So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter

Motivierte Mitarbeiter zählen mit zum größten Kapital eines Unternehmens. Allerdings ist es alles andere als einfach, motivierte Mitarbeiter zu gewinnen bzw. sie zu motivieren. Eine (ironische) Anleitung, wie es Ihnen mit Sicherheit gelingt, Ihre Mitarbeiter zu demotivieren, habe ich hier geschrieben.

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Mitarbeitermotivation: „Wenn du ein Schiff bauen willst, lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer!“

Gutes Arbeitsklima, fettes Gehalt, Freude an der Arbeit – was noch?

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis nach den Motivationsfaktoren frage, höre ich häufig folgende Antworten:

  • „Die Arbeit muss mir (zumindest meistens) Freude bereiten.“
  • „Das Arbeitsklima muss angenehm sein.“
  • „Das Gehalt muss passen.“

Aber allein damit ist es wohl nicht getan. Meiner Meinung nach spielen noch folgende Faktoren eine wesentliche Rolle.

5 (weitere) Einflussfaktoren auf die Mitarbeitermotivation

1. Anerkennung

Wenn wir für das, was wir machen, keine Anerkennung und damit Bestätigung erhalten, dann wird sehr schnell ein großer Teil der Motivation abhanden kommen.

Wir Menschen lechzen nun mal nach Anerkennung. Und das beginnt schon im Kleinkindalter und setzt sich ohne Unterbrechung bis ins hohe Alter fort.

Deshalb: Lassen Sie Ihren Mitarbeitern Anerkennung zukommen, loben Sie – aber in Maßen, denn das Lob will auch verdient sein.

2. Begeisterung

Begeisterung stellt das Optimum dar. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Mitarbeiter für die Sache bzw. für die Unternehmensziele zu begeistern, haben Sie die Königsdisziplin im Motivieren geschafft.

Begeisterung ist einer der größten Motivationsfaktoren und (positiven) Antreiber. Um sie überzeugend zu vermitteln, müssen Sie selbst von der Sache begeistert sein.

Dazu fällt mir stets das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry ein:

Wenn du ein Schiff bauen willst,
so trommle nicht Männer zusammen,
um Holz zu beschaffen,
Werkzeuge vorzubereiten,
Aufgaben zu vergeben
und die Arbeit einzuteilen,
sondern lehre die Männer die Sehnsucht
nach dem weiten, endlosen Meer!

3. Transparenz und Ehrlichkeit

Mitarbeiter haben starke Antennen, die häufig auf Vertuschung und versuchte Desinformation ausgerichtet sind. Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass ihnen bewusst wichtige Informationen vorenthalten werden – und das nicht nur einmal –, lässt das den Motivationspegel sicher nicht ansteigen.

Fördern Sie eine klare und transparente Unternehmenskommunikation, denn die Weitergabe relevanter Informationen ist immens wichtig. Das gilt sowohl zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern als auch unter den Mitarbeitern.

4. Klare Kompetenzen- und Aufgabenzuordnung

Auch wichtig: Die Kompetenzen und die Aufgaben müssen klar zugeordnet sein. Ihre Mitarbeiter müssen also genau wissen, was sie zu tun haben und machen dürfen, aber auch, was nicht erwünscht ist.

Nur wenn die Kompetenzen für jeden klar sind und jeder weiß, was von ihm verlangt wird, treten Unsicherheiten und die daraus resultierende Demotivation erst gar nicht auf.

5. Zusagen einhalten

Getroffene Zusagen sollten Sie möglichst immer einhalten, denn sonst kommt es zu einem Vertrauensbruch. Mangelndes Vertrauen ist nicht gerade motivationsfördernd. Sicher kann es vorkommen, dass eine getroffene Zusage nicht eingehalten werden kann, aber dann sollte es hierfür einen triftigen und nachvollziehbaren Grund geben.

Vorgesetzte und Führungskräfte, die getätigte Versprechungen und Zusagen ignorieren, büßen gegenüber ihren Mitarbeitern an Führungsautorität ein. Wieder ein Minuspunkt auf der Motivationsskala.

Das sind die für mich die wesentlichsten Motivationsfaktoren. Welche sind Ihre?

Zum Weiterlesen:

Kommentare

  • Volker

    Dem kann man nur zustimmen. Das sind schon mal die richtigen und wichtigsten Punkte, um Mitarbeiter zu motivieren und mitzunehmen.

    Wenn jetzt dazu der Chef noch gutgelaunt, authentisch, hilfsbereit, interessiert und diplomatisch ist, dazu noch die Stärken seiner Mitarbeiter kennt und fördert, hat man seinen Traumarbeitsplatz gefunden.

    Volker antworten
  • Ein schöner Artikel.

    Meiner Meinung nach führt allerdings bereits die Vorstellung, dass ich als Führungskraft meine Mitarbeiter motivieren muss, in die falsche Richtung. Ich glaube, dass Mitarbeiter in der Regel von sich aus motiviert sind. Aufgabe der Führungskraft ist es dafür zu sorgen, dass Mitarbeiter nicht demotivert werden z.B. durch Intransparenz, Mikromanagement, politische Spielchen etc.

    Den Punkt “Zusagen einhalten” halte ich für ganz wesentlich. Und zwar besonders bei den “kleinen” alltäglichen Zusagen:
    Wenn ich als Chef meinem Mitarbeiter zusage, dass ich ihm am Dienstag per email eine Entscheidung mitteile, dann muss er auch am Dienstag diese email erhalten und nicht erst am Mittwoch. Es sind häufig die kleinen Dinge, die Vertrauen und Motivation zerstören.

    Bernd Geropp antworten
    • Vielen Dank, Herr Geropp!

      > Meiner Meinung nach führt allerdings bereits die Vorstellung, dass ich als Führungskraft
      > meine
       Mitarbeiter motivieren muss, in die falsche Richtung.

      > Ich glaube, dass Mitarbeiter in der Regel von sich aus motiviert sind.

      Ich sehe das etwas anders:

      Von sich aus motivierte Mitarbeiter sind zwar wünschenswert, aber meiner Meinung nach gibt es kaum ein Unternehmen, in welchem alle Mitarbeiter motiviert ihrer Arbeit nachgehen.

      Das hängt natürlich auch von der Tätigkeit der einzelnen Mitarbeiter ab. Für eine Arbeit, die primär aus monotonen Routinetätigkeiten besteht, kann man sich wohl nur sehr schwer (täglich) motivieren. Und es gibt auch zahlreiche Jobs, die nicht wirklich attraktiv sind. Nicht jeder kann sich seinen Job aussuchen.

      Insbesondere in solchen Fällen ist die Führungskraft gefordert und auch das Unternehmen selbst, entsprechende attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Mitarbeitermotivation fördern.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Aufgrund der Erfahrungen aus Mitarbeiterbefragungen in unterschiedlichsten Firmen und Bereichen, kann ich nur zustimmen, dass der Vorgesetzte eine sehr wichtige Rolle bei der Motivation der Mitarbeiter spielt. Er kann ausschlaggebend dafür sein, ob seine Mitarbeiter gerne zu der Arbeit kommen oder nicht.

    Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Arbeitsbedingungen. Sehr viele Mitarbeiter beschweren sich über ihr Arbeitsumfeld, über das Material, mit dem sie arbeiten müssen. Sie geben oft auch sehr gute Verbesserungsvorschläge – zum Beispiel wie Räumlichkeiten für Kunden ansprechender gestaltet werden könnten oder welche Reparaturen vorgenommen werden müssen.

    Was bei der Auswertung von Mitarbeiterbefragungen sehr selten vorkommt: dass sich jemand über die Arbeit beschwert, die er verrichten muss.

    Ispa Consult antworten

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