Wozu ein Unternehmensleitbild?

Ein Unternehmensleitbild stellt eine Dokumentation dar, in welcher (im Idealfall) die im Unternehmen gültigen Werte und die Vision sowie die Strategie zur Realisierung dieser Vision formuliert sind.

Das Leitbild dient der Identifikation, stellt also auch eine Art Visitenkarte des Unternehmens dar. Ebenso bietet es Orientierung und weist die Richtung  – wie ein Leuchtturm.

Betrachten wir diese Definition mal etwas genauer, beginnend bei der Vision.

Die Vision

Grundsätzlich sollte jedes Unternehmen eine Vision haben, also eine Vorstellung, was mit dem Unternehmen erreicht werden soll. Die Vision dient somit der Orientierung, der Richtungsvorgabe.

Die Vision beschreibt also einen idealen Zustand in der Zukunft. Aus dieser Vision ergeben sich Ziele.

Um die Vision real werden zu lassen, um eben die Ziele zu erreichen, ist ein strategisches Vorgehen erforderlich. Hierfür werden Maßnahmen formuliert, deren Umsetzung das Unternehmen Richtung Vision bewegt.

Die Werte

Nun zu den Werten. Worauf wird im Unternehmen wert gelegt? Was wird von jedem einzelnen im Unternehmen erwartet, was ist erwünscht? Die Antworten auf diese Fragen führen zu den Unternehmenswerten.

Die Formulierung der Vision und der Werte ergibt das Unternehmensleitbild.

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Leitbild – wie ein Leuchtturm, der den Weg weist und auch bei Widrigkeiten Orientierung bietet

Wozu ein Unternehmensleitbild?

Ein Unternehmensleitbild bietet den Mitarbeitern, aber auch der Führungsebene einen Orientierungsrahmen.

Handlungen und Entscheidungen sollten auf Basis des Unternehmensleitbildes getroffen werden. Das Leitbild soll Handlungssicherheit bieten. Auch der gewünschte Umgang miteinander, sei es zwischen den Mitarbeitern selbst, zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten, aber auch mit Kunden sollte im Unternehmensleitbild formuliert sein – also eine Art Verhaltenskodex.

Häufig wird das Unternehmensleitbild – oft auch nur ein Teil davon – nach außen getragen. Es soll also das Unternehmen präsentieren.

Wie vorgehen bei der Erstellung eines Leitbilds?

Nun gibt es hierfür mehrere Möglichkeiten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

Beauftragung einer externen Agentur

Es gibt Agenturen, die mit der Ausarbeitung eines Unternehmensleitbildes beauftragt werden können.

Vorteile:

  • spezialisierte Agenturen bringen entsprechendes Know-how und Erfahrungen ein
  • sie können damit die Ausarbeitung effizienter gestalten

Nachteile:

  • Agenturen erhalten meist nicht den tiefen Einblick in das Unternehmen, um ein Leitbild auszuarbeiten, das dem „Geist“ des Unternehmens entspricht und damit von den Mitarbeitern angenommen und getragen wird
  • es besteht die Gefahr, ein „austauschbares“ Unternehmensleitbild zu erhalten
  • häufig kostenintensiv

Das Unternehmensleitbild wird vom Inhaber bzw. gemeinsam mit der Führungsebene erstellt

Vorteile

  • je weniger Personen an der Ausarbeitung beteiligt sind, desto geringer der Zeitaufwand
  • sie kennen das Unternehmen am besten

Nachteile

  • es besteht die Gefahr, dass das Leitbild von den Mitarbeitern nicht angenommen wird, sich diese also nicht danach richten (wollen)
  • je mehr das formulierte Leitbild von den Vorstellungen der betroffenen Gruppen abweicht, desto größer die Widerstände und die möglichen Einflüsse allgemein auf das Unternehmen; bestenfalls wird das Unternehmensleitbild dann ignoriert

Das Unternehmensleitbild wird unter Einbeziehung der Mitarbeiter erstellt

Das kann natürlich auch nur eine Vertretergruppe sein.

Vorteile

  • damit wird am ehesten eine breite Akzeptanz und damit hohe Wirkung erreicht

Nachteile

  • je mehr Personen bzw. Interessensgruppen beteiligt sind, desto zeitintensiver

Die Ausarbeitung

Nachdem die Entscheidung für die Ausarbeitung eines Unternehmensleitbildes unter Einbeziehung der Mitarbeiter gefallen ist, gilt es, ein entsprechendes Team zusammenzustellen.

Die Teambildung richtet sich unter anderem nach der Größe des Unternehmens und den einzubeziehenden Entscheidungsträgern. Dabei kann es durchaus Sinn machen, verschiedene Abteilungen bei der Ausarbeitung einzubeziehen.

Je mehr Personen und damit Interessensgruppen beteiligt sind, desto konfliktreicher und aufwendiger kann dieser Prozess ablaufen. Andererseits steckt darin auch die Chance für ein Unternehmensleitbild, das eine breite Akzeptanz erreicht und mit dem sich die Beteiligten identifizieren können. Denn nur dann wird es auch seine volle Wirkung zeigen können.

Die Struktur

In der Praxis hat sich folgende Struktur bewährt:

  • (Vision)
  • (Strategie)
  • Leitmotto
  • Leitmotiv
  • Ausformulierung der einzelnen Punkte (Leitsätze)

Die eingangs erwähnte Vision und die Strategie habe ich deshalb in Klammer gesetzt, weil sie zwar im Leitbild berücksichtigt werden sollte, aber in der Regel nicht für die Öffentlichkeit (Kunden, Geschäftspartner etc.) bestimmt ist. Sie wird also nicht nach außen transportiert.

Das Leitmotto bringt das Leitbild des Unternehmens in einem Satz auf den Punkt. Dieser sollte möglichst einprägsam und kann dabei durchaus auch eine Art Werbeslogan für das Unternehmen sein.

Das Leitmotiv stellt eine kompakte Zusammenfassung in wenigen Sätzen dar, die den Sinn, die generelle Ausrichtung des Unternehmens wiedergibt.

Dann folgt eine Auflistung der einzelnen Punkte, die ausführlicher beschrieben werden. Diese Punkte können weiter in Gruppen zusammengefasst werden, z.B.

  • allgemein das Unternehmen betreffend
  • die Führungsebene betreffend (Führungsleitlinien)
  • die Mitarbeiter betreffend
  • das Team betreffend
  • den Kunden betreffend etc.

Die Antworten auf die folgenden Fragen können Sie als Grundlage für die einzelnen zu berücksichtigenden Punkte heranziehen:

  • Warum gibt es unser Unternehmen?
  • Worin liegt die Stärke unseres Unternehmens?
  • Wie definieren wir Qualität?
  • Wie kommunizieren wir miteinander, wie gehen wir miteinander um (Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Mitarbeiter/Führungsebene, mit Kunden)?
  • Definition des „idealen Mitarbeiters“
  • Welches Verhalten wird von den Mitarbeitern von der Führungsebene gewünscht?
  • Was wird von wem/von welcher Abteilung erwartet?
  • Worauf kann der Kunde bei uns zählen?
  • Was bieten wir unseren Mitarbeitern?
  • Wo wollen wir uns engagieren?
  • Wie wollen wir nach außen wirken, welches Bild wollen wir vermitteln?

Damit das Leitbild auch gelebt wird

Gut, das Unternehmensleitbild ist formuliert und von allen Beteiligten abgesegnet, am besten auch noch in einer optisch ansprechenden Broschüre ausgearbeitet. Damit es aber nicht nur ein reines Schriftdokument bleibt, das in einer Schublade auf Nimmerwiedersehen verschwindet, sollten alle im Unternehmen jederzeit Zugriff darauf haben.

Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten: Es soll an einer für jeden zugänglichen Stelle aufgelegt bzw. veröffentlicht werden. Zusätzlich soll der Zugriff im Intranet jederzeit gewährleistet sein.

Nach der Ausarbeitung soll das Unternehmensleitbild auch verbal kommuniziert werden, beispielsweise in einem eigens dafür einberufenen Meeting. Jeder im Unternehmen soll über den Inhalt und den möglichen Zugriff auf die Broschüre Bescheid wissen.

Auch soll immer wieder auf das Unternehmensleitbild hingewiesen werden. Hier ist vor allem die Führungsebene gefordert. Nur so kann gewährleistet werden, dass sich der Inhalt ins Bewusstsein aller einprägt und die Unternehmensleitlinien von allen getragen und aktiv gelebt werden.

Zum Weiterlesen:

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