Kommentar von Prof. Dr. Hansmann: Zeitmanagement ist für das Studium unverzichtbar

Ein Gastkommentar von Prof. Dr. Hansmann zum Thema “Zeitmanagement im Studium”: 

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Prof. Dr. Otto Hansmann
ist Akademischer Direktor und lehrt an der Universität Bayreuth Allgemeine Pädagogik. Seine Arbeitsschwerpunkte sind u. a. Kommunikations- undZeitmanagement, wozu er auch publiziert hat: „Kommunikation auf der Zielgeraden. Ein Leitfaden zur Analyse, Messung und Optimierung von Kommunikationsakten.“ Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren 2003.„Vom Zeitmanagement im Schulunterricht. Was Lehrerinnen und Lehrer wissen und können sollten.“ Münster u. a.: Waxmann 2009.   


»Ars longa, vita brevis«, die Kunst ist lang, das Leben ist dagegen von verhältnismäßig kurzer Dauer. In analoger Relation könnte man sagen: »artes longae, vita brevis«. Das Studium der Wissenschaften ist lang, das Leben kurz.

Dass Schulbildung und Hochschulstudium Zeit kosten, ist kaum zu bestreiten. Wie viel beides kosten sollte und wozu diese Investition gut oder nützlich sei, das ist und bleibt ohne Zweifel umstritten.

Von der Gesellschaft hängt ab, welches Wissen aus dem Gesamtvolumen kultureller Überlieferung an die jeweils folgenden Generationen in welchen Formen und in welcher Zeit weitergegeben werden soll, während der einzelne Heranwachsende prüfen muss, wo er Anschluss finden, in der Auseinandersetzung mit überliefertem Wissen die Kultur und sich selbst fortentwickeln kann.

Die in Europa geschichtlich erkämpfte relative Autonomie der Bildungs- und Erziehungsinstitutionen vor allem von Politik und Ökonomie, die soziologisch mit gewollter Provokation als Ausdifferenzierung des Bildungs- und Erziehungssystems beschrieben wird, zeitigt nicht nur die einmalige Chance, Bildung und Ausbildung oder deutlicher: Bildung und Qualifikation für den Erwerbsarbeitsmarkt zu entkoppeln.

Vielmehr schafft die Autonomisierung von Schulen und Hochschulen Raum für die Ausarbeitung pädagogischer Programme und die Organisation von schulischen sowie universitären Formen des Lehrens und Lernens, die durch die Bildungsinstitutionen selbst begründet, verantwortet, evaluiert und weiterentwickelt werden.

Diese Freiheit der organisatorischen Umsetzung gesellschaftlicher Erwartungen und individueller Ansprüche an Bildung und Studium bringt zunächst eine neue Unübersichtlichkeit, die Planungsunsicherheiten nach sich zieht. Planungsunsicherheit in bildungspolitischer und eben auch in persönlicher Hinsicht.

Vor allem Studenten stehen daher vor der Herausforderung, ihre Biographie im komplexen tertiären System der gesellschaftlichen Organisation des Lehrens und Lernens in sozial angemessener und zugleich individuell unverwechselbarer Weise zu gestalten.

Weil Zeit jenen Gütern zuzuschlagen ist, die in der menschlichen Lebensspanne knapp sind, ist im Zusammenhang der Planung des individuellen Lebenslaufs, vor allem während der Zeit des Studiums, ein professionelles Zeitmanagement unverzichtbar.

Konkrete Tipps für ein effizientes Studium:

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