Eine Idee, eine Lösung wäre gefragt – aber woher nehmen? Manchmal scheint der Kopf vollkommen leer und eine Idee erzwingen lässt sich schon gar nicht. Aber es gibt Techniken, die der eigenen Kreativität auf die Sprünge helfen und damit hilfreich bei der Lösungsfindung sein können. 14 solcher Kreativitätstechniken stelle ich Ihnen im Folgenden vor:
Das Brainstorming gehört zu den Klassikern unter den Kreativitätstechniken. Benötigt wird hierfür lediglich ein Stift und ein Blatt Papier. Nun nimmt man sich die Hauptfragestellung und schreibt alles auf, was einem dazu in den Sinn kommt. Je nach Fragestellung können dies auch Gegenstände, Farben oder ganz artfremde Begriffe sein, die später dennoch einen Sinn ergeben. Hat man die Begriffe notiert, kann man sie zusätzlich ordnen, um eine Struktur erkennbar zu machen. Das Brainstorming ist in der Regel der erste Schritt zu einer guten Lösung.
Die Mind-Map ist dem Brainstorming sehr verwandt. Sie unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten, die Sie schon zu Beginn effektiver und effizienter machen können. Bei der Mind-Map steht ein Begriff oder auch eine Frage im Zentrum. Wie man eine Mind Map erstellt und zur Ideenfindung nutzt, habe ich hier beschrieben.
Die 635-Methode ist eine beliebte Methode zur Findung neuer Ideen. Hierfür benötigen sechs Teilnehmer jeweils ein Blatt Papier. Auf dieses Blatt zeichnet man nun eine Tabelle mit drei Spalten und sechs Zeilen. Jeder Teilnehmer hat nun die Aufgabe, drei Ideen in die erste Zeile der Tabelle zu notieren. Selbstverständlich sollten sich die Ideen auf eine vorher formulierte Ausgangsfragestellung beziehen.
Nach fünf Minuten wird das Blatt Papier an den nächsten Teilnehmer weitergereicht, der die drei Ideen in der nächsten Zeile erweitern und verbessern soll. Dies wird so lange gemacht, bis jeder der sechs Teilnehmer einmal jedes Blatt hatte und alle Tabellenfelder gefüllt sind. Durch diese Kreativitätstechnik erhält man innerhalb kürzester Zeit viele interessante Ansätze für Ideen und Lösungen.
Diese Kreativitätstechnik eignet sich besonders gut zur Ideenfindung in der Gruppe. Benötigt werden hierfür eine große Pinnwand mit kleinen Nadeln und mehrere Karteikarten.
Die Gruppe beschäftigt sich nun mit einer konkreten Fragestellung. Jeder Teilnehmer notiert Ideen oder Vorschläge jeweils auf eine Karteikarte. Dann werden die Karteikarten an die Pinnwand geheftet und in der Gruppe diskutiert. Ideen, die keinen Anklang finden, werden direkt aussortiert, um das Bild schnell zu klären. Verbleiben eine oder mehrere gute Ideen an der Pinnwand, so können diese in der Gruppe erweitert und optimiert werden, bis die beste Lösung gefunden ist.
Das Umkehren eines Problems bzw. der daraus resultierenden Fragestellung erzwingt einen Perspektivenwechsel, der wiederum hilfreich bei der Lösungsfindung sein kann. So kann beispielsweise die Fragestellung lauten: „Wie kann der Absatz in unserem Unternehmen gesteigert werden?“ Eine Umkehrung der Problemstellung könnte lauten: „Wie können wir den Absatz auf ein Minimum senken?“ Die Antworten auf diese Fragestellung zeigen oft Punkte auf, die zur Ideenfindung herangezogen werden können. Besonders in einer Gruppe eignet sich diese Kreativitätstechnik, um den Druck zu reduzieren.
Die Fragenreihe ist besonders einfach durchführbar, da man hierfür keine zusätzlichen Materialien benötigt. Zu Beginn steht die Fragestellung als Hauptfrage. Aus dieser Frage werden weitere Fragen gebildet, sodass eine Kette aus Fragen entsteht, die schließlich eine gute Lösung bieten kann. Die Durchführung in der Praxis habe ich hier beschrieben.
Besonders bei der Analyse neuer Zielgruppen oder Möglichkeiten ist die Fragenkette eine beliebte Kreativitätstechnik, die neue Wege aufzeigen kann. Schlagworte und Antworten kann man sich zusätzlich notieren, um später darauf zurückgreifen zu können.
Die berühmte Frage nach dem „Was wäre, wenn…“ bestimmt diese Kreativitätstechnik. Spekulationen erlauben ein kreatives Herangehen an eine Problemstellung, können aber auch als sinnvolle Kreativitätsübung für zwischendurch angewendet werden. Ein Beispiel: „Was wäre, wenn es kein Wasser mehr gäbe?“ Die Folgen, die aus dieser Spekulation auf den Plan treten würden, lassen sich sehr weit spinnen und erlauben so eine besonders tiefgreifende kreative Tätigkeit.
Auch Kneten, so abstrus es klingt, ist eine Kreativitätstechnik. Alles, was hierfür benötigt wird, ist ein Stück Knete. Dieses Stück wird nun geknetet, man formt Muster, Gebilde und beginnt erneut. Für das Gehirn ist das Kneten eine tolle Möglichkeit, kreativ zu sein, ohne hierbei Leistungsdruck zu verspüren. Aus dieser Situation heraus ergeben sich häufig gute Ideen und Ansätze.
Für diese Kreativitätstechnik zieht man sich an einen Ort zurück, wo man für eine Weile nicht gestört wird. Man schließt die Augen und konzentriert sich intensiv auf die Fragestellung. Dann lässt man in Gedanken ungezwungen Bilder vor dem inneren Auge entstehen. Diese Bilder stehen meist in weiterem oder auch engerem Zusammenhang zur Ursprungsfrage, können allerdings durchwegs sinnvoll eingesetzt werden.
Diese Technik kann man besonders dann anwenden, wenn man von etwas ein genaueres Bild haben möchte, mit Begriffen oder Brainstorming aber nicht den erwünschten Erfolg hatte.
Diese Kreativitätstechnik muss nicht unbedingt auf eine bestimmte Fragestellung angewandt werden, da sie auch als einfache Übung kreativitätsfördernd ist.
Man benötigt hierfür ein Blatt Papier und einen Stift. Nun beginnt man einfach aufzuzeichnen, was einem in den Kopf kommt. Formen, Muster, Gegenstände werden wild auf das Papier gemalt, ohne dass zwischen ihnen ein Zusammenhang bestehen muss. Das Zeichnen löst das Gehirn von festgefahrenen Denkmustern und erweitert den eigenen Horizont. So kann man diese Kreativitätstechnik auch anwenden, wenn man sich auf eine größere Aufgabe vorbereiten möchte.
Farben sind schon durch ihre Vielfalt äußerst anregend für die Kreativität. Bei dieser Kreativitätstechnik macht man sich die vielen Bedeutungen von Farben. Man beginnt mit einer beliebigen Farbe und notiert alle Assoziationen, die einem in den Sinn kommen. Als Beispiel: gelb > Sonne, warm, Neid, Mond etc. Man kann sich auch mehrere Farben vornehmen und Begriffe finden, die auf zwei oder drei Farben gleichzeitig zutreffen.
Bei dieser Kreativitätstechnik stellt man sich die Frage, wie Menschen in der Vergangenheit dieses Problem angegangen wären. Auch die Möglichkeiten, die den Menschen früher zur Verfügung standen, um ähnliche Probleme zu lösen, können hilfreich bei der Herangehensweise an ein Problem sein. Sich in andere Zeiten zu versetzen, in denen vollkommen unterschiedliche Mittel und Wege bereitstanden, kann für die Kreativität und damit zur Lösungsfindung äußerst hilfreich sein.
Man benötigt hierzu einen Stift und ein Blatt Papier, auf das man die Buchstaben des Alphabets von A bis Z notiert. Neben jeden Buchstaben notiert man ein Wort, das mit diesem Buchstaben beginnt. Das Wort sollte immer im Zusammenhang mit der Fragestellung stehen, auch wenn das nur im weiteren Sinne der Fall ist. Dadurch können neue Inputs gewonnen werden.
Ein Problem in seiner Vollständigkeit betrachten zu können, erlaubt es, dieses anschließend kreativ zu verändern oder gar zu lösen. Der Grundstock für diese Kreativitätsübung ist die Vorstellung, es gäbe sechs Hüte. Die Durchführung dieser Kreativitätstechnik habe ich hier beschrieben. So erhält man schließlich einen äußerst komplexen Überblick auf eine Problemstellung.
Zum Weiterlesen:
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Hallo,
ich finde zur Ideenfindung noch die Methode des “World-Café” sehr gut. Theoretisch kann man dieses Konzept mit bis zu 200 Personen durchführen. Ich habe in meiner Arbeit als studentischer Berater dieses Konzept schon oft angewendet und es funktioniert hervorragend. Beschrieben habe ich das Konzept auch unter: http://studentischerberater.wordpress.com
Es ist natürlich auch bei Wikipedia zu finden.