Stimmtrainerin Eva Loschky: Was der zweite Eindruck mit Ihrer Stimme zu tun hat

Zur Person:

loschky

Eva Loschky, Stimmtrainerin, Coach und Autorin, sie entwickelte die Loschky-Methode® – ein Ganzkörpertraining in Kombination mit Stimmgebung

Website von Eva Loschky

Eine Audioaufzeichnung zum Thema „Sprechpause“ aus dem Training von Eva Loschky können Sie hier kostenlos herunterladen (auf das Symbol klicken): 


Was der zweite Eindruck mit Ihrer Stimme zu tun hat

Johann M. betritt die Bühne mit sicheren energievollen Schritten, der Anzug sitzt, der Körper ist durchtrainiert, seine Gesichtszüge sind markant – kurz: Johann M. sieht ausgezeichnet aus.

Die inneren Daumen der Zuhörer zeigen nach oben: „Wow, der interessiert mich, der wirkt kompetent, sicher, seriös! Ich bin gespannt, was der zu sagen hat!“

Unbewusst fällt das Publikum oder der Gesprächspartner in den ersten drei Sekunden eines Kontaktes – also im wahrsten Sinne des Wortes „im ersten Augenblick“ – ein Urteil: Top oder Flop! Im Falle von Johann M.: Top!

Von Top zu Flop

Das Thema, über welches Johann M. sprechen wird, klingt spannend: „Erfolgreich im Job – glücklich zu Hause!“ Johann M. erhebt seine Stimme und im Nu sinkt die Stimmung.

Stocksteif steht er da, öffnet den Mund kaum, spricht monoton mit gepresster, leicht belegter Stimme, dazu kommt ein  kräftiges Räuspern. Seine Augen irren zwischen Laptop und Leinwand hin und her.

Nach kurzer Zeit ist sein Publikum eingeschläfert. Die Daumen zeigen nach unten.

Der erste gute Eindruck wurde vom zweiten erschlagen.

Niederlage für Johann M. – Flop!

Er weiß offensichtlich nicht, dass die Stimme der akustische Fahrschein zum Erfolg ist!

Denn sonst hätte er sie trainiert, so, wie er das ganz offensichtlich mit seinem Körper tut!

Warum ist die Stimme der akustische Fahrschein zum Erfolg?

Eine wohlklingende Stimme und eine lebendige Sprechweise öffnen die Herzenstür der Zuhörer weit. Die Botschaft der Worte hat es sehr leicht, durch dieses große Portal einzutreten, gehört und verstanden zu werden.

Eine gepresste, leise oder kreischende Stimme hingegen öffnet die Herzenstür kaum. Die Botschaft der Worte – und sei sie noch so gut – hat es schwer, sich durch diesen Spalt zu winden: Der Sprecher wird nicht gehört, nicht verstanden.

Wir reagieren auf die Stimme

Sie kennen bestimmt jemanden, bei dem sich Ihnen die Nackenhaare hochstellen, wenn Sie seine Stimme hören. Da halten Sie gleich den Telefonhörer weiter weg, wenn dieser Mensch anruft. Stimmt’s?

Unser Körper reagiert blitzschnell auf eine Stimme, auf die Art und Weise, wie jemand spricht. Johann M. hat durch sein Auftreten das Wohlwollen seines Publikums. Aber wenn er anfängt zu sprechen, verspannen sich seine Zuhörer und nehmen Abwehrhaltungen ein. Sie wenden sich innerlich ab.

Hätte Johann M. eine wohlklingende Stimme, eine lebendige Sprechweise und eine ausdrucksvolle Körpersprache, würden sich seine Zuhörer entspannen, sich öffnen, seinen Worten lauschen.

Der Körper reagiert auf Johann M. Diese Körperreaktionen reaktiviert der Körper jedes Mal, wenn er auf Johann M. trifft. Gleichzeitig bewertet unser Unterbewusstsein emotional diesen ersten Höreindruck eines Menschen:

Menschen mit einer klangvollen Stimme und einer lebendigen Sprechweise, die auch mal eine Pause macht, werden für kompetent, freundlich, souverän, sicher, verantwortungsvoll, überzeugend gehalten.

Johann M. hingegen wird aufgrund seiner gepressten Stimme und monotonen Sprechweise als inkompetent, unglaubwürdig, unfreundlich, unsicher eingestuft.

Kleiner Rat: Räuspern Sie bitte nie zu Beginn eines Gespräches, eines Vortrages. Räuspern ist aggressiv und löst Abwehr beim Publikum aus! Und über diese selbst aufgestellte Hürde müssen Sie anschließend springen, um das Publikum wieder zu gewinnen.

Trinken Sie lieber einen Schluck und legen Sie einfach los, Frosch hin oder her!

Im ersten Augenblick

Im ersten Augenblick eines Gespräches, eines Telefonats, einer Rede, einer Präsentation passiert sehr viel: Sie beurteilen sekundenschnell Körpersprache, Ausstrahlung, Outfit, Erscheinungsbild und fällen ein Urteil.

Kaum haben Sie diese Bewertungskarte innerlich gezogen, ziehen Sie bereits die nächste: Sie bewerten den Höreindruck, die klingende Visitenkarte mit sehr gut bis miserabel! Johann M. bekam zwei Karten: eine grüne (Outfit) und eine rote (Stimme)!

Zwei rote Karten

Und jetzt kommt es dicke: Wenn Sie weder durch Outfit, Körpersprache, Stimme und Sprechweise punkten, wenn Sie also zwei rote Karten erhalten, bleiben Ihnen ganze drei Minuten, um über einen spannenden Inhalt Ihr Publikum, Ihren Gesprächspartner zu gewinnen.

Johann M. hat also überhaupt noch nicht verloren, wenn er die ersten Sätze spektakulär in den Raum sendet.

Wenn Johann M. das aber „versemmelt“, weil er sich in langweiligen Dankes- und Begrüßungsworten ergeht, wird es für ihn eine sehr schwere und mühsame Aufgabe, sein Gegenüber zu gewinnen und zu überzeugen.

Was liegt da näher, als Johann M. zu empfehlen, seine Stimme zu trainieren?

Was liegt da näher, als Sie mit diesem Artikel anzuregen, die einzelnen Instrumente des Quartetts von Stimme, Körpersprache, Outfit und Inhalt gemeinsam zu trainieren, um es dann erfolgreich erklingen zu lassen?

Machen Sie es wie die Sportler, die sich mit einem Trainer oder Coach sorgfältig vorbereiten, um bei der Weltmeisterschaft einen Titel zu holen. Erfolgreiche Sportler gehen immer vorbereitet und aufgewärmt in die Startlöcher!

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