteren Menschen und die Gespräche mit ihnen über deren Erlebtes erden mich, machen mich dankbar, demütig für mein Sein und erfreuen mich – immer auch noch im Nachgang – eine lange Zeit.

Selbst bei einem nur „Dasein“ erhalte ich von den Bewohnern sehr oft ein Lächeln oder einen Blick tiefer Dankbarkeit zurück.

Zudem ist es Unterstützung und Hilfe für die Beschäftigten und auf jeden Fall Ablenkung für die Bewohner und eine Bereicherung auch für mich.

Janina

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