Entspricht Ihre Berufswahl Ihrem Traumberuf?

Wohl wenige Menschen können von sich behaupten, dass sie ihren “Traumberuf” ausüben. Also einem Beruf nachgehen, der den eigenen Wünschen, den eigenen Vorstellungen vollkommen entspricht.

Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, kenne ich kaum jemanden, der von sich behauptet, seinen Traumberuf gefunden zu haben. So gibt es einige Personen, die “recht zufrieden” mit ihrem Beruf sind, die Mehrheit ist aber weniger glücklich damit.

Es ist vielmehr ein Job, der eben den Zweck erfüllt, dass jeden Monat ein gewisser Betrag am Konto einlangt.

Nun ist es ja so, dass jeder seine eigenen Vorstellungen vom Traumberuf hat. Was für den einen als attraktiv gilt, ist für andere nicht wirklich erstrebenswert.

Mögliche Gründe für die getroffene Berufswahl

Die Umstände, die zum gewählten Beruf – und eben nicht zum Traumberuf – geführt haben, können vielfältig sein. Einige Beispiele:

  • Unentschlossenheit in der Jugend. Man entscheidet sich schließlich für irgendeine Ausbildung, die sich eben anbietet.
  • Der eine oder andere mag auch den Berufswunsch seiner Eltern nachgekommen sein, der allerdings mit dem eigenen nicht konform ging.
  • Man hat sich für einen Beruf entschieden, der eine aussichtsreiche Zukunftsperspektive am Arbeitsmarkt geboten hat.
  • Bei der Berufswahl sind Faktoren wie Sicherheit im Vordergrund gestanden.

Aber wie findet man seinen Traumberuf?

Natürlich ist es vorteilhaft, wenn sich bereits im Jugendalter ein klarer Berufswunsch herauskristallisiert. Aber das ist wohl eher selten der Fall.

Oft erkennt man erst viel später die eigenen Stärken, Talente, Leidenschaften, die schließlich auch eine Berufung erkennen lassen und damit den Traumberuf.

Die Möglichkeit, sich beruflich zu verändern und in eine andere Richtung zu entwickeln, sollte man auf alle Fälle in Betracht ziehen, wenn einen der aktuelle Beruf belastet.

Nun ist es aber häufig so, dass vielen gar nicht richtig bewusst ist, welcher Beruf den eigenen Idealvorstellungen entspricht. Die folgenden Satzergänzungen und Fragen sollen dabei unterstützen, das herauszufinden.

Ziehen Sie sich am besten an einen Ort zurück, wo Sie für eine Weile ungestört sind. Nehmen Sie Stift und Notizbuch zur Hand und notieren Sie drei für Sie erstrebenswerte Traumberufe, die Ihnen spontan einfallen.

Im Anschluss nehmen Sie sich in Ruhe folgende Satzergänzungen und Fragen vor:

  • Zu Ihren größten Talenten/Stärken zählen …
  • Andere bewundern an Ihnen …
  • Ihre bevorzugten Fächer in der Schule, in denen Sie auch gute Noten erhalten haben, waren …
  • Zählen Sie sich eher zu den analytisch, strukturiert denkenden Personen oder zu den kreativen Menschen?
  • Können und möchten Sie Verantwortung übernehmen (über Mitarbeiter, über Projekte etc.)?
  • Bevorzugen Sie einen geregelten Arbeitsablauf beispielsweise durch starre Arbeitszeiten oder tendieren Sie zur freien Zeiteinteilung?
  • Können Sie gut mit Zeitdruck umgehen?
  • Arbeiten Sie gerne mit Menschen in einem Team zusammen oder ziehen Sie es vor, alleine an Projekten zu arbeiten?
  • Bevorzugen Sie eher einen Beruf, in dem Sie viel unterwegs sind, oder eher einen festen Arbeitsplatz?
  • Ist für Sie eine große berufliche Karriere erstrebenswert?
  • Bevorzugen Sie eine Arbeit, bei der die Gestaltung der Arbeitsabläufe Ihnen selbst obliegt oder sollen die Arbeitsabläufe vorgegeben sein?
  • Ist Ihnen das Innehaben einer wichtigen Position wichtig?
  • Welches realistische monatliche Einkommen wollen Sie erzielen?
  • Legen Sie großen Wert auf ein hohes Ansehen in der Öffentlichkeit, resultierend aus dem Beruf?
  • Wollen Sie in Ihrem Beruf auch körperlich gefordert werden?
  • Wünschen Sie einen Beruf, in dem die täglichen Herausforderungen der Routine überwiegen?

Nun vergleichen Sie Ihre Antworten mit den drei notierten Traumberufen. Entsprechen die Anforderungen dieser Berufe Ihren Fähigkeiten, Ihren Stärken, Ihren Wünschen?

Dieses Brainstorming führt häufig zu überraschenden Einsichten. Streben Sie Ihren Traumberuf immer noch an, gilt es im nächsten Schritt abzuklären, welche (Weiterbildungs-)Möglichkeiten es gibt, um den Anforderungen gerecht zu werden. Weiters ist ein Blick auf den Arbeitsmarkt zu werfen. Gibt es überhaupt freie Stellen, um sich in seinem Traumberuf zu platzieren?

Natürlich lässt sich nicht von heute auf morgen alles ändern und in den Traumberuf wechseln. Wenn man aber seine Fähigkeiten und Wünsche genau kennt, und auch die Anforderungen für den Beruf, kann man sich in die entsprechende Richtung entwickeln, Maßnahmen setzen, um dahin zu gelangen. Dazu passend auch der Beitrag nach der Berufswahl ist vor der Berufswahl.

Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Hallo Herr Heidenberger,
    danke für die Fragen als Denkanstöße.

    Eine sehr schöne Übung, um den eigenen Traumberuf zu finden, ist auch diese:

    Man nehme sich ein Blatt Papier und schreibe seine Gedanken und Ideen zum Traumberuf auf. Irgendwann meldet sich die Seele, z. B. durch Weinen, Sehnsucht usw. Weiter in diese Richtung forschend findet man den Weg zum Traumberuf.

    Viele Grüße und danke für die vielen, tollen Artikel hier

    David Goebel

    David Goebel antworten
  • Hallo Herr Heidenberger,

    eine weitere Möglichkeit ist mir gerade wieder eingefallen, der “Blick aus dem Sarg”.

    Stellen Sie sich vor, es ist Ihr 80. Geburtstag oder noch dramatischer, Sie liegen auf dem Sterbebett.

    – Was würden Sie bereuen, nie gemacht zu haben?

    Jetzt war es das aber,
    David Goebel

    David Goebel antworten

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