Warum es manchmal gut tut, auf die Schnauze zu fallen

Es gibt Situationen im Leben, die haben auf den ersten Blick rein gar nichts Positives an sich: der Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Erkrankung, eine Trennung, …

Viele Menschen fallen daraufhin in ein tiefes Loch und sind frustriert. Andere wiederum fühlen sich erst recht ermutigt, das Schicksal selbst anzupacken und machen aus der Not eine Tugend.

Aus der Not eine Tugend machen

Denn manchmal muss man erst tief fallen, um Sphären zu erreichen, von denen man bislang nicht zu träumen wagte oder um Chancen zu erkennen, die man vorher nicht wahrgenommen hat. Hin und wieder kann es gut tun, auf die Schnauze zu fallen und auf den Boden der Realität zurückzukommen, um danach gestärkt aufzustehen und von Neuem zu beginnen.

Ein Rückschlag bietet immer die Chance auf Neuorientierung.

So hat man zum Beispiel nach einer Kündigung die Gelegenheit, sich nach einer besseren Stelle umzusehen und somit vielleicht sogar lang gehegte Träume zu verwirklichen. Rückschläge können demnach mitunter motivierend wirken. Denn in Notsituationen sind bereits zahlreiche gute Ideen entstanden.

Schon so manches heute sehr erfolgreiche Unternehmen verdankt seine Existenz einem Arbeitslosen, der nach einer herben beruflichen Niederlage plötzlich die zündende Idee hatte.

Rückschläge können den Charakter stärken

Aus Schaden wird man klug – klingt abgedroschen, aber trifft es häufig auf den Punkt. Man kann aus Rückschlägen lernen und die richtigen Konsequenzen ziehen, insofern man nicht ganz schuldlos an der Niederlage ist. Denn man wird voraussichtlich danach trachten, denselben Fehler nicht ein zweites Mal zu begehen.

Und so können Fehler eine wertvolle Erfahrung sein. Das gilt auch im Businessbereich.

Gemachte Fehler und die daraus resultierenden Erfahrungen können sich sogar als Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitkonkurrenten herausstellen, die noch keine derartigen Erfahren sammeln konnten.

Auch besitzen Menschen, die schon lange in einer bestimmten Branche tätig sind, oft bessere Kompetenzen und agieren demnach nicht selten auf der Führungsebene. Die Erfahrung, die diese Personen zu Höherem befähigt, resultiert letztendlich auch aus zahlreichen Rückschlägen, die sie im Laufe ihres beruflichen Werdegangs wegstecken mussten.

Eine Niederlage ist nicht unbedingt etwas Negatives, sondern vielmehr eine Art reinigender Prozess.

Werden auch Sie mit Niederlagen konfrontiert, versuchen Sie diese als Chance zu sehen. Gut, das schreibt sich jetzt leicht. Aber probieren Sie, die Sache neu anzupacken und das Bestmögliche daraus zu machen.

Außerdem lernt mancher, mit Rückschlägen besser umzugehen und Niederlagen leichter zu verkraften. So gesehen können uns Misserfolge auch stärken und werfen uns nicht gleich aus der Bahn.

Die “Stehaufmännchen” der Show-Branche

Der Weg zum Erfolg ist steinig. Das wissen nicht nur die meisten Unternehmer und Politiker aus leidvoller Erfahrung. Auch zahlreiche der heute erfolgreichen “Stars” hatten im Laufe ihres Lebens mit Rückschlägen zu kämpfen. Um nur einige zu nennen:

  • So litt zum Beispiel der gefeierte britische Popstar Cat Stevens 1968 an Tuberkulose. Es dauerte Monate, bis er wieder so gesund war, um auftreten zu können. Während der Zeit der Genesung lag er nicht untätig im Bett, sondern komponierte zahlreiche Lieder, die ihn später zum Star machten. Cat Stevens lebt heute unter dem Künstlernamen Yusuf Islam in Dubai.
  • Auch die Karriere des mittlerweile verstorbenen Schlagerstars Drafi Deutscher kam zeitweilig sehr stark ins Wanken. So verursachte zum Beispiel ein „Ausrutscher“ im Jahr 1967 einen Karriereknick. Der betrunkene Deutscher hatte damals von einem Balkon aus auf die Straße uriniert. Es folgte eine Verurteilung wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Einige Jahre später setzte er seine Karriere erfolgreich fort.
  • Im Jahr 1999 ernannte das Internationale Olympische Komitee den amerikanischen Schwergewichtsboxer Muhammad Ali zum „Sportler des Jahrhunderts“. Ali gewann in seinem Leben olympisches Gold und mehrere Weltmeisterschaften. Weil er 1967 den Wehrdienst verweigerte, musste er mehrere Jahre auf die Boxlizenz verzichten. Außerdem kam es zur Verurteilung, die dem Boxer eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren einbrachte, sodass er nur gegen eine Kaution frei kam. 1970 häuften sich dann wieder die Siege.

Diese Liste ließe sich noch mit zahlreichen weiteren in der Öffentlichkeit stehenden, erfolgreichen Personen fortführen. Dass wir diesen Menschen mit Bewunderung und nicht selten auch mit Neid begegnen, liegt häufig daran, dass wir nur deren Erfolg sehen und von den zahlreichen Rückschlägen entweder nichts wissen oder diese nicht wahrnehmen (können).

Und auch daran, weil uns die Medien ein anderes Bild suggerieren und wir zumeist nur den glücklich strahlenden Star vor Augen haben.

In Wirklichkeit haben die meisten Erfolgreichen hart dafür gekämpft und dabei so manche Niederlage einstecken müssen.

Das sollte man nicht außer Acht lassen und ihnen den Erfolg zugestehen.

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