Entspannen Sie sich! 20 einfach umsetzbare Entspannungstipps

Die Stressbelastung und der Leistungsdruck insbesondere im Arbeitsalltag haben zugenommen. Stress bedeutet immer auch Anspannung. Er ist vergleichbar mit einer schwer überwindbaren Mauer, die verhindert, dass Ruhe und Entspannung in unseren Alltag gelangen.

Nun, jeder entspannt auf seine Weise. Was für mich entspannend und beruhigend ist, muss es noch lange nicht auch für Sie sein.

Deshalb habe ich im Folgenden 20 Entspannungstipps zusammengestellt, aus denen Sie Ihre persönlichen Favoriten in Abhängigkeit Ihrer Präferenzen und Umsetzungsmöglichkeiten auswählen können.

Bei einigen dieser Entspannungstipps geht es auch nur darum, den Kopf – wenigstens vorübergehend – wieder freizubekommen und an etwas anderes zu denken, was auch einen Entspannungseffekt zur Folge hat. Jeder Anregung folgt ein konkreter Umsetzungs-Tipp, der die praktische Durchführung erleichtern soll.

Alle vorgestellten Entspannungstipps lassen sich einfach in den Alltag integrieren, ohne dass Sie hierfür besondere oder teure Hilfsmittel benötigen.

Lassen Sie sich von den Entspannungstipps inspirieren.pxb-entspannung

Entspannung schafft Ruhe, Ruhe schafft Entspannung


ENTSPANNUNGSTIPP 1

Gönnen Sie sich einen Faulenzertag

Gestatten Sie sich hin und wieder, richtig faul zu sein. Einen Tag nur faulenzen und nichts tun – ohne schlechtes Gewissen.

Umsetzungs-Tipp:

Reservieren Sie hierfür jetzt gleich einen Tag in Ihrem Kalender. Nehmen Sie sich für diesen Faulenzertag nichts vor. Machen Sie dann das, worauf Sie gerade Lust haben – und wenn Sie den ganzen Tag nur auf der Couch verbringen. Genießen Sie den Müßiggang. Es muss auch nicht unbedingt ein ganzer Tag sein – schon ein halber Tag mit bewusstem Nichtstun kann sehr erholsam sein.


ENTSPANNUNGSTIPP 2

Abgeben, was Sie abgeben können

Eine Möglichkeit, um mehr Zeit für sich zu gewinnen und diese etwa zur Entspannung zu nutzen, besteht im Delegieren.

Natürlich hat nicht jeder die Möglichkeit, Aufgaben abzugeben und an andere Personen zu delegieren. Ich habe bei mir selbst die Erfahrung gemacht, dass man viel mehr Aufgaben abgeben könnte, als man tatsächlich macht. Gegenargumente wie „das mache ich selbst, dann weiß ich, dass es (zu meiner Zufriedenheit) erledigt wird“ werden bemüht.

Umsetzungs-Tipp:

Fragen Sie sich bewusst, welche Aufgaben (im privaten oder beruflichen Umfeld) Sie eigentlich delegieren könnten und was Sie bisher daran gehindert hat. Machen Sie sich Notizen dazu und schaffen Sie sich ein Umfeld, in dem Sie diese Aufgaben vertrauensvoll abgeben können.


ENTSPANNUNGSTIPP 3

Nehmen Sie ein warmes Fußbad

Wer einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgeht, kennt wahrscheinlich das Problem mit den kalten Füßen bedingt durch den Bewegungsmangel.

Ein warmes Fußbad wärmt nicht nur die Füße, sondern den gesamten Körper und hat dadurch auch einen entspannenden Effekt.

Umsetzungs-Tipp:

Gönnen Sie sich zur Entspannung hin und wieder ein warmes Fußbad. Diesen Entspannungseffekt können Sie steigern, indem Sie dem warmen Wasser wohlriechende Ingredienzien beifügen, eine schöne Tasse Tee nebenbei trinken und/oder in einem guten Buch schmökern.


ENTSPANNUNGSTIPP 4

„Es gibt Schlimmeres!“

Ein Blick zurück auf meine Schulzeit: Einen Schulkollegen schien jede Prüfung kaltzulassen. Obwohl er sich kaum vorbereitet hatte, war er bei der Prüfung die Ruhe selbst. Als er wieder mal einen Test aufgrund unzureichender Vorbereitung nicht bestanden hatte, meinte er nur: „Es gibt Schlimmeres!“

Bitte nicht missverstehen! Die Aussage bezieht sich primär auf die mehr oder weniger alltäglichen Unannehmlichkeiten. Und dieses Beispiel soll nur zeigen, dass viel von der persönlichen Einstellung abhängt, inwiefern uns eine Sache belastet oder eben nicht.

Umsetzungs-Tipp:

Auch wenn es sicher nicht einfach ist und wahrscheinlich auch nicht gleich gelingen wird: Versuchen Sie, belastende Situationen etwas gelassener zu sehen. Das gilt insbesondere für Situationen, die Sie ohnehin nicht ändern können bzw. auf die Sie keinen Einfluss haben.


ENTSPANNUNGSTIPP 5

Permanente Erreichbarkeit – das muss nicht sein!

Immer mehr Menschen sind ständig online. Dem Zweck entsprechend ist das Smartphone immer dabei, und die permanente Onlineverbindung ist ein Verführer par excellence: schnell mal E-Mails checken, eine neue Statusmeldung auf Facebook ist reingekommen, eine SMS, was tut sich auf Twitter …? Diese Aufzählung ließe sich noch fortsetzen. Nun haben diese Geräte und Medien zahlreiche Vorteile und vereinfachen das Leben in vielen Bereichen ungemein.

Aber diese digitalen Ablenkungen sind auch kleine Zeitfresser, die in Summe betrachtet mit zu den größten Zeitdieben gehören und uns täglich wertvolle Zeit stehlen – natürlich abhängig von der individuellen Nutzung der Geräte. Es geht also um den bewussten Umgang.

Umsetzungs-Tipp:

Gönnen Sie sich regelmäßig „digitale Auszeiten“. Schalten Sie beispielsweise Ihr Smartphone abends ab einer bestimmten Zeit aus (oder auf Flugzeugmodus) oder vielleicht auch mal einen ganzen Tag.

Alternativ können Sie auch sogenannte Blocker-Apps für Ihr Smartphone nutzen. (Anbieter dieser Apps finden Sie, indem Sie im Internet beispielsweise nach „call blocker app“ suchen.)

Damit können Sie Zeiten definieren, in denen sämtliche Anrufe geblockt bzw. direkt auf die Sprachbox umgeleitet werden oder in denen Sie nur für festgelegte Personen (in Ihrer Kontaktliste, z. B. für Familie und Freunde) erreichbar sind. Sie können auch selbstdefinierte Profile in Abhängigkeit Ihrer Tätigkeit anlegen (z. B. Profil „Zeit für mich“ = alle Anrufe werden direkt auf die Sprachbox umgeleitet, Profil „Nach Feierabend“ = nur Freunde, Familie und wichtige Geschäftspartner werden durchgelassen) und bei Bedarf aktivieren.


ENTSPANNUNGSTIPP 6

Rückschläge – na und?!

Wohl jeder von uns hat in seinem Leben gelegentlich mit Rückschlägen zu kämpfen. Vieles läuft nicht so, wie wir es uns wünschen oder erwarten. Es gibt einfach Situationen im Leben, die auf den ersten Blick rein gar nichts Positives an sich haben.

Ein Rückschlag bietet aber immer auch die Chance auf einen Neuanfang oder eine Neuorientierung.

Daher kann es hin und wieder guttun, auf die Schnauze zu fallen und auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren, um danach gestärkt aufzustehen und von Neuem zu beginnen.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn Sie mit Rückschlägen konfrontiert werden, versuchen Sie, diese als Chance zu sehen. Gut, das schreibt sich leicht. Aber erinnern Sie sich mal an Ihre bisherigen Rückschläge. Was haben Sie daraus gelernt, was würden Sie durch diese Erfahrung heute anders machen?

Allein dieses Hinterfragen und der daraus resultierende Bewusstmachungsprozess führen häufig zu wertvollen Aha-Erkenntnissen, die zu einem entspannteren Umgang mit Rückschlägen beitragen.


ENTSPANNUNGSTIPP 7

Gehen Sie mit der Kamera auf Entdeckungstour

Wenn Sie sich auf Motivsuche begeben, werden Sie auch einen Blick für sonst scheinbar unbedeutende Kleinigkeiten und vermeintlich Gewöhnliches bekommen und dadurch Wunderbares und Faszinierendes entdecken, das Sie sonst so nicht wahrnehmen würden.

Durch dieses Entdecken von Vielfalt und Neuem können Sie entspannen, abschalten und Ihren Alltag bereichern.

Umsetzungs-Tipp:

Nehmen Sie Ihre Kamera (kann auch Ihre Smartphone-Kamera sein) und begeben Sie sich auf Entdeckungstour. Hierzu müssen Sie nicht unbedingt eine neue Umgebung aufsuchen. Auch das gewohnte Umfeld (z. B. der Arbeitsweg, der Wohnort und sogar die Wohnung) bietet unzählige Motive und Momente, die es wert sind, bildlich dokumentiert zu werden.

Oder machen Sie jeden Tag nur ein Bild – nicht mehr. Wählen Sie aber ein Motiv, das es wirklich wert ist, mit der Kamera festgehalten zu werden. Geben Sie dem Foto auch eine Bezeichnung, welche die Stimmung oder das Motiv auf dem Bild – am besten in einem Wort – wiedergibt.


ENTSPANNUNGSTIPP 8

Genießen Sie die Stille

Ruhe und Stille sind Kraftquellen in unserer heute doch recht lauten Welt.

Es klickt, piept, läutet, rattert – wir sind fast permanent einem erheblichen Geräuschpegel ausgesetzt. Die Stille ist häufig richtig ungewohnt, für manche sogar unangenehm. Es muss immer etwas eingeschaltet sein – der Fernseher, das Radio oder was auch immer.

Doch hin und wieder tut es gut, einfach nur die Stille bewusst wahrzunehmen. Es heißt nicht umsonst: In der Ruhe liegt die Kraft.

Denn was macht ein Sportler vor dem großen Wettkampf? Oder ein Künstler vor seinem Auftritt? Richtig, er sucht in der Regel die Stille, um alle Kraft und Energie für den großen Auftritt zu sammeln.

Umsetzungs-Tipp:

Finden Sie Ihren Ort der Stille, an den Sie sich zurückziehen, wenn Ihnen danach ist.


ENTSPANNUNGSTIPP 9

Lernen Sie Neues kennen

Abstand vom Alltagstrott zu gewinnen, fällt auch deshalb schwer, weil wir uns in der Regel täglich mit dem Gleichen befassen und uns innerhalb des gleichen Umfelds bewegen.

Wir sind „Gewohnheitsindividuen“. Das hat durchaus seine Vorteile.

Wenn wir allerdings hin und wieder aus diesem gewohnten Umfeld ausbrechen, Neues kennenlernen, die Perspektive ändern und unseren Horizont erweitern, kann das wesentlich zum Wohlbefinden und damit zu mehr Gelassenheit beitragen.

Je größer der Kontrast zum bisherigen Alltagsleben, desto mehr profitieren Sie von diesem Neuen.

Umsetzungs-Tipp:

Suchen und nutzen Sie Gelegenheiten, um etwas Neues kennenzulernen. Möglichkeiten gibt es viele, wobei es nicht immer Außergewöhnliches sein muss.

Fragen Sie sich auch hin und wieder, wie Sie eine gewohnte Tätigkeit anders durchführen könnten. Wählen Sie beispielsweise mal einen anderen Arbeitsweg als üblich, auch wenn dieser etwas länger sein sollte.

Besuchen Sie eine Veranstaltung, einen Vortrag – was auch immer. Hauptsache, Sie lernen etwas Neues kennen, neue Eindrücke, neue Menschen, …


ENTSPANNUNGSTIPP 10

Vergleichen Sie sich nicht mit anderen

Wir vergleichen uns ja gerne mit anderen Menschen. Dabei schneiden meistens die anderen besser ab, denn es findet sich immer jemand, der etwas besser kann oder etwas hat, was wir auch gerne besitzen würden.

Unser kleines Plappermaul im Kopf schürt diesen Vergleich. Die Folge: Unsere Unzufriedenheit wächst, wir hetzen uns, um das oft vermeintlich Erstrebenswerte zu erreichen, und setzen uns selbst unter Druck.

Dabei gibt es vieles, worauf jeder stolz sein kann – wir blenden es aber gerne aus. Wenn es Ihnen ähnlich geht und Sie sich deshalb vielleicht sogar selbst unter Druck setzen, sollten Sie diesem Plappermaul im Kopf Einhalt gebieten.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn Sie sich das nächste Mal dabei ertappen, wie Sie sich mit einer anderen Person vergleichen, nennen Sie umgehend mindestens drei Dinge, um die Sie diese Person beneiden kann.

Je öfter Sie diesen Vergleichsprozess umkehren, desto mehr wird Ihnen bewusst, was Sie schon Gutes und Wertvolles in Ihrem Leben besitzen. Das fördert in vielen Bereichen eine entspanntere Herangehens- und Betrachtungsweise.


ENTSPANNUNGSTIPP 11

Schaffen Sie sich einen Rückzugsort

Der Alltag gestattet häufig wenig Freiraum: Familie, Arbeit, Verpflichtungen, … Wir selbst kommen dann oft zu kurz. Die Momente, in denen sich entspannen lässt, sind rar.

Wohl jeder von uns braucht hin und wieder einen Rückzugsort, wo wir einfach wir selbst sein können und keinerlei Hektik, Stress oder Ärger zulassen. Ein Platz zum Entspannen, Wohlfühlen und Krafttanken.

Allein die individuellen Vorlieben entscheiden darüber, ob wir uns an einem bestimmten Ort wohlfühlen oder nicht. Daher muss jeder selbst seinen Platz finden bzw. schaffen, welcher dazu geeignet ist, sich zu sammeln und neue Kraft zu tanken.

Manche Menschen fühlen sich in der Natur am wohlsten und richten sich beispielsweise ein lauschiges Plätzchen im Garten ein. Andere favorisieren wiederum einen Ort in der Wohnung und haben dort einen Ruheraum.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn Sie noch keinen Wohlfühlplatz haben, den Sie als Kraftquelle nutzen, und nun Lust darauf bekommen haben, dann machen Sie sich ein paar Gedanken über einen möglichen Platz.

Dabei kann auch das Reflektieren in einer Stressphase hilfreich sein. Wenn Sie in einer hektischen Phase kurz innehalten, wo würden Sie in diesem Moment am liebsten sein?

Die Gedanken führen Sie voraussichtlich an einen Ort, der Ihnen offensichtlich guttut, an dem Sie sich wohlfühlen. Dabei sollten Sie den Fokus nicht unbedingt auf ferne Ortschaften richten, sondern eher auf Plätze bei Ihnen zu Hause, in Ihrer direkten Umgebung.

Denn insbesondere in Stressphasen wird uns oft ein Platz bewusst, den wir uns herbeisehnen und der sich deshalb als Wohlfühlplatz bestens eignet. Finden Sie Ihr kleines Paradies und schaffen Sie sich Ihren Rückzugsort.


Produkt-Tipp – Atementspannung:

Gesprochene Anleitung – die gelungene Abstimmung von angenehmer Sprechstimme und entspannender Hintergrundmusik erleichtern die wirksame Durchführung:


ENTSPANNUNGSTIPP 12

Schränken Sie außerberufliche Verpflichtungen ein

Keine Frage – das Mitwirken in einem Verein kann eine große Bereicherung sein und ehrenamtliche Tätigkeiten sind wertvoll für die Gesellschaft.

Wenn das allerdings zu einer kräftezehrenden Verpflichtung wird, die dazu führt, dass Sie selbst auf der Strecke bleiben, sollten Sie diese Verpflichtungen möglichst einschränken, vollkommen aufgeben oder wenigstens temporär unterbrechen.

Finden Sie später einmal mehr Zeit, können Sie die eine oder andere Tätigkeit wieder ins Auge fassen.

Umsetzungs-Tipp:

Gibt es freiwillige außerberufliche Tätigkeiten, die Sie stark beanspruchen und vielleicht sogar belasten? Welche Möglichkeiten gibt es, diese Tätigkeiten (für eine Weile) einzuschränken? Nutzen Sie diese Möglichkeiten.


ENTSPANNUNGSTIPP 13

Reagieren Sie sich ab

Aufgestaute Emotionen wie Ärger, Wut oder Frust sind nicht gerade förderlich für die Entspannung. Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, sich abzureagieren, ohne die Situation durch eine unbedachte Wutreaktion zu verschlimmern: Schreien Sie (in ein Kissen), schlagen Sie ausgiebig auf ein Polster ein oder stampfen Sie auf den Boden.

Wenn Sie erst einmal Druck abgelassen haben, sehen Sie die Situation sicherlich mit etwas Abstand und können besonnener und entspannter reagieren.

Umsetzungs-Tipp:

Finden Sie Ihr „Sicherheitsventil“, mit dem Sie bei Bedarf so richtig Druck ablassen können.


ENTSPANNUNGSTIPP 14

„Fernsehen macht dumm oder schlau – je nachdem“

Diese etwas provokante Aussage habe ich mal aufgeschnappt. Es ist tatsächlich ein großer Unterschied, ob ich mir täglich wahllos irgendwelche „schlechten“ Sendungen ansehe, mich berieseln lasse oder ob ich bewusst selektiere. Keine Frage, es gibt wirklich großartige Sendungen – beispielsweise Dokumentationen, die mich informieren und bilden, die mein Weltbild und damit meinen Horizont erweitern oder mich gut unterhalten.

Wir in der Familie legen hin und wieder fernsehfreie Tage ein. Und dabei wurde mir so richtig bewusst, dass Fernsehen auch eine Gewohnheitssache ist. Zu Beginn der fernsehfreien Tage war ich zwar immer mal versucht, den Fernseher einzuschalten – aber eben mehr aus Gewohnheit.

So mancher ist überrascht, wie viel Zeit plötzlich „übrig bleibt“ und für bewusstes Entspannen genutzt werden kann, wenn das Fernsehen wegfällt.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn auch Sie sich häufig nur berieseln lassen und das Fernsehen bei Ihnen zur Gewohnheit geworden ist, versuchen Sie es mal mit einem fernsehfreien Tag – vielleicht einmal die Woche. Nutzen Sie diese Zeit, um sich anderweitig zu entspannen.

Stellen Sie fest, dass Ihnen dieser temporäre Verzicht guttut, können Sie diese fernsehfreie Zeit weiter ausdehnen.


ENTSPANNUNGSTIPP 15

Bringen Sie die belastenden Gedanken zu Papier

Schreiben kann ein unheimlich befreiender Prozess sein und Sie dabei unterstützen, das Gedankenknäuel im Kopf zu entwirren.

Umsetzungs-Tipp:

Wenn Sie etwas stark belastet, nehmen Sie einen Stift und ein Blatt Papier zur Hand. Schreiben Sie Ihre belastenden Gedanken nieder, Ihre Sorgen, Ihren Ärger. Dieses Niederschreiben hilft dabei, den Kopf freizubekommen und die Probleme aus einer etwas distanzierteren Perspektive zu betrachten.

Wenn Sie nun alles zu Papier gebracht haben, verbrennen Sie den Zettel (wenn Sie wollen). Das wirkt ungemein befreiend.


ENTSPANNUNGSTIPP 16

Ein Müllplatz für negative Emotionen und Gedanken

Jeder von uns hat mal einen schlechten Tag. Stress, Hektik, Ärger in der Arbeit – all das nehmen wir mit nach Hause. Von Entspannung ist dann keine Rede mehr und mit dem Einschlafen will es auch nicht klappen. Wir können einfach nicht abschalten.

Wie schön wäre es, wenn wir nur einen Knopf drücken müssten und wir all das Negative hinter uns lassen und den Abend genießen könnten. So einfach ist das aber leider nicht.

Ein kleiner psychologischer Trick bringt hier Erleichterung und mehr Gelassenheit: Laden Sie sämtliche negativen Gedanken einfach ab.

Umsetzungs-Tipp:

Suchen Sie sich beispielsweise auf Ihrem Heimweg einen „Emotionen-Ablade-Platz“. Es sollte ein Ort sein, an dem Sie immer vorbeikommen. Das können beispielsweise eine Straßenlaterne, ein Baum, ein kleines Fleckchen Wiese vor Ihrem Haus oder ein Platz in der Garage sein.

Dieser Ort bildet in Zukunft Ihren „Müllplatz“. Wenn Sie dort ankommen, werfen Sie ganz bewusst in Gedanken den Tagesballast ab. Halten Sie kurz inne und zählen Sie in Gedanken diese Belastungen auf, die Sie dort abladen. All die negativen Gedanken und Emotionen, den Stress, den Ärger. Machen Sie sich das zum Ritual für einen schlechten Tag.


ENTSPANNUNGSTIPP 17

Bremsen Sie sich ein

Wir leben heute in einer sehr schnelllebigen und teilweise hektischen Zeit. Durch diese Hektik verlieren wir oft den Blick auf Kleinigkeiten, das Schöne, das Herzliche.

Rasen wir mit dem Auto mit „100 Sachen“ durch eine schöne Umgebung, werden wir diese Schönheit kaum wahrnehmen. Wenn wir hingegen langsam fahren, wird uns mehr auffallen und die Fahrt kann zu einem Genuss werden.

Hin und wieder tut es gut, mehr Langsamkeit zuzulassen und das Tempo aus dem Alltag rauszunehmen.

Umsetzungs-Tipp:

Verlangsamen Sie mal für eine Viertelstunde Ihre Bewegungen, Ihr Tun. Stellen Sie sich ruhig einen Wecker. Am besten abends zu Hause.

Gehen Sie mit reduziertem Tempo durch die Wohnung, setzen Sie sich langsamer hin – was auch immer Sie tun, machen Sie es langsamer als gewohnt. Und glauben Sie mir: Eine Viertelstunde kann ganz schön lang sein.

Anfangs ist dieses bewusste Verlangsamen ungewohnt. Schon nach wenigen Minuten wurde ich innerlich ungeduldig, fast nervös. Aber ich hatte mir vorgenommen, die Viertelstunde durchzuziehen. Nach ca. 10 Minuten hat sich diese innere Unruhe in eine angenehme Entspannung gewandelt. Auch die Gedanken wurden ruhiger.


ENTSPANNUNGSTIPP 18

Gehen Sie spazieren

Ein Spaziergang eignet sich hervorragend, um Stress abzubauen. Es muss auch nicht unbedingt ein ausgedehnter Spaziergang sein. Zehn Minuten können schon genügen – und sei es auch nur der Weg von der Arbeit nach Hause, sofern sich dies anbieten sollte.

Zudem wird durch einen Spaziergang der Kopf wieder frei, was nicht nur die Stimmung hebt, sondern auch Platz für Kreativität schafft.

Spazierengehen hilft dementsprechend auch, wenn Sie

  • vor einer schwierigen Situation stehen,
  • Angst haben,
  • müde sind,
  • aufgeregt oder nervös sind,
  • unmotiviert sind,
  • Kummer haben
  • oder Ihnen die Decke auf den Kopf fällt.

Auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Kreislaufprobleme lassen sich häufig durch einen Spaziergang mindern.

Also raus an die frische Luft – und das bei jedem Wetter. Denn wie heißt es so schön:

Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung.

Umsetzungs-Tipp:

Gehen Sie möglichst regelmäßig spazieren. Bei einem Morgenspaziergang können Sie sich auf den Tag einstimmen und ein Abendspaziergang ist gut geeignet, um den Tag Revue passieren zu lassen.


ENTSPANNUNGSTIPP 19

Wohlige Wärme

Sie haben wieder mal einen stressigen Arbeitstag hinter sich? Sie sind verspannt, der Kopf ist schwer, Sie wollen nur noch Ruhe?

Wärme tut gut und hilft gegen Verspannungen.

Umsetzungs-Tipp:

Stecken Sie eine Wärmflasche in ein Kissen, legen Sie sich bequem hin und schieben Sie das warme Kissen (Alternative: ein Wärmekissen) unter Ihren Nacken.

Die wohlige Wärme wird sich auf Ihren gesamten Körper ausbreiten und die Verspannungen mildern. Wenn Sie weniger verspannt sind, können Sie die Wärmflasche auch auf Ihren Bauch legen. Von dort wird sich die Wärme auf Ihre Glieder ausbreiten.


ENTSPANNUNGSTIPP 20

Verabreden Sie sich mit sich selbst

Gehen Sie respektvoll mit sich um und schauen Sie auch mal auf sich.

Einigen fällt es schwer, sich Zeit zum Entspannen zu nehmen. Alles andere hat Vorrang bzw. scheint im Moment wichtiger.

Wenn es Ihnen auch so geht, dann planen Sie bewusst Entspannungstermine, verabreden Sie sich also mit sich selbst. So wie Sie einen geschäftlichen Termin im Kalender eintragen und sich verlässlich daran halten, fixieren Sie einen Termin für Ihre Entspannung. Nutzen Sie diese Zeit zur Muße.

Umsetzungs-Tipp:

Tragen Sie nun gleich einen Termin mit sich selbst in Ihren Kalender ein – Ihr Entspannungstermin! Wenn Sie einen elektronischen Kalender nutzen, vergeben Sie auch gleich eine automatische Erinnerung, um diesen Termin nicht zu vergessen. Oder Sie legen gleich einen entsprechenden Serientermin fest, beispielsweise jeden Freitag von 16.00 bis 16.30 Uhr (oder auch länger).


Ihr persönliches Entspannungsritual – Machen Sie sich Entspannung zur Gewohnheit

Trachten Sie immer zuerst danach, die Ursachen für Ihre Belastung, für Ihre (tägliche) Anspannung zu beseitigen oder zumindest zu reduzieren. Auch wenn dies vielleicht nicht kurzfristig möglich ist, verlieren Sie dieses Ziel nicht aus den Augen.

Um der Anspannung aber entgegenzuwirken bzw. allgemein Ihr Wohlbefinden zu steigern, bringen Sie mehr Entspannung in Ihren Alltag. Einige Anregungen hierzu habe ich in den oben angeführten Entspannungstipps aufgelistet.

Aber Achtung: Setzen Sie sich jetzt nicht unter Druck, sich unbedingt entspannen zu müssen. Das wäre kontraproduktiv.

Gehen Sie am besten so vor:

  1. Suchen Sie aus den vorgestellten Entspannungstipps jene heraus, die Ihnen gefallen.
  2. Testen Sie Ihre favorisierten Tipps im Alltag.
  3. Bestätigt sich dadurch, dass Ihnen das guttut, dann entscheiden Sie sich für einen favorisierten Tipp.
  4. Integrieren Sie diesen Entspannungsmoment regelmäßig in Ihren Alltag, machen Sie sich also die Durchführung zur Gewohnheit, sodass es schließlich zu Ihrem persönlichen Entspannungsritual wird.
  5. Hat sich dieses Entspannungsritual etabliert, können Sie bei Bedarf ein weiteres hinzunehmen – Hauptsache, es tut Ihnen gut.

Abschließend möchte ich Ihnen eine mögliche Umsetzung in die Praxis anhand eines E-Mail-Ausschnittes veranschaulichen. Diese E-Mail, die ich auszugsweise veröffentlichen darf, stammt von einem Seminarteilnehmer:

… Ich lege nun zweimal wöchentlich einen fernsehfreien Abend ein – Montag und Donnerstag. Einen Teil dieser „neu gewonnenen Zeit“ nutze ich, um mich so richtig auszupowern, indem ich jeweils eine Viertelstunde seilspringe. Allein diese kleine Änderung meiner Gewohnheiten hat mein Wohlbefinden in einer Weise gesteigert, die mich doch überrascht hat. Des Weiteren habe ich ein Morgenritual für mich gefunden: Jeden Freitag stehe ich eine halbe Stunde früher auf als notwendig. Diese Zeit gehört mir alleine. Ich setze mich mit einer Tasse Tee auf die Terrasse, genieße die Ruhe und stimme mich auf den Tag ein. Trotz meines anstrengenden Jobs … bin ich nun wesentlich ausgeglichener …

Gönnen Sie sich jeden Tag mindestens einen Moment der Entspannung!


45 einfache und effektive Entspannungsübungen …

… finden Sie in meiner kostenlosen Download-Broschüre:

Entspannungsuebungen


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Zum Weiterlesen: 

Kommentare

  • Daniel Guß

    Besonders schwierig finde ich es, sich nicht mit anderen zu vergleichen und zu messen, das muss man richtig üben. Auch das mit dem Nichterreichbarsein ist heutzutage nicht einfach, vor allem wenn man Vater zweier Kinder ist. Ich kann mein Handy nicht ausschalten ohne ständig zu denken: “Und was, wenn sie mich genau jetzt brauchen? Wenn etwas passiert ist?”

    Einige nützliche Tipps wurden hier aber durchaus zusammengestellt, von denen meine Frau und ich sogar viele befolgen:

    Wir haben einen Boxsack fürs Abreagieren, einen Wald mit Spazierwegen neben dem Haus zum Genießen der Natur, wir verreisen gerne in unbekannte Länder (auch Kurztrips, und sei es nur der Bauernhof 15 km entfernt), wir setzen uns in unsere Physiothermkabine, wenn uns nach Wärme ist (die gleichzeitig unser Rückzugsort ist, da es nur ein Einsitzer ist) und wir versuchen, den Fernseher nur einzuschalten, wenn wir auch wirklich sehen wollen, was läuft (das hat mir meine Frau allerdings erst angewöhnt, sie hasst “Berieselung”).

    Also abgesehen von der ständigen Erreichbarkeit, die nicht jeder vermeiden kann, wirklich gute Ideen!

    Daniel Guß antworten
    • Vielen Dank, Herr Guß!

      Sie haben natürlich recht – es ist alles andere als einfach, sich nicht mit anderen zu vergleichen, und es bedarf auch an Übung. Zuerst muss immer ein Bewusstmachungsprozess vorangehen. Deshalb auch mein Tipp mit den drei Dingen. Und wie ich oben geschrieben habe: Je öfter dieses Vergleichen durch Nennen von drei Dingen bewusst unterbrochen wird, desto mehr wird einem klar, was man schon Gutes und Wertvolles besitzt. Das fördert in vielen Bereichen eine entspanntere Herangehens- und Betrachtungsweise.

      Noch etwas zur ständigen Erreichbarkeit:

      Wie Sie schon geschrieben haben, kann/will nicht jeder seine Erreichbarkeit für eine bestimmte Zeit komplett unterbinden. Deshalb auch mein Tipp mit den Blocker-Apps. Damit können Sie beispielsweise Zeiten festlegen, in denen Sie nur für Ihre Kinder erreichbar sind und alle anderen Anrufe direkt auf die Sprachbox umgeleitet werden.

      Und in der Regel sind es auch nicht die Anrufe, die etwa die Entspannung bzw. das Abschalten am Abend beeinträchtigen, sondern die oben genannten digitalen Verführer bedingt durch die permanente Onlineverbindung per Smartphone.

      Burkhard Heidenberger antworten
  • Hallo Herr Heidenberger,

    ein Tipp für alle, die ein Musikinstrument spielen: Damit kann man sich sowohl super abreagieren als auch meditativ entspannen!

    Liebe Grüße,
    Katharina

    Katharina antworten

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