Ich möchte mich hier mal bei allen bedanken, die mir Ihre Zeitblüten einsenden. Zeitblüten nenne ich Momente, die unser Leben besonders bereichern. Die Stress, Ärger und den Alltag vergessen lassen. So individuell wie wir sind, so individuell sind auch diese Momente.
Hier sechs aktuelle Zusendungen – vielen Dank!
Ich habe eine Gewohnheit, die manchem etwas skurril erscheinen mag, die für mich aber sehr hohen Wert hat.
Da ich in der Nähe eines Friedhofs lebe und arbeite, mache ich des Öfteren einen kleinen Spaziergang auf dem Friedhof.
Die Ruhe dort, verbunden mit der Konfrontation der Vergänglichkeit, hilft mir immer sehr schnell, mich auf das Wesentliche zu besinnen.
Wer so ehrgeizig ist wie ich, kann in bestimmten Bereichen des Lebens – nämlich im Beruf – Misserfolge schwer verkraften. Eine Zeit lang habe ich sehr viel Kraft investiert, so zu tun, als ob es mir nichts ausmacht. Dann folgte eine Zeit von verkrampften Lächeln und der Einbildung, dass jeder gegen mich ist. Die letzte Zeit war von Schlaflosigkeit und unkonzentriertem Handeln gezeichnet.
Ich habe nun los gelassen – von dem Job, den ich so liebte. Den ich unbedingt packen wollte.
Ich erlebe derzeit Zeitblüten. Die jetzige, etwas andere Tätigkeit macht auch Spaß. Die Mitmenschen lassen mein Herz hüpfen. Ich danke mir täglich, dass ich von dieser Art Erfolgsdruck erlöst bin.
B.R.
Meine Zeitblüte ist zweifelsohne das Motorrad fahren! Nicht mit einem Racer, nein, mit einem Chopper.
Nach einem stressigen Tag bei schönem Wetter das Moped raus und nur mit Tempo 80 über Landstrassen und durch kleine Orte mit schönen alten Häusern, alten Bäumen und Teichen. Kamera ist natürlich immer dabei. Wenn man dann nach 2-3 Stunden wieder zuhaus ist, ist Stress und Ärger vergessen, man setzt sich auf die Terasse und trinkt noch ein schönes Glas Wein!
Erwin H.
Ich habe seit ca. 3 Jahren verschiedenste Hobbies ausprobiert, Sport gemacht und versucht, meinen Stress loszuwerden. Leider gelang es mir nicht so wie ich es mir gewünscht habe.
So habe ich dann mal nachgedacht, was ich als Kind gerne gemacht habe und was mir Spaß brachte. Es dauerte nicht lange, und ich erinnerte mich an die schönen Momente mit meinem Pflegepferd zurück.
Seit einigen Wochen habe ich mich wieder einem Pflegepferd zugewandt. Und jedesmal wenn ich mit ihm zusammen bin, es putze, pflege und dann raus in die Natur reite, mit dem wunderbaren Tier voll Kraft, Stärke und Lebenslust – bemerke ich wieder, wie ich dies vermisst habe, und dadurch auch wieder zu meiner Ruhe und Gelassenheit gelange.
Zusätzlich nehme ich mir morgens und abends die Zeit, um über den Tag nachzudenken, was ich erlebt habe- was ich heute Gutes tun möchte und näher zu meinen Ziel gelange. Auch dieses Ritual des In-sich-Gehens gibt mir sehr viel Energie und löst auch den Stress, der mich manchmal gefangen hält.
Zurück zur Natur/Tier und zu sich selbst ist das ,was mir im Moment das Abschalten von stressigen Tagen erleichtert.
Margit M.
In meiner Garage steht ein kleiner Oldtimer aus dem Jahr 1952. Mit seinen 16.5 Pferdestärken nicht der schnellste. Wenn ich in ihm vorzugsweise abseits dervielbefahrenen Wege unterwegs bin, scheint die Zeit stillzustehen.
Der Alltag ist schon beim Einsteigen vergessen. Allein schon der Geruch nach Öl, Gummi und Leder ist wie ein Wundermittel bei dem jede Hektik sofort verschwindet. Zeitreise in eine Welt, die irgendwie nicht zur gegenwärtigen passt und deshalb auch nicht mit ihr mithalten will.
Es ist aber auch immer ein kleines Abenteuer, da man nie weiss was einem unterwegs begegnet. Geschehen ist noch nie etwas, zuverlässig tut das kleine Auto seinen Dienst und hat mich immer wieder nach Hause gebracht.
Es gibt zwar schon manchmal, dass es mit dem Nachhause kommen schwierig wird. Grund ist dann aber nicht irgendeine Panne, sondern man findet immer wieder eine Abzweigung damit der Weg noch ein wenig länger wird. Ist man dann zurück von der Tour, brummt einem zwar ein wenig der Kopf, doch das Glücksgefühl hält an.
Die Gedanken schweifen dann immer wieder zurück auf den Weg den man gefahren ist. Gedanken an unscheinbare Details wie ein Waldstück, eine Weide, ein altes Haus, jene Kurve nach der der Ausblick so wunderbar war.
Jahre später kann man sich noch an solche Details erinnern. Noch schöner ist es wenn man zu zweit unterwegs ist und dieses Erlebnis teilen kann. Vielleicht begegnen wir uns ja einmal auf der Strasse. Viele winken mir dann fröhlich lachend zu und ich habe dann jemand anderem eine solche Zeitblüte geschenkt…
Martin
Den Tag positiv beginnen. Früh aufstehen, frische Luft und, jetzt im Frühling, die frühe Morgensonne genießen. Bei einem Spaziergang mit Bruno, meinem Golden Retriever-Rüden, oder am Wochenende auch mal alleine, mit der Digitalkamera.
Mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, statt mit Auto oder Straßenbahn, dabei die Natur genießen, Störche sehen und die Seele baumeln lassen. So ist der Start in den Arbeitstag immer etwas Besonderes, etwas Einmaliges.
Uwe
Zum Weiterlesen:
Schmökern Sie in weiteren Beiträgen zum Thema „Lebensgenuss & -vereinfachung“. Oder werfen Sie einen Blick auf das gesamte Themen-Menü.