Der Begriff Trinkgeld stammt aus Zeiten, in denen es üblich war, dass die „reichere Gesellschaft“ ihren Dienern ab und an ein paar Extra-Münzen zukommen ließ, um „sich zu betrinken“.
Trinkgeld ist in unseren Breiten durchaus üblich und wird nicht nur aus reiner Höflichkeit oder als Zeichen für einen zur Zufriedenheit gebotenen Service gegeben. In vielen Ländern gehört diese Extrageld sogar zum festen Bestandteil des Einkommens – das ist insbesondere häufig im Gastronomiebereich der Fall.
Dennoch ist das Geben von Trinkgeld immer noch freiwillig. Aber wie viel Trinkgeld ist üblich?
Die Höhe dieses Extrageldes ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Zum einen vom Land selbst, von der Branche und natürlich auch davon, ob man mit dem Service bzw. der Leistung zufrieden war.
In Deutschland und hier in Österreich liegt man richtig, wenn man sich an 5-10% des Rechnungsbetrages als Richtwert orientiert. Diesen Richtwert kann man generell für Länder heranziehen, in denen Trinkgeld üblich ist. Nur in den USA geht man von 15-20% aus.
Es gibt sogar eine Trinkgeld-Faustregel bezogen auf die Länder:
Je nördlicher, umso weniger Trinkgeld wird erwartet.
Natürlich gibt es auch hier einige Ausnahmen. Bevor man ein Land besucht, sollte man sich ohnehin umfangreiche Informationen über den Zielort einholen. Dazu gehört auch das Wissen über das übliche Trinkgeld.
Eine Übersicht zur Höhe des Trinkgeldes in den verschiedenen Ländern finden Sie hier.
Wenn man vom Service besonders angetan ist, kann man als Zeichen der Zufriedenheit natürlich etwas zum üblichen Wert draufgeben.
Lässt der Service zu wünschen übrig, sollte man sich nicht scheuen, kein Trinkgeld zu geben. Das ist auch eine Form des Feedbacks und sollte vom Servicepersonal als Fingerzeig für Verbesserungspotenzial wahrgenommen werden. Natürlich kann man auch den Grund für die Unzufriedenheit mitteilen.
Aber auch Trinkgeld in Verbindung mit einem aufrichtigen Lob sorgt beim Empfänger für Freude und Wohlwollen. Und diese Freude kommt einem beim nächsten Besuch wieder zugute.
Abschließend noch ein Tipp aus eigener Erfahrung:
Es ist noch nicht lange her, da hatten wir einen Familienurlaub in einer Bungalow-Anlage in südlichen Gefilden verbracht. Täglich kam das Servicepersonal vorbei, um die Räumlichkeiten zu reinigen. Schon am ersten Tag hatten wir eine kleine „mancia“ auf unser Bett gelegt. Während unseres Aufenthalts begegnete uns das Personal äußerst freundlich, zuvorkommend und es war stets alles picobello.
Eine bekannte Familie bezog den Bungalow neben uns. Sie waren mit dem Service des gleichen Personals überhaupt nicht zufrieden.
Daraus schließe ich: Oft kann es durchaus vorteilhaft sein, schon „früher“ Trinkgeld zu geben und nicht erst bei der Abreise. Spricht zwar nicht unbedingt für das Personal, wenn die Qualität des Service vom Trinkgeld abhängig gemacht wird, aber in diesem Fall war es wohl so.
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