Peter Mohr: Schaffen Sie sich beim Präsentieren ein Prominenz-Volumen!

Zur Person:

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Dipl.-Paed.Univ. Peter Mohr ist spezialisierter Fachtrainer und Fachbuchautor für die Themenbereiche Präsentation und Verkauf. Er hat bereits mehr als 1000 Präsentations-Trainings durchgeführt und über 5000 Präsentatoren und Redner trainiert. Er ist bekannt für extrem fordernde und intensive Seminare und Trainings.


Peter Mohr gibt hier in drei Gastbeiträgen Tipps für erfolgreiches Präsentieren.

Schaffen Sie sich beim Präsentieren ein Prominenz-Volumen

Die meisten gewohnten alltäglichen Situationen sind sogenannte “One-To-One-Situationen”. Bei diesen One-To-One-Situationen kommunizieren wir im Dialog mit einzelnen oder wenigen Kommunikationspartnern im wechselnden und symmetrischen Ping-Pong-Dialog. Jedes Gespräch in der Familie oder mit einem Kunden ist eine solche typische One-To-One-Kommunikations-Situation.

Wenn wir dagegen vor Publikum vortragen, reden oder präsentieren, befinden wir uns eher in einer sogenannten “One-To-Many-Situation”. Hierbei stehen wir als einzelne Person eine gewisse Zeit lang zentral vor einem erwartungsvollen Publikum und stellen eine Idee, ein Konzept oder ein Produkt dar.

Dabei ist der Präsentator als “Redender” und die Zuhörer sind als “Zuhörende” definiert. Daher ist die Kommunikation eher asymmetrisch angelegt. Diese Asymmetrie – die mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann – muss sein. Sonst wäre es keine Präsentation, sondern “nur” ein geleitetes Meeting oder eine Moderation.

Die One-To-Many-Asymmetrie lässt den Präsentator – ob er will oder nicht – in eine gewisse “Prominenz” rutschen.

Der Begriff “Prominenz” kommt vom lateinischen “prominere” und bedeutet so viel wie “herausragen” oder “hervorragen”. Und der Präsentator ist – ob er will oder nicht – in seiner zentralen Rolle immer aus dem Kreis der im Raum anwesenden Menschen hervorragend. Denn:

  • Er steht – die Anderen sitzen.
  • Er bewegt sich viel – die Anderen bewegen sich kaum.
  • Er spricht – die Anderen hören.
  • Er schaut alle Anderen an – die Anderen schauen fast nur ihn an.

Diese Prominenz muss der Präsentator aber auch für sich annehmen und durch ein angemessenes Verhalten repräsentieren. Sonst verliert er seine Performance als Präsentator.

Denn das Publikum erwartet, dass der Präsentator die Prominenz annimmt und auch in einem gewissen Sinne zelebriert.

Es gibt hierzu 3 Volumen-Bereiche, in denen der Präsentator eine Art “Volumen” aufbauen kann und soll, um dadurch Prominenz auszustrahlen.

1. Volumen-Bereich: Lautstärke-Volumen

Ein Präsentator, der durchwegs zu leise spricht, nimmt sich dadurch deutlich Lautstärke-Volumen und damit Wirk- und Sendungskraft vor dem Publikum.

Daher ist es wichtig, das Lautstärke-Volumen des eigenen Präsentationsauftritts der damit verbundenen Prominenz und Zentralität anzupassen.

Im Zweifelsfall sollte man lieber eine Nuance zu laut sprechen, als eine Nuance zu leise. Wenn man als Präsentator selbst das Gefühl hat, dass man minimal zu laut spricht, dann passt das Lautstärke-Volumen in der Regel recht gut.

Man muss auch aufpassen, dass man nicht am Ende der Sätze leiser wird. Dies kommt häufig vor und senkt ganz subtil die gesamt Wichtigkeit der eigenen Aussagen.

Prominenz sein heißt daher auch: Lautstärke-Volumen zelebrieren und nutzen.

2. Volumen-Bereich: Zeit-Volumen

Ein Präsentator, der sehr hektisch und gehetzt vor dem Publikum auftritt, nimmt sich dadurch Wirk- und Sendungskraft vor dem Publikum.

Solch ein Vortragender scheint sich nicht wichtig genug zu sein, um mit seinen Gedanken dem Publikum auch bewusst etwas Zeit-Volumen zu kosten. Wer gute Gedanken und Konzepte hat und davon überzeugt ist, der darf sich für deren Darstellung auch Zeit-Volumen nehmen.

Das Publikum muss deutlich spüren, dass der Präsentator das Zeitzepter in der Hand hat und auch bewusst nutzt.

Man sollte also vermeiden, zu schnell zu sprechen oder ohne deutliche Wirk-Pausen zu sprechen. Auch sollte sich der Präsentator nicht allzu schnell bzw. gehetzt im Raum bewegen.

Ebenfalls nehmen zu schnelle Gestiken, die man nicht nachwirken lässt, sehr viel Wirkkraft. Umgekehrt kann man als Vortragender kaum mehr Prominenz aufbauen, als wenn man beim Präsentieren mal eine so lange Pause macht, dass diese dem Publikum schon ein kleines bisschen weh tut.

Probieren Sie es aus:

Machen Sie mal zwischen 2 Sätzen eine Pause von 7 Sekunden – und Sie werden spüren, welche Zentralität und Prominenz Sie damit vor dem Publikum gewinnen.

Prominenz sein heißt daher auch: Zeit-Volumen zelebrieren und nutzen.

3. Volumen-Bereich: Raum-Volumen

Ein Präsentator, der zu wenig Platz im Raum einnimmt, nimmt sich dadurch Wirk- und Sendungskraft vor dem Publikum. Sie als Präsentator sind die zentrale Person. Daher gehört der Raum und vor allem die Bühne Ihnen und Ihrem Auftritt.

Ein Präsentator, der beispielsweise permanent mit einem zu engen Stand vor dem Publikum steht, verliert dadurch Standing und Prominenz in seiner Wirkung.
Einer, der über sehr lange Zeit auf dem gleichen Platz stehen bleibt, ohne seinen Raum zu nutzen, verliert Sendungskraft.

Oder wenn ein Vortragender beispielsweise zu enge Gestiken (nur kurz vor dem Bauch) macht, verliert er damit auch sehr viel Prominenz. Oft wird eine zu enge auch mit einer zu schnellen Gestik kombiniert. Damit verliert der Präsentator gleich doppelt an Prominenz-Volumen: Raum-Volumen (zu eng) und Zeit-Volumen (zu schnell).

Man kann man aber gerade umgekehrt besonders das Raum- und das Zeit-Volumen sehr schön miteinander koppeln, indem man die Gestik nicht nur räumlich etwas weiter macht, sondern diese auch zeitlich etwas länger im Raum “stehen lässt”.

Prominenz sein heisst daher auch: Raum-Volumen zelebrieren und nutzen.

Alle 3 Volumen-Bereiche (Lautstärke-Volumen + Zeit-Volumen + Raum-Volumen) tragen ganz wesentlich zur Wirkung des Präsentators als Prominenz vor seinem Publikum bei.

Aufgrund meiner Erfahrung aus mehr als 1000 Präsentations-Trainings und Präsentations-Supervisionen kann ich guten Gewissens sagen, dass man als Präsentator auch kaum Angst haben muss, dass man diese Volumen-Bereiche übertreibt.

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