Notfallplan – sorgen Sie vor! Was wäre, wenn Sie …


Was wäre, wenn Sie plötzlich für längere Zeit nicht mehr ansprechbar, nicht mehr erreichbar wären? Was hätte das für Ihre Lieben, Ihre Familie, für Ihre Arbeit zur Folge?

Leider ist niemand gegen Unglück gefeit. Ein Blick in die tägliche Presse genügt, um sich das vor Augen zu führen.

Schnell ist etwas passiert und das Leben ist nicht mehr so, wie es war. Und das betrifft nicht nur das eigene, sondern auch das jener Menschen im direkten Umfeld.

Wenn man beispielsweise aufgrund eines Unfalls für längere Zeit aus dem Alltag gerissen wird und auch nicht ansprechbar ist, so ist das auch eine ungemein belastende Situation für Ihre Familie, Ihre(n) Partner(in).

Wenn dann in dieser Extremsituation weitere Schwierigkeiten und Probleme resultierend durch Ihren Ausfall hinzukommen, wird die Belastung für Ihre Lieben noch größer.

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Schnell ist etwas passiert und das Leben ist nicht mehr so, wie es war.

Sorgen Sie mit einem Notfallplan vor!

Deshalb: Sorgen Sie vor! Das kann mit einem Notfallplan gelingen. In diesem (schriftlichen!) Notfallplan ist aufgelistet, was für Ihre Angehörigen in welcher Situation zu tun ist.

Sollte ich beispielsweise durch einen Unfall für längere Zeit ausfallen und deshalb nicht ansprechbar sein, weiß meine Frau, wo sie den Notfallplan findet. Jeden Punkt auf der Liste haben wir gemeinsam durchgesprochen.

So erstellen Sie einen Notfallplan

Nehmen Sie ein Blatt und einen Stift zur Hand. Natürlich können Sie auch ein Dokument am Computer anlegen. Nun lassen Sie sich Ihren (Arbeits-)Alltag durch den Kopf gehen, betrachten Sie Ihre Verpflichtungen, Ihre Aufgaben. Halten Sie vorerst in Stichworten fest, was Ihnen dazu einfällt.

Dazu habe ich einige Reflexionsfragen zusammengestellt, die Ihnen bei der Ausarbeitung helfen können:

  • Was würde/könnte nicht mehr so weiterlaufen, wenn Sie plötzlich ausfallen würden? (Aus den Antworten auf diese Frage ergeben sich die entsprechenden Maßnahmen.)
  • Welche Fragen, welche Forderungen würden auf … (Ihre Frau bzw. Ihren Mann, Ihre Kinder, Ihre Geschäftspartner etc.) zukommen, die ohne Ihre Hilfe nicht oder schwer zu schaffen sind? Ohne Ihr Wissen, ohne bestimmte Informationen, über die nur Sie verfügen?
  • An wen soll sich … (z. B. Ihre Frau bzw. Ihr Mann) wenden, um in einer ganz bestimmten Situation (etwa in einer geschäftlichen Angelegenheit) Unterstützung zu erhalten?
  • Wo sind welche Informationen (Zugangsdaten, wichtige Dokumente etc.) zu finden? (Hierzu können Sie auch eine Notfallmappe anlegen, die ich hier beschrieben habe.)

Nach diesen Überlegungen halten Sie die erforderlichen Maßnahmen schriftlich fest – erstellen Sie also einen Notfallplan. Bei Bedarf können Sie auch für mehrere Personen jeweils einen eigenen anlegen, z. B. einen für Ihre Eltern, für Ihre(n) Lebenspartner(in), für Ihre Kinder, für den Geschäftspartner. (Für Unternehmer habe ich hier einige Tipps für einen Notfallplan.)

Gehen Sie diese Auflistung in einer ruhigen Stunde mit der entsprechenden Person durch, um noch eventuell offene Fragen zu klären und entsprechende Informationen zu ergänzen.

Halten Sie den Notfallplan stets aktuell! Werfen Sie in regelmäßigen Intervallen (z. B. halbjährlich) einen Blick auf die aufgelisteten Maßnahmen, ob sie noch aktuell sind, ob es etwas zu ergänzen gilt.

Nur durch eine solche Vorsorge können Sie vermeiden, dass die ohnehin schon schwierige Notsituation noch belastender für Ihre Angehörigen wird, sollten Sie mal für längere Zeit unerwartet ausfallen. Aber auch Sie selbst finden dann schneller in den Alltag zurück, wenn nicht Unmengen an Problemen und Schwierigkeiten warten, die sich aufgrund Ihrer Abwesenheit ergeben haben.


Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Das sind sehr gute Tipps, die mich motivieren, meinen Notfallplan – den ich mal begonnen habe – endlich zu beenden.

    Als Selbstständiger, dessen Geschäft zu 80% digital ist, ist es mir auch sehr wichtig vorzusorgen und den Angehören zu erklären, wie sie an alle Daten kommen.

    Als Beispiel:
    Meine Lebenspartnerin hat höchstens eine vage Vorstellung, bei welchen Banken meine Konten sind – umgekehrt übrigens auch. Nur: Bei mir liegen alle Dokumente digital vor. Da muss sie das Passwort für meinen Computer kennen und die Dateien überhaupt finden…

    Ivan Blatter antworten
    • Gutes Beispiel! Weil bei mir das Geschäft auch in etwa 80 % digital abläuft, ging es mir insbesondere um die Weitergabe der relevanten Daten und entsprechenden Informationen, damit es bei meinem Ausfall nicht komplett zum Erliegen kommt.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Karl Assnose

    Ich halte diese Erstellung und periodisch wiederkehreende Beschäftigung mit einem derartigen Notfallplan für gefährlich. Die Neurobiologie, Hirn- & Verhaltensforschung weiss, dass wir eben dies in unser Leben ziehen, womit wir uns, vor allem revolvierend, beschäftigen. Je mehr wir uns also mit einem “Notfall” beschäftigen, desto eher ziehen wir einen an. Der im JETZT LEBENde und VERTRAUENde weiss, dass jedes Problem, das daherkommt, auch seine Lösung mitbringt. VERTRAUEN und diese Gewissheit sind die optimale Einstellung für ein GANZheitlich GLÜCKvolles und ERFOLG-REICHes LEBEN…

    Karl Assnose antworten
    • Angela Becker

      Ich selber habe einen Notfallplan inclusive Patientenverfügung und lebe ganz nach dem Motto “carpe diem”.

      Ich bin sehr glücklich und würde – träte ein solcher Notfall jetzt ein – nicht sagen müssen: “Jetzt habe ich xy aufgeschoben und hätte so gerne z noch gemacht!”.

      Übrigens konnten wir gerade Anfang dieser Woche meiner Schwiegermutter, die eine transitorische Amnesie (vorübergehender Gedächtnisverlust) hatte, dank einer entfernten Bekannten durch die auffindbare Telefonliste für den Notfall direkt beistehen.

      Angela Becker antworten
  • Wolfram Paasch

    Genau zu dieser Frage habe ich mir Gedanken gemacht. Ich habe hier eine Mappe für Privatpersonen und für Unternehmer entwickelt. Ich bin noch einen Schritt weiter gegangen und habe gesagt, Notfallmappe hat so ein wenig von “mach ich später” “wird schon jetzt nichts passieren” usw. So habe ich aus dieser Mappe eine Organisations-, Informations- und Notfallmappe gemacht. Diese ist für mich heute ein fast tägliches Arbeitsmittel.

    Wolfram Paasch antworten

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