Ein bekanntes Sprichwort lautet:
„Wer schreibt, der bleibt.“
Denn etwas zu notieren hilft uns, es nicht zu vergessen. Notizen können Struktur in ein Gedankenknäuel bringen. Aber nicht nur das. Wer etwas Schriftliches nachweisen kann – also etwas schriftlich dokumentiert hat –sitzt bei Streitfällen in der Regel am längeren Ast.
Notizen können unser Leben einfacher gestalten. Denn im Kopf schwirren ständig unerledigte Aufgaben und Informationen herum, die es nicht zu vergessen gilt. Solche Stress verursachende Gedanken lassen uns auch nach der Arbeit schwer abschalten.
Vielleicht ergeht es Ihnen ähnlich, wie es mir früher ergangen ist: Ich hatte meine Notizen auf Post-its und „Schmierzetteln“ verteilt. Diese Zettel waren immer dann nicht auffindbar, wenn ich sie am dringendsten gebraucht hätte.
Ich habe sehr viel Zeit und Nerven aufgewendet, um verschwundene Notizen zu suchen oder deren Inhalt erneut zu recherchieren. Aus diesem Ärgernis habe ich meine Lehre gezogen und beachte heute folgende Grundsätze für ein effektives Notizmanagement.
Generell mache ich möglichst viele Notizen während Arbeit. Denn mit dem Aufschreiben überträgt man Gedanken aus dem Kopf auf das Blatt Papier. Dadurch wird der Kopf entlastet und man behält die Übersicht in der Hektik des Arbeitsalltags.
Vermeiden Sie den Fehler, den ich anfangs gemacht habe. Ich habe zwar viel notiert, aber an unterschiedlichen Stellen. Deshalb auch der Grundsatz: alle Informationen an einem Ort. Wenn Sie dann eine Notiz suchen, wissen Sie immer sofort, wo Sie diese finden werden und müssen nicht an verschiedenen Stellen suchen.
Das Notieren von Informationen soll aber mit System erfolgen. Nur dann behalten Sie auch bei einer Fülle von Notizen den Überblick.
Nach mehreren Enttäuschungen und gescheiterten Versuchen habe ich endlich das ideale Werkzeug für meine Notizen, meine Ideen gefunden – das Superbuch! Ein starker Name, der aber hält, was er verspricht.
Kurz gesagt: Es ist ein Notizbuch mit System. Also ein Notizbuch, in dem ich alle meine Notizen, Ideen und Aufgaben übersichtlich sammle. Damit ist der zweite Grundsatz für ein effektives Notizmanagement erfüllt: alle Notizen an einem Ort.
Bevor ich Ihnen erläutere, wie Sie ein solches Notizbuch anlegen, beschreibe ich Ihnen meinen Arbeitsalltag unter Verwendung des Superbuches:
In das Buch schreibe ich stichwortartig Notizen, die während des Arbeitstages anfallen. Ebenso halte ich darin meine Aufgaben fest. Sollte ich wieder eine Notiz benötigen, brauche ich nicht lange auf Post-its oder Schmierzetteln suchen, sondern weiß mit Sicherheit, dass ich sie im Superbuch finde.
Mein Superbuch hat einen festen Platz auf meinem Schreibtisch, sodass ich mir immer sofort Notizen machen kann – beispielsweise während eines Telefongesprächs. Wenn ich zu Terminen außer Haus muss, nehme ich mein Notizbuch mit. Es ist mein Freund und mein ständiger Begleiter und hilft mir, meinen Kopf freizuhalten, es erleichtert mir die Rückverfolgung von ganzen Arbeitstagen und unterstützt mich auch bei der Beweissicherung. Kurz vor Arbeitsende erledige ich die „Buchpflege“ und mache mit Hilfe des Superbuches den Tagesplan für den kommenden Arbeitstag.
Fangen wir also an:
So, das Superbuch ist vorbereitet. Anfangs gilt es, ein wenig zu experimentieren, bis Sie die optimale Lösung für Ihre Anforderungen gefunden haben.
Damit die Vorbereitung für das nächste Superbuch einfacher und effizienter vor sich geht, machen Sie am besten eine Checkliste.
Ein Zweck von Checklisten ist ja, dass sie Aufgaben delegierbar machen und nichts vergessen lassen. Sollten Sie eine Büroassistenz haben, kann diese die Vorbereitung Ihres Superbuches mittels Ihrer Checkliste übernehmen.
Nun geht’s ans Arbeiten mit dem Superbuch. Um den dritten Grundsatz (=Übersichtlichkeit) des Notizmanagements zu erfüllen, folgend einige Tipps, die sich bei mir bewährt haben:
Wahrscheinlich haben Sie sich diese Frage bereits gestellt. Der erste Grundsatz des Notizmanagements besagt ja, dass man möglichst viel notieren soll. Viel ist aber relativ. Für mich hat sich anfangs folgende Fragestellung bewährt:
„Wie komme ich zu dieser Information, wenn ich sie jetzt nicht notiere, sie aber zu einem späteren Zeitpunkt schnell benötige?“
Damit bekommen Sie ein gutes Gefühl für Notizen, die in Ihr Superbuch gehören.
In meinem findet man Aufzeichnungen zu Telefonaten, Besprechungsnotizen, Skizzen, Aufgaben- und Terminnotizen, Ideen etc.
Machen Sie Notizen in Stichworten. Sie müssen keinen Schönschreibwettbewerb gewinnen – es geht immer um die Steigerung der Effizienz und der Übersicht und daraus resultierend um Ihre Entlastung. Achten Sie aber darauf, dass Sie Ihre Notizen auch noch später entziffern können.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die Buchpflege. Nur dadurch wird ein effizientes Arbeiten mit dem Superbuch gewährleistet.
Ich habe für die Buchpflege feste Zeiten reserviert – und zwar erledige ich diese in Zeiten eines Leistungstiefs.
Dazu kurz einen Einschub: Sicher ist Ihnen bewusst, dass die eigene Leistungsfähigkeit während des Arbeitstages Schwankungen unterworfen ist. Frisch und ausgeruht am Morgen ist man leistungsfähiger als beispielsweise nach einem Mittagessen oder gegen Abend. Für Phasen geringerer Leistungsfähigkeit eignen sich besonders Routinearbeiten, wie beispielsweise die Buchpflege. Ich betreibe üblicherweise zweimal am Tag Buchpflege – nach der Mittagspause und vor Arbeitsende.
Folgende Tätigkeiten erfordert die Buchpflege:
Nun hoffe ich, Ihnen Ansporn und Lust auf Ihr Superbuch gegeben zu haben. Ich arbeite nun schon einige Jahre damit und bin immer noch begeistert.
Gehen Sie es aber langsam an. Passen Sie das Superbuch laufend Ihren Anforderungen und Wünschen an. Anfangs wird das Arbeiten damit noch ungewohnt sein. Aber Sie werden es schnell schätzen und richtig Freude daran finden. Ich bin überzeugt, dass Sie sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr vorstellen können, jemals ohne gearbeitet zu haben.
Zum Weiterlesen:
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Lieber Herr Heidenberger
Ich hab mir das Superbuch nun auch angeschafft und bin davon begeistert. Es bietet mir die optimale Ergänzung zu meinen Planinstrumenten im Outlook.
Ich führe das Buch nach Tag, also aufsteigend fülle ich das Passierte oder für mich Wichtige in diesem Buch. Ich habe jedoch noch keine optimale Lösung gefunden, wie ich mit Dingen umgehen soll, die ich in einem zukünftigen Meeting brauche am besten eintrage. Also quasi eine Vorbereitung des Tages.
Wie machen Sie das, damit es nicht an einem unlogischen Ort oder eben wieder auf einem anderen Blatt landet?
Vielen Danke für Ihre Tipps, sind sehr hilfreich für mich.
So, nun habe ich mir auch endlich einmal die Mühe gemacht, mir solch ein Suber-Buch anzulegen. Bleibt jetzt zu wünschen, dass ich es rege nutze und nicht wieder in meine Zettel-Wirtschaft verfalle.
Habe das Buch wie angeraten konkret für ein neues Projekt angelegt. Da fällt es glaube ich leichter, sich an den Umgang mit dem Buch zu gewöhnen.
Danke jedenfalls für den tollen Tipp!
Ich bin genau dieser Meinung und habe auch dieses Superbuch … ich habe auch mit post-its und anfangs einzelnen A4-Blättern begonnen, wo ich schnell den Überblick beim Archivieren und Ordnen verlor. Angefangen mit einem Notizbuch mit selbst gebastelten Kalender hin zum Notizbuch mit Inhaltsverzeichnis, Seitenzahl und Lesezeichen.
Ich finde es interessant, wie und welche Menschen auf diese Ideen der Optimierung kommen und umsetzen.
Sowie ich erstaunt bin, ein fast gleiches System wie ich es anwende, hier zu finden.
So ein Superbuch braucht man einfach.
In den unendlich nutzbaren Informationen des World Wide Web hab ich mit Ihren kompetenten Tipps und Anregungen einen Schatz gefunden.
Allen voran Ihre Idee des Super Buches.
In planerischen Dingen bin ich eher kreativ chaotisch :-), so haben mich die bisherigen Möglichkeiten an Zeitplan- und organisationsratgebern und -büchern nicht wirklich begeistert.
Es fehlte der Raum und Platz für bildhafte und individuelle Gestaltung. Doch durch die Anwendung Ihres Super Buches ist das ganz anders!!
Ich habe nun Spaß und Freude an der Planung meiner Termine und Aufgaben. Ideen sind ebenfalls schnell und wieder auffindbar notiert. Dieses Buch ist zu eines meiner wichtigsten und schönsten Arbeitsmittel geworden. Neben dem Spaß und der Freude schafft es mir eine große Erleichterung, dass ich alles was die Entwicklung meines Unternehmens betrifft, mit genügend Raum, strukturiert und doch individuell festhalten kann.
Für mich ist dieses Buch das beste Planungsinstrument, das ich kennen gelernt habe. Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser kleinen Schilderung annährend vermitteln, weshalb dieser Tipp so wertvoll für mich ist. Ich danke Ihnen sehr herzlich speziell für diesen Impuls (und natürlich auch für alle anderen tollen Tipps auf Ihrer Website).