Selbstbewusst werden – 10 Übungen

Selbstbewusst werden – ein oft geäußerter Wunsch. Selbstbewusstsein ist wichtig. Denn darauf basiert die Selbstsicherheit:

Wer sich seiner Stärken, seiner Fähigkeiten „selbst bewusst“ wird, gewinnt Vertrauen in sich selbst und steigert damit seine Selbstsicherheit.

Selbstsichere Menschen tun sich im Leben häufig leichter als Menschen mit geringer Selbstsicherheit. Das gilt sowohl im privaten Bereich als auch im Beruf.

Schon in der Kindheit wird der Grundstein für unser Selbstbewusstsein gelegt. Das soziale Umfeld, Erfahrungen und Erlebnisse haben wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung unseres Selbstbewusstseins und damit auch auf die Selbstsicherheit.

So kann beispielsweise ein Mensch, der bereits in seiner Kindheit kaum Wertschätzung, Förderung und Anerkennung erfahren hat, auch später nur schwer ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln.

pxb-tut-gut

Selbstbewusst werden und sich endlich (be)frei(t) fühlen …

Selbstbewusst werden – 10 Übungen

Im Folgenden habe ich 10 Übungen zur Steigerung des Selbstbewusstseins zusammengestellt:

1. Ich mag mich, weil …

Ziehen Sie sich an einen Ort zurück, an dem Sie ungestört sind. Nehmen Sie ein Notizbuch zur Hand und überlegen Sie, was Sie an Ihnen mögen, Ihre positiven Eigenschaften, Ihre Stärken. All das notieren Sie in Ihrem Buch.

Nutzen Sie am besten Satzergänzungen, wie beispielsweise:

„Ich mag mich, weil …“

„Ich mag an mir besonders …“

„Ich kann gut …“

Bei Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl kann sich diese Übung als sehr herausfordernd herausstellen, da die positiven Eigenschaften unter Selbstzweifeln häufig verschüttet scheinen.

2. Was andere an mir schätzen

Diese Übung knüpft im Grunde an die vorherige an. Wenden Sie sich an Ihren Partner, Ihre Partnerin, an gute Freunde, Familienangehörige oder andere vertraute Personen. Fragen Sie diese Personen, was sie an Ihnen schätzen und lieben, Ihre positive Eigenschaften, Ihre Fähigkeiten, die sie an Ihnen bewundern.

Diese Perspektive kann einem oft regelrecht die Augen öffnen und einen ungeheuren positiven Schub für das Selbstbewusstsein zur Folge haben.

3. Ursachen erkennen

Es gibt einen Grund, häufig sogar mehrere Gründe für ein geringes Selbstwertgefühl. Oftmals sind diese in der Kindheit oder in traumatischen Erlebnissen zu finden.

Notieren Sie in Ihrem „Arbeitsbuch“ Situationen in Ihrem Leben, in denen Sie sich klein und minderwertig gefühlt haben oder fühlen.

Das können Konfrontationen mit den Eltern, nicht bestandene Prüfungen oder auch Enttäuschungen in einer Beziehung sein. Identifiziert bzw. erkennt man die möglichen Ursachen, lassen sie sich leichter verarbeiten.

4. Perspektive wechseln

Um das Selbstbewusstsein zu stärken, kann es durchaus hilfreich sein, sich selbst einmal aus der Perspektive einer anderen Person zu betrachten.

Durch diese Perspektive fällt es leichter, das eigene Auftreten, die Wirkung auf andere zu sehen und vielleicht auch, dass es gar nicht so falsch ist, wie und was man denkt, wie man sich gibt.

5. Sich und andere annehmen

Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl nehmen andere mit all ihren Fehlern eher an, als sich selbst.

Wenn man sich bewusst macht, dass man diese Menschen mit ihren Fehlern nicht weniger liebenswert wahrnimmt, fällt es leichter, sich selbst Fehler einzugestehen und bei sich zu akzeptieren.

Hier kann folgende Übung helfen:

Notieren Sie in Ihrem Notizbuch die Namen einiger Menschen, die Sie lieben, die Sie schätzen und auch bewundern. Dann schreiben Sie zu jeder Person deren negativen Seiten auf, die man oft auch bewusst verdrängt und nicht sehen will.

6. Erfolgserlebnisse dokumentieren

Das Selbstvertrauen lebt von Erfolgen. Halten Sie jedes noch so kleine Erfolgserlebnis in Ihrem Notizbuch fest. Notieren Sie auch Ihre Gefühle, die Sie dabei hatten, aber auch jene, die Sie vor dem Erlebnis hatten.

Wenn dann wieder eine schwierige Situation bevor steht, blättern Sie in Ihren Erfolgsaufzeichnungen, und Sie werden daraus Kraft und neue Energie schöpfen.

So seltsam es vielleicht klingen mag, aber auch einen Monat lang kalt duschen, kann Ihr Selbstbewusstsein erheblich steigern. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Interview, das ich mit Gregor Iwanoff geführt habe:

» Wie 30 Tage kalt duschen Ihr Leben verändern kann

7. Vorbilder hinterfragen

Vermeintliche Vorbilder aus den Medien machen es dem Selbstbewusstsein schwer. Jeden Tag ist man konfrontiert mit Talenten, schönen Körpern und scheinbar perfekten Menschen. Der Vergleich mit diesen Menschen drückt auf das eigene Selbstwertgefühl. Diese Menschen zu hinterfragen, ist Grundbestandteil dieser Übung.

Nehmen Sie Ihr Arbeitsbuch zur Hand. Wählen Sie eine prominente Person für diese Übung und hinterfragen Sie kritisch deren „Schein“. Was tut diese Person wohl alles für ihr Aussehen, was nimmt sie auf sich, um was würde diese Person Sie beneiden?

Mit diesem kritischen Hinterfragen macht man sich bewusst, dass das eigene Leben meist sehr viel mehr zu bieten hat, als die getrimmten und in Szene gesetzten Lebensgeschichten prominenter Persönlichkeiten.

8. Spiegel-Übung

Bei dieser Übung geht es darum, sich selbst zu überzeugen. Sie benötigen hierfür einen Spiegel. Stellen Sie sich davor, sodass Sie sich ins Gesicht sehen. Blicken Sie sich dann in die Augen und sagen Sie sich:

„Ich bin ein wundervoller und liebenswerter Mensch.“

Diesen Satz wiederholen Sie, so oft Sie möchten. Natürlich können Sie auch eine andere Formulierung wählen.

Eine Variation dieser so genannten Affirmation kann auch gezielt für eine bevorstehende herausfordernde Situation verwendet werden. Vor einer wichtigen Prüfung kann man sich beispielsweise sagen: „Ich bin stark und ich schaffe das!“

Selbst von sich zu hören, was man im Grunde oft gar nicht glauben kann, setzt Prozesse im Gehirn in Gang, die dem Selbstbewusstsein zu neuem Antrieb verhelfen.

9. Kritik

Hat man ein geringes Selbstwertgefühl und wird mit Kritik konfrontiert, kann diese sehr verletzen und dazu führen, dass man sich noch weniger zutraut. Kritik wirkt dann wie ein lähmendes Gift, führt zu “Handlungsstarre”.

An selbstbewussten Menschen prallt Kritik häufig ab bzw. sie wissen sich zu wehren. Berechtigte Kritik nutzen diese oft als Chance, sich zu verbessern und sich weiterzuentwickeln.

Notieren Sie in Ihrem Arbeitsbuch an Sie herangetragene Kritik. Im nächsten Schritt suchen Sie nach der Chance, die darin steckt und halten diese in Ihrem Notizbuch fest. Wenn es Ihnen schwerfällt, mit Kritik umzugehen – hier einige Tipps dazu:

» Wie Sie auf Kritik souverän reagieren

10. Ich bin NICHT schuld!

Personen mit einem geringen Selbstbewusstsein suchen die Schuld grundsätzlich bei sich selbst.

Dies kann die Psyche derart stark belasten, dass schon nach kurzer Zeit kaum noch Selbstvertrauen vorhanden ist.

Wenn Sie sich auch gerne selbst die Schuld geben, beginnen Sie damit, solche Situationen zu hinterfragen. Ein Beleuchten aller beteiligten Personen und deren Einfluss auf die Situation kann Ihnen hier enorm helfen und die Augen öffnen.

Weitere Tipps und Beiträge für mehr Selbstbewusstsein: 

Kommentare

Diesen Artikel kommentieren

Bitte die Kommentarregeln berücksichtigen. Danke!