Frank Sazama: Tipps zum Umgang mit persönlichen Veränderungen

Jeder von uns wird mit Veränderungen konfrontiert – oft unfreiwillig. Nicht immer ist man darauf vorbereitet.

Veränderungen können uns hart treffen, hervorgerufen durch unerwartete Ereignisse: der Tod einer nahestehenden Person, ein Beziehungsende, eine schwere Krankheit, ein Unfall oder ein anderes traumatisches Erlebnis.

Wie umgehen mit den daraus resultierenden Veränderungen? Wie generell auf Veränderungen reagieren? Hierzu gibt Frank Sazama bewährte Tipps.


Zur Person:

sazama

Frank Sazama ist Koordinator von KMCopenMind und KMCinnovation bei der KUGLER MAAG CIE GmbH in Kornwestheim.

Seine Themenschwerpunkte sind Prozessbewertung und -verbesserung, systematischer Erfahrungs- und Wissenstransfer, Organisationsentwicklung zur lernenden Organisation, Geschäfts- und Projektsteuerung durch Messen, das Verifizieren, Analysieren und Zukunfts- und Innovationsmanagement.

Ebenso ist er als Berater zum Thema Prozessverbesserung und Change Management in Entwicklungsorganisationen tätig.Frank Sazama kann für Fragen und Feedbacks direkt per E-Mail kontaktiert werden.


7-Phasen der Veränderung – ein Modell zum Verständnis

Die Basis für die 7-Phasen der Veränderung hat Kurt Lewin schon 1947 mit einem etwas gröberen 3-Phasen-Modell geliefert:

  • Lewin sprach in der ersten Phase von „Auftauen“ (engl. Unfreezing), dem Vorbereiten einer Veränderung. In dieser Phase findet nach Levin die Bekanntgabe und das Einstimmen auf die kommende Veränderung statt.
  • In der 2. Phase „Bewegen“ (engl. Changing) findet nach Levin die eigentliche Umsetzung der Veränderung statt.
  • In der dritten Phase, dem „Einfrieren“ (engl. Refreezing), geht es dann um die Umgewöhnung und langfristige Etablierung des neuen Zustandes.

Nicht immer kann man sich auf eine Veränderung vorbereiten. Das gilt aus meiner Sicht gerade im persönlichen Bereich. Die Veränderung kommt häufig plötzlich und unerwartet. Wie in der folgenden kurzen Geschichte, die auf dem Film „Ein Zwilling kommt selten allein“ basiert (einige der Leser werden die deutsche Geschichte vom doppelten Lottchen darin wiedererkennen).

Beziehen Sie die nachfolgenden Beschreibungen und Tipps auf diese Geschichte. Ich denke, es wird Ihnen helfen, die Phasen der Veränderung besser zu erkennen.

Ein Zwilling kommt selten allein

Ein typisches Sommercamp irgendwo in den USA. Ein Wald, ein See, einige feste Blockhütten, ein buntes Programm, Betreuer und natürlich viele Kinder. Zwei von ihnen möchte ich Ihnen näher vorstellen.

Hallie – sie kommt aus Kalifornien. Sie ist bei ihrem Vater auf einem Weingut aufgewachsen und hat ihre Mutter nie gesehen. Hallie ist aber trotz ihrer 11 Jahre schon eine starke Persönlichkeit.

Und dann ist da Annie – sie kommt aus London und ist bei ihrer Mutter aufgewachsen, einer bekannten Modedesignerin. Sie hat ihren Vater noch nie gesehen und ist ebenfalls schon eine starke Persönlichkeit.

Jede von ihnen schließt erste Freundschaften und wird zur Leitfigur einer eigenen kleinen Mädchen-Gruppe. Hallie und Annie treffen an einem der ersten Tage des Feriencamps, unerkannt durch die Masken, beim Fechten aufeinander.

Es gibt eine Siegerin und der Handschlag nach dem Gefecht gehört auch für einen Verlierer einfach dazu. Also „Masken runter“ und plötzlich ein Schock. Die beiden Mädchen stehen sich gegenüber und blicken in das gleiche Gesicht. „Warum läuft die mit meinem Gesicht herum?“ Wut kommt auf, nicht nur wegen der Niederlage, auch wegen der verletzten Ehre.

Gegenseitige Streiche werden ausgedacht und umgesetzt. Die jeweils andere muss lächerlich gemacht werden, denn es kann nur eine geben, die weiter ihr bisheriges Leben leben kann. Bei vielen gegenseitigen Streichen bleibt es nicht aus, dass eine erwischt wird. Allerdings wird die andere natürlich gleich mit hinein gezogen.

Allein kann sich keiner eine Niederlage erlauben. So kommt es, dass beide Mädchen ein paar Tage in der Arrest-Hütte verbringen müssen, um über ihr Verhalten nachzudenken und, so hofft die Leiterin des Camps, aufeinander zugehen lernen.

Hallie und Annie beziehen also die Hütte und belegen die jeweils gegenüberliegenden Betten. Nur weit auseinander und nicht zu nah an die Andere heran. Einsamkeit macht sich breit, Nachdenklichkeit kommt hinzu. Jede sucht Trost bei den mitgebrachten Erinnerungen an Zuhause und die Vergangenheit. Heimweh beginnt sich auszubreiten.

Jede bemerkt die Traurigkeit der anderen, aber wirklich offen will sie natürlich keine der beiden zeigen. Plötzlich bricht ein Gewitter los und der Wind bläst die ausgebreiteten Fotos und Briefe durcheinander, welche die Mädchen jeweils in ihrer Ecke der Hütte ausgebreitet hatten.

Gemeinsam schließen sie das Fenster, damit nicht noch mehr Chaos entstehen kann. Sie haben etwas gemeinsam gemacht und nun ist das erste Eis ein wenig gebrochen. Vorsichtig beginnen sie mit dem Aufräumen. Es bleibt nicht aus, dass bei dem Durcheinander jeder Sachen von der anderen in die Hand bekommt. Erste Fragen werden laut, ein erstes Gespräch entwickelt sich. Die Mädchen bewegen sich aufeinander zu.

Eine von ihnen entdeckt ein Foto – nein es ist nur eine Hälfte. Eine Frau ist darauf abgebildet. Als das Mädchen das Foto näher betrachtet, stockt ihr der Atem. Sie kramt in einer Schachtel und zieht ebenfalls ein Foto heraus, besser gesagt eine Hälfte eines Fotos. Jede von ihnen hält nun eine Hälfte des Fotos in der zittrigen Hand. Sie beginnen die Hälften aneinander zu nähern. Es ist die jeweils andere Hälfte des Fotos – es ist EIN Foto.

Zu sehen sind ein Mann und eine Frau – es sind die Eltern von Annie und Hallie. Annie und Hallie sind Schwestern, sie sind Zwillinge – kaum zu glauben. Nachdem der erste Schock überwunden ist, liegen sich die beiden in den Armen. Tränen der Freude fließen. Beide haben sich nun unendlich viel zu erzählen, denn Hallie will alles über ihre Mutter wissen und Annie will alles über ihren Vater wissen.

Nach einer intensiven Reise in die Vergangenheit ist eines klar: Halli geht als Annie nach London zu ihrer Mutter und Annie geht als Halli zu ihrem Vater nach Kalifornien. Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg und es bleibt nur noch wenig Zeit für die gegenseitige Verwandlung, denn bemerken soll den Rollentausch natürlich keiner.

Von dem in der Einleitung erwähnten 3-Phasen-Modell von Levin möchte ich im Folgenden überleiten zu einer Detaillierung in das 7-Phasen-Modell der Veränderung. Aus meiner Sicht kann man das 7-Phasen-Modell deutlich besser auf die persönliche Situation anwenden, denn es beginnt in der ersten Phase mit dem Schock, mit der plötzlichen Veränderung.

Schock

Phase 1: Schock beschreibt die Situation nach der Bekanntgabe bzw. nach der Konfrontation mit der Veränderung. In vielen Situationen, die plötzlich auf Sie zukommen und eine wesentliche Veränderung ankündigen, kann von einem „Schock“ oder zumindest von einer großen Überraschung gesprochen werden.

TIPP: Suchen Sie jemanden, mit dem Sie die Situation besprechen können, dem Sie Ihre Befürchtungen und Gefühle mitteilen können.

TIPP: Versuchen Sie an ähnliche Ereignisse zu denken und an die anschließende Bewältigung. Schöpfen Sie hieraus Kraft und Zuversicht, denn Sie haben Ähnliches wahrscheinlich schon einmal gemeistert.

Verneinung

Phase 2: Verneinung beschreibt die ablehnende Haltung gegenüber der notwendigen Veränderung. Diese Phase ist entscheidend für den Veränderungsprozess, denn hier ist der Widerstand aber auch der Selbstschutz am intensivsten. Der Hang zur bisherigen Situation bzw. Verhaltensweise ist ebenso intensiv wie die Ablehnung etwas zu verändern.

TIPP: Versuchen Sie einmal sich in die Lage einer anderen, Ihnen bekannten Person zu versetzen und überlegen Sie, wie diese Person in Ihrer Situation reagieren würde. Überlegen Sie, welche Stärken die Person für die Bewältigung der Situation einsetzen würde. Haben Sie ähnliche Stärken oder wo liegen Ihre Stärken? Wie können Sie Ihre Stärken zur Bewältigung Ihrer Situation einsetzen?

TIPP: Überlegen Sie systematisch, welche negativen Auswirkungen die neue Situation aus Ihrer Sicht haben kann. Seien Sie gern destruktiv, ABER gehen Sie auch einen Schritt weiter. In jedem Risiko bzw. Negativsituation liegt auch eine Chance. Denken Sie ebenso systematisch über Chancen und Möglichkeiten nach.
Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass Sie nicht darüber nachdenken, was andere machen sollten oder müssen. Denken Sie an sich, an Ihre Stärken, an Ihr Können und erarbeiten Sie daraus Ihre Chancen.

Einsicht

Phase 3: Einsicht beschreibt das Ergebnis einer ersten Reflektion der eigenen Situation und des Verhaltens in der Vergangenheit. Ein Sprichwort besagt:

„Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“

Hier passt es sicherlich sehr gut. Nach der Ablehnung ist es die Grundlage für alle kommenden Schritte auf dem Weg zur Veränderung. Sie werden spüren, dass Ihr Verhalten und Ihre negativen Gedanken sehr viel Energie in Anspruch nehmen. Es bedeutet eine Einschränkung und deutlich weniger Spaß und Freude für Sie.

Sie sollten beginnen, in Ihrer Situation die negative Seiten zu sehen und anfangen nach vorne zu blicken. In dieser Phase treten Gefühle der Frustration auf, die durch die Verwirrung und die Unsicherheit mit dem Umgang der notwendigen Veränderung begründet werden.

TIPP: Versuchen Sie heraus zu finden, was hinter Ihrer Ablehnung steck. Versuchen Sie die Ursachen zu erkennen. Allein die Erkenntnis der Ursachen lässt Sie einen Schritt weiter kommen.

Akzeptanz

Phase 4: Akzeptanz beschreibt das „Tal der Tränen“, es beschreibt den tiefsten Punkt der eigenen Wertschätzung im Umgang mit der Veränderung.

Die Realität und Andersartigkeit der neuen Situation wird endlich akzeptiert. Weiter wird realisiert, dass es notwendig ist, alte Gewohnheiten, Einstellungen oder Verhaltensweisen aufzugeben, um sich der neuen Situation anpassen zu können.

Menschen in dieser Phase sind oft frustriert oder deprimiert, weil sie noch nicht wissen, wie sie aus dieser unangenehmen Phase herauskommen können.

Beginnen Sie für sich allein über die Situation nachzudenken und sie zu akzeptieren. Immer noch macht sich ggf. Traurigkeit oder Ablehnung breit. Jetzt ist es wichtig, sich in seiner Traurigkeit zu öffnen. Suchen Sie nach Menschen, die ihnen helfen können. Sie werden sie finden.

TIPP: Würdigen Sie die bisherigen Verhaltensweisen. Überlegen Sie, welche Dinge auch in Zukunft sinnvoll anzuwenden sind. Stellen Sie aber auch klar, was hinter Ihnen bleibt und nicht mehr zu verwenden ist.

Ausprobieren

Phase 5: Ausprobieren. Es ist die Phase des Neulernens, die Phase der Experimente und des Probierens. Es ist die Phase des Herantastens an die neue Situation. Dabei sind natürlich Irrwege, Irrtümer und Rückschläge nicht ausgeschlossen und somit ist auch ein Rückfall in die Phase 2 „Verneinung“ durchaus möglich. Es ist also Vorsicht angesagt beim Erfahrungen sammeln, welche die Unsicherheit Stück für Stück weichen lassen.

TIPP: Starten Sie Gedankenspiele und kleine Experimente sowie eine erste Erfahrungssammlung. Lassen Sie Fehler zu und lernen Sie aus diesen. Probieren Sie neue Dinge aus und geben Sie nicht auf, auch wenn es am Anfang einmal schief geht.

TIPP: Nutzen Sie die Walt-Disney-Methode, um neue kreative Ideen zu entwickeln.

Dabei schlüpfen Sie zuerst in die Rolle des Träumers. Er ist subjektiv orientiert und enthusiastisch, enthält sich aber eines praktischen Urteils zu einer Idee oder Analyse. Schreiben Sie auf, was Ihnen gerade in den Sinn kommt, ohne es in irgendeiner Form zu bewerten.

Dann nehmen Sie als Realist einen pragmatisch-praktischen Standpunkt ein. Sie entwickeln Aktivitätenpläne und untersuchen die notwendigen Arbeitsschritte, -mechanismen und Voraussetzungen.

Als drittes wechseln Sie in die Rolle des Kritikers und fordern die bisherigen Rollen und deren Ergebnisse heraus, indem Sie die Vorgaben der anderen prüfen. Ziel ist konstruktive und positive Kritik, die mögliche Fehlerquellen identifizieren hilft. Jetzt gehen Sie wieder zurück in die Rolle des Träumers, um mit kreativen Ideen die Bedenken des Kritikers zu zerstreuen bzw. die anfänglichen Ideen auf kreative Art zu ergänzen.

Erkenntnis

Phase 6: Erkenntnis – Dieses ist die Phase des Lernens, es ist die Phase der Beantwortung von Fragen, der Begründungen und des Verstehens. Es ist die Phase, in der klar wird, warum ein Wandel notwendig ist und wie die Zukunft aussehen kann.

TIPP: Würdigen sie die bisherigen Ergebnisse und halten sie Erfahrungen fest. So beginne sie mit der nächsten Phase, der …

Integration

Phase 7: Integration. In dieser Phase werden neue positiv erlebte Verhaltensmuster in das bisherige Verhalten langfristig integriert. Es breitet sich bei den Beteiligten eines Veränderungsprozesses das Gefühl einer erweiterten Kompetenz bzw. einer Bereicherung ihrer persönlichen Erfahrung aus. Durch dieses positive Gefühl gestärkt wird die langfristige Veränderung nochmals gefestigt.

TIPP: Seien Sie sich dieser 7 Phasen eines Veränderungsprozesses bewusst. Allein das Bewusstsein hilft schon bei der Verkürzung der Zeitspanne eines solchen Veränderungsprozesses.

TIPP: Das Selbererleben eines solchen Veränderungsprozesses hilft bei der Begleitung z. B. als Coach oder Mentor. Denken Sie einmal über Ihre ganz persönlichen Veränderungen nach und schreiben Sie diese vielleicht sogar als Beispiele auf. Orientieren Sie sich dabei an den beschriebenen 7 Phasen zur Strukturierung.

TIPP: Versuchen Sie die Akzeptanz möglichst schnell zu erreichen, denn dadurch ist die Unsicherheit und die Negativerinnerung an die Veränderung deutlich geringer und erleichtert in Zukunft weitere Veränderungen.

TIPP: Helfen Sie den Beteiligten beim Übergang von Phase 4 „Akzeptanz“ zur Phase 5 „Ausprobieren“ durch einen Coach bzw. Mentor. Nicht jeder ist der geborene Forscher. Nicht immer ist es vorteilhaft, das Probieren und Experimentieren ohne Hilfe und Erfahrung von außen zu starten und umzusetzen. Auch hier besteht die Möglichkeit Kraft, Energie und Zeit zu sparen.

Das Verständnis der 7 Phasen hilft beim Umgang mit Veränderung wesentlich weiter. Wenn Sie aber nicht immer warten wollen, bis eine Veränderung nach der anderen auf Sie zukommt, ohne dass Sie vorbereitet sind, dann gehen Sie einen Schritt weiter: Gehen Sie aktiv mit Veränderung um.

Zum aktiven Umgang mit Veränderung habe ich Ihnen folgend weitere Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Es wird sich etwas ändern!

Seien Sie sich klar darüber, dass die Welt nicht stehen bleibt, dass sich etwas ändern wird. Das können zum Beispiel die Lebensumstände im privaten Umfeld sein. Der vertraute Nachbar zieht aus, der Bäcker um die Ecke muss einem Supermarkt weichen, Ihre Kinder kommen in die Schule oder gehen für ein Studium in eine andere Stadt. Veränderung geschieht überall. Die Aufgaben im Beruf verändern sich, der Markt für Ihre geschäftlichen Angebote verändert sich, die Umwelt verändert sich.

Veränderung ist überall und Sie sollten sich einfach klar sein: Es wird sich auch bei Ihnen etwas ändern.

Tipp 2: Seien Sie auf Veränderungen vorbereitet!

Diese Vorbereitung kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Wichtig ist, dass Sie sich mental auf eine Veränderung vorbereiten, dass Sie sich überlegen, wie Sie mit kommenden Veränderungen im Grundsatz umgehen wollen.

Beispielsweise beschreibt Jim Dator vier Haupttypen an Szenarien, in denen sich die Zukunftsvisionen der Menschen im Allgemeinen bewegen:

  1. Wachstum: Alles geht in etwa so weiter wie bisher, nur etwas mehr davon.
  2. Kollaps: Wir haben die Welt oder uns überstrapaziert und büßen dafür mit einem großen Knall.
  3. Nachhaltigkeit: Wir finden Möglichkeiten die Zukunft so zu steuern, dass sie tragfähig bleibt.
  4. Transformation: Die Spielregeln ändern sich durch Innovation, dadurch wird die Zukunft aber wenig voraussagbar.

Alle vier Fenster haben ihre Stärken, aber auch ihre blinden Flecken. So sollte man sich darin schulen, neben dem eigenen Standardszenario auch die anderen entwerfen zu können.

Versuchen Sie also die kleinen Anzeichen der Veränderung – zum Beispiel in die 4 genannten Szenarien – zu integrieren.

Tipp 3: Beobachten Sie die Veränderungen!

Beobachten Sie die kleinen Veränderungen zuerst, dann sind Sie besser auf die kommenden großen Veränderungen vorbereitet. Suchen und beobachten Sie also bewusst die kleinen Veränderungen. Entwickeln Sie ein Gespür gerade für die kleinen Veränderungen, seien Sie sensibel und lassen Sie sich nicht von der Gleichförmigkeit einnebeln.

Nutzen Sie die Anregungen von Stephan Magnus.

In seinem Abenteuer Zukunft No.17 – „Der Heimtrendforscher” hat er folgenden Vorschlag erläutert:

  • Betrachten Sie sich die Trendentwicklung für Ihr Thema auf Google Trends. Überlegen Sie, woher die Schwankungen zu bestimmten Zeitpunkten kommen und was Ihnen das über die Mechanismen sagt.
  • Nehmen Sie Einflussfaktoren aus jetzigen und zukünftigen Entwicklungen der Technologie, bei Kunden, Markt, Konkurrenz, möglichen Ersatzprodukten, staatlichen Vorschriften, der Kultur oder auch Ihren eigenen Ressourcen. Haben Sie eine Liste der Einflussfaktoren, gehen Sie damit in Google Trends und schauen sich die Entwicklung der einzelnen Faktoren an. Überlegen Sie sich, was für die Schwankungen, Ausreißer, Auf- oder Abschwünge in den Trends verantwortlich ist.
  • Daraufhin erstellen Sie Ihre wahrscheinliche Zukunftsprognose für die Faktoren und als Effekt auch für Ihr Thema und verschiedene Szenarien. Je nachdem, welche Dinge die Trends beeinflussen können.

Tipp 4: Passen Sie sich schnell an Veränderungen an!

Passen Sie sich schnell an Veränderungen an, dann haben Sie mehr Zeit für die Stabilität zwischendrin.

Flexibilität bekommt einen neuen Stellenwert und rückt sicher in den Mittelpunkt des Interesses. Flexibilität oder Anpassungsfähigkeit wird ja als die Fähigkeit eines Lebewesens oder einer Gesellschaft zur Veränderung oder Selbstorganisation bezeichnet.

Diese Veränderung oder Selbstorganisation ist die Reaktion auf die veränderten äußeren Umstände im Sinne einer veränderten Wechselwirkung zwischen den Akteuren oder ihrer Umgebung. Kurz gesagt ist es die Fähigkeit, sich auf geänderte Anforderungen und Gegebenheiten einer Umwelt einstellen zu können.

Je schneller wir also in der Lage sind, die alten Dinge hinter uns zu lassen, desto schneller können wir die neuen Dinge genießen. Oft ist dies eine Sache, die in unserem Kopf entschieden wird.

Wir brauchen also die ersten 3 Tipps, um auf eine flexible Reaktion gut vorbereitet zu sein.

Tipp 5: Verändern Sie sich!

Verändern Sie sich und passen Sie sich den kleinen Veränderungen an, dann wird die kommende große Veränderung nicht mehr ganz so groß sein.

  • Der vertraute Nachbar zieht aus: Sie werden sicher einen Weg finden, um mit ihm in Kontakt zu bleiben. Ein neuer Nachbar wird kommen und wenn Sie sich auf ihn einlassen, kann er Ihr Leben bereichern.
  • Der Bäcker um die Ecke muss einem Supermarkt weichen: Gehen Sie am neuen Standort des Bäckers einkaufen, erkunden Sie die neue Gegend, erforschen Sie neue Wege, organisieren Sie einen Bringservice, damit Sie und die bisherigen Kunden nicht auf die frischen und guten Brote verzichten müssen.
  • Die Aufgaben im Beruf verändern sich: Stellen Sie sich den neuen Aufgaben, lernen Sie etwas dazu, erweitern Sie Ihr Können, steigern Sie Ihren persönlichen Wert.

Vergessen Sie bei all dieser Veränderung aber eine wichtige Bedingung nicht:

Geben Sie nicht alles auf!

Seien Sie sich der notwendigen Veränderung und des daraus resutlierenden Umfangs ganz bewusst. Seien Sie sich klar über die Veränderung, aber auch über die Konstanz, also über das, was bleibt und für die Zukunft nützlich ist.

Tipp 6: Kosten Sie das Abenteuer “Veränderung” aus!

Kosten Sie das Abenteuer Veränderung aus und lassen Sie es sich gut gehen. Leben bzw. erleben Sie den Moment positiv und verschieben Sie nicht alles in die Zukunft.

Da fällt mir zum Beispiel ein Text ein, den ich immer wieder mal im Radio höre. Es ist einer der vielen „Gute-Laune-Sender“, die es auf der Fahrt von Süd nach Nord oder Ost nach West viele gibt:

“Heute ist Mittwochabend und nun sind es nur noch 2 Tage bis zum Wochenende. Dann ist endlich wieder Zeit für Party und Spaß.”

Als wenn nur die Wochenendparty den Spaß bringen könnte, als wenn die Hörer nur darauf warten würden, dass das Wochenende näher kommt und als wenn sie aktuell bei ihrer jetzigen Beschäftigung – sei es im Job, in der Schule oder zu Hause – keinen Spaß hätten.

Das Abenteuer der Veränderung, Anpassung und Flexibilität können wir täglich erleben und wir können jeden Tag etwas dazulernen und unseren Spaß haben.

Für mich ist das eine Sache der Einstellung, denn wenn ich nur von Wochenende zu Wochenende lebe, dann sollte ich sicher etwas verändern. Das Leben ist zu kurz, um 5 von 7 Tagen in der Woche auf den Spaß zu warten.

Starten Sie das Abenteuer Veränderung, starten Sie mit Tipp 1 und fangen Sie an, sich vorzubereiten.

Das Gleiche gilt für die Menschen, die sich eine Veränderung vornehmen, die weit in der Zukunft liegt. „Wenn ich erst einmal in Rente bin, dann …“ Das Warten auf die Rente kann lange dauern, die Veränderung ist gravierend und somit sicher nicht einfach zu bewältigen, wenn sie dann plötzlich eintritt.

Starten Sie schon heute mit den kleinen Veränderungen, bereiten Sie sich auf eine solche Veränderung Stück für Stück vor und warten Sie nicht die nächsten Jahre.

Sie können nicht wissen, wie sich Ihre Umgebung verändert. Es sei denn, Sie haben sich ein wenig den Tipp 3 zu Nutze gemacht. Absolute Sicherheit bekommen Sie aber auch durch die Beobachtung und die Entwicklung von Szenarien nicht.

Tipp 7: Machen Sie sich darauf gefasst, sich schnell zu ändern!

Machen Sie sich darauf gefasst, sich schnell zu ändern und haben Sie Spaß daran.

Beachten Sie dabei aber, dass es hier nicht ausschließlich um die schnelle Anpassung bei großen Veränderungen geht. Es geht auch um die schnellen Reaktionen bei all den kleinen Veränderungen, die sie umgeben. Geben Sie auch nicht auf, nach Neuem und nach Veränderungen Ausschau zu halten.

Bewahren Sie aber auch die Konstanz und die Ruhe. Wir Menschen brauchen die Konstanz, die Geborgenheit, die Vertrautheit.

Je schneller wir uns aber verändern, je kürzer also die Zeit der Veränderung ist und je besser wir uns darüber klar sind, dass wir uns schnell ändern müssen, desto mehr Zeit haben wir für die Konstanz.

Nutzen Sie Ihre Energie für eine schnelle bewusste Veränderung und nicht für das lange Nachdenken, Grübeln und Abwägen aller Vor- und Nachteile einer Veränderung.

Denken Sie daran:

Es wird sich etwas ändern. Seien Sie vorbereitet auf die Veränderung. Beobachten Sie die kleinen Veränderungen in Ihrer Umgebung, passen Sie sich schnell an diese kleinen Veränderungen an, haben Sie Spaß am Abenteuer Veränderung.

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