6 Chef-Typen und wie Sie mit ihnen am besten auskommen

Ein ehemaliger Kollege pflegte immer zu sagen: „Der Chef ist auch nur ein Mensch.“

Das soll jetzt nicht abwertend klingen, sondern vielmehr als Hinweis, dass jeder seine eigenen Stärken und Schwächen hat und vielleicht auch die ein oder andere Macke. Und das gilt natürlich auch für Personen in Führungsebenen. Also ChefIn ist nicht gleich ChefIn. Die einzelnen Chef-Typen sind ebenso grundverschieden wie Menschen nun einmal sind.

Nun lassen sich Vorgesetzte in 6 Grundtypen unterteilen und jeder Typ verlangt nach einen anderen „Umgang“.

Für die Mitarbeiter ist daher diplomatisches Geschick und eine gute Portion Menschenkenntnis für den beruflichen Erfolg von Vorteil.

Anhand der nachfolgenden Erläuterungen erfahren Sie, welche verschiedene Chef-Typen es gibt und wie Sie mit ihnen am besten auskommen. Natürlich findet man Vorgesetzte nicht immer in der folgend aufgezählten Reinform, sondern weitaus öfter eine Mischung dieser Grundtypen.

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Früh übt sich, wer ein Chef werden will …

1. Der lockere, kumpelhafte Typ

Die meisten Mitarbeiter bevorzugen solche Vorgesetzte. Manchmal erweckt dieser Typ auch den Anschein an mangelnder Autorität. Das mag vielleicht auf manchen auch zutreffen.

Doch Vorsicht! Sie sollten diese Gutmütigkeit nie ausnutzen. Das kann negative Folgen mit sich ziehen. Denn auch, wenn dieser Typ zu seinen Mitarbeitern ein sehr freundschaftliches und lockeres Verhältnis pflegt und sie sich gegenseitig duzen, sollte Sie seinen “Handlungsspielraum” nicht überstrapazieren. Schließlich muss sich der Vorgesetzte für das Unternehmensziel einsetzen und steht hierfür in der Pflicht.

Funktionieren die einzelnen Mitarbeiter nicht so, wie man es sich von seinem Personal erwarten kann, dann wird auch der netteste Chef Konsequenzen ziehen müssen. Daher sollten Sie die freundliche Art des Vorgesetzten schätzen und gerade deshalb engagiert arbeiten.

Ein freundschaftliches und lockeres Miteinander ist gut für das Betriebsklima und fördert somit die Freude an der Arbeit.

2. Der ernste und sachliche Typ

Gehört Ihr Chef bzw. Ihre Chefin dem nüchtern-sachlichen Menschentypus an, dann können Sie mit dieser Person nur schwer ein freundschaftliches (Arbeits-)Verhältnis aufbauen, was ja ohnehin nicht immer erwünscht ist.

Diese Art von Führungskraft gibt gerne Anweisungen und zeigt sich zumeist auch gegenüber langjährigen Mitarbeitern sehr reserviert.

Solche Chefs interessieren sich in der Regel nicht für das Privatleben ihrer Mitarbeiter und beurteilen sie rein nach ihrer Leistung. Und das kann wiederum auch ein Vorteil sein.

Denn sachlich denkende Vorgesetzte sind in den meisten Fällen sehr gerecht und behandeln ihre Mitarbeiter ausgesprochen fair, ohne für den ein oder anderen Kollegen eine persönliche, auf Emotionen beruhende Vorliebe zu hegen. Dafür verlangen pragmatische Chefs aber auch ein Höchstmaß an Disziplin und Strebsamkeit.

Wie umgehen mit diesem Typ?

So eine Person können Sie für sich gewinnen, wenn Sie sich in höflicher und zugleich freundlicher Zurückhaltung üben. Außerdem punkten Sie, wenn Sie vorgegebene Termine stets einhalten und bei Gesprächen sachlich und projektbezogen berichten.

Sprechen Sie mit ihm jedoch nie über belanglose Dinge, die nichts mit dem Betrieblichen zu tun haben, sollte nicht er bzw. sie damit beginnen.

3. Der narzisstische Typ

Narzisstisch veranlagte Vorgesetzte halten viel von sich selbst – von den Mitarbeitern eher weniger.

Solche Typen glauben sich immer im Recht, lassen andere Menschen nicht ausreden und sind derart von sich überzeugt, dass es für einen Mitarbeiter nachteilige Auswirkungen haben kann, an deren Unfehlbarkeit zu zweifeln.

Daher ist es oft sinnvoller, sich mit einer berechtigten Kritik zurückzuhalten. Auch von gut gemeinten Verbesserungsvorschlägen sollten Sie Abstand halten. Etwas überzogen ausgedrückt: Bedenken Sie bei allem, was Sie tun, dass Sie nicht in einer Demokratie arbeiten, sondern unter einer Diktatur.

Wie Sie am besten mit diesem Chef-Typ auskommen?

Es ist leicht, einen Narzissten zufriedenzustellen. Sagen Sie einfach zu allem „Ja und Amen“, stellen Sie ihn nie bloß und bringen Sie Ihre Bewunderung auch dann zum Ausdruck, wenn Sie insgeheim anderer Meinung sind. Auf diese Art und Weise verhindern Sie, dass Sie anecken und haben somit Ihre Ruhe.

4. Der unscheinbare Typ

Diese Art von Chef unterscheidet sich auf den ersten Blick kaum von einem gewöhnlichen Mitarbeiter. Denn anstatt vor Selbstbewusstsein zu strotzen und die geforderte Autorität auszustrahlen, fühlen sich solche Vorgesetzte am wohlsten, wenn sie von ihren Kollegen nicht als übergeordnet wahrgenommen werden.

In vielen Fällen sind diese Führungskräfte mit ihrer Rolle überfordert und fürchten sich insgeheim davor, falsche Entscheidungen zu treffen und Verantwortung zu übernehmen. Solche Personen sind sehr unsicher und besitzen wenig Selbstvertrauen. Dieser Typ ist eher ungeeignet für eine Führungsposition.

Denn die Führungskraft soll seinen Mitarbeitern den Rücken stärken und ein Fels in der Brandung sein.

Doch das dürfen Sie diesem Chef-Typ natürlich nie sagen, auch wenn manche Mitarbeiter die Schwäche längst ausnutzen und mehr oder weniger tun und lassen, was sie wollen. Seien Sie ihm eine nützliche Stütze und erfüllen Sie die Funktion eines Beraters. Er wird es Ihnen danken.

5. Der Ordnungsfanatiker

Für einige Vorgesetzte ist Ordnung das A und O. Daher erwarten solche Personen auch von ihren Mitarbeitern eiserne Disziplin und einen sauberen, gewissenhaften Arbeitsstil. Auf die Einhaltung der Termine und Arbeitszeiten wird ebenfalls penibel geachtet.

Ordnungsfanatikern fällt es schwer, plötzliche Veränderungen zu akzeptieren und Unregelmäßigkeiten zu tolerieren. Außerdem leiden solche Menschen häufig am Zwang, alles kontrollieren und perfektionieren zu müssen.

Und wie damit umgehen?

Wenn Sie mit einem solchen Chef-Typ klarkommen möchten, dann dürfen Sie nicht unangenehm auffallen, was Ordnung und Disziplin anbelangt. Seien Sie immer pünktlich, kleiden Sie sich den Erwartungen entsprechend und halten Sie sich auf jeden Fall an die – oft unausgesprochenen – Regeln. Ausgefallene bzw. unkonventionelle Vorschläge werden nicht erwartet und sind auch nicht erwünscht.

6. Der Selbstdarsteller

In vielen Betrieben gibt es Vorgesetzte, die zur extremen Selbstdarstellung neigen.

Solche Menschen fallen immer auf – durch ihre Kleidung, ihre Sprache, ihre großartigen Gesten. Sie lieben den großen Auftritt, das Theatralische.

Ein aufgesetztes Lächeln verrät, dass an dieser Person ein Fernsehmoderator verloren gegangen ist. Sie sind von sich selbst sehr überzeugt und verhalten sich den Mitarbeitern gegenüber oft übertrieben fürsorglich. Schließlich ist es eine Geste des Großmuts, den Schwächeren mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Aber Achtung!

So ist das jedenfalls in guten Zeiten, wenn alles glatt läuft und dem Chefwillen entspricht. Läuft etwas nicht nach Plan, dann wendet sich das Blatt und der Selbstdarsteller lässt seine Wut an Schwächere aus – und das sind in der Regel die Mitarbeiter.

Solche Vorgesetzte dulden außerdem keine Nebenbuhler, die irgendetwas besser können als sie selbst. Halten Sie sich also etwas zurück, auch wenn es schwerfällt, seine Talente zu verbergen.

Haben Sie Ihren Chef bzw. Ihre Chefin in einem der genannten Typen erkannt?

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