Ein Ritual ist für mich eine (liebgewonnene) Gewohnheit, eine regelmäßige Handlung. Rituale bieten Orientierung, können Halt und Geborgenheit vermitteln – insbesondere Kindern – und sie können auch den Tages- und den Jahresablauf strukturieren. Dabei können sich Rituale in den verschiedenen Kulturkreisen erheblich unterscheiden.
Wohl jeder von uns hat seine Rituale, die er alleine oder mit anderen „praktiziert“. Um nur einige Beispiele zu nennen:
Aus dieser kurzen Auflistung geht auch hervor, dass es einige Rituale gibt, die das Gemeinschafts-, das Zusammengehörigkeitsgefühl oder die Zweisamkeit fördern. Sie geben auch ein gewisses Sicherheitsgefühl. Würde ein liebgewonnenes Ritual von heute auf morgen wegfallen, könnte das einige Menschen auch verunsichern.
Rituale sind oft so allgegenwärtig, dass man sie schon nicht mehr als solche wahrnimmt: die Begrüßung, das Händewaschen vor dem Essen, die morgendliche Dusche etc. Rituale erfüllen oft die Funktion von Regeln und sorgen in diesem Zusammenhang für einen unkomplizierten und reibungslosen Ablauf.
Nun kann es durchaus spannend und aufschlussreich sein, die eigenen Rituale zu kennen und zu hinterfragen. Hierzu ein paar Fragen, die Sie sich hierzu stellen können:
Man kann sich natürlich auch bewusst für Rituale entscheiden, eben für solche, die einem gut tun. Wenn Sie beruflich oder privat unter Stress stehen und daher nur schwer zur Ruhe kommen, können Sie beispielsweise durch Entspannungs- und Wohlfühlrituale Ihre Lebensqualität verbessern.
Entscheiden Sie sich für einen bestimmten Zeitpunkt und legen Sie fest, was Sie zur besagten Zeit regelmäßig tun möchten.
Nun gibt es auch Rituale, die sich erst mit der Zeit entwickeln. Liebgewordene Gewohnheiten, die man schätzt und nicht mehr missen möchte. Herr Friedrich W. Mühlberg hat mir sein „Belohnungs-Ritual“ zugesandt, das mir sehr gut gefäll – herzlichen Dank an dieser Stelle!
Meine "Zeitblüte" ist mittlerweile ein angenehmes Ritual und ein ganz wichtiger Schritt zur Selbstmotivation.
"Es macht Sinn, dass ich mich selbst auch belohne, wenn ich etwas gut getan habe."
Diese Erkenntnis überfiel mich zum Beginn meiner Selbstständigkeit vor 16 Jahren. Dass es für mich eher wenig Sinn macht, mir jedes Mal ein paar Schuhe zu kaufen, fiel mir beim Durchzählen aller meiner Füße auf.
Seit der Zeit kaufe ich mir bei der Rückfahrt von einem Kundenauftrag oder einem guten Akquise-Gespräch an der ersten Raststätte stets ein "Magnum-Eis Vanille". Das genieße ich beim Weiterfahren, nein ich zelebriere den Genuss. Da fahre ich mittlerweile etwas langsamer, koste so das Erfolgs-Erlebnis nochmals aus und programmiere mich so fürs nächste. Das ist für mich mittlerweile ein wichtiges Stück Lebensqualität.
Mit Hilfe von Ritualen bringt man Struktur und Ordnung in den Alltag des Kindes. Sie schenken dem Kind Halt und Geborgenheit. So gehören bei unserem kleinen Sohn die tägliche Gute-Nacht-Geschichte und der danach folgende gemeinsame Tagesrückblick zu einem Ritual, das auch ich nicht so schnell mehr missen möchte. Natürlich werden sich Rituale, Gewohnheiten auch ändern. Das bringt nun mal der Lauf der Zeit mit sich.
Wichtig ist auch, dass Rituale nicht zu einem Zwang ausarten. Sie sollten im besten Fall etwas sein, auf das man sich freut.
Welche Rituale sind Ihnen wichtig?
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