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Selbstsicher werden – 8 Übungen

Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins habe ich bereits hier vorgestellt. Nun habe ich einige Übungen zusammengestellt, die dabei unterstützen, selbstsicher(er) zu werden.

Zuerst noch zum Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit:

Selbstbewusste Menschen sind nicht unbedingt auch selbstsicher. Selbstbewusst heißt vereinfacht, sich seiner Stärken, aber auch seiner Schwächen selbst bewusst sein.

Wer seinen Stärken, seinen Fähigkeiten, also sich selbst vertraut und danach handelt, zeigt Selbstsicherheit.

Lässt sich die Selbstsicherheit trainieren? Ich sage ja!

Und zwar mit entsprechenden Übungen. Bei diesen Übungen geht es darum, dass man durch Überwindung von (kleinen) Herausforderungen sich selbst mehr (ver-/zu-)traut und damit an Selbstsicherheit gewinnt.

Jedes Erfolgserlebnis, und sei es noch so klein, stärkt das Selbstvertrauen und damit die Selbstsicherheit. Es geht also darum, solche Erfolgserlebnisse gezielt herbeizuführen. Und genau diesen Zweck erfüllen die folgenden Übungen.

8 Übungen zur Steigerung der Selbstsicherheit

1. Nein!

Das Wort “nein” kommt vielen Menschen schwer über die Lippen, obwohl es enorm wichtig für das Selbstvertrauen sein kann. Lernt man nein zu sagen, achtet man automatisch mehr auf sich selbst und auf die eigenen Bedürfnisse.

Mit einem Nein in der richtigen Situation erkennt man schnell, dass man selbst großen Einfluss auf die Geschehnisse hat, die das eigene Leben bestimmen.

Oft ist es sogar so, dass man mit einem Nein mehr respektiert wird, als wenn man zu allem Ja und Amen sagt.

Beginnen Sie mit einem bewussten Nein je Tag. Wenn wieder jemand mit einem Anliegen zu Ihnen kommt und/oder Ihnen etwas aufhalsen will, für das Sie gar nicht zuständig sind, sagen Sie höflich, aber bestimmt Nein! Mit jedem Nein fällt es leichter und Sie gewinnen an Selbstsicherheit.

Wenn es Ihnen anfangs schwer fällt, Bitten abzulehnen, bestimmen Sie selbst, wann Sie der Bitte nachkommen:

„Ich kann das machen, aber erst am …!“

Tipp: Führen Sie ein Erfolgstagebuch und vermerken Sie darin jedes Nein, das für Sie einen Erfolg darstellt.

2. Ich trau mich nicht, aber ich mache es trotzdem!

Fehlt das Selbstvertrauen, geht man in der Regel jeder Herausforderung aus dem Weg. Und genau damit gerät man in eine Negativspirale, die einen immer weiter nach unten ziehen kann.

Aber dieser Prozess lässt sich auch umkehren, indem man bewusst herausfordernde Situationen sucht und sich diesen stellt, sich seiner Angst stellt.

Denn ohne Angst, kein Mut!

Suchen Sie sich deshalb bewusst Herausforderungen, beginnend mit der kleinstmöglichen. Denn jede überwundene Herausforderung bildet ein Erfolgserlebnis, motiviert und lässt an Selbstsicherheit gewinnen. Eine Affirmation kann bei der Überwindung unterstützen, beispielsweise:

„Ich trau mich nicht, aber ich mache es trotzdem.“

oder

„Ich habe zwar Angst, mache es aber trotzdem!“

Die Stärke dieser zwei Affirmationen liegt zum einen darin, dass man seine Angst und Unsicherheit akzeptiert und sie sich zugesteht. Denn nur so können sie auch reduziert und dann abgelegt werden. Und zum anderen motiviert man sich zum Handeln.

3. Fordern Sie!

Menschen mit einem geringen Selbstvertrauen stellen häufig die eigenen Bedürfnisse hinten an.

Übung: Kommen Sie in eine Situation, in der man Sie benachteiligt, äußern Sie sich dazu! Gewöhnen Sie sich das Einfordern von Wünschen und Bedürfnissen an. Auch bei dieser Übung gilt: Beginnen Sie mit kleinen Forderungen. Mit jeder Forderung wird es Ihnen leichter fallen.

4. Stellen Sie sich in den Mittelpunkt!

Menschen mit geringer Selbstsicherheit neigen dazu, sich zu verstecken. Sie sind darauf bedacht, sich nicht in den Mittelpunkt zu stellen. Um diesem Muster zu entkommen, gilt es, einmal etwas Aufsehen zu erregen. Selbstverständlich sollte dies nicht geschehen, indem man sich in einer Situation unangemessen verhält. Diese Strategie könnte sonst leicht kippen und nach hinten losgehen.

Setzen Sie sich also bewusst, aber dezent in den Mittelpunkt. Das kann beispielsweise mit einem auffälligen Kleidungsstück sein, das Blicke erntet, oder mit einem Witz, den Sie in einer Runde erzählen, oder indem Sie pfeifend durch die Fußgängerzone spazieren.

5. Suchen und halten Sie Blickkontakt!

Der Weg zu mehr Selbstsicherheit führt auch über den Augenkontakt.

Eine Person, die im Gespräch, aber auch generell den Augenkontakt zu anderen Menschen aufbauen und halten kann, wirkt automatisch selbstsicherer und gefestigt.

Suchen Sie bewusst den Augenkontakt und halten Sie diesen angemessen lange. Das fällt vor allem anfangs äußerst schwer. Beginnen Sie mit dieser Übung am besten bei vertrauten Personen und wenden Sie diese erst dann bei fremden Personen an.

6. Distanzieren Sie sich von falschen Freunden!

Es gibt Menschen, welche die geringe Selbstsicherheit anderer zu ihren Vorteil nutzen. Solche Menschen, oft vermeintliche Freunde, sind wahre Energieräuber. Sie unterbinden eine Steigerung des Selbstvertrauens allein dadurch, dass sie die betreffende Person ausnutzen und klein halten.

Befinden sich solche Menschen in Ihrem näheren Umfeld, versuchen Sie sich von Ihnen zu trennen oder deutlich zu distanzieren. Wenn das schwer möglich ist, machen Sie diesen Personen zumindest klar, dass Sie nicht länger gewillt sind, ausgenutzt zu werden. Dieses Trennen bzw. Distanzieren hat in der Regel eine große innere Befreiung zur Folge. Mehr dazu: Sortieren Sie Ihren Bekanntenkreis aus!

7. Treten Sie in Kontakt mit fremden Menschen!

Der Kontakt zu fremden Menschen ist für Personen mit einem geringen Selbstvertrauen häufig ein schwieriges Unterfangen. Um sich künftig auf diesem Gebiet etwas mehr zuzutrauen, sollte man sich bewusst in Situationen begeben, in denen der Kontakt zu fremden Menschen unumgänglich ist. Wie eine solche Situation aussehen kann, ist individuell und bleibt jedem selbst überlassen. So kann beispielsweise die Anmeldung in einem Verein oder auch die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen eine solche Herausforderung darstellen.

Suchen Sie eine Situation oder einen Ort auf, wo Sie mehreren fremden Menschen begegnen. Als nächste Herausforderung versuchen Sie, mit mindestens einer Person in Kontakt zu treten bzw. das Gespräch zu suchen.

8. Übernehmen Sie Verantwortung!

Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl verlassen sich in der Regel auf andere Personen und trauen sich selbst kaum etwas zu.

Ziel dieser Übung ist es, dass Sie bewusst Aufgaben suchen und diese angehen. Also Aufgaben, die Sie sich vorher nicht zugemutet hätten und üblicherweise anderen überließen. Eine solche Aufgabe kann beispielsweise ein unangenehmer Anruf sein.

Der positive Nebeneffekt dieser Übung: Jede geschaffte Situation stellt automatisch ein Erfolgserlebnis dar und stärkt Ihre Selbstsicherheit.

Los gehts!

Nun gehts ans Tun. Picken Sie sich jene zwei, drei Übungen heraus, die Sie am meisten “ansprechen”. Dann bauen Sie diese Übungen in Ihren Alltag ein. Viel Erfolg!

Zum Weiterlesen: 

Schmökern Sie in weiteren Beiträgen zum Thema „Lebensgenuss & -vereinfachung“. Oder werfen Sie einen Blick auf das gesamte Themen-Menü.

Kommentare

  • ERwin

    Sehr guter Artikel. Kurz und bündig auf den Punkt gebracht. Vielen Dank

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