Selbstsabotage – 6 Möglichkeiten, sie hinter sich zu lassen

Ein Gastbeitrag von Tim Hamer:

In diesem Artikel möchte ich 6 mögliche Selbstsabotage-Auslöser etwas mehr in Ihr Bewusstsein rücken und Lösungen anbieten, mit denen Sie die Selbstsabotage hinter sich lassen und Ihre Ziele mit Volldampf erreichen können.

Sie haben Ziele im Leben, ich habe Ziele im Leben – und wenn ich einmal von mir auf Sie schließen darf, dann versetzt alleine der Gedanke an diese Ziele Sie in helle Verzückung.

Aber wenn ich noch einmal von mir auf Sie schließen darf, dann haben Sie auch schon einmal nicht alles für Ihren Erfolg gegeben. Sie haben auf halber Strecke aufgegeben und den Kopf in den Sand gesteckt. So gut wie jedem von uns ist das schon passiert. Die Gründe dafür mögen sich sehr plausibel anhören (oder angehört haben):

  • Keine Zeit.
  • Andere Prioritäten.
  • Doch nicht das Richtige.

Schon geht es auf zum nächsten Vorhaben, das jetzt aber wirklich konsequent umgesetzt wird. Wenn ich ehrlich bin, habe ich da so meine Zweifel. Auch wenn einige der genannten Gründe sicherlich ihre Berechtigung haben, besteht die Möglichkeit, dass wiederum andere eher Ausreden sind, die ein tieferliegendes Problem verschleiern.

Das Problem der Selbstsabotage

Selbstsabotage bedeutet, dass wir innerlich nicht zu 100 % davon überzeugt sind, über die Fähigkeiten zu verfügen, um unser Ziel auch wirklich erreichen zu können. Oder aber wir zweifeln daran, es überhaupt zu verdienen, dort anzukommen.

Daraus entsteht Angst in uns. Die Folge: Wir halten uns unterbewusst davon ab, erfolgreich zu sein. Wir legen uns selbst Steine in den Weg. Diese Steine können so vielfältig sein, wie es Menschen auf diesem Planeten gibt, aber einige Muster scheinen sich stets zu wiederholen.

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Das Allerwichtigste ist: Bleiben Sie dran und geben Sie nicht auf!“

6 Auslöser für Selbstsabotage und Lösungen

Auslöser 1: „Ich bin noch nicht bereit – ich muss mich noch besser vorbereiten.“

Oft kann hinter diesem Auslöser die Angst verborgen sein, dass wir der Aufgabe womöglich nicht gewachsen sind – die Angst zu scheitern.

„Ich muss erst besser in Aktivität X werden (meist etwas, das Sie schon vorzüglich beherrschen und das kein Problem mehr für Sie darstellt), bevor ich Aufgabe Y (die, vor der Sie sich drücken) angehen kann.“

Doch ganz schnell kann aus „das mache ich später“ ein „nie“ werden.

Lösung: Babysteps

Sie können Stunden, Wochen, Tage, Jahre damit verbringen, zu planen und sich vorzubereiten, aber dadurch wird sich nie ein wirkliches Gefühl und der Sachverstand für Ihre Aufgabe einstellen.

Nur durch Tun verstehen Sie die Dinge auf einem Gebiet wirklich – und besiegen letztendlich Ihre Angst vor dem Neuen und Ihre Angst, zu scheitern.

Dabei ist es wichtig, dass wir auf eine ganz bestimmte Art und Weise vorgehen: Versetzen Sie sich doch einmal in Gedanken für einen kurzen Moment an die Küste. Vor Ihnen sehen Sie einige Surfer ihre Kreise in den Wellen ziehen.

Ich glaube, von diesen Surfern hat sich niemand großartig auf das Surfen vorbereitet. Die sind einfach ins Wasser gesprungen und haben losgelegt.

Es ist nicht möglich, Wellenreiten zu lernen, indem Sie ein Buch darüber lesen. Wellenreiten lernt man nur im kalten Nass des Atlantik. Klar ist es erst einmal unangenehm, in die kalten Fluten zu springen und auch das eine oder andere Mal vom Brett zu fallen. Aber nach so einem Tag im Wasser haben Sie dann so viele neue Eindrücke und Erfahrungen am eigenen Leib gespürt, dass Sie wirklich etwas gelernt haben.

Andererseits wollen wir uns auch nicht direkt in 10 Meter hohe Wellen stürzen, denn das könnte durchaus nach hinten losgehen. Es ist wichtig, den richtigen Grad an Vorbereitung zu erkennen und dann loszulegen. Sich dem vielleicht etwas unangenehmen Gefühl zu stellen und ihm so gleichzeitig den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Außerdem ist es wichtig, sich angemessenen, kleinen Aufgaben zu stellen. Diese können dann kontinuierlich aufgestockt und herausfordender gestaltet werden. So besteht nicht die Gefahr, dass Sie sich anfangs zu viel vornehmen.

Fangen Sie klein an, aber fangen Sie an. Sammeln Sie Erfahrungen und nehmen Sie so der Selbstsabotage und der Angst vor dem Versagen den Wind aus den Segeln.

Auslöser 2: „Was sagen wohl bloß die anderen darüber?

Mal angenommen, Sie haben sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt. Sie wollen sich mit einem Geschäft selbstständig machen, das Ihnen wirklich am Herzen liegt. Vielleicht passt diese Idee auch nicht zu 100 % in das Weltbild oder die soziale Konditionierung anderer Menschen. Das realisieren Sie auch relativ schnell.

Jetzt ist es gut möglich, dass Ihre Gedanken unentwegt darum kreisen, wie andere Menschen auf Ihre Vorhaben wohl reagieren könnten, wie diese über Sie lästern und sie nichts mehr freuen würde, als wenn Ihre Idee am Ende scheitert. Das „Sehen Sie, ich habe es Ihnen doch gleich gesagt, dass sowas nicht funktionieren kann” schallt schon in Ihren Ohren, noch bevor Sie überhaupt angefangen haben.

Lösung: Der Realitätscheck

Ist es denn wirklich wahr, dass sich Ihre Bekannten und Freunde den ganzen Tag den Mund über Sie zerreißen – oder haben sie in Wahrheit genug mit sich selbst zu tun? Keine Frage, die Menschen reden viel, wenn der Tag lang ist.

Finden werden sie deshalb immer irgendetwas. Wenn sie nicht Ihre Geschäftsidee zerpflücken, dann eben ein paar Details aus Ihrem Privatleben.

Egal, was Sie machen – es wird darüber gesprochen. Wieso das also nicht akzeptieren und diese Dinge nicht persönlich nehmen? Denn die Kritik anderer ist nichts weiter als die Projektion von deren eigenen inneren Ängste und Unsicherheiten auf Sie. Es ist doch nichts leichter als davon abzulenken, indem über andere gesprochen wird.

Außerdem ist Kritik nichts anderes als die persönliche Meinung eines Einzelnen und stellt keineswegs eine wahre Prognose über Ihr Geschäftsmodell dar oder trifft eine wahre Aussage über Sie als Person.

Stellen Sie die Meinung anderer Leute nicht über Ihre eigene Meinung und Ihre ganz persönlichen Herzensziele.

Auslöser 3: „Ich weiß nicht, ob ich das auch wirklich schaffen kann.“

Sie setzen sich ein Ziel. Beispielsweise wollen Sie einige Kilos abnehmen. Doch wenn Sie einmal wirklich tiefgreifend ehrlich zu sich selbst sind: Verfügen Sie über die felsenfeste Überzeugung, dass Sie alle Fähigkeiten haben, die dazu nötig sind?

Glauben Sie daran, dass Sie genügend Willenskraft haben? Dass Sie sich gut genug mit Sport und Diäten auskennen? Oder sind da doch noch leichte Zweifel vorhanden?

Noch ein Schritt tiefer: Sind Sie fest davon überzeugt, dass Sie eine Traumfigur überhaupt verdient haben? Haben Sie das nötige Selbstwertgefühl? Wenn diese Überzeugungen nicht vorhanden sind, kann das Erreichen von Zielen teilweise in weite  Ferne rücken.

Kein Glauben an den eigenen Wert und die eigene Wirksamkeit sabotiert zuverlässig Ihren Erfolg.

Lösung: Denkmuster erkennen

Zuallererst ist es wichtig, dass Sie diese Denkmuster und Glaubenssätze erkennen. Sonst wird eine Diät nach der nächsten gestartet und im gleichen Atemzug wieder selbst sabotiert. Danach kann achtsam mit dem Vorhaben begonnen werden. Ihr Bewusstsein ist jetzt nämlich geschärft für diese Glaubenssätze.

Entscheiden Sie sich dazu, Ihre Glaubenssätze herauszufordern und suchen Sie ganz bewusst nach Beweisen, dass Sie es verdient haben und dass Sie über alle nötigen Kompetenzen verfügen – und wenn es erstmal die Kompetenz ist, alles lernen zu können, was Sie wirklich lernen wollen.

Borgen Sie sich diese Beweise auch ruhig bei anderen Menschen aus. Schauen Sie sich nach Vorbildern um, die in der gleichen Situation steckten wie Sie, und es trotzdem geschafft haben.

So ändert sich nach und nach Ihr Bild von sich und Ihrer Wirksamkeit. Wir werden uns zuerst unserer Denkmuster bewusst, verändern sie ganz bewusst. Bald suchen wir dann ganz automatisch und gezielt nach Beweisen, dass die neuen Denkmuster der Realität entsprechen.

Auslöser 4: Fokus auf Misserfolg, anstatt auf Erfolg

Ist das Ziele einmal konkret formuliert, besteht die Gefahr, dass sich der Fokus auf tausend mögliche Unsicherheiten und Herausforderungen verschiebt, anstatt auf das Ziel und die ganzen guten Dinge, die es in Ihr Leben holen wird. Der falsche Fokus erzeugt dann schlechte Gefühle und hält Sie zielsicher davon ab, loszulegen.

Denken Sie daran: Sie bekommen immer nur das, worauf Sie sich konzentrieren. Sind das Probleme und Herausforderungen, so werden auch diese in Ihr Leben kommen.

Lösung: Visualisieren

Üben Sie ganz bewusst, sich jeden einzelnen Tag auf Ihre positiven Ziele zu fokussieren. Nehmen Sie sich dafür etwas Zeit und stellen Sie sich diese Situationen möglichst lebendig so vor, als hätten Sie Ihre Ziele schon erreicht. Gehen Sie dabei so stark wie möglich in Ihre Emotionen.

Machen Sie sich ganz deutlich, wie gut es sich wohl anfühlen wird, wenn Sie am Ziel angekommen sind.

Konzentrieren Sie sich auf alles Positive, was Ihr Zielvorhaben zwangsläufig mit sich bringen wird, so stehen die Chancen viel höher, Ihre Ziele auch zu erreichen und diese Dinge in Ihr Leben zu ziehen.

Auslöser 5: Den Kleinkram überbetonen, das große Ganze aus den Augen verlieren

Es gibt solche Tage: Die To-do-Liste quillt förmlich über und Sie hängen lustlos und antriebslos in Ihrem Sessel. „Jetzt die ganzen E-Mails schreiben und den Papierkram für das Amt erledigen – och nee, ich möchte lieber etwas Zeit auf Facebook verbringen und daran am besten gar nicht mehr denken.“

So kann schnell eine Abwärtsspirale entstehen. Wir sind komplett gefangen im Klein-klein der täglichen Arbeit und so langsam gerät auch die Motivation abhanden.

Lösung: Die höhere Bedeutung

Fokussieren Sie das große Ziel. Bei Ihrer Tages- und Wochenplanung können Sie beispielsweise  immer hinter die jeweilige Aufgabe schreiben, wieso diese für Ihr Ziel sehr wichtig ist. Da könnten am Beispiel der genannten E-Mails dann solche Dinge stehen wie „finanzielle Unabhängigkeit erreichen“, „in dem Bereich arbeiten, der meine wirkliche Passion ist“, „von überall in der Welt arbeiten können“ – oder aus welchem Grund auch immer Sie Ihr Ziel erreichen wollen.

Dies sind Dinge, die Sie in Ihrem Leben gerne erreichen möchten, und deshalb haben Sie dann auch gar kein Problem mehr damit, die E-Mails zu beantworten. So werden Sie nicht im Klein-klein der täglichen Herausforderungen unter die Räder kommen.

Auslöser 6: Überzogene Selbstbewertung

Hohe Anforderungen an uns selbst zu haben, halte ich für sehr wichtig. Jedoch neigen wir manchmal dazu, diese unrealistisch hoch anzusetzen und dadurch schlechten Gefühlen Tür und Tor zu öffnen. Mit zu hohen Anforderungen machen wir es uns leicht, die Motivation zu verlieren und unser Vorhaben abzubrechen, denn wir fühlen uns chronisch minderwertig und als Versager.

Lösung: Selbstmitgefühl zeigen

Zuerst einmal besuchen Sie einen Zielsetzungsworkshop oder lesen Sie ein gutes Buch zum Thema Zielsetzung. Dadurch merzen Sie schon 80 % dieses Auslösers aus. Des Weiteren üben Sie sich in Selbstmitgefühl. Seien Sie vergebend mit sich und erkennen Sie Ihre Leistungen und Bemühungen mehr an. Verdeutlichen Sie sich:

So wie Sie in einem ganz bestimmten Moment gehandelt haben, war es immer die beste ihnen zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung stehende Möglichkeit.

Auch wenn Sie es eine Millisekunde später besser wussten – zu diesem Zeitpunkt konnten Sie nicht besser handeln oder sich besser entscheiden. Deshalb macht es auch kaum Sinn, sich selbst zu verurteilen. Lernen Sie aus Ihren Fehlern und gehen Sie mit sich im Reinen weiter. Sie sind kein schlechter Mensch, nur weil Sie einmal einen Fehler gemacht haben.

Nichts kann Ihren Wert als Mensch in Frage stellen.

Fazit

Das waren meine Tipps zum Umgang mit Selbstsabotage. Das Allerwichtigste ist:

Bleiben Sie dran und geben Sie nicht auf!

Wirklich lohnende Ziele haben es an sich, dass Sie Angst und Unsicherheit verspüren werden und die Tendenz hochkommt, sich selbst zu sabotieren. Das ist ganz normal – Sie müssen es nur wissen und damit umgehen können. Seien Sie bewusst und aufmerksam und gehen Sie einfach in Ihrem Tempo Schritt für Schritt auf Ihr Ziel zu.

Zur Person:

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Tim Hamer betreibt das Blog Dubistgenug.de. Er schreibt über die Themen Selbstwertgefühl und Selbstliebe. Nebenbei studiert er Englisch und Sport an der Humboldt-Universität in Berlin.

Seit er erkannt hat, dass ein gesundes Selbstwertgefühl die fundamentale Grundlage für ein erfülltes und erfolgreiches Leben ist, gibt er seine Erkenntnisse regelmäßig in Form von ausführlichen Guides, Videos und Podcasts auf seiner Seite weiter.

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